(ungewolltes) Einfrieren von wasserführenden Leitungssystemen

Geschichte der Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Solartechnik

Abkürzungen im SHK-Handwerk

Während der Dauerfrostperioden mit Nachttemperaturen unter -15 °C und Tageshöchstwerte von -5 °C frieren immer wieder Trinkwasser- und Heizungsleitungen, aber auch Solarleitungen, ein.
Die VDI-Richtlinie 2069 - Einfrierschutz von wasserführenden Leitungen – ist für die Planung, den Bau, das Betreiben und das Instandhalten von wasserführenden Systemen in frostgefährdeten Bereichen anzuwenden.
fehlerhafte Dämmung in der Abseite
Das Einfrieren ist ein langsamer Prozess, der zur Bildung eines Eispfropfens führt. Erst wenn dadurch keine Fließbewegung mehr möglich ist, friert die Leitung auf der gesamten Länge ein. Besonders kritisch ist das Einfrieren von Leitungen von zwei Seiten oder in abgesperrten Leitunggsabschnitten. Hier entstehen hohe Drücke im noch flüssigem Medium, die weit über den zulässigen Nenndrücken der Anlagenteile liegen, und zum Platzen der Rohre und besonders von Verbindungsstellen führen können. Jedes Einfrieren setzt aber eine längere Stagnation des Wassers voraus.
Wenn wasserführende Leitungen durch außenluftbelüfteten Abseiten hinter den Kniestöcken verlegt werden, so sind diese Leitungen besonders gefährdet. Fehlerhafte Rohrdämmung führt zu dem Einfrieren von 2 Seiten. Aber Leitungen, die gleichmäßig einfrieren, sind in vielen Fällen nach der Frostperiode noch unbeschädigt.
"Blitzeis"
Eine weitere Möglichkeit, dass Leitungen zufrieren kann sein, wenn schlecht oder nichtgedämmte Leitungsteile schon in den Minusbereich (< 0 °C) abgekühlt sind, aber auf Grund der Fließgeschwindigkeit das vorbeifließende Wasser noch nicht gefroren ist. Durch das Abschalten oder dem Ausfall der Pumpe kommt das Wasser zum Stillstand. Hier wirkt das Rohr evtl. wie eine Einfriermanschette.
Druckzunahme in einer abgesperrten wassergefüllten Leitung bei „Umwandlung“ von Wasser in Eis. Die gelbe Linie beschreibt den Druckverlauf ohne Berücksichtigung der elastischen Eigenschaften des Rohrmaterials. Wird das elastische Verhalten berücksichtigt, so ist der Druckanstieg etwas geringer als am Beispiel für zwei unterschiedliche Kupferrohrabmessungen berechnet. Die ebenfalls eingezeichneten Berstdrücke sind aus den Materialkennwerten für Kupfer berechnet.
Druckzunahme in Wasserleitung durch Eisbildung
Quelle: Dr.-Ing. Thorsten Pfullmann
Hartgelötetes Kupferrohr, unter Frosteinwirkung gedehnt und aufgerissen.
 
Die Steckverbindung hat gehalten, nur das Rohr nicht
Laborversuch mit Pressfittingsystem aus Kupfer: nach lokalem Einfrieren des wassergefüllten Rohres (kleines Bild) ist die Verbindung aus der ursprünglichen Lage bis über den O-Ring in dem Fitting vom Rohrende geschoben worden.
Laborversuch mit Pressfittingsystem für Mehrschichtverbundrohr: Nach lokalem Einfrieren ist das Rohr von der Stützhülse bis zum Dichtungsring geschoben worden.

 

 

Laborversuch mit Mehrschichtverbundrohr: Bei Frosteinwirkung links und rechts von der abgebildeten Stelle platzt das Rohr immer an der Schweißnaht des Aluminiummantels.

 

Quelle: Dr.-Ing. Thorsten Pfullmann
Eissäule, entstanden durch einen noch tropfenden Wasserhahn in einer Waschküche
Hier ein ausführlicher Bericht > Frosteinwirkung auf wasserführende Leitungssysteme
Wärmedämmung
Rohrbegleitheizung
Auftauen von eingefrorenen Rohrleitungen

Heizbänder, Heizkabel
Quelle: eltherm
 
Funktion selbstregelnder Heizbänder
Quelle: eltherm

Heizband - Heizkabel

Selbstregulierende Heizleitungen bestehen aus zwei parallelen Versorgungsleitern, eingebettet in ein vernetztes und mit Kohlenstoffteilchen dotiertes Kunststoff-Heizelement (Matrix).
Steigt die Temperatur im Betrieb, so dehnt sich der Kunststoff durch molekulare Expansion aus. Die Verbindung zwischen den Kohlestoffteilchen verringert sich. Der Widerstand steigt und die Leistung sinkt. Bei Abkühlung kehrt sich dieser Prozess um. Der Widerstand sinkt und die Leistung steigt. So passt sich die Heizleistung an jeder Stelle individuell an den Wärmebedarf an.
Diese physikalische Eigenschaft, die angegebenen Temperaturen nicht zu überschreiten, ermöglicht es, selbstregulierende Heizleitungen auch über Kreuz zu verlegen und auf einen Temperaturbegrenzer zu verzichten.
Vorteile des selbstregulierenden Heizkabels:
  • Selbstregulierend
  • Leistungsanpassend
  • Verschiedene Temperaturbereiche
  • Bedarfsorientierte Abstufung
  • Chemische Beständigkeit
  • Von der Rolle abschneidbar

Diese Heizbänder werden hauptsächlich zum Frostschutz und zur Temperaturhaltung eingesetzt.

Elektroheizungen - Fa. eltherm Elektrowärmetechnik GmbH
Frostschutz Heizkabel - Fa. Nordholm OHG
Beheizungssysteme - Fa. Prema-Service GmbH
elektriche Heizbänder - Fa. Quintex GmbH
Frostschäden an Wasserleitungen - jährlich mehrere Milliarden Euro

Gewolltes Einfrieren von Rohrleitungen
Quelle: Rothenberger
Zum Wechseln eines Schiebers, erneuern defekter Bauteile oder Erweiterungsarbeiten kann oder muss nicht immer das Wasser abgelassen werden. Hier ist der Einsatz von Einfriergeräten sinnvoll.
 
Einfriergeräte - Fa. Rems
Bedienungsanleitung - Fa. Rems
Quelle: Rems
Einfrieren von Rohrleitungen
 
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