Aufstellungsraum - Heizraum ?

Verbrennungsluftverbund

die Geschichte der Heizungstechnik

Abkürzungen im SHK-Handwerk

Viele Öl- oder Gaskessel, aber auch Kessel mit festen Brennstoffen unter 50 kW, werden (aus Unkenntnis) in Räumen aufgestellt, die immer noch den alten Heizraumrichtlinien entsprechen. Heizräume sind nur noch für Feuerstätten mit feste Brennstoffen über 50 kW vorgeschrieben und müssen § 6 der Feuerungsverordnung entsprechen. Die Auflagen sind viel umfangreicher gegenüber den Vorgaben der Aufstellungsräume nach § 5.
Ein markantes Beispiel ist die alte Entlüftung direkt unter der Decke des Raumes als Luftschacht über das Dach. Vorgeschrieben ist nur eine ausreichende Belüftung zur Sicherstellung der Verbrennungsluft. Durch diese nicht notwendige Entlüftung wird der Raum ständig durchlüftet und trägt Unmengen von Energie nach außen. Vor allen Dingen dann, wenn die Rohrleitungen, Armaturen, Speicher und Kessel nicht ordentlich gedämmt sind.
Warum die Fachbetriebe bzw. Schornsteinfeger die Betreiber auf diesen Tatbestand nicht hinweisen, entzieht sich meinem Verständnis. Ist das ein Zeichen von Unkenntnis oder Ignoranz?

Landesverordnung
über Feuerungsanlagen
(Feuerungsverordnung - FeuVO)

Vom 6. März 1996
Landesrecht Schleswig-Holstein
(Auszug)


§ 1 Anwendungsbereich
Diese Verordnung gilt für Feuerungsanlagen, Wärme- und Brennstoffversorgungsanlagen. Für Feuerstätten, Wärmepumpen und Blockheizkraftwerke gilt die Verordnung nur, soweit diese Anlagen der Beheizung von Räumen oder der Warmwasserversorgung dienen oder Gas-Haushalts-Kochgeräte sind.


§ 5 Aufstellräume für Feuerstätten
(1) Feuerstätten für flüssige und gasförmige Brennstoffe mit einer Gesamtnennwärme-leistung von mehr als 50 kW dürfen nur in Räumen aufgestellt werden,
1. die nicht anderweitig genutzt werden, ausgenommen zur Aufstellung von Wärmepumpen, Blockheizkraftwerken und ortsfesten Verbrennungsmotoren sowie zur Lagerung von Brennstoffen,
2. die gegenüber anderen Räumen keine Öffnungen, ausgenommen Öffnungen für Türen, haben,
3. deren Türen dicht- und selbstschließend sind und
4. die gelüftet werden können.
In Räumen nach Satz 1 dürfen Feuerstätten für feste Brennstoffe bis 50 kW Gesamtnenn-wärmeleistung aufgestellt werden.
(2) Brenner und Brennstoffördereinrichtungen der Feuerstätten für flüssige und gasförmige Brennstoffe mit einer Gesamtnennwärmeleistung von mehr als 50 kW müssen durch einen außerhalb des Aufstellraumes angeordneten Schalter (Notschalter) jederzeit abgeschaltet werden können. Neben dem Notschalter muss ein Schild mit der Aufschrift "NOTSCHALTER - FEUERUNG" vorhanden sein.
(3) Wird in dem Aufstellraum Heizöl gelagert oder ist der Raum für die Heizöllagerung nur vom Aufstellraum zugänglich, muß die Heizölzufuhr von der Stelle des Notschalters aus durch eine entsprechend gekennzeichnete Absperreinrichtung unterbrochen werden können.
(4) Abweichend von Absatz 1 dürfen die Feuerstätten auch in anderen Räumen aufgestellt werden, wenn
1. die Nutzung dieser Räume dies erfordert und die Feuerstätten sicher betrieben werden können oder
2. diese Räume in freistehenden Gebäuden liegen, die allein dem Betrieb der Feuerstätten sowie der Brennstofflagerung dienen.


§ 6 Heizräume
(1) Feuerstätten für feste Brennstoffe mit einer Gesamtnennwärmeleistung von mehr als 50 kW dürfen nur in besonderen Räumen (Heizräumen) aufgestellt werden; § 5 Abs. 3 und Abs. 4 Nr. 2 gilt entsprechend. Die Heizräume dürfen
1. nicht anderweitig genutzt werden, ausgenommen zur Aufstellung von Wärmepumpen, Blockheizkraftwerken und ortsfesten Verbrennungsmotoren sowie zur Lagerung von Brennstoffen,
2. nicht mit Aufenthaltsräumen, ausgenommen solche für das Betriebspersonal, sowie mit Treppenräumen notwendiger Treppen in unmittelbarer Verbindung stehen.
In Heizräumen dürfen Feuerstätten für flüssige und gasförmige Brennstoffe aufgestellt werden; § 5 Abs. 2 gilt entsprechend.
(2) Heizräume müssen
1. mindestens einen Rauminhalt von 8 m3 und eine lichte Höhe von 2 m,
2. einen Ausgang, der ins Freie oder in einen Flur führt, der die Anforderungen an notwendige Flure erfüllt, und
3. Türen, die in Fluchtrichtung aufschlagen,
haben.
(3) Wände, ausgenommen nichttragende Außenwände, und Stützen von Heizräumen sowie Decken über und unter ihnen müssen feuerbeständig sein. Deren Öffnungen müssen, soweit sie nicht unmittelbar ins Freie führen, mindestens feuerhemmende und selbstschließende Abschlüsse haben. Die Sätze 1 und 2 gelten nicht für Trennwände zwischen Heizräumen und den zum Betrieb der Feuerstätten gehörenden Räumen, wenn diese Räume die Anforderungen der Sätze 1 und 2 erfüllen.
(4) Heizräume müssen zur Raumlüftung jeweils eine obere und eine untere Öffnung ins Freie mit einem Querschnitt von mindestens je 150 cm2 oder Leitungen ins Freie mit strömungstechnisch äquivalenten Querschnitten haben. Der Querschnitt einer Öffnung oder Leitung darf auf die Verbrennungsluftversorgung nach § 3 Abs. 4 angerechnet werden.
(5) Lüftungsleitungen für Heizräume müssen eine Feuerwiderstandsdauer von mindestens 90 Minuten haben, soweit sie durch andere Räume führen. Ausgenommen hiervon sind angrenzende, zum Betrieb der Feuerstätten gehörende Räume, die die Anforderungen nach Absatz 3 Satz 1 und 2 erfüllen. Die Lüftungsleitungen dürfen mit anderen Lüftungsanlagen nicht verbunden sein und nicht der Lüftung anderer Räume dienen.
(6) Lüftungsleitungen, die der Lüftung anderer Räume dienen, müssen, soweit sie durch Heizräume führen,
1. eine Feuerwiderstandsdauer von mindestens 90 Minuten oder selbsttätige Absperrvorrichtungen für eine Feuerwiderstandsdauer von mindestens 90 Minuten haben und
2. ohne Öffnungen sein.

§ 12 Brennstofflagerung außerhalb von Brennstofflagerräumen
(1) Feste Brennstoffe sowie Behälter zur Lagerung von brennbaren Gasen und Flüssigkeiten dürfen nicht in notwendigen Treppenräumen, in Räumen zwischen notwendigen Treppenräumen und Ausgängen ins Freie und in notwendigen Fluren gelagert oder aufgestellt werden.
(2) Heizöl oder Dieselkraftstoff dürfen gelagert werden
1. in Wohnungen bis zu 100 l,
2. in Räumen außerhalb von Wohnungen bis zu 1.000 l,
3. in Räumen außerhalb von Wohnungen bis zu 5.000 l je Gebäude oder Brandabschnitt, wenn diese Räume gelüftet werden können und gegenüber anderen Räumen keine Öffnungen, ausgenommen Öffnungen mit dichtschließenden Türen, haben,
4. in Räumen in Gebäuden der Gebäudeklasse 1 mit nicht mehr als einer Nutzungseinheit, die keine Aufenthaltsräume sind und den Anforderungen nach Nr. 3 genügen bis zu 5.000 l.
(3) Sind in den Räumen nach Absatz 2 Nr. 2 bis 4 Feuerstätten aufgestellt, müssen diese
1. außerhalb erforderlicher Auffangräume für auslaufenden Brennstoff stehen und
2. einen Abstand von mindestens 1 m zu Behältern für Heizöl oder Dieselkraftstoff haben.
Dieser Abstand kann bis auf die Hälfte verringert werden, wenn ein beiderseits belüfteter Strahlungsschutz vorhanden ist. Ein Abstand von 0,1 m genügt, wenn nachgewiesen ist, dass die Oberflächentemperatur der Feuerstätte 40 °C nicht überschreitet.
(4) Flüssiggas darf in Wohnungen und in Räumen außerhalb von Wohnungen gelagert werden jeweils in einem Behälter mit einem Füllgewicht von nicht mehr als 16 kg, wenn die Fußböden allseitig oberhalb der Geländeoberfläche liegen und außer Abläufen mit Flüssigkeitsverschluss keine Öffnungen haben.


Verbrennungsluftverbund
Für raumluftabhängige Feuerstätten bis 35 KW ist ein Verbrennungsluftverbund möglich. Dabei wird nicht nur der Rauminhalt des Aufstellungsraumes für den Bedarf der Verbrennungsluft (4 m³ je KW) bestimmt, sondern auch die angrenzenden Nachbarräume hinzugerechnet, wenn diese zur gleichen Nutzungseinheit (Wohnung oder Haus) gehören. Dabei müssen diese Räume mit Verbrenungsluftöffnungen von mindestens 150 cm²  verbunden sein.
Unmittelbarer (direkter) Verbrennungsluftverbund
Bei dem unmittelbaren Verbrennungsluftverbund verfügt der direkt angrenzende Raum über ein Fenster oder eine Tür ins Freie und hat das geforderte Raumluftvolumen. Wenn der Aufstellraum kein Fenster oder Tür ins Freie hat, dann muss der direkte Nebenraum das erforderliche Volumen (4 m³ je KW) allein haben. Anderenfalls wird das Raumvolumen aller Räume mit Fenster, die sich im Luftverbund befinden, zusammenaddiert.
Mittelbarer (indirekter) Verbrennungsluftverbund 
Bei dem mittelbaren Verbrennungsluftverbund muss der Rauminhalt aller Räume mit Fenster mindestens 4 m³ je KW betragen. Dabei liegt ein "Verbundraum" (Raum ohne Fenster) zwischen dem Aufstellungsraum und dem Raum oder den Räumen zum Verbrennungsluftverbund.
In jedem Einzelfall müssen die Bestimmungen des Verbrennungsluftverbundes berechnet werden. Der konzessionierte Installateur- und Heizungsbaumeister sollte immer in Absprache mit dem Schornsteinfeger den Luftverbund berechnen. Der Nachweis des Verbrennungsluftverbundes für raumluftabhängige Feuerstätten < 35 kW nach Feuerungsverordnung kann über dieses oder dieses Formblatt (Schutzziele 1 und 2) ermittelt werden.
Den Heizraum gibt’s nicht mehr nur noch für feste Brennstoffe ab 50 kW
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