Hot-Tapping - Anbohren von Rohrleitungen

Line-Stopping unter Betriebsdruck

Geschichte der Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Solartechnik
Abkürzungen im SHK-Handwerk
Bosy-online-ABC

Wenn an wasser- oder gasführenden Rohrleitungen eine Abzweigung, ohne die Anlage außer Betrieb zu nehmen, durchgeführt werden soll, dann kann das "Hot Tapping" (Anbohren von Rohrleitungen unter Druck) verwendet werden.
Vor dem eigentlichen Hottapping muss ein Rohrleitungsstutzen mit Flansch auf die anzubohrende Rohrleitung angeschweißt werden. An diesen Stutzen wird ein Schieber oder Kugelhahn montiert. Auf diesen Schieber bzw. Kugelhahn wird dann das mobile Anbohrgerät montiert.
Wenn das anzubohrende Rohr brennbare Stoffe enthalten, wird der Bohrraum vor dem eigentlichen Hot Tapping mit Stickstoff geflutet.
Dieses Verfahren bittet sich dann besonders an, wenn große Anlagen gespült und gereinigt werden sollen und passende Spülstutzen fehlen.
Mobiles Anbohrgerät
Quelle: TAS Schwinghammer

 

Das Bohrgerät wird durch Arbeitsluft (ca.6 bar bis 3000 l/min) angetrieben. Der Bohrkopf (Kronenbohrer mit Zentrierbohrer) wird durch den offenen Schieber zur Rohrwandung geführt und schneidet aus der Rohrwandung die entsprechende Nennweite aus. Dabei wird die ausgeschnittene Rohrwandung durch den Zentrierbohrer aufgefangen. Nach der erfolgreichen Anbohrung der Rohrleitung wird der Kronenbohrer mit dem ausgeschnittenen Bohrkern zurückgefahren, der Schieber geschlossen und das Bohrgerät demontiert.
Bohrkrone mit ausgeschnittener Rohrwandung
Quelle: TAS Schwinghammer
Vorraussetzungen eines Hottappings (firmenabhängig)
  •  Hottapping für einen Abgang von DN 10 bis DN 300
  •  Maximaler Betriebsdruck 40 bar und maximale Betriebstemperatur 300 °C
  •  Die Einbaulaenge, Stutzen und Schieber, darf maximal 900 mm betragen
  •  Die notwendigen Schweißarbeit muss bauseits ausgeführt werden
  •  Genug Freiraum für die Montage und die Verfahrwege des Anbohrgeraetes
  •  Die Erlaubnis zum Betrieb des druckluftbetriebenen Antriebsaggregate
  •  Arbeitsluft 6 bar und mind. 3000 l/min
Anwendunggebiete des Anbohrverfahrens "Hottapping"
  •  Einbindungen von Anlagenteilen
  •  Erstellung eines Bypasses oder Abganges
Vorteile des Anbohrverfahrens Hottapping
Bei der gesamten Anbohrung der Rohrleitung muss die Produktion bzw. der Betriebszustand der Anlage in keinster Weise verändert werden, da die Anbohrung unter Druck stattfinden kann.

Das Hot-Tapping System kann bei verschiedenen Produkten, ob flüssig oder gasförmig, bis zu einem Betriebsdruck von maximal 100 bar und einer Betriebstemperatur von maximal 370 °C ausgeführt werden.
Quelle: Hydratight Injectaseal Deutschland GmbH
Zur Vorbereitung der eigenlichen Bohrarbeiten sind folgende Maßnahmen einzuplanen. An der anzubohrenden Rohrleitung (5) müssen Wandstärkenmessungen vorgenommen werden. Ein Abgangsstutzen (4) soll an die Hauptleitung gasdicht verschweißt werden. Die Schweißnähte müssen geprüft und eine Dichtigkeitsprüfung muss vorgenommen werden.Auf den Abgangstutzen mit Vorschweißflansch wird ein Schieber (3) montiert. Eine Anbohrmaschine (1) wird auf den Schieber (3) montiert. Der Schieber wird geöffnet und die Rohrleitung (5) angebohrt. Die Bohrkrone (2) wird anschließend hinter den Schieber zurückgefahren.
Der Schieber kann nun geschlossen werden. Die Anbohrmaschine kann demontiert werden. Ein Abzweig wurde an einer druckführenden Rohrleitung eingebunden.Modifikationen an bestehenden Rohrleitungssystemen wie zum Beispiel: Anbohren von Rohrleitungen, Anlegen von Rohrleitungsabzweigen oder Einbinden von Umgehungsleitungen unter vollen Betriebsbedingungen sind jederzeit realisierbar, und das ohne dabei den Produktionsablauf der Anlage zu unterbrechen oder zu stoppen!
Thermohülsen Installation

Arbeiten im Gasbereich ohne umfassende Fachkenntnis kann eigenes und fremdes Leben gefährden. Es wird dringend die Beauftragung eines autorisierten Fachhandwerkers empfohlen.


Anbohrschellen können auch bei Stahlrohren ohne Schweißarbeiten angebracht werden.
Diese Bauteile sind besonders für Verbindungen verschiedensten Rohrleitungsgrößen und -materialien sowie für unterschiedliche Anschlusspositionen zwischen Versorgungs- und Anschlussleitungen geeignet.
Hier steht das Thema "Trinkwasser" in Sachen Dichtung, Korrosionsschutz und Hygiene im Vordergrund. Dabei muss darauf geachtet werden, dass diese Teile den entsprechenden DIN-Normen und nach DVGW zertifiziert sind. Außerdem ist es wichtig, dass bei diesen Systemen alle Zubehörteile aus einer Hand kommen.
Anbohrschelle
Anbohrschellen für Stahlrohre mit kleineren Duchmessern
Die Gebo-Anbohrschellen für kleinere Nennweiten sind nur für Wassersysteme geeignet.
Die Anbohrschellen für Stahlrohre in Heizungs- und Kühlanlagen sind für die Nennweiten von DN 10 bis DN 100 mit verschiedenen Abgängen, einen Nenndruck von PN 16 und einer Temperatur bis 90 °C einsetzbar.
Die Anbohrschellen für Kupferrohre (und Edelstahlrohre mit gleichem Außendurchmesser) In Heizungs-, Kühl- und Trinkwasseranlagen sind für die Nennweiten von DN 12  bis DN 50, einen Nenndruck von PN 10 und einer Temperatur bis 90 °C einsetzbar.
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Die Errichtung einer Trinkwasserinstallation und wesentliche Veränderungen an diesen dürfen nur von Installationsbetrieben durchgeführt werden, die in das Installateurverzeichnis eines WVU eingetragen sind.

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Anbohrschellen für Kupferrohre mit kleineren Duchmessern
Anbohren unter Druck - IPSCO GmbH

Rohrabzweigung mit T-Plus
Das schnellste und einfachste T-Stück zur Rohrmontage ohne den  Betrieb zu unterbrechen ist das FLAMCO T-Plus. Diese Bauteile können aus Temperguss (für Gewinderohre nach DIN EN PrEN 10255 Serie M und Serie H, nahtlose Stahlrohre nach DIN EN 10216 [normalwandig] und geschweißte Stahlrohre nach DIN EN 10217 [normalwandig]) und aus Messing ohne oder mit Kugelhahn (für Kupferrohr nach DIN EN 1057, dünnwandiges Stahlrohr nach DIN EN 10305-1 und dünnwandiges Edelstahlrohr nach DIN EN 10312 [nicht für 42 mm geeignet]) herstellt sein.
T-Plus - Temperguss - Messing - mit Kugelhahn
Das ausgeschnittene Rohrteil verkeilt sich hinter dem Kolben an der Gehäusewand. Späne oder Verunreinigungen können nicht in das Leitungssystem gelangen.
Quelle: Flamco Wemefa GmbH
Im Gehäuse befindet sich ein Schneidkolben. Wenn der Zündstift eingeschlagen wird, zündet eine Treibladung. Der entstehende Druck treibt den Schneidkolben vorwärts. Die gewählte Ausschnittsgröße wird in die vorhandene Rohrleitung geschnitten. Das ausgeschnittene Rohrteil verkeilt sich hinter dem Kolben an der Gehäusewand. Späne oder Verunreinigungen können nicht in das Leitungssystem gelangen.
Anwendungsbereiche
  • Heizungsinstallationen
  • Sanitärinstallationen
  • Feuerlöschanlagen
  • Industrie-Anlagen aller Art, beispielsweise Druckluft- oder Hydraulikanlagen
Flamco T-plus ist nicht für Installationsbereiche mit brennbaren Medien einzusetzen. Auch in explosions- oder feuergefährlicher Umgebung darf das Bauteil nicht verwendet werden.
Für Flamco T-plus gelten besondere Sicherheitsregeln, die von dem Installateur zu beachten sind. Der Installateur muss den Benutzer auf diesen Umstand hinweisen und ihn vor den Folgen einer zweckentfremdeten und falschen Nutzung warnen.
Die Errichtung einer Trinkwasserinstallation und wesentliche Veränderungen an diesen dürfen nur von Installationsbetrieben durchgeführt werden, die in das Installateurverzeichnis eines WVU eingetragen sind.
 

Quelle: Hydratight Injectaseal Deutschland GmbH
Line-Stopping unter Betriebsdruck
(Den Durchfluss in einer Rohrleitung unterbrechen)
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Bei dem Line-Stopping-Verfahren wird an einer druck-führenden Rohrleitung der Durchfluss gestoppt.
Vor dem Durchflussstop muss an der anzubohrenden Leitung (Hauptrohr) ein Hot-Tap (Anbohrstutzen) mit gleicher Nennweite gesetzt werden. Auf den Abgangsstutzen mit Vorschweißflansch wird ein Stopfensetzgerät montiert. Über den geöffneten Schieber wird der Verschlusskopf in die Leitung eingeführt. Der Durchfluss in der Rohrleitung ist dadurch gestoppt.
Dieses Verfahren bittet sich dann besonders an, wenn große Anlagen gespült und gereinigt werden sollen und passende Spülstutzen und Absperreinrichtungen fehlen.
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Quelle: IPSCO GmbH
Ablauf einer Absperrung ohne Betriebsunterbrechung
1.   Installation des Absperr-Fittings und Durchführung der Anbohrung
2.   Die Linestop-Ausrüstung wird auf den Spezialflachschieber aufgebaut und die Armatur geöffnet.
3.   Der Absperrkopf wird durch den Anbohrzugang in die Leitung eingeführt.
4.   Temporäre Absperrung wird hergestellt
5.   Reparaturen, Umlegungen oder Umbauten erfolgen.
6.   Absperrkopf wird aus der Leitung entfernt.
7.   Der Spezialflachschieber wird geschlossen und die Absperr-Ausrüstung abgebaut.
8.   Der Verschluss-Stopfen wird an die Anbohrmaschine installiert. Vorbereitung eines Absperrkopfs DN 200
9.   Die Anbohrmaschine wird auf den Spezialschieber gesetzt.
10. Der Spezialflachschieber wird geöffnet, der Verschluss-Stopfen abgesenkt und an der vorgesehenen Stelle
im Flansch arretiert.
11. Die Absperrausrüstung und der Spezialflachschieber werden abgebaut.
12. Der Linestop-Fitting wird mit einem Blindflansch verschlossen.
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