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Das obige Bild zeigt, wie
sich eine Opferanode in einem Trinkwasserbereiter mit der Zeit abbaut.
Rechts eine ungebrauchte Opferanode. In der Mitte eine Anode die
schon einige Zeit in Betrieb gewesen ist, jedoch noch ca. zu 60%
besteht. Links eine Anode die ihren Dienst erfüllt hat und
vollständig aufgelöst ist. |
Was sind Opferanoden? |
Opferanoden in Trinkwassererwärmern
sind eigentlich immer Magnesium Stäbe, die in den Erwärmer
eingesetzt werden, um diesen vor Korrosion zu schützen |
Wo und warum werden
Opferanoden eingesetzt ? |
Man verwendet unter anderem
in emalierten Trinkwassererwärmern Anoden, um die Fehlstellen
in der Emailierung zu schützen. Es ist bis heute nicht möglich,
einen Trinkwasserspeicher so zu emailieren, dass keine kleinen Fehlstellen
in der Emailierung vorkommen. Durch den Einbau von Anoden werden
diese Fehlstellen in den Trinkwasserspeichern nicht nur geschützt,
sondern als Nebeneffekt können Fehlstellen mit einer neuen
Schutzschicht überzogen werden. Diese Schicht entsteht, da
es bei der Bildung von HydroxylIonen im Bereich der Kathoden zur
Ausfällung von Calciumcarbonat kommen kann. Durch das Calciumcarbonat
werden dann die Fehlstellen in der Emalierung abgedeckt. Calciumcarbonat
kann sich jedoch nur dann bilden, wenn sich im Elektrolyd (Trinkwasser)
genügend Calciumhydrogencarbonat befindet. |
| Wo bleibt das abgebaute
Material ?
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Das abgebaute Material setzt
sich als Schlamm auf dem Boden des Trinkwasserbereiters ab. Daher
sollen Trinkwasserbereiter regelmässig kontrolliert und gereinigt
werden. Wann und wie oft ein Trinkwasserbereiter gereinigt werden
muss, kann nur vor Ort vom Fachmann entschieden werden. Grunsätzlich
sollte man aber alle 5 Jahre einmal den Trinkwasserbereiter öffnen
lassen, um eine Sichtkontrolle vorzunehmen. Spätestens jedoch,
wenn die zweite Anode verbraucht ist, sollte man daran denken, den
Schlamm aus dem Speicher zu entfernen. Ebenso können die Speicherwände
einer Sichtkontrolle unterzogen werden. Sollten Verschmutzungen
im Speicher festgestellt werden, die auf eingespühlte Schmutzpartikel
zurückzuführen sind, sollte der Speicherzulauf mit einem
Trinkwasserfilter versehen werden. |
Aus welchem Material
bestehen Anoden (Opferanoden)? |
Anoden in Trinkwasserbehältern
werden aus Magnesium gefertigt. Sie sind in Stangenform und in Form
von dicken Ketten zu beziehen. Vorzugsweise werden Magnesiumanoden
in Stangenform eingebaut, da mit ihnen eine längere Lebensdauer
gewährleistet ist. Wird bei einer Kettenanode das erste Kettenglied
als erstes aufgelöst, fällt die gesammte Kette in den
Speicher und verliert somit ihre Wirkung. Magnesium wird verwendet,
da sich Magnesium ganz unten in der elektrochemischen Spannungsreihe
befindet und somit das unedelste Metall ist. Beispiele aus der elektrochemischen
Spannungsreihe: Gold +1,42V - Quecksilber +0,79V - Wasserstoff +-0V
- Eisen -0,44V - Magnesium -2,34V. |
Wie lange dauert es
bis sich eine Anode abgebaut hat? |
Diese Frage kann leider
nicht eindeutig beantwortet werden, da der Abbau einer Anode von
mehreren Faktoren beeinflusst wird. Neben der Beschaffenheit des
Wassers, spielt vor allem die Wassermenge, die durch den Speicher
strömt, eine wichtige Rolle. Ist ein Speicher korrekt auf den
Wasserbedarf der Nutzer ausgelegt, sollte sich die Anode bei durchschnittlichem
Trinkwasser, in 2 Jahre nicht komplett auflösen. Ein schnelleres
Auflösen der Anode kann ein Zeichen für sehr agressives
bzw. sauerstoffhaltiges Wasser sein, aber auch darauf hinweisen,
dass der Speicherinhalt mehrmals täglich komplett ausgetauscht
wird. Einen besondern Fall von Trinkwasser bilden Wässer aus
Talsperren. Da dieses Wasser sehr weich und somit wenig Calciumhydrogencarbonat
enthält. Calciumhydrogencarbonat bildet auf den Fehlstellen
der Emalierung eine Schutzschicht, die Korrosion auch dann verhindert,
wenn die Magnesiumanode bereits verbraucht ist. |
Wie funktioniert eine
Anode? |
Um die Funktionsweise einer
Anode zu verstehen, muss zunächst das galvanische Element erklärt
werden. Beim galvanischen Element handelt es sich um zwei Metalle
(Kathode, Anode) die durch eine elektrisch leitende Flüssigkeit
(Elektrolyd) verbunden sind. |
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In einem Elektrolyd
löst sich das Metall mit der geringeren Spannung (Anode)
auf. Die sich auflösenden Metallteilchen wandern dabei
über das Elektrolyd zum Metall mit der höheren
Spannung (Kathode). Die Grösse der Spannung ist in
der elektrochemischen Spannungsreihe festgelegt. In ihr
steht Gold mit +1.42 V weit oben, Magnesium mit -2.34 V
weit unten. Wasserstoff verhält sich mit +-0V neutral. |
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In einem emailierten Speicher
bildet die Speicherwand die Kathode, und der Magnesiumstab die Anode.
Das Trinkwasser bildet das Elektrolyd. Die sich an der Magnesium
Anode lösenden Teilchen wandern über das Elektrolyd zu
den beschädigten Stellen in der Emailierung, da dort der ungeschütze
Stahl die Kathode bildet. Da sich dabei die Anode abbaut (geopfert
wird), nennt man die Magnesiumanode auch "Opferanode". |
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| Gibt es eine alternative zu Opferanoden? |
Mittlerweile gibt es auch
sogenannte Fremdstromanoden. Diese bestehen aus Inertanoden aus
nichtangreifbaren Material (z.B. mischoxid-beschichtetes Titan,
Magnetit). Diese Anoden müssen um ihre Funktion zu erfüllen
mit Gleichstrom beschickt werden. Bei Fremdstromanoden wird im Gegensatz
zur Opferanode der Sauerstoffgehalt des Elektrolyds nicht verändert,
da über die Inertanode soviel Sauerstoff gebidelt wird, wie
verbraucht wird. |
| Autor: Thomas
Schreiber |