Kathodischer Korrosionsschutz

Geschichte der Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Solartechnik

Abkürzungen im SHK-Handwerk

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Die Zerstörung von Metallen durch die Anwesenheit von Wasser ist ein elektrochemischer Vorgang. Hierbei wirkt das Wasser als Elektrolyt und es entsteht eine galvanische Elementbildung. Bei diesem Korrosionsvorgang tritt ein Metallatom unter Zurücklassung einer oder mehrerer Elektronen aus dem festen Metallgitter als positives Ion in die Flüssigkeit. Die zurückgelassenen Elektronen wandern auf der metallischen Oberfläche zur Kathode und werden dort durch verschiedene Kathodenreaktionen verbraucht. Die Stellen an welchem der Korrosionsablauf stattfindet werden Elektroden genannt. Die Elektrode an welcher die Metallatome das Gefüge verlassen wird Anode genannt. Die Elektrode an welcher die Elektronen verbraucht werden wird Kathode genannt.

Da metallische Oberflächen nicht homogen sind, bilden sich auch bei reinem Metall unterschiedliche Bereiche mit verschiedenen Reaktionsfähigkeiten. Außerdem entstehen durch Deckschichtbildung heterogene Zonen und in Legierungen unterschiedliche Gefüge. Besonders schädlich sind unterschiedliche Metalle (Eisen und Messing, Chromstahl und Kupfer), die in leitender Verbindung stehen.

Das Wasser als Elektrolyt schließt den Stromkreis. Erst dadurch kann eine Korrosion stattfinden und es entstehen verschiedene Lokalelemente.

Bei emaillierten Trinkwassererwärmern ist die Beschichtung nie ganz ohne Fehlstellen und Materialporen und deswegen ist immer ein zusätzlicher kathodischer Schutz eingebaut. Auch kunststoffbeschichtete Speicher sind gefährdet, da die Beschichtung kleine Risse durch den Transport, die Wärmeausdehnung, kleine Fabrikationsfehler aufweisen kann. Diese Speicher sind jedoch nicht immer mit einem kathodischen Korrosionsschutz ausgerüstet. Auch Pufferspeicher in Heizungssystemen brauchen einen kathodischen Schutz, weil sie in der Regel keine Beschichtung haben. Wenn das Heizungswasser richtig behandelt wurde, kann auf ein Korrosionsschutz verzichtet werden.
 
Innenschutz durch Kathodenschutz
Bei dem Korrosionsschutz von Speichern wird der elektrochemische Vorgang inform des kathodischen Korrosionsschutzes genutzt. Hierbei fließt der Korrosionsstrom von der Anode an die Kathode. Dabei wird die Kathode nicht abgebaut, denn an ihr treten nur die Elektronen aus, die mit den H+Ionen des Wassers reagieren. Die Anode löst sich auf.
Auch die anodische Oberfläche des zu schützenden Metalls gibt Elektronen ab. Die anodischen Bereiche werden auch zur Kathode. Dies ist möglich, weil man in das zu schützende Objekt eine Überzahl an Elektronen abgibt, damit auf der gesamten Oberfläche eine Elektronen-Abgabe stattfindet.
 
Man unterscheidet zwei Schutzverfahren:
  • Galvanischen Anoden. Diese Magnesium-Schutzanoden (-Opferanoden) besitzen eine grosse Differenz in der elektrochemischen Spannungsreihe bezogen auf das Schutzobjekt (z. B. Bei Stahl <> Magnesium 2,31 Volt). Die Wassererwärmer werden in Verbindung mit der eingesetzten Anode nach DIN 4753 Teil 6 (und DIN EN 12828) auf die Wirksamkeit überprüft und zertifiziert. Deshalb dürfen beim Auswechseln immer nur die gleichen Anoden eingesetzt werden. Galvanische Anoden sind löslich und werden aufgebraucht. Man muss sie regelmäßig kontrollieren und evtl. reinigen oder wechseln.
  • Fremdstromanoden. Hier werden hauptsächlich unlösliche Titan-Mischoxyd-Anoden eingesetzt, die isoliert in den Behälter eingebaut werden. Ein Potentiostat versorgt die Anode mit Fremdstrom. Unlösliche Fremdstromanoden sind grundsätzlich wartungsfrei.
Magnesium-Schutzanode
Quelle: Afriso Euro-Index GmbH
Opferanode Ø 22, 26 oder 33 mm nach DIN EN 12828 aus Magnesiumlegierung.
Flexible Opferanode Ø 22 mm (Kettenanode)  nach DIN EN 12828 aus Magnesiumlegierung. Diese Anode wird eingesetzt, wenn eine starre Anode aus Platzgründen nicht montiert werden kann.
Die Opferanode Ø 22, 26, 33 mm nach DIN EN 12828 aus Magnesiumlegierung mit  Isolierstück und Massekabel ist für den isolierten Einbau zu verwenden und kann mit dem Anodentester überprüft werden.
Der Anodentester wird zur Verbrauchskontrolle von Anoden mit Massekabel oder herkömmlichen Opferanoden, die isoliert eingebaut sind, verwendet.
Anodentester
Quelle: Afriso Euro-Index GmbH
Quelle: Afriso Euro-Index GmbH
Mit einer Signalanode kann über einen Signalgeber außerhalb des Speichers der  erforderliche Austausch der Anode gemeldet werden. Die Anoden kommen in emaillierte Speichern oder in Speichern mit passiven Schutzschichten von 100 bis 500 Litern zum Einsatz.
Nach dem Abtrag des Anodenmaterials dringt Wasser in einen Testraum, der Signalgeber verfärbt sich rot und meldet, dass die Anode verbraucht ist. Bei herkömmlichen Anoden muss zur Anodenkontrolle der Speicher geöffnet werden.
 
Aufbau einer Signalanode
Quelle: Afriso Euro-Index GmbH
Die Lebensdauer der Magnesium-Schutzanode (1) beträgt ca. fünf Jahre. Sie sollte jedoch möglichst einmal im Jahr überprüft werden.
Der Zustand der Magnesium-Schutzanode kann bei eingebauter Anode durch das Messen des Schutzstromes bestimmt werden:
Erdungskabel (2) am Speicher lösen und den Schutzstrom mit einem Amperemeter (3) messen. Bei einem Schutzstrom von weniger als 0,3 mA muss die Anode herausgenommen und auf Abtragung überprüft werden.
Wartung – Magnesium-Schutzanode (-Opferanode)
Zum Schutz von emaillierten- und kunststoffbeschichteten Wassererwärmern und Speichern hat sich der Einsatz von Magnesium-Anoden (MA) als sehr wirkungsvoll erwiesen. Durch die grosse elektrische Spannungsdifferenz zum Eisen (2,31 V) braucht die MA keine zusätzliche Spannungsquelle. Ein Nachteil der MA liegt in der unkontrollierten Abbaurate, dem Risiko einer Oxydschicht-Bildung auf der Anode, sowie dem grösseren Aufwand für Service und Kontrolle. Eine Magnesiumanode wird oft auch als Schutzanode, Opferanode, Protanod oder galvanische Anode bezeichnet.
Fremdstromanoden
Wasserbehältern aus Stahl können auch zur Verhütung von Korrosion durch Fremdstromanoden geschützt werden. Diese Methode bedarf im Gegensatz zu Magnesium-Schutzanoden (Opferanoden) keine regelmäßige Kontrolle und müssen nicht ausgetauscht werden, da sie nur in sehr wenig verbraucht werden.

Quelle: Correx®

Ein Netzteil versorgt die Fremdstromanlagen mit Gleichspannung. Dabei werden der negative Pol der Stromquelle mit dem zu schützenden Metall, und der positive Pol mit der Fremdstromanode verbunden. Am Transformator des Netzteils wird die Spannung zwischen Fremdstromanode und Schutzobjekt eingestellt. So entsteht der Schutzstrom. Ein geringer spezifischer Metallabtrag ist notwendig, um eine möglichst lange Lebensdauer der Anoden zu erhalten.

Fremdstromanoden brauchen im Gegensatz zu Opferanoden kein negatives Potenzial gegenüber dem Grundwerkstoff zu besitzen. Durch den kathodischen Schutzstrom wird das Potential an der Grenzfläche in negativer Richtung verschoben.

CORREX® Fremdstromanode - Diagnosehilfe

Eine regelmäßige Wartung sollte immer durchgeführt werden, damit es nicht so aussieht.

Das obige Bild zeigt, wie sich ein Opferanode in einem Trinkwasserbereiter mit der Zeit abbaut. Rechts eine ungebrauchte Opferanode. In der Mitte eine Anode die schon einige Zeit in Betrieb gewesen ist, jedoch noch ca. zu 60% besteht. Links eine Anode die ihren Dienst erfüllt hat und vollständig aufgelöst ist (und der Speicher ist sicherlich schon durch Korrosion angegriffen)
Wie funktioniert eine Anode?
Um die Funktionsweise einer Anode zu verstehen, muss zunächst das galvanische Element erklärt werden. Bei dem galvanischen Element handelt es sich um zwei Metalle (Kathode, Anode) die durch eine elektrisch leitende Flüssigkeit (Elektrolyt) verbunden sind.
In einem Elektrolyt löst sich das Metall mit der geringeren Spannung (Anode) auf. Die sich auflösenden Metallteilchen wandern dabei über das Elektrolyt zum Metall mit der höheren Spannung (Kathode). Die Grösse der Spannung ist in der elektrochemischen Spannungsreihe festgelegt. In Ihr steht Gold mit +1.50 V weit oben, Magnesium mit -2,35 V weit unten. Wasserstoff verhält sich mit +-0V neutral.
In einem emailierten Speicher bilden die an der beschädigten Speicherwand an dem freiliegendem Metall und an den Gewindeanschlüssen die Kathode und der Magnesiumstab ist die Anode. Das Trinkwasser bildet das Elektrolyt. Die sich an der Magnesiumanode lösenden Teilchen wandern über das Elektrolyt zu den beschädigten Stellen in der Emailierung und den Gewindestutzen, da dort der ungeschützte Stahl die Kathode bildet. Dabei baut sich die Anode ab (sie opfert sich), deswegen nennt man die Magnesiumanode auch "Opferanode".
Autor: Thomas Schreiber
Die Errichtung einer Trinkwasserinstallation und wesentliche Veränderungen an diesen dürfen nur von Installationsbetrieben durchgeführt werden, die in das Installateurverzeichnis eines WVU eingetragen sind.
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