Kavitation

Zulaufdruck/Haltedruckhöhe

die Geschichte der Heizungstechnik

Abkürzungen im SHK-Handwerk

Wenn sich in einer Flüssigkeit an bestimmten Stellen der Anlage Dampfblasen bilden, dann spricht man von Kavitation (Hohlraumbildung). Die Dampfblasen entstehen, wenn der statische Druck in einer Flüssigkeitanlage, die Temperatur und der Dampfdruck nicht zueinander passen. Nach dem Ansteigen des statischen Druckes über den Dampfdruck in der Strömungsrichtung, kommt es zu einer schlagartigen Kondensation (Implosion) der Dampfblasen.
Die Implosion kann zu einer Leistungsminderung in der Förderhöhe, zu unruhigen Laufeigenschaften, zum Abfall des Wirkungsgrades, zu Geräuschen und Materialabrieb im Pumpeninneren führen.
Kleine Explosionen verursachen durch Ausdehnung und Zusammenfall (Implosion) kleiner Luft-/Dampfbläschen in den Bereichen eines höheren Druckes (z. B. am Pumpenausgang) Druckschläge, die einen Abrieb bzw. eine Zerstörung des umliegenden Materials verursachen. Geräusche in der Pumpe oder in der Rohrleitung können auf Kavitation hinweisen.

Kavitation in einer Kreiselpumpe wird durch den Zulaufdruck (NPSH-Wert > Net Positive Suction Head) definiert. Dieser gibt die Zulaufhöhe an der Saugseite der Pumpe an, den jede Pumpe je nach Bauart benötigt, um kavitationsfrei zu arbeiten. Gemeint ist der Druck, der benötigt wird, um die Verdampfung der Flüssigkeit zu verhindern und im flüssigen Zustand zu halten. Der Dampfdruck ist in einer Dampfdrucktafel aufgeführt.

Vermeidung von Kavitation
Kavitation in einer Kreiselpumpe wird vermieden, wenn die Flüssigkeit mit einer bestimmten Zulaufhöhe zugeführt wird. Diese Mindestzulaufhöhe ist abhängig von der Temperatur und dem Druck in der Förderflüssigkeit.
Weitere Möglichkeiten zur Vermeidung von Kavitation:
  •  Erhöhung des statischen Druckes
  •  Senkung der Medientemperatur (Reduzieren des Dampfdruckes PD)
  •  Auswahl einer Pumpe mit geringerer Haltedruckhöhe (Mindestzulaufhöhe, NPSH)
Im Prinzip ist die Erosionskorrosion in Rohrleitungen, vor allen Dingen an Verbindungsstellen und nicht entgrateten Rohrenden, auch eine Folge von Kavitation.
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1. Druck auf der Saugseite
2. Druckverlauf
3. Atmosphärendruck
4. Saugstutzen der Pumpe
5. Dampfdruck
6. Druckstutzen der Pumpe
7. Vakuum
8. NPSH
9. NPSHerf
Quelle: GRUNDFOS GmbH
Kavitationskorrosion

Durch eine sehr hohe Fließgeschwindigkeit mit gleichzeitiger Druckminderung, so z. B. in Rohrverengungen (nicht entgratetes Rohr, schlecht hergestellte Rohrabzweigungen), können Mikroblasen entstehen. Derartige Bedingungen gibt es auch am Pumpenlaufrad und in den Armaturen. Aber auch in den neuartigen Fittings von Steck- und Presssystemen findet man die Querschnittsverengungen.

Diese Mikroblasen aus Luft und Dampf, deren Bildung sich in nicht entlüftetem Wasser steigert, können aufgrund des Phänomens der Hohlraumbildung implodieren. Diese Kavitation führt zum Abtrag es Materials an diesen Stellen.

 

Quelle: CALEFFI ARMATUREN GmbH
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Besonders bei Anlagen mit hohen Flüssigkeitstemperaturen (thermischen Solaranlagen, Anlagen mit Warmluftgeräten oder Konvektoren) ist es wichtig, dass der Anschluss des Ausdehnungsgefäßes an der Saugseite der Pumpe angeordnet ist, damit der Nullpunkt der Anlage in diesem Bereich liegt. Eine Kavitation kann aber auch, z. B. in selbstgebauten Solaranlagen, durch zu hohe Fließgeschwindigkeiten auftreten, wenn die Rohr- und Armaturenquerschnitte zu klein gewählt bzw. nicht richtig berechnet wurden.

Die Haltedruckhöhe (HH bzw. NPSH > Net Positive Suction Head) ist ist von der Bauart der Pumpe und wird von den Herstellern als Kurve im Kennliniendiagramm der Pumpe dargestellt. Ein wichtiger Faktor ist die Pumpendrehzahl.

Bei unveränderter Bauform ergeben sich
Hohe Drehzahl >
Hohe Haltedruckhöhe
Niedrige Drehzahl >
Niedrige Haltedruckhöhe
hohe Temperatur >
Hohe Haltedruckhöhe

Um Unsicherheiten bei der Auslegung des Betriebspunktes zu berücksichtigen, sind diese Werte mit einem Sicherheitszuschlag von 0,5 m bei der Auswahl der Pumpe einzurechnen.
Für die Haltedruckhöhe HH darf bei der Haltedruckhöhe HH eine Mindestkavitation eingerechnet werden:

  • Die Förderhöhe der Pumpe im Nennpunkt um 3 % reduziert
  • Keine die Funktion und Lebensdauer beeinträchtigende Werkstoffzerstörungen auftreten lässt.

Bei der zulässigen Kavitation können immer noch Kavitationsgeräusche auftreten, die aber zum Teil als störend empfunden werden. Je höher die Temperatur, desto gößer die Gefahr der Kavitation.

Durch einem Zuschlag von ca. 1 bis 5 m auf die errechnete Mindestzulaufhöhe, kann die Restkavitation beseitigt werden. Dieser Zuschlag ist abhängig von der Drehzahl und vom Betriebspunkt der Pumpe.

 
Der NPSH-Wert gibt die (Netto)energiehöhe im Eintrittsquerschnitt der Pumpe an. Also die absoluten Energiehöhe abzüglich der Verdampfungsdruckhöhe. Dabei ist die Verdampfungsdruckhöhe mit dem Verdampfungsdruck zu berechnen, der zu der im Eintrittsquerschnitt der Pumpe vorhandenen Temperatur gehört.

Der vorhandenem NPSH-Wert (NPSH-Wert der Anlage) ergibt sich aus dem vorhandenen Förderstrom und der geförderten Flüssigkeit in einer Anlage. Die erforderliche NPSH ist der kleinste Wert, bei dem eine bestimmtes Kavitationverhalten eingehalten wird und es nicht zu Kavitationsabrieb, Dampfblasenausbreitungen, Schwingungen, Geräuschen und zum Abfall der Förderhöhen kommt.

pe Druck im Eintrittsquerschnitt der Anlage
pb Luftdruck
pD Dampfdruck des Fördermediums vor dem Eintrittsquerschnitt der Pumpe

r Dichte des Fördermediums vor dem Eintrittsquerschnitt der Pumpe

g Örtliche Fallbeschleunigung
ze geodätische Höhendifferenz zwischen Eintrittsquerschnitt der Anlage und Bezugsniveau; das negative Vorzeichen gilt, wenn das Bezugniveau oberhalb des Flüssigkeitsspiegels liegt
Hv Verlusthöhe, resultierend aus den Druckverlust der saugseitigen Anlage
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NPSH Wert einer Anlage - ausführlich - Anton Schweizer
Berechnen des NPSH-Wertes - Anton Schweizer
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