Arbeitskräftemangel / Personalmangel

Geschichte der Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Solartechnik
Abkürzungen im SHK-Handwerk
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Fachkräftemangel

Oft wird der Begriff "Fachkräftemangel" in den Vordergrund gestellt, aber in vielen Fällen handelt sich um einen Arbeitskräftemangel bzw. Personalmangel. Es fehlen nicht nur Ingenieure, Programmierer, Meister und Techniker. Genauso gibt es einen Mangel an Menschen mit geringen Qualifikationen, die für das Funktionieren des Wirtschaftslebens notwendig sind. Diese Arbeitskräfte sind also auch "Fachkräfte".
Leider werden Menschen ohne formalen Bildungsabschluss, An- und Ungelernte, aber auch die sog. "Bildungsfernen" oder "Lernungewohnten", diskriminiert. Aber ohne diese Arbeitskräfte können die Fachkräfte nicht produktiv arbeiten.

In dem Erwerbsleben wird der Begriff "nicht formal Qualifizierte" verwendet. Damit werden erwerbsfähige Personen bezeichnet, die keine duale oder schulische Berufsausbildung bzw. kein Fachhochschul- oder Hochschulstudium (oder gleichwertigen Abschluss) abgeschlossen haben. Diese Personen können keine erfolgreiche zertifizierte Teilnahme an formalen standardisierten, staatlich geregelten oder anerkannten Bildungsgängen vorweisen. Auch Personen mit Anlernausbildung, beruflicher Grundbildung oder mit einem Praktikum gelten nicht als formal qualifiziert. Schüler, Studierende, Auszubildende, Wehr- und Zivildienstleistende, Personen in Maßnahmen der beruflichen Fort- und Weiterbildung und Umschulung werden nicht dieser Personengruppe zugeordnet.


In einer Analyse der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) werden nur Personen im erwerbsfähigen Alter betrachtet, die im jeweiligen Befragungsjahr zwischen 25 und 64 Jahre alt waren (das heißt, die die Ausbildungsphase abgeschlossen hatten). Unter die Gruppe der Geringqualifizierten fallen Nach einer eigener Zusammenfassung der "Internationalen Standardklassifikation von Bildung aus dem Jahr 1997" (ISCED) werden Personen in folgend Gruppen eingestuft:

Geringqualifizierte sind Personen ohne Berufsabschluss mit Hauptschul- und Realschulabschluss 5 sowie Personen, die noch zur Schule gehen oder diese ohne Abschluss verlassen haben.
Mittelqualifiziert sind Personen mit einer Berufsausbildung oder einem (Fach-)Abitur als höchstem erreichten Bildungsabschluss.
Hochqualifizierte sind Personen mit höherer Berufsausbildung z. B. einem Meisterabschluss, Technikerabschluss oder abgeschlossener (Fach-)Hochschulbildung.



Geringqualifizierte in Deutschland
Beschäftigung, Entlohnung und Erwerbsverläufe im Wandel

Werner Eichhorst, Paul Marx, Tanja Schmidt, Verena Tobsch, Florian Wozny, Carolin Linck -
Bertelsmann Stiftung

Die Gruppe der An- und Ungelernte ist ein ungenutztes Fachkräftepotenzial. Auch Menschen mit Migrationshintergrund sind häufig unter den An- und Ungelernten zu finden. Eine Fort- oder Ausbildung hat nicht nur einen großen Einfluss auf die individuellen Lebensumstände, sondern auch auf den Erfolg von Unternehmen, auf das gesamtwirtschaftliche Wachstum und damit auf den gesellschaftlichen Wohlstand. Bildungsabschlüsse haben nicht nur eine große Bedeutung für den Eintritt in den und den Erfolg auf dem Arbeitsmarkt, sondern qualifizierte Fachkräfte sind besonders wichtig für die Wirtschaft.
Da die Gruppe der An- und Ungelernten sehr verschiedenartig ist, ist es notwendig, differenzierte Maßnahmen zur Qualifizierung und Arbeitsmarktintegration zu entwickeln. Nur so kann man an den jeweiligen Voraussetzungen anknüpfen und den spezifischen Bedürfnissen gerecht werden. Die Spanne der Handlungsfelder reicht dabei von der Prävention über die Qualifizierung bis hin zur Anerkennung bereits erworbener Kompetenzen. Dazu gehören auch ausländische Berufsqualifikationen der Zuwanderer. Wichtig sind hier staatliche Förderungen und berufsbildende Maßnahmen.

Differenzierte Maßnahmen zur Qualifizierung und Arbeitsmarktintegration:
Prävention (Lernförderung) muss im frühkindlichen und schulischen Bereich ansetzen, um die Zahl der Schulabbrecher/-innen zu verringern. Ziel sollte es sein, Schüler und Schülerinnen stärker individuell zu fördern, um auf diesem Wege auch die Startchancen von Kindern aus bildungsfernen Familien zu verbessern.
Die Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen kann zum einen durch Maßnahmen im Vorfeld der Berufswahl verringert werden, u. a. durch bessere Berufsberatung und -orientierung. So kann der Anteil an Jugendlichen verringert werden, die erst im Laufe der Ausbildung merken, dass sie den falschen Beruf gewählt haben. Zum anderen ist eine Unterstützung von gefährdeten Jugendlichen während der Ausbildung sinnvoll (z. B. im Betrieb durch intensivere Betreuung, in der Berufsschule durch zusätzlichen Unterricht).
Der (nachträgliche) Erwerb eines formalen Berufsabschlusses eröffnet neue Beschäftigungsperspektiven. Da An- und Ungelernte jedoch häufig negative Lernerfahrungen gemacht haben und lernentwöhnt sind, ist eine modulare Nachqualifizierung z. B. über Ausbildungsbausteine für Jugendliche oder zertifizierte Teilqualifikationen für Erwachsene hilfreich. Für Personen mit familiären Verpflichtungen kann eine Ausbildung in Teilzeit sinnvoll sein.
Die Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen und die zielgerichtete Beseitigung von möglichen Qualifikationsdefiziten kann dazu beitragen, dass Migranten, die bisher an- und ungelernt tätig waren, wieder in dem Beruf arbeiten können, den sie im Ausland erlernt haben.
Die staatliche Förderung, um An- und Ungelernte zu qualifizieren, sollte transparenter gestaltet werden, damit Individuen und Unternehmen, die ihre gering qualifizierten Mitarbeiter weiterbilden möchten, schneller das passende Förderprogramm finden. Auch eine unabhängige Weiterbildungsberatung, die individuell berät und nicht nur informiert, kann Geringqualifizierten helfen, ein passendes Angebot zu finden.
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Berufsbildungsforschungsnetz (AG BFN)

Berufsbildung für Geringqualifizierte - Barrieren und Erträge
Britta Matthes | Eckart Severing, Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB)

Der Fachkräftemangel ist nicht flächendeckend und es sind nicht alle Berufe und Regionen betroffen. Aber in einigen Berufen gibt es Fachkräfte-Engpässe und die gibt es inzwischen im ganzen Bundesgebiet. Besonders betroffen sind Berufe aus dem Handwerk, der Metall- und Elektroindustrie sowie dem MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Auch in einigen Gesundheitsberufen. Besonders in der Alten- und Krankenpflege gibt es schon sehr lange Engpässe und einen flächendeckenden Fachkräftemangel.
Nicht nur Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung fehlen, auch Spezialisten mit Meister- oder Bachelorabschluss und Experten in bestimmten Berufsgruppen mangelt es zunehmend.

Zu den von Fachkräfteengpässen besonders betroffenen Bereichen zählen unter anderem:

  • Handwerk und technische Berufe: Elektroinstallation und -montage, SHK-Installationstechnik, Zerspanungstechnik, Kunststoffverarbeitung, Rohrleitungsbau, Schweißtechnik, Maschinenbau.
  • Medizin und Pflege: Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege.
  • Akademische Berufsgruppen in den Bereichen Medizin, Ingenieurwesen im Maschinen- und Fahrzeugbau, Bauwesen, Verwaltung, Elektrotechnik, IT und Softwareentwicklung und Programmierung.

Der Fachkräftemangel auf dem Bau wird zunehmend zum Problem für den Wohnungsbau. Der Mangel erzeugt Kapazitätsengpässe in der Bauwirtschaft, was neben dem Mangel an Bauland zu einem schleppenden Neubau von Wohnraum führt.


DIHK-Fachkräftereport 2021
DIHK | Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.

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Fachkraft

Im Allgemeinen nennt man eine Person, die ihre Berufsausbildung erfolgreich absolviert und sich dadurch spezielle Fachkenntnisse angeeignet hat, eine Fachkraft. Ein anderer Begriff ist "Facharbeiter". Dabei handelt sich um eine Person, die einen gesetzlich anerkannten Abschluss (z. B. Anlagenmechaniker, Mechatroniker, Industriekaufmann) haben. Eine Fachkraft muss nicht unbedingt eine gesetzlich anerkannte Ausbildung haben, ist jedoch zumindest fachspezifisch intensiv an- und eingelernt, oder es gibt für diesen Tätigkeitsbereich überhaupt keinen gesetzlich anerkannten Abschluss. Dazu reichte es in der Vergangenheit, eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung zu haben oder in einer entsprechenden Position angestellt zu sein. Hier werden auch andere Begriffe (z. B. Fachmann, Experte, Spezialist, Sachkundiger, Sachverständiger, Konstrukteur und Profi) verwendet.
In den letzten Jahrzehnten geht der Trend immer mehr in Richtung (Fach)Hochschul- und Universitätsabschlüssen. Aber es gibt unzählige weitere Optionen zur Weiterbildung und Qualifizierung, die dafür sorgen, dass sich ausgebildete Fachkräfte in bestimmten Bereichen (z. B. Arbeitssicherheit, Brandschutz, Metaltechnik, Logistik, Pflege, Telekommunikation, Informationstechnologie, Groß- und Außenhandel) spezialisieren und somit von der Konkurrenz abheben.

In allen Bereichen des Arbeitswelt gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Auswahl an anerkannten Spezialisierungen ist umfangreich. Es gibt auch andere Qualifikationen, die eine Fachkraft auszeichnet, die man sich in Kursen, Seminaren oder Workshops aneignet.

Berufe mit Zukunft: Diese Jobs sind in Zukunft gefragt
- Nils Warkentin, Karrierebibel.de

Skills

In jeder Branche sind bestimmte Skills (Fertigkeit, Fähigkeit, Können) und Kompetenzen notwendig. Diese sind besonders bei einer Bewerbung als Fachkraft von großer Bedeutung. Hierbei ergänzen die weiche Fähigkeiten (Soft Skills1) die harten Fähigkeiten (Hard Skills2). Je tiefer oder individueller die zusätzlichen Kenntnisse im selben oder auch in einem ganz anderen Bereich sind, desto mehr hebt sich ein Bewerber von den anderen ab.
1 Soft Skills sind eine Vielzahl an persönlichen Werten, Charaktereigenschaften, individueller Fähigkeiten und sozialen Kompetenzen von Mitarbeitern und Führungskräften. Dabei werden die Kooperation und die Motivation innerhalb eines Unternehmens durch die Soft Skills des Einzelne positiv beeinflusst. Zwischen Soft Skills gibt es zwar eine große Überschneidung, aber die Soft Skills gehen aufgrund der individuellen Fähigkeiten und der personenbezogenen Eigenschaftsdimensionen darüber hinaus.
Soft Skills sind fachübergreifende Schlüsselkompetenzen bzgl. des zwischenmenschlichen Umgangs mit Kollegen und Vorgesetzten, d.h. egal in welcher Branche du arbeitest, du brauchst gewisse Soft Skills, wie z. B. Flexibilität brauchst du in der IT-Branche genauso, wie im Marketing.

2 Hard Skills sind fachliche Kompetenzen und Fähigkeiten, die man erlernen kann. Sie sind greifbar und messbar. Deswegen werden sie als die harten Fähigkeiten bezeichnet. Diese Fachkompetenzen erlernst man bereits in der Schule, wie z. B. Lesen, Schreiben und Rechnen. Dabei stellt die Schule eine Grundausbildung dar, in der man die Basisfähigkeiten lernt. Dazu zählt auch z. B. das Erlernen von Sprachen oder das Absolvieren eines Computerkurses. Durch eine Berufsausbildung, ein Studium und/oder praktische Erfahrungen werden diese Basisfähigkeiten erweitert und ergänzt. Diese werden durch den Erwerb von Zeugnissen und Zertifikaten belegt. Somit setzen sich Hard Skills aus Basisfachkompetenzen aus der Schule, aus Kernkompetenzen von einem Studium oder von einer Ausbildung und aus Zusatzqualifikationen wie Schulungen, Zusatzkursen oder Weiterbildungen zusammen. Diese werden stets durch weitere Praxiserfahrungen im Beruf fortlaufend in deinem Berufslebens ergänzt.
Quelle: JobTeaser

Fähigkeiten sind geistige, praktische Anlagen, die angeborenen oder konkreten erlernten Fertigkeiten, die man benötigt, um eine bestimmte Arbeit gut zu erledigen. Abhängig von der jeweiligen Position reichen sie von Buchführung und Programmierung bis hin zu Schweißen oder der Erstellung von Ausschreibungen. Aber man muss auch hier zwischen Fachwissen und sozialen Fähigkeiten unterscheiden. Fachwissen beruht auf messbare fachliche Fähigkeiten, die eine Fachkraft durch ihre speziellen Qualifikationen und Berufserfahrungen nachweist. Die sozialen Fähigkeiten haben keinen fachlichen Bezug und sind leider oft in speziellen Berufsfeldern nicht unbedingt gefragt. So sind z. B. Computerprogrammierung oder Fremdsprachenkenntnisse und soziale Fähigkeiten z. B. Zeitmanagement oder verbale Kommunikation notwendig.

Kompetenzen sind Kenntnisse und Verhaltensweisen, die ein Mensch in seinem Leben erlernt und die ihm zur Verfügung stehen. Dies schließt alle Wissensbestände und Denkmethoden, ein individuelles Vermögen an Kompetenz, Befähigung und Potenzial ein. Das sind also Kenntnisse und Verhaltensweisen, durch die eine Person in einem Job erfolgreich ist. Dazu zählen z. B. strategische Planung und datenbasierte Entscheidungen. Methodische Kompetenzen zeigen, wie eine Person durch ihr Verhalten in ihrer Position die gewünschten Ergebnisse erzielt. Genau wie bei den Fähigkeiten und Skills gibt es auch verschiedene Arten von Kompetenzen. Hierzu zählen persönliche Kompetenzen, soziale Kompetenzen wie auch Ihre Kernkompetenzen. Diese beschreiben Attribute, die ein erfolgreicher Mitarbeiter*in benötigt, um sich von Kollegen*in abzuheben.

Skills in der Bewerbung - Welche Branche braucht welche Fähigkeiten? - JobTeaser
Soft Skills: Liste Top10 + 30 Beispiele und Training - Jochen Mai, Karrierebibel.de

Hinweis! Schutzrechtsverletzung: Falls Sie meinen, dass von meiner Website aus Ihre Schutzrechte verletzt werden, bitte ich Sie, zur Vermeidung eines unnötigen Rechtsstreites, mich umgehend bereits im Vorfeld zu kontaktieren, damit zügig Abhilfe geschaffen werden kann. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis: Das zeitaufwändigere Einschalten eines Anwaltes zur Erstellung einer für den Diensteanbieter kostenpflichtigen Abmahnung entspricht nicht dessen wirklichen oder mutmaßlichen Willen. Die Kostennote einer anwaltlichen Abmahnung ohne vorhergehende Kontaktaufnahme mit mir wird daher im Sinne der Schadensminderungspflicht als unbegründet zurückgewiesen.
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