Geothermie
Geothermie
Erdw%E4rmesonden
Aqua-W%E4rmetauscher
Fl%E4chenkollektor
Fl%E4chenkollektor
Fl%E4chenkollektor
Brunnen
Tiefenbohrungr
Brunnen werden aus zwei verschiedenen Gründen gebaut. Einerseits gibt es den Brunnen zur Wasserförderung zur Trinkwasser- oder Brauchwassernutzung (WC-Spülung, Gartenbewässerung) und andererseits werden Brunnen zur Nutzung der Geothermie (Förderbrunnen-Schluckbrunnen, Tiefenbohrung) gebraucht. Für den Brunnenbau gibt es den Beruf der Brunnenbauer/in.
Ein Wasserbrunnen ist eine Aushöhlung oder eine Struktur, die im Boden geschaffen wird, um auf Grundwasser in den Grundwasserleitern (Aquifer) zuzugreifen. Ein Brunnen kann auch eine Ergänzung zur Regenwassernutzung darstellen, um "Trockenzeiten" zu überbrücken.
Das Bohren oder Spülen von Brunnen, die das Grundwasser berühren oder beeinflussen, ist bei der unteren Wasserbehörde anzeigepflichtig. Eine Genehmigung und die Erlaubnis für die Inbetriebnahme für den Brunnen muss nicht eingeholt werden. Es besteht nur eine Anzeigepflicht. In den Bundesländern sind die Bedingungen für den Bau eines Grundwasserbrunnens unterschiedlich geregelt. Es gibt aber auch Ämter, die geben ihre Erlaubnis erst, wenn ein entsprechendes Gutachten vorliegt. Die Behörde kann auch darüber Auskunft geben, in welcher Tiefe Grundwasser ansteht, welche Qualität es hat und wozu es verwendet werden kann.
Für die öffentlichen Wasserversorgungsanlagen ist der Wasserversorger durch gesetzliche Auflagen verpflichtet, die Anlagen regelmäßig durch Sachverständige, Gutachter und/oder ein eigenes Labor  auf den hygienischen und technischen Zustand zu überprüfen zu lassen bzw. zu überprüfen. Bei der Eigenwasserversorgung (Einzelwasserversorgungsanlage) ist der Betreiber für den technischen und hygienischen Zustand und die Qualität seines Trinkwassers verantwortlich.
Ein Brunnen, der für eine Trinkwassernutzung betrieben werden soll und dessen Wasser an Zweite und Dritte weitergegeben wird, sollte immer von einer konzessionierten Fachfirma errichtet werden. Diese sind in der Lage, den Brunnen fachgerecht zu planen, zu bohren und und die Technik zu installieren. Außerdem übernehmen sie auch die Gewährleistung.

Die richtige Brunnenart zur Wasserförderung (Kleinbrunnen) hängt von folgenden Faktoren ab

  • Beschaffenheit des Untergrundes
  • Gewünschte Fördermenge
  • Nutzung des Wassers (Trinkwasser, Brauchwasser, Mineralwasser)
  • Tiefe des Grundwasserleiters (Aquifer)
Das Brunnenwasser kann durch eine elektrische Tauchpumpe, Handpumpe, vertikale Turbinenpumpe oder mechanische Pumpe (z.B. Wasserpumpenwindmühle) gefördert werden. Aber auch ein mechanisches oder eigenhändiges Schöpfen mit einem Behälter (z. B. Eimer) ist möglich.
Die Brunnenarten werden nach der Art der Herstellung eingeteilt.

Schachtbrunnen

Quelle:
Ein Schachtbrunnen ist den meisten als typischer Brunnen bekannt. Er wird auch heutzutage noch als Brunnen für die Gartenbewässerung genutzt. Bei Fertigteilschachtbrunnen werden Schachtringe bis maximal 6 Meter abgesenkt. Bei der Ortbetonbauweise erfolgt ein stufenweises Ausbetonieren des zylindrischen Raumes.
Die Abteufung in die Grundwasser führende Schicht kann als vertikale Schachtung oder durch eine Sprengung erfolgen. Wenn das Bodenmaterial es zulässt, kann auf einen stabilisierenden Ausbau des Brunnens verzichtet werden. Ansonsten werden Brunnenringe oder ein gemauertes Ziegelmauerwerk verwendet. Genügend groß ausgelegt wirkt der Schacht als Wasserspeicher.
Für die Trinkwassergewinnung wird er nicht mehr genutzt.
Vorteile:
- In Gegenden mit wenig Grundwasser wird dieser Brunnen gebaut und genutzt werden, da er durch die große Sammelfläche im Schacht für diese Gegebenheit gut geeignet ist
- Er wirkt sehr dekorativ (oft steht auch nur ein Brunnenkopf im Garten)
Nachteil:
- Für den Bau ist viel Material und Aufwand notwendig
 
 
Schlagbrunnen - Rammbrunnen
Quelle:

Der Schlagbrunnen (Rammbrunnen) kommt hauptsächlich dort zum Einsatz, wo Menschen einen Brunnen für die private Versorgung nutzen wollen. Das Grundwasser darf nicht tiefer als 7 m und der Boden muss leicht zu durchdringen sein. Der Brunnen wird durch das Einschlagen (Rammen) oder Einpressen eines Rohres mit einem geringem Durchmesser (< DN 80) in den oberflächennahen Grundwasserleiter hergestellt. Da mit dieser Brunnen nur eine geringe Wassermenge gefördert werden kann und die Lebensdauer begrenzt ist, wird er heute nur noch selten verwendet.

Mithilfe eines Stahlrohres mit einem spitzen Ende wird der Schlagbrunnen angelegt. . An der Spitze befindet sich außerdem ein Rammbrunnenfilter. Dieses Stahlrohr wird dann in die Erde gerammt, bis die Wasserschicht erreicht ist. Danach wird über eine Pumpe, die elektrisch oder manuell (Hebel) betrieben wird, Wasser gefördert. In der Regel ist dieser Brunnen nicht für die Trinkwassergewinnung geeignet.
Vorteile:
- Günstige, einfache und schnelle Art, um einen Brunnen anlegen zu lassen
Nachteil:
- Grundwasserspiegel darf nicht tiefer als 8 Meter sein
 
 
Bohrbrunnen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle:

 

 

Artesischer Brunnen
Ein Bohrbrunnen kann große Wassermengen aus nahezu jeder Tiefe fördern. Die Herstellung erfordert schweres Gerät, wobei der Mindestdurchmesser meist erst bei über 10 cm anfängt. Mit dem Brunnen wird das Wasser aus tiefen Schichten (Tiefenwasser) gefördert. das durch die vielen Erdschichten besonders gefiltert wird und daher in den meisten Fällen eine gute Qualität hat. Er wird ab ca. 20 m) angewandt und   besteht aus einem Filterrohr mit Filterkies und Förderrohrleitung.
Bei den Bohrbrunnen unterscheidet man zwischen
  • Vertikalfilterbrunnen
  • Horizontalfilterbrunnen
  • Artesische Brunnen
Bei dem Vertikalfilterbrunnen wird das Bohrloch senkrecht in die Tiefe eingebracht. Im Gegensatz zum Schachtbrunnen eignet er sich zur Entnahme von Wasser aus verschiedenen wasserführenden Bodenschichten. Das heißt, dass durch den Ausbau der Bohrung mit Filter- und Vollrohren das  Wasser aus den gewünschten Schichten entnommen werden kann. Dadurch kann das Wasser aus Tiefen von mehreren 100 m in große Mengen gefördert werden.
Bei den Horizontalfilterbrunnen sind die Filterrohre waagerecht in den wasserführenden Schichten eingebracht, die in einen Sammelschacht münden. Sie werden hauptsächlich zur Förderung großer Wassermengen verwendet.

Vorteil:
- Kann Tiefenwasser fördern, das besonders gut gefiltert ist

Nachteile:
- Nur mit schwerer Bohrgerät zu erstellen
- Undichte Fassungen können schnell zu erhöhten Belastungen führen

Der artesische Brunnen wird durch eine Bohrung in den Grundwasserleiter abgeteuft. Diese Leiter haben einen Druckspiegel über Geländeoberfläche (gespannt) und dadurch ein artesisches (freies) Überlaufen des Grundwassers. Der Druck entsteht durch die bestimmte Position der beiden Schichten (Schräg- oder Senklage). Damit das Wasser nicht frei ablaufen kann, wird es durch eine Absperrvorrichtung entnommen werden

 
 
Spülbrunnen
Quelle:

Ein Spülbrunnen wird das Loch förmlich in den Boden gespült. Hier wird das Bohrloch mit einer Spezialpumpe und Spüllanze durch Wasserdruck erzeugt. Das dabei hervorgespülte Erdreich gibt Aufschluss darüber, in welcher Erdschicht man sich gerade befindet. Ist die wasserführende Kiesschicht erreicht, so ist dies in der Regel die richtige Tiefe, um einen Kunststofffilter an einer Steigleitung hinabzulassen.

Vor dem Spülvorgang sollte mit einem Erdbohrer vorgebohrt werden. Dadurch kann der Spülfilter einfacher in das Erdreich eingebracht werden. Der Spülfilter (Spüllanze) wird mit hohem Wasserdruck in die Erde gespült. Die Wassermenge und die Höhe des Wasserdrucks ist von der Art des Bodens und von seinem Verfestigungsgrad abhängig. Durch das Wegspülen der Sande und Kiese aus der Umgebung der Spülspitze wird sie weiter nach unten gedrückt werden. So rechnet man z. B. bei lockerem feinen Sand mit 4 bar Spülwasserdruck und bei festem feinen Sand mit 8 bar.

Vorteil:
- Bei vielen Bodenbeschaffenheiten ist die Spülmethode gegenüber den anderen Bohrmethoden vorteilhafter
Nachteil:
- Der Spülbrunnen im Vergleich zu anderen Brunnenbauarten teurer
 
 
Ziehbrunnen
Ziehbrunnen mit Seilwinde
Die Ziehbrunnen gehören zu den ältesten Schöpfeinrichtungen. Sie erleichtern den Wassertransport aus dem Brunnenschacht. In Mitteleuropa wird eine Ziehvorrichtung verwendet, bei der ein Seil oder eine Kette auf einem kleinen Rundholz aufgewickelt wird. Die Arbeit wird durch Räder, Seile und Zugtiere (Esel, Büffel, Kamele) erleichtert. Bei größeren Wassermengen, z. B. zum Tränken von Viehherden wird das Wasser durch einen Schwingbaum, z. B. bei Brunnen im gesamten Steppengürtel Eurasiens, verwendet. Neben dem Einsatz der Hebelwirkung über den Schwingbaum erleichtern Gegengewichte die Arbeit.
Ziehbrunnen mit Schwingbaum
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Quellen

Quellen sind Stellen an denen das Grundwasser natürlich an die Geländeoberfläche austritt. Diese meistens eng begrenzten Orte können  natürlich sein oder technisch erschlossen werden. Das in den Boden bzw. das Gestein eindringende Wasser wird an einer schwer- bis undurchlässigen Schicht gestaut und fließt an dieser unterirdisch ab oder tritt zu Tage. Die vorhandenen morphologischen und hydrogeologischen Verhältnisse sind die Grundlage des Auftreten der Quellen.  Dabei sind die Lagerungsverhältnisse des Gesteins und die Tektonik (Aufbau der Erdkruste) bestimmend für die Art und den Umfang der Bewegung und Speicherung des Grundwassers. Wenn das fließende  oder gespeicherte Wasser nicht natürlich austritt, dann kann es durch Brunnen an die Erdoberfläche gefördert werden.

Die Art und die Ursache des Austreten des Grundwassers wird von dem jeweiligen hydrostatischen Druck beeinflusst. Hier unterscheidet man zwischen freiem Grundwasser, bei dem der Druck an der Grundwasseroberfläche dem atmosphärischem Druck entspricht, und gespanntes Grundwasser, bei dem  der Druck an der Grundwasseroberfläche ist größer als der atmosphärische Druck.
Quellenarten
Spaltquelle
Quelle: Österreichisches Normungsinstitut
Bei einer Spaltquelle (Höhlen-, Kluft-, Karst- oder Felsenquelle) tritt das Wasser aus einer im festen Gestein befindlichen Spalte auf natürlicher Weise an die Geländeoberfläche aus. Die Quellenfassung wird abhängig von den geologischen Gegebenheiten in einem "Stollen", "Graben" oder einer Quellstube durchgeführt.
Schichtquelle
Quelle: Österreichisches Normungsinstitut
Bei einer Schichtquelle tritt das Wasser an der Grenze zwischen einer durchlässigen und einer weniger durchlässigen oder undurchlässigen Schicht auf natürlicher Weise an die Geländeoberfläche aus. Bei dieser Quellenart können auch mehrere Austritte in der weiteren Umgebung vorhanden sein.
Überlaufquelle
Quelle: Österreichisches Normungsinstitut

Bei der Überlaufquelle tritt angestautes Wasser auf natürlicher Weise an die Geländeoberfläche aus. Das Wasser wird vor dem Quellaustritt an einer undurchlässige Schicht, die zur Geländeoberfläche ansteigt (Schwelle), so lange angestaut bis es überläuft.

Stauquelle - Artesische Quelle

Bei der Stauquelle (Artesische Quelle bzw. Brunnen) tritt das Wasser durch eine in der stauenden Schicht befindliche Öffnung bzw. Schwachzone aus. Das Wasser ist in dieser Schicht, in der gering- bzw. undurchlässige Schichten einen Grundwasserleiter überlagern, "gespannt" bzw. der Druck ist höher als der atmosphärische Druck. Das Wasser kann als dauerde Fontäne an der Geländeoberfläche austreten oder durch eine Absperrvorrichtung entnommen werden.

Quellfassung

Die Fassung einer Quelle wird in der Regel mit gelochten Kunststoffrohren durchgeführt. Diese liegen in einem Filter aus gewaschenem Kies mit abgestuften Korngrößen. In dem Fassungsbereich darf kein Oberflächenwasser eindringen und muss mit einer wasserundurchlässigen Schicht aus Lehm oder Beton abgedeckt werden. Damit das einsickernde Niederschlagswasser leichter abfließen kann, sollte die Abdeckung mit Gefälle aufgebracht werden. Danach wird das wieder eingebrachte Erdmaterial verdichtet.

Quellfassung - Schichtquelle
Quelle: SWG
Dabei ist auf eine gute Anbindung zum gewachsenen Boden zu achten. Außerdem sollte der Fassungsbereich wieder mit Gras bepflanzt  werden. Tiefwurzelnde Pflanzen dürfen in diesem Bereich nicht verwendet werden. Die Lage der Quellfassung ist im Gelände sichtbar zu kennzeichen, z. B. mit blau gefärbten Markierungen.
Von der Quellfassung gelangt das Wasser anschließend in den Sammelschacht. Dieser dient zum Sammeln bzw. Speichern von Wasser aus einer oder mehreren Quellen. Die Bauweise erfolgt in den meisten Fällen in Ortbeton-Ausführung. Bei Kleinanlagen kommen auch runde Quellstuben aus Kunststoff zum Einsatz. Der Sammelschacht besteht ein aus einem Absetzbecken (Sandfang), einem Entnahmebecken und einer begehbaren Trockenkammer (Trockeneinstieg). Jede Quelle sollte einzeln in den Sammelschacht eingeleitet werden, damit jede Quelle auf die Wasserqualität überprüft und das Wasser bei Verunreinigung abgeleitet werden kann.
Golfquelle
Quelle: TI Fichtelgebirge
Viele kleine Quellen werden nicht zur Trinkwassernutzung ver- wendet. Sie werden an der Austrittsöffnung besonders gestaltet und laufen frei in das Gelände ab.
 

 

Saalequelle
Quelle: TI Fichtelgebirge
Quellfassungen - Die Brunnenmeister
Sanierung von Quellfassungen - R & H Umwelt GmbH
Geysir
Der Geysir Strokkur ("Butterfass")
Quelle: Dietmar Schäffer - iceland.de
 
Kalter Geysir in Andernach
Quelle: Geysir.info gGmbH
Bei einem Geysir tritt das Wasser durch schwache und starke Eruptionen an die Geländeoberfläche aus. Diese können regelmäßig und unregelmäßig auftreten. Sie werden in heiße und kalte Geysire unterteilt.
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Die Voraussetzung für einen heißen Geysir sind ein Grundwasserleiter, eine Wärmequelle (Plume), ein Reservoir (Wasserspeicher- bzw. -kammer) und ein Leitungssystem mit Verengung zur Geländeoberfläche.
Das versickernde Wasser sammelt sich in einer Kammer (Reservoir) und wird durch die Wärme einer Magmakammer auf über 100 °C erhitzt. Der Druck der in dem Leitungssystem befindlichen Wassersäule verhindert eine Dampfbildung, die erst stattfindet, wenn der Siededruck überschritten wird. Die sich bildenden Dampfblasen steigen durch die Engstellen nach oben und drücken einen Teil der Wassersäule nach außen. In diesem Moment sinkt der Druck im Leitungssystem stark ab und das überhitzte Wasser geht schlagartig in Dampf über. Dadurch können Fontänen bis zu 83 m Höhe (Yellowstone-Nationalpark) entstehen. Die Eruptionshöhe ist hauptsächlich von der Form der Geysiröffnung abhängig.
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Ein "kalter" Geysir wird durch Kohlenstoffdioxid (CO2) aktiviert, das aus Magma-Vorkommen in großer Tiefe austritt. Das Gas trifft in mehreren hundert Metern unter der Erdoberfläche auf tiefe Grundwasserschichten. Durch den hohen Druck in diesem Bereich kann sich eine sehr große Menge an CO2 in dem rund 25 °C warmen Wasser lösen. Wenn der kritischen Punkt erreicht ist, an dem kein CO2 mehr gelöst werden kann, steigt das überschüssige Gas durch Risse und Klüfte im Gestein, die mit Wassergefüllt sind, nach oben. Aufgrund des geringer werdenden Druckes vergrößern sich die Gasbläschen, dehnen sich aus und verdrängen das Wasser nach oben. Diese Gasblasen reißen das Wasser mit sich in die Höhe und der Geysir bricht aus. Der Kaltwasser-Geysir in Andernach baut eine stetig höher wachsende Wasserfontäne auf, die in Spitzen schließlich bis zu 60 m Höhe erreicht.
 
 
Geschichte der Brunnen
Brauchbares Trinkwasser war schon immer die Grundlage des menschlichen Lebens. Es wurde aus Fließgewässern, Seen, Wasserlöchern oder aus Quellen entnommen.
Aus dem Mittelmeerraum sind Brunnen aus der Zeit um 8000 v. Chr. bekannt. So stammt z. B. der heute unter dem Meeresspiegel gelegene Brunnen von Atlit Yam (Israel) aus dem 6. Jahrtausend v. Chr. oder die ein wenig später in Mylouthkia auf Zypern angelegten Brunnen.
Die ersten Brunnen in Mitteleuropa wurden ca. 5600 und 4900 v. Chr. gebaut. Dadurch wurden die Siedlungen unabhängig von den oberirdischen Wasserstellen. Archäologen haben in Sachsen-Anhalt einen rund 7.500 Jahre alten hölzernen Kastenbrunnen aus der Jungsteinzeit freigelegt.

Archäologen des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland haben bei Merzenich-Morschenich (Kreis Düren) den bislang tiefsten aus der Jungsteinzeit stammenden Trinkwasserbrunnen Europas entdeckt. Hierbei handelt es sich um eine 7.100 Jahre alte Eichenkonstruktion.

 
 
 

Auch zur Nutzung der Geothermie werden verschiedene Brunnen eingesetzt.
Förder-(Saug-) und Schluckbrunnen
Die Grundlage für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe (W-W-WP) ist das Grundwasser, da dieses geringe Temperaturschwankungen ( 7 bis 12 °C) hat. Dadurch ist auch ein monovalenter Betrieb möglich. Diese Anlagen sind grundsätzlich durch die "Untere Wasserbehörden" genehmigungspflichtig.
Diese Anlagen benötigen einen Förderbrunnen bzw. Saugbrunnen und einen Schluckbrunnen. Für einen einwandfreien Betrieb ist eine bestimmte Wassermenge (Heizleistung der Wärmepumpe) mit brauchbarer Qualität und passender Temperatur notwendig.
Die Erschließung und der Wartungsaufwand dieses Systems ist gegenüber den Sole- und Luft-Wärmepumpen groß und es sind erhebliche Baumaßnahmen für den Förder- und Schluckbrunnen, Rohrleitungssystem, Brunnenkopf und Brunnenpumpe notwendig. Wenn die Wasserqualität nicht ausreichend ist, dann kann z.B. bei zu viel Eisen und Mangan in Grundwasser eine Verockerung der Brunnenanlage auftreten, was wiederum zum Totalausfall der Wärmepumpe führen kann. Danach musste die Anlage regeneriert oder neu errichtet werden. In vielen Fällen muss ein Wärmetauscher (Systemtrennung) eingebaut werden. Diese Brunnensysteme sind nur bis Tiefen von 20 m wirtschaftlich.
Saug-Schluckbrunnen-Anlagen
Quelle: Innocalor - MichaeI ViernickeI
Funktionsweise:
Das Grundwasser wird dem Förderbrunnen durch eine Brunnenpumpe entnommen. Dabei muss die Brunnenleistung muss eine Dauerentnahme für den minimalen Wasserdurchfluss der Wärmepumpe gewährleisten. Das Grundwasser wird nun zur Wärmepumpe geleitet, hier wird die Wärme entzogen. Das abgekühlte Grundwasser wird dem Schluckbrunnen, welcher in Grundwasserflussrichtung hinter dem Entnahmebrunnen gebohrt wurde, wieder zugeführt. Der Schluckbrunnen muss die gleich Wassermenge aufnehmen können wie dem Förderbrunnen entnommen wird.

 

Offene Anlagen werden in direktem Kontakt des Wärmeträgers mit dem Erdreich betrieben, wodurch sich die effektive Wärmetauscherfläche erheblich vergrößert und nahezu verlustfrei die Temperatur des Erdreich zur Verfügung gestellt werden kann. Dazu wird über einen Förderbrunnen Grundwasser gefördert und in einen Verpressbrunnen reinjeziert. Diese Anlage sind auch als "Hot-Dry-Rockverfahren" beruht auf diesem Prinzip. Hier ist die Verpressung ausreichend großer Volumen allerdings nicht immer zu realisieren.
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Eine Sonderform der Zirkulation zwischen zwei Brunnen ist die Zirkulation zwischen zwei übereinander gelegenen Filterstrecken im "Grundwasserzirkulationsbrunnen", der auch zur Dekontamination von verseuchten Untergründen eingesetzt wird. Der Druckausgleich in einem solchen System und andere konstruktive Merkmale verhindern chemische Reaktionsprozesse und Ausfällungsreaktionen.
GEOHIL-System im Aquifer
Geohil-Sytem
Quelle: Innocalor - MichaeI ViernickeI
Die Leistung eines Grundwasserzirkulationsbrunnen definiert sich im Wesentlichen aus der Grundwasserströmung und dem Kaliber der wassserführenden Schicht. Sie erfordert ab ca. 20 kW eine numerische Simulation zur sicheren Bestimmung der langfristigen Entzugsleistung.
Ist der Untergrund nicht stabil genug kann der Ringraum mit Kies verfüllt werden, muss dann aber durch Shunt-Rohre mit zusätzlichen Wegsamkeiten ausgerüstet werden, um den Volumendurchsatz zu gewährleisten. Gleichzeitig wird damit eine gleichmäßige Temperaturverteilung im Strömungsprofil des Ringraum erzielt und damit der Wärmeeintrag gesteigert. Diese Technologie wurde unter dem Namen "Geohil" entwickelt.
Das Geohil-System hat in Erweiterung zur Standing-Column-Well eine Verfüllung des Ringraum mit einem porösen Medium, in der Regel Kies, durch den die Bohrung dauerhaft stabilisiert wird und eine Durchmischung des absinkenden Mediums, und damit optimaler Kontakt zur Bohrungswand erzwungen wird.
Der hydraulische Widerstand des Kies erfordert den Einbau von zusätzlichen Rohren, die die Rücklaufströmung begünstigen. Die Wärmeisolation des Förderrohres steigert die effektive Wärmetauscher-Länge.
Ausbau der Geohil-Energiequellen, Dimensionierung von Teufe, Bohrkaliber, Umwälzrate und Filtern sind abhängig von den geologischen Verhältnissen und trotz zahlreicher bislang gebauter Anlagen weiter in der Erforschung. Während bislang mit Erfahrungswerten projektiert wurde, forschen wir in Berlin an den Grundlagen der Wärmeübertragung in offenen Erdwärmeanlagen, Simulationsverfahren und Optimierung der Anlagenkomponenten. Quelle: Innocalor

 

Standing Column Well
Quelle: Innocalor - MichaeI ViernickeI
Die Standing-Column-Wells sind eine in Amerika verbreitete Form der Erdwärmetauscher-Anlagen, bei denen in einem offenen Bohroch das abgekühlte Wasser im direkten Kontakt mit dem Erdreich in die Tiefe sinkt und erwärmt durch ein zentrales Förderrohr zu Tage gepumpt wird.
Diese Bauform ist an spezielle geologische Formationen gebunden, diese muss standstabil sein und darf nicht durch Lösung oder Abrieb vom zirkulierenden Medium angegriffen werden.

Durch die hydraulische Verbindung mit dem Wasser gesättigten Erdreich kann ein Teilentzug des zirkulierenden Wassers ("bleeding") erfolgen und die Entzugsleistung gesteigert werden

 

 

 

Energetische Konzepte - Innocalor - MichaeI ViernickeI
 
 
Tiefengeothermie - Tiefenbohrung
Mit den Systemen der Tiefengeothermie wird die geothermische Energie über Tiefenbohrungen erschlossen und kann direkt (ohne Niveauanhebung) genutzt werden.
Bei der Tiefengeothermie unterscheidet man
Schema für eine Dublette bei der hydrogeothermischen Nutzung
Quelle: Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik
Hydrothermale Systeme mit niedriger Enthalpie (Wärmeinhalt): Hier wird die im Untergrund vorhandene Flüssigkeit direkt oder über Wärmetauscher zur Verwendung in Nah- und Fernwärmenetzen, zur landwirtschaftlichen oder industriellen Nutzung oder für balneologische (therapeutische) Zwecke verwendet. Hiebei handelt es sich um Aquifere mit heißem (> 100 °C), warmem (60 -100 °C) oder thermalem (> 20 °C) Wasser. Ab 100 °C ist auch eine Verstromung möglich.
Hydrothermale Systeme mit hoher Enthalpie (Wärmeinhalt): Hier wird die im Untergrund vorhandene Flüssigkeit direkt oder über Wärmetauscher zur Verwendung von Dampf- oder Zweiphasensystemen zur Stromerzeugung verwendet. Diese Geothermie ist in Deutschland nicht (noch) nicht vorhanden, wird aber z. B. in Island flächendeckend verwendet.
Hydrothermale Geothermie - GtV - Bundesverband Geothermie e.V.
Quelle: GtV - Bundesverband Geothermie e.V.

 

Petrothermale Systeme: Hier wird in der Regel die Energie, die im Gestein in drei bis sechs Kilometern Tiefe gespeichert ist, genutzt. Energie, die im tiefen dichten Gestein eines Grundgebirge vorhanden ist, wird mit der  Hot-Dry-Rock -Technik (HDR) bzw. Enhanced Geothermal System (EGS) zur Stromerzeugung verwendet. Mit geschlossenen tiefen Erdwärmesonden wird im beliebigen Gestein die Enerbie zur  Wärmeversorgung eingesetzt.
Hydraulische und chemische Stimulationsverfahren (Enhanced Geothermal Systems - EGS) erzeugen Risse und Klüfte im Gestein. Dadurch wird die Wasserdurchlässigkeit erhöht oder erst geschaffen und es entsteht ein künstlicher Wärmetauscher. Durch die Injektionsbohrung wird unter hohem Druck Wasser in das Gestein eingepresst, wo es sich erhitzt und anschließend über die Förderbohrung wieder nach oben fließt.
Petrothermale Geothermie - GtV - Bundesverband Geothermie e.V.
Temperaturkarten Deutschlands unterschiedlicher Tiefen - Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik
 
 
 
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