Regenwassernutzung - Grauwassernutzung

Geschichte der Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Solartechnik

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Aufgefangenes bzw. gesammeltes Regenwasser und Grauwasser (aufbereitetes Abwasser) helfen wertvolles Trinkwasser (Grundwasser) zu sparen.

Normaler Kreislauf von Regenwasser

 

Kreislauf von Regenwasser bei versiegelten Flächen
Quelle: REWALUX Systeme zur Regenwassernutzung
Regenwasser ist Wasser aus atmosphärischem Niederschlag und haben einen Anteil von 0,3% der gesamten Wassermasse der Erde. Die Regenwassernutzung reduziert zwar nicht unbedingt den Wasserbedarf, aber der Trinkwasserbedarf wird reduziert und durch die Nutzung des Niederschlagswassers verringert sich der schnelle Oberflächenabfluss, was bei flächendeckender Nutzung die Hochwassergefahr erheblich reduzieren kann.
Bei einem normalen Kreislauf des Niederschlagswassers darf das Verhältnis "Verdunstung - Niederschläge - Versickerung" nicht unterbrochen werden.
Die Versiegelung der Böden durch Haus- und Straßenbau, sowie intensive Holznutzung mit der Verringerung von Mischwäldern reduziert die Neubildung von Grundwasser.
Zur Trinkwassergewinnung wird mehr Grundwasser gefördert als sich neu bilden kann. Auch führt der übermäßig große Oberflächenabfluß bei Starkregen vermehrt zu Hochwasser und Überschwemmungen.
In den Ballungsgebieten, geht das Grundwasservorkommen immer mehr zurück und der Wasserbedarf muss über Fernleitungen aus ländlichen Regionen gedeckt werden. Das hat eine massive Grundwasserabsenkungen mit ökonomischen und ökologischen Schäden zur Folge.
Die Wasserwerke müssen zunehmend Oberflächenwasser unter Aufwendung immer höherer Kosten zu Trinkwasser aufbereiten.
Wasserersparnis
Quelle: Speidel Tank- und Behälterbau GmbH
Mindestanforderungen für sichere Regenwasseranlagen im häuslichen Bereich
  •   Keine Regenwassernutzung von asbesthaltigen Dächern, Terrassen, Hof, oder sonstigen Verkehrsflächen (stark belastetes Oberflächenwasser).
  •  Nur Bauteile und Zubehör aus dauerhaft rostfreien Materialien verwenden (kein verzinktes Material).
  •  Regenwasserspeicher sollen bis zum maximalen Füllstand nur aus einem Teil gefertigt sein. Großbehälter können auch in Segmentbauweise oder Ortbeton nach Stand der Technik erstellt werden.
  •  Richtig dimensioniertes Speichervolumen, das ein mehrmaliges Überlaufen im Jahr sicherstellt (max. 6% vom jährlichen Regenertrag).
  •  Regenwasser lichtgeschützt und kühl (dieser Punkt ist noch nicht abschließend untersucht) lagern.
  •  Sicherung des Regenwasserspeichers vor Oberflächenwasser, Kanalrückstau und Tieren (z.B. Ratten aus der Kanalisation).
  •  Sicherung des Regenwasserspeichers vor Auftrieb.
  •  Drucklose Filtration des Regenwassers vor dem Speicher. (Vorzugsweise wartungsarme Filter verwenden, die keinen Schmutz ansammeln).
  •  Sichere Dachentwässerung, auch bei Störungen in der Regenwasseranlage. Beachtung der DIN 1986.
  •  Strömungsberuhigter Wasserzulauf im unteren Speicherbereich (ungestörte Sedimentation, Sauerstoffanreicherung des Lagerwassers, Klärfunktion).
  •  Speicherüberlauf mit ausreichend dimensioniertem Geruchsverschluß und angeschrägtem Auslauf zur Selbstreinigung des Speichers von Schwimmstoffen und fetthaltigem Oberflächenschmutz.
  •  Nur hochwertige und sparsame Hauswasserstationen (Pumpen) aus rostfreien Materialien verwenden, ohne undurchströmte Hohlräume.
  •  Regenwasserdruckleitungen nur aus Kunststoff oder Edelstahl (bei Kupfer besteht auf Grund des niedrigem ph-Wertes das Risiko von Korrosion).
  •  Keine ,,Feinfilter" in der Ansaug- oder Druckleitung (Gefahr der Verstopfung und Beschädigung der Pumpe).
  •  Keine direkte Verbindung zwischen Trink- und Regenwasserleitungen. Strikte Einhaltung der DIN 1988 bzw. DIN EN 1717.
  •  Dauerhafte Kennzeichnung der Rohrleitungen und Zapfstellen mit „Kein Trinkwasser“. Sicherung der Zapfstellen gegen unbeabsichtigte Nutzung.
Anlagen, die diese Mindestanforderungen einhalten, erreichen in der Regel eine Wasserqualität die der EU-Richtlinie für Badegewässer entspricht. Eine Verwendung dieses Wassers für Toilettenspülung, Gartenbewässerung, Wäschewaschen und Putzzwecke ist als unbedenklich anzusehen und gemäß der aktuellen Trinkwasserverordnung zugelassen. Quelle: Rewalux
Für die Planung und den Bau von Regenwassernutzungsanlagen ist seit 1.4.2002 die DIN 1989, Teil 1 gültig.
Planung und Bau von Regenwassernutzungsanlagen
Der technische Mindeststandard, der sich aus der Praxis und Untersuchungen der letzten Jahre ergeben hat und die Vorgaben, die in der DIN 1989 vorgegeben sind, sind die Grundlagen für den Bau und die Planung derartiger Anlagen in Neubauten als auch bei nachträglichen Installationen. Folgende Prinzipien sind grundsätzlich zu berücksichtigen:
  •  Nutzung von Ablaufwasser nur von geeigneten Dachflächen (keine Asbestdächer)
  •  kein Anschluß sonstiger versiegelter Flächen wie Balkone, Terrassen, Hof- oder Verkehrsflächen wegen möglicher massiver Verschmutzungen
  •  Gestaltung der Ableitungssysteme gemäß DIN 1986 (Gewährleistung der Gebäudeentwässerung auch bei Störfällen in der Anlage, keine Querschnittsverengungen, Entlüftung der Abwasseranlage)
  •  Feinfilterung des Wassers vor dem Speicher
  •  Gewährleistung der Funktionstüchtigkeit der 2. und 3. Reinigungsstufe im Speicher
  •  Sicherung des Speichers gegen Fremdschmutzeintrag und Wasseraustritt
  •  kurze und möglichst gerade Leitungsführungen
  •  Verwendung korrosionsbeständiger Materialien und hochwertiger, langlebiger Bauteile
  •  Ausschluß von Licht und hohen Temperaturen
  •  strikte Trennung von Trink- und Brauchwassersystem (DIN 1988); durchgängige Kennzeichnung aller Anlagenteile und Rohre als "Kein Trinkwasser"
Wasserersparnis
Quelle: Speidel Tank- und Behälterbau GmbH
Dachflächen, die z. B. durch regelmäßig starke Staubentwicklung in der unmittelbaren Umgebung oder einen Taubenschlag verschmutzt werden, sollten nicht genutzt werden. Bis auf einige Ausnahmen sind alle Dachmaterialien für das Auffangen von Regenwasser geeignet. Nicht bzw. eingeschränkt geeignet sind:
  •  Gras- oder Sedumdächer (Ablaufwasser gefärbt, nur für Gartenbewässerung)
  •  verwitterte Asbestzementdächer (stellen auch ohne Regenwassernutzung durch den hohen Faserabtrag eine Art von fahrlässiger Körperverletzung dar und sollten dringend saniert werden)
  •  Dächer mit frischer Bitumenbeschichtung oder dauerhaft elastischer Bitumenpappe (Anschluß an die Waschmaschine erst nach Ende der Farbstoff- und Geruchsabgabe an das Ablaufwasser)
  •  Metalldächer, außer Edelstahl, sind ungeeignet für die Nutzgartenbewässerung (Anreicherung von Metallionen im Boden und Gemüse
Das Ableiten des Wassers über Dachrinnen und Regenfallrohre muss auf dem kürzestem Wege erfolgen. Dabei dürfen keine Reste im Ableitsystem stehenbleiben ("Wassersäcke" in Dachrinnen). Die DIN 1986 ist zu beachten.
 
Die erste Reinigungsstufe sollte grundsätzlich vor dem Eintritt in den Speicher durch einen Filter (Maschenweite < 0,3 mm) stattfinden. Auf weitere Feinfilter nach dem Speicher kann bzw. sollte man verzichten, da diese durch die Strömungswiderstände oft die Lebensdauer der Pumpe herabsetzt und ein Bakterienwachstum am Filtereinsatz gefördert wird.
An das Filtersystem werden folgengende Anforderungen gestellt:
  •  Zuverlässiges Entfernen von groben und von kleinen Partikeln aus dem Dachablaufwasser
  •  Dauerhaft gute Filterwirkung mit geringen Wasserverlusten
  •  Kein Zusetzen, kein Verkeimen, kein Verpilzen, kein Veralgen
  •  Frostsicherheit
  •  Sicherstellen der Gebäudeentwässerung nach DIN 1986 auch bei dem Zusetzen des Filters oder Absperren des Speicherzulaufes
  •  Gute Zugänglichkeit, einfache Reinigung ohne Folgekosten
Bei der Auswahl des Filters sollte darauf geachtet werden, dass sie den ausgefilterten Schmutz nicht festhalten, keine Wassersperr- und Keimschicht anreichern und zuwachsen. Deswegen sind Sand-/Kiesfilter, Mattenfilter, Gewebefilter weniger geeignet, da sie aufwendige Wartungsarbeiten erfordern, um große Wasserverluste und eine Verkeimung zu vermeiden. Durch die Schmutzansammlung in diesen Filtern wird z.B. Vogelkot aufgelöst und in den Speicher gelangen. Eine nachträgliche Ausfilterung dieser Stoffe ist nicht mehr möglich
Filtersysteme, die sich weitgehend selbst reinigen (Filtersammler, Standrohrfilter, Wirbelfeinfilter), sind immer die bessere Wahl. Sie führen den Schmutz direkt in den Kanal ab. Vogelkot wird vom Dach nur abgelöst und in seiner festen Form in den Kanal geleitet. Das Wasser ist somit arm an Nährstoffen und durch die große Filteroberfläche stark mit Sauerstoff angereichert.
Video > Filtersammler / Standrohrsammler
Quelle: WISY AG

 

 

 

 

 

Der Filtersammler (Standrohrsammler) ist für den direkten Einbau in das senkrechten Regenfallrohr vorgesehen und eignet sich daher besonders gut für den nachträglichen Einbau oder auch für Anlagen mit nur einem Fallrohr oder ohne Kanalanschluß (Versickerungen).
Nach den physikalischen Gesetzmäßigkeiten der Kohäsion und Adhäsion läuft grundsätzlich Wasser an der Wandung des Fallrohres nach unten (Adhäsionsgesetz). Sobald der Filterzylinder komplett benetzt ist, wird das Wasser durch die Siebmaschen nach außen in die 2. Kammer gezogen und über den Ausflußstutzen DN 50 dem Speicher-behälter zugeführt.
Grober und feiner Schmutz sowie Blätter, Moos und Insekten bleiben auf der Innenseite des Filterzylinders und werden mit etwas Restwasser nach unten in den Abfluß gespült. So werden über 90 % des vom Dach kommenden Wassers in den Speicher geleitet. Die  Konstruktion des Filters mit vollem Durchgang gewährleistet, dass keine Verstopfungen auftreten können.
Der Filtereinsatz entfaltet seine volle Adhäsionskraft und seinen maximalen Wirkungsgrad erst, wenn das Filtergewebe völlig durchnässt worden ist (Erstverwurf des besonders schmutzbelasteten Wassers).
Sollte das Restwasser nicht ausreichen, die Schmutzteile vollständig in die Kanalisation abzuleiten, so ist im Rahmen der Wartung, die Leitung zu spülen.
Filtersammler mit Regentonne
Quelle: Wisy AG
Filtersammler (FS) / Standrohr-Filtersammler (STFS)
Quelle: WISY AG

 

 

 

 

 

Quelle: WISY AG
Bei dem Wirbel-Fein-Filter kommt das Dachablaufwasser im Kanalrohr horizontal an und wird in der oberen Kammer als Rundwirbel in die Senkrechte umgeleitet. Es fließt dann nach dem gleichen physikalischen Prinzip der Kohäsion und Adhäsion wie beim Filtersammler über den Filterzylinder aus Edelstahl, um groben und feinen Schmutz abzusondern.
Der Schmutz wird mit etwas Restwasser automatisch durch den unteren Abgang in den Abwasserkanal abgeleitet. Das gewonnene Filterwasser wird dem Speicher zugeführt, um dann als Betriebswasser genutzt zu werden. Der Filtereinsatz entfaltet seine volle Adhäsionskraft und seinen maximalen Wirkungsgrad erst, wenn das Filtergewebe völlig durchnässt worden ist. Dies kann nach langer Trockenzeit bis zu 2 Minuten dauern. (Erstverwurf des besonders schmutzbelasteten Wassers)
Sollte das Restwasser nicht ausreichen, die Schmutzteile vollständig in die Kanalisation abzuleiten, so ist im Rahmen der Wartung, die Leitung zu spülen.
Wirbel-Fein-Filter
Quelle: WISY AG

Tankfilter

1. Zulauf vom Dach
2. Filtereinsatz mit Aushebebügel
3. Schmutzwasserablauf
4. zum strömungsberuhigten Zulauf
5. Filterdeckel

Quelle: REWALUX Systeme zur Regenwassernutzung
Ein Tankfilter bzw. Speicherfilter (integrierter Filter) erfüllt die ersten beiden Reinigungsstufen einer Regenwassernutzungsanlage.
Nachteile und Risiken:
  •  Der Revisionszugang zum Speicher wird verkleinert und erschwert
  •  Die erfoderliche Reinigung und Revision des Filters wird erschwert, da erst der (schwere) Zisternendeckel geöffnet werden muss
  •  Über den Filter können gefährliche Kanalgase in den Speicher gelangen (keine gasdichten Deckel bei Filtern)
  •  Bei einem Rückstau im Speicher (z. B. durch Kanalrückstau) wird Schmutz über den Deckelüberlauf des Filters in die Zisterne eingetragen
  •  Eine Kleintiersperre im gemeinsamen Filterab- und Zisternenüberlauf (Verstoß gegen DIN 1986) kann zu Verstopfungen und Rückstau mit Schmutzeintrag in die Zisterne führen.
Aufgrund dieser erheblichen Risiken sollten Anlagen zur Regenwassernutzung und Betonzisternen nicht mit einem integrierten Filter ausgestattet werden. Bei solchen Systemen sollte der Filter immer frei zugänglich sein und außerhalb des Speichers sitzen.

Installationsbeispiel

!. Tankfilter (1. Reinigungsstufe)
2. Quelltopf für strömungsberuhigten Zulauf (2. Reinigungsstufe)
3. Spezialsiphon mit integriertem Tanküberlauf, Skimmereffekt und Kleintiersperre (3. Reinigungsstufe)
4 . Rattensichere Rückstauklappe

Quelle: REWALUX Systeme zur Regenwassernutzung
.
Die zweite Reinigungsstufe wird durch den strömungsberuhigte Zulauf des mit Sauerstoff angereicherte Wassers durchgeführt. Dabei wird das Wasser nach unten in den Speicher eingeleitet und Stoffe, die schwerer als Wasser sind setzen sich am Speicherboden ab (Sedimentation) und dürfen nicht aufgewirbelt werden. Auf diesem beruhigten Bodensediment bildet sich nach einiger Zeit ein positiver Bakterienflor, der Sauerstoff benötigt um seine Reinigungswirkung im Speicher voll zu entfalten und dadurch entsteht eine oxydative Sedimentation (mikrobiologische Klärwerksfunktion). Es bildet sich eine Sedimentationsmenge von ca. 2 mm im Jahr.
Wenn das Wasser von oben in den Speicher geschüttet wird, kann keine optimale Oxydation auf dem Sedimentboden erzeugt werden. Es kann auf dem Speicherboden Faulschlamm durch Sauerstoffmangel entstehen. Das Wasser ist dann im oberen Bereich frisch, aber im unteren Bereich muffig. Die mirkobiologische Selbstreinigung arbeitet nicht ausreichend und das Wasser muß dann Abgeleitet werden.
Bei der Wasserentnahme darf keine Verwirbelung auftreten und eine Ansaugung des Bodensedimentes muss zuverlässig verhindert werden.
Quelle: REWALUX Systeme zur Regenwassernutzung
.
Sicherheitsüberlauf für Regenwassererdspeicher
Quelle: WISY AG
Die dritte Reinigungsstufe wird im Überlauf des Speicher vorgenommen. Die speicherseitige Ablauföffnung muß als Skimmer ausgebildet sein, um sicherzustellen, daß beim Überlauf die Schwimmschicht aus fetthaltigen Schmutzpartikeln und Pollen automatisch abgezogen wird.
Der Geruchsverschluss muß so groß dimensionierte werden, dass auch bei längeren Trockenperioden die Kanalgase zuverlässiger nicht austreten (großer Siphon oder permanenter mechanischer Verschluß). Außerdem sollte Sicherung gegen Ratten vorhanden sein.
Damit die Funktion des Überlaufs gewährleistet ist, muss die Speichergröße so bemessen sein, dass der Speicher möglichst mehrmals im Jahr überläuft.
Alle Erdspeicher müssen gegen Rückstau aus dem Kanal oder einer Versickerung gesichert sein.

Das Fehlen der 2. und 3. Reinigungsstufe führt nach einiger Zeit häufig zu jauchig riechendem Wasser.


Die Regenwasserspeicher (Zisterne) sollen nicht nur Niederschlagswasser lagern sondern es auch reinigen. Diese Reinigung ist von der Wasserführung im Speicher im Außen- als auch im Innenbereich (Zulauf, Überlauf, Ansaugen) abhängig.
Grundsätzlich sind Erdspeicher den Innenspeichern vorzuziehen, da sie durch den Erdeinbau eine gleichmäßige niedrige Temperatur halten und keinen teuren umbauten Raum belegen. Bei Speichern, die im Innenbereich (Keller) eingesetzt werden, muss der Überlauf des Speichers oberhalb der Rückstauebene (i.d.R. Straßenniveau) liegen, da sonst eine Überflutungsgefahr bei Kanalrückstau besteht. Kellerspeicher können nicht durch Rückstauklappen gegen Kanalrückstau gesichert werden, da eine Rückstauklappe eine Kellerüberflutung durch das eigene Dachablaufwasser verursachen würde.
Regenwasserspeicher müssen folgende Bedingungen erfüllen :
  •  Dauerhafte Wasser- und Lichtundurchlässigkeit, Lagertemperatur dauerhaft unter 18 ºC
  •  Formstabilität, Sicherung gegen Setzrisse und Aufschwimmen
  •  Frostsicherheit
  •  Langlebigkeit
  •  Strömungsberuhigter Zulauf von Regen- und Nachspeisewasser
  •  Dauerhafte Sedimentation aller Stoffe, die schwerer als Wasser sind. > 2. Reinigungsstufe
  •  Sauerstoffanreicherung im Bodenbereich (oxydative Sedimentation)
  •  Entfernung aller Stoffe, die leichter als Wasser sind und aufschwimmen (nicht zu großer Speicher, richtig gebauter Überlauf). > 3. Reinigungsstufe
  •  Beruhigtes Ansaugen, ohne Aufwirbelung von Sediment
  •  Maximale Volumenbemessung nach Dachflächengröße und Niederschlagsmenge (nicht zu groß!)
  •  Sicherung des Überlaufes gegen Fremdwasser/Rückstau, Kanalgase und Tiere
  •  Gute Zugänglichkeit, einfache Reinigung ohne Zusatzkosten, wartungsfreundlich
  •  Dauerhaft dicht Anschlüsse für Zu- und Ablauf
  •  Dauerhaft dichten Anschluß DN 100 für ein Technikleerrohr (sichere Verlegung aller
    Anschlussleitungen zum Haus)
Damit diese Anforderungen erfüllt werden können, sollten in der Praxis fast nur Speicher in monolithischer Bauweise eingesetzt werden. Diese Wasserbehälter sind aus einem "Guss", ohne Fugen und Nähte, da diese in Erdspeichern das Risiko von Wurzelangiffen geben. Deshalb haben sich in der Praxis Erdspeicher aus PE oder Beton bewährt und durchgesetzt.
Betonzisterne
PE-Speicher
begehbarer PE-Speicher
Quelle: REWALUX Systeme zur Regenwassernutzung
Vergleich - Flachtank - zylindrischer Tank
Quelle: REWATEC GmbH

Unter bestimmten Vorausetzungen (Platzmangel für oberirdische Lagerung, zu hohes Oberflächenwasser) kann es notwendig werden, einen Regenwassertank nicht tief ins Erdreich zu bringen. Hier bieten sich Flachtanks an. Diese sollten auf jeden Fall einen Pumpensumpf haben, damit das Volumen des Restwassers nicht zu groß wird.

 

Zisternen werden schon seit Jahrtausenden als unterirdische Wasserspeicher, die Regenwasser von den Hausdächern aufnehmen, z. B. bei für die Wasserversorgung im nordfriesischen Marschenland eingesetzt. Diese befinden sich unter den Wohngebäuden. Sie werden im Kleiboden aus Ziegelsteinen gemauert und verputzt. Bevor das Regenwasser in die Zisterne gelangt, durchläuft es ein Kiesbett (in einigen Fällen auch ein Reet- bzw. Schilffeld), damit es gereinigt wird. Die Entnahme des Wassers wurde mit Eimern oder mit Handpumpen vorgenommen. Damit es als Trinkwasser verwendet werden kann, wird das Wasser abgekocht.
Regenwassertanks, die der Sonneneinstrahlung bzw. der warmen Außenluft ausgesetzt sind (im Garten oder auf einem Garagenflachdach), sollten nur zur Gartenbewässerung eingesetzt werden. Dieses Wasser kann sich stark erwärmen und somit aufkeimen. Außerdem müssen die Behälter zum Winter wegen der Einfriergefahr entleert werden. Inwieweit dieses Wasser in einer Regenwasseranlage zur WC-Spülung und zur Nutzung in einer Waschmaschine eingebunden werden kann, muss vor Ort entschieden werden.
Regentank auf einer Fertiggarage
Quelle: Speidel Tank- und Behälterbau GmbH
Mit den Dachtanks kann die ungenutzte Fläche eines Garagendaches in unauffälliger Weise genutzt werden. Aufgrund der erhöhten Anbringung besteht ein gleichbleibender Wasserdruck, der zum Gießen mit Schlauch und Gießstab im Garten ohne eine zusätzliche Pumpe ausreicht.
Mehrere 700 Liter-Tanks können zu einer Batterie verbunden werden. Die Versorgung erfolgt über einen Regensammler. Bei Bedarf überbrückt ein Distanzrohr den Abstand zwischen Fallrohr am Haus und Garage.
Das Gewicht des vollen Tanks ist auf die genormte Dachbelastbarkeit von Fertiggaragen ausgelegt (200 kg/m2). UV- und Algenschutz durch witterungsbeständigen, kieselgrauen, lebensmittelechten PE-Kunststoff (recyclebar), dickwandig und äußerst formstabil. Reinigungsöffnung Ø 200 mm lichte Weite mit Schraubdeckel. Zulauf-Bohrung Ø 50 mm an der Tankstirnseite oben für Regensammler-Anschluss An beiden Stirnseiten unten Auslauf-Innengewinde R 3/4 mit Blindstopfen. Quelle: Speidel Tank- und Behälterbau GmbH
Quelle: Speidel Tank- und Behälterbau GmbH

selbstansaugende Pumpe
Tauchpumpe
Gartenpumpe
Quelle: REWALUX Systeme zur Regenwassernutzung
 
Um das Wasser aus der Zisterne bzw. dem Speicher zu den Zapfstellen zu fördern, werden je nach der Anlagenart unterschiedliche Pumpentypen verwendet. Durch die Wahl von bedarfsangepaßten Ein- und Ausschaltdrücken werden Pumpe und Leitungssystem geschont. Deswegen sollten nur hochwertige Pumpen eingesetzt werden.
Anforderungen an eine Pumpe bzw. Hauswasserwerk:
  •  Bedarfsangepaßte Leistungsauslegung mit geringem Stromverbrauch
  •  Hoher Wirkungsgrad (kleiner Spalt zwischen Pumpengehäuse und Laufrad)
  •  Durchgängige Verwendung hochwertiger, korrosionsfreier Materialien
  •  Langlebigkeit (verschleißarme Mechanik, hochwertige Lager, Reparaturfreundlichkeit)
  •  Betrieb ohne Membrandruckgefäße (Druckausgleichsgefäß)
  •  Ruhiger Lauf, geringe Geräuschentwicklung (besonders geeignet: mehrstufige Pumpen) und geräuschgedämmte Aufstellung mit flexiblen Anschlüssen an das Leitungsnetz.
  •  Sicherung gegen Trockenlauf
  •  Keine größeren wassergefüllten Hohlräume, z. B. mit der Pumpe verbundene Druckmembrangefäße (undurchspülte Druckausgleichsgefäße)
Diese Anforderungen werden fast nur von mehrstufigen Kreisel- oder teuren Kolbenpumpen erfüllt. Die Pumpen können sowohl trocken (Keller-, Saugpumpen), wie auch nass (Tauchpumpen) aufgestellt werden.
Tauchpumpen haben einen energetisch besseren Wirkungsgrad gegenüber Saugpumpen, da hier keine Saugverluste anfallen. Hinzu kommt, dass bei Tauchpumpen keine störanfällige und teure Saugleitung (Vakuumleitung) vorhanden ist und die Pumpen geräuschmindernd im Speicher außerhalb des Hauses montiert sind. Es entstehen keine Pumpengeräusche in Haus und keine physikalische Beschränkungen bezüglich Sauglänge und Saughöhe. Bei der Verwendung von Tauchpumpensystemen ist darauf zu achten, nur solche Systeme zu verwenden, die kein Sediment ansaugen können (Sedimentprotektor oder schwimmende Entnahme) und jederzeit zugänglich sind, ohne in den Speicher einsteigen zu müssen (Reparaturfreundlichkeit).
Hauswasserwerke (Jet-Pumpen mit Ausdehnungsgefäß) sollten nicht eingesetzt werden, da sich in diesen Anlagen auf Grund von undurchspülten Ausdehnungsgefäßen Bakterien entwickeln, die das Wasser faulen lassen (Sauerstoffmangel) und die Gummimembrane des Ausdehnungsgefäßes zerstören.

Freier Einlauf der TW-Nachspeisung
Quelle: REWALUX Systeme zur Regenwassernutzung
Durch eine Trinkwassernachspeisung wird auch in langen Trocken- und Frostperioden der Regenwasservorrat und somit die Betriebsbereitschaft der Anlage gewähleistet. Unter der Vorgabe der strikten Trennung von Brauch- und Trinkwassersystem darf dies nach der DIN 1988 und DIN EN 1717 nur durch einen freien Auslauf geschehen (Rohrunterbrecher, Rohrtrenner, Systemtrenner sind verboten).
Das Rohrende des Trinkwassersystems muß sich dabei mindestens 2 cm oberhalb der Kante des Einlauftrichters ins Regenwassersystem befinden, wobei auf eine rückstaufreie Leitungsführung im drucklosen Teil zu achten ist. Grundsätzlich muß sich der freie Auslauf oberhalb der Rückstauebene, nie aber im Speicher selbst befinden. Die Nachspeisung sollte über einen Sensor und ein Magnetventil (mit Schmutzfänger) automatisch gesteuert werden.
Die Nachspeisung kann über "Nachspeisemodule" oder "Kompakteinheiten" erfolgen. Untersuchungen haben aber gezeigt, dass Nachspeisemodule keine Einsparung bei der Trinkwassernachspeisung bringen gegenüber einer "klassischen" Nachspeisung in die Zisterne, wenn diese durch eine gute elektronische Steuerung bedarfsgerecht gesteuert und überwacht wird.
Damit eine Regenwasseranlagen betriebssicher und bedienerfreundlich ist, sollte eine automatischen Anlagensteuerung eingesetzt werden, die den Schutz der Pumpe vor Trockenlauf und eine bedarfsgerechte Nachspeisung von Trinkwasser bei Regenwassermangel regelt. Das bedeutet, dass bei Regenwassermangel nur soviel Trinkwasser eingespeist wird, wie erforderlich ist. Zu empfehlen ist darüber hinaus eine optische Füllstandskontrolle, sowie eine zusätzliche "Urlaubssicherung", die verhindert, dass bei technischen Störungen unkontrolliert größere Mengen an Trinkwasser versickern können (Abschaltung der Nachspeisung bei ungewöhnlich langer Öffnungszeit, z.B. nach einer Stunde).
Außerdem sollten alle wasserkontaktierenden Teile korrosionsbeständig sein und der Tanksensor sollte mit gefahrlosem Schwachstrom arbeiten. Schwimmerschalter erfüllen diese Bedingungen nur eingeschränkt. Die Schaltwege sind relativ lang und ungenau, so daß eine geringere Nutzung des Speichervolumens und ungenauere, größere Trinkwassernachspeisung erfolgt. Dies trifft auch für "Nachspeisemodule" zu, die über Schwimmerschalter ohne Führungsarm gesteuert werden.
Steuerzentrale
Quelle: REWALUX Systeme zur Regenwassernutzung
Quelle: DEHOUST GmbH
Der Regenmanager® RM1 ist eine hausinterne Zentraleinheit für Regenwassernutzungsanlagen, die aus einer frequenzgeregelte 4-Kammer-Membranpumpe mit integriertem Trockenlaufschutz beszeht. Die Pumpe ist selbstansaugend, wartungsfrei und hat eine elektrische Steuerung. Eine proportionale Trinkwassernachspeisung mit   Stagnationsschutz und einem motorgetriebenes Umschaltventil speist das Wasser über einen freien Auslauf gemäß EN 1717 nach.
Durch die einheitlichen seitlichen Anschlüsse und der kompakten Baugröße lässt sich das Gerät z. B. unter einer Spüle einbauen. Eine Vorrichtung zur Vibrationsdämpfung, ein wartungsfreier Schlagdämpfer und die patentierte EPP-Schallschutzhaube reduziert Geräusche des Anlaufs der Pumpe.

Eine Regenwassernutzungsanlagen muss, wie alle technischen Anlagen, einer regelmäßigen Prüfung und Wartung durch den Betreiber unterzogen werden. Nur dann findet keine Gesundheitsgefährdung der Anlagennutzer, keine Rückwirkung auf das Trinkwassernetz und keine Unterbrechung der Anlagenfunktion stattfindet.
Eine Speicherreinigung höchstens alle 5 - 10 Jahre erfolgen, da bei der Reinigung die wertvolle Bioschicht auf dem Sediment mit entfernt wird und eine Neubildung einige Wochen benötigt.
Der Hersteller bzw. Installateur einer Anlage muss dem Betreiber alle Wartungsarbeiten der verwendeten Anlagenkomponenten aufzulisten. Dabei ist anzugeben, in welchen Zeitabschnitten und in welcher Form die Wartungsarbeiten durchzuführen sind.
Prüfung bzw. Wartung:
Komponenten
Prüfung

Zeitraum

(wenn vom Hersteller nicht anders angegeben)

Auffangfläche, Dachrinne, Falleitungen Prüfung der Funktion der Dachentwässerung, insbesondere Zustand und Gefälle der Dachrinnen. Zustand der Fallrohre und deren korrekter Anschluß an Rinne und Filter
1 x jährl.
Filter Filterfunktion nach Herstellerangaben prüfen und ggf. reinigen
2 x jährl.
Speicher Geruch und optische Beschaffenheit des Wassers
Sichtkontrolle des Speichers und der Anschlüsse auf Dichtheit
Sichtkontrolle der Speicherabdeckung auf Beschädigungen
Funktion der Rückstausicherung

1 x jährl.

Speicher Reinigung des Speichers
alle 5 - 10 Jahre
Pumpenanlage Sichtkontrolle der Elektroinstallation
Sichtkontrolle der Verschraubungen und Anschlüsse
Geräuschentwicklung
Sichtkontrolle auf Dichtheit
Prüfung Einschalt-/Ausschaltfunktion
Kontrolle der Druckstabilität (Druckabfall)
2 x jährlich
Trinkwassernachspeisung Korrektes Schließen des Nachspeiseventils
Dichtheitsprüfung
Einhaltung der DIN 1988, Teil 4 bzw. DIN EN 1717
(Mindestabstand zwischen Ende des Trinkwasserauslaufes und Trichteroberkante bzw. Wasserstand Nachspeisebehälter = doppelter Durchmesser des Trinkwasserauslaufs, mind. jedoch 2 cm)
2 x jährl.
Rohrleitungen Sichtkontrolle auf Dichtheit oder Scheuerstellen
2 x jährl.
Entnahmestellen Sichtkontrolle auf Dichtheit, Kindersicherung und Kennzeichnung
1 x jährl.
Kennzeichnung Kontrolle der Vollständigkeit der Kennzeichnung
1 x jährl.
.
Regenwassernutzungsanlagen sind nach § 3 AVBWasserV bei dem Wasserversorger anzuzeigen. Der Wasserversorger hat das Recht, die Anlage zu prüfen, ob Auswirkungen auf das Trinkwassernetz ausgeschlossen sind und die Vorschriften der DIN 1988, Teil 4 eingehalten wurden, sowie die erforderlichen Kennzeichnungen angebracht sind.
Quelle: REWALUX Systeme zur Regenwassernutzung
Anlage mit Tauchmotorpumpe
Quelle: Wilo AG
Anlagen mit langer und ungünstiger Leitungsführung sowie tiefliegende Behälter werden mit Tauchmotorpumpe ausgestattet. Diese Pumpen haben einen energetisch besseren Wirkungsgrad gegenüber Saugpumpen, da hier keine Saugverluste anfallen.
Anlage mit selbstansaugender Pumpe
Quelle: Wilo AG
In Anlagen mit einer selbstansaugende Pumpe wird die Saugleitung selbst entlüftet, die Luft zu evakuiert. Bei der Inbetriebnahme muss die Pumpe evtl.  mehrmals gefüllt werden. Die max. Saughöhe beträgt theoretisch 10,33 m und ist vom Luftdruck (normal - 1013 hPa) abhängig. Technisch sind aber nur ca. 7 bis 8 m Saughöhe zu erreichen. Dabei bezieht sich dieser Wert nicht nur auf den Höhenunterschied von der tiefstmöglichen Wasseroberfläche bis zum Saugstutzen der Pumpe, sondern auch die Widerstandsverluste in den Anschlussleitungen, der Pumpe und den Armaturen. Bei der Auslegung der Pumpe muss die Saughöhe in die auszulegende Förderhöhe mit negativem Vorzeichen mit einbezogen werden.
Damit die Saugleitung nicht leerlaufen kann, sollte grundsätzlich ein Fußventil (Rückschlagklappe oder -ventil) eingebaut werden. Ein Fußventil (schwimmende Entnahme) mit Saugkorb schützt die Pumpe und die Anlage vor groben Verunreinigungen (Blätter, Ungeziefer).
.

Versickerungsanlagen
Durch die zunehmende Versiegelung von Oberflächen fällt der Grundwasserspiegel, weil das Niederschlagswasser über die Kanalisation in Klärwerke oder Bäche bzw. Flüsse eingeleitet wird. Der natürliche Wasserkreislauf wird unterbrochen. Eine dezentrale Versickerung von Niederschlagsmengen entlastet die Kanalisations- und Kläranlagen und tragen zur Reduzierung von Hochwasserrisiken bei. Deshalb nehmen immer mehr Gemeinden bei Neubauten eine Regenwasserversickerung als Bauauflage auf.
Eine Versickerungsanlage bezeichnet eine Fläche auf der Wasser (Regenwasser) oder Abwassers von der Erdoberfläche in tiefere Bodenschichten abgeleitet wird. Dabei ist die Versickerung von folgenden Faktoren abhängig:
  • Geländeneigung
  • Vegetation (Art und Dichte)
  • Bodenstruktur und Gestein
  • Poren und Hohlräumen im Boden (die Adhäsion in den Poren (Adhäsionswasser) beeinflusst die Schnelligkeit der Versickerung, die bei kleinen Porendurchmessern langsam ist)
  • Platzverhältnissen auf dem Grundstück
Vor dem Anlegen einer Versickerungsanlage sollte geprüft werden, wie der Abfluss von Regenwasser minimiert bzw. vermieden werden kann. Hier wird anhand der befestigten Flächen (Versiegelung) und der Prüfung möglicher Entsiegelungsmaßnahmen geprüft, ob eine Anlage notwendig ist bzw. welche Versickerungsart eingesetzt werden sollte. Erst danach kann eine Planung der Versickerung, Rückhaltung oder Ableitung durchgeführt werden. Vor allen in Neubaugebieten sollte der Einsatz von Gründächern und wasserdurchlässigen Flächenbefestigungen zur Abflussminderung im Vordergrund stehen.
Da durch Versickerungsanlagen Schäden an der angrenzenden Bebauung (Vernässung) und eine Beeinträchtigung des Nachbargrundstückes entstehen kann, müssen die Mindestabstände aus dem Arbeitsblatt DWA-A 138 - Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser - eingehalten werden. Dabei sollte der Abstand zwischen der Anlage und unterkellerten, ohne wasserdruckhaltende Abdichtung ausgestatteten Gebäuden das 1,5fache der Baugrubentiefe nicht unterschreiten. Ausnahmen gibt es bei Gebäuden mit wasserdruckhaltender Abdichtung, sofern die zusätzliche statische Belastung (Auftrieb und Lastabtragbereiche) bei der Gebäudebemessung berücksichtigt wurde. Die Abstände zur eigenen Grundstücksgrenze sind von der Art der Versickerungsanlage und der örtlichen Gegebenheiten so zu wählen, dass eine Beeinträchtigung des Nachbargrundstücks auszuschließen ist. Die Abstände können auch in den Vorgaben des Bebauungsplanes angegeben sein.
Die Versickerungsanlagen werden nach den Methoden der Versickerung folgendermaßen unterteilt:
  • Flächenversickerung
    Das zu versickernde Regenwasser wird großflächig über Rasen- oder Schotterflächen geleitet, so z. B. auf Parkplätzen mit Rasengittersteinen. Durch den Einsatz einer Sandschicht kann das anfallende Regenwasser besser verteilt werden.
  • Schachtversickerung
    Die Schachtversickerung sollte nicht mehr eingesetzt werden, weil diese direkte unterirdische Versickerung keine Schadstoffe zurückhält.
  • Muldenversickerung
    Bei der Muldenversickerung wird das Regenwasser in flache, begrünte Vertiefungen im Boden geleitet.
  • Beckenversickerung - Teichversickerung
    Das Regenwasser von größeren Flächen kann über Becken oder Teiche versickert werden, wobei diese größer sind als Mulden und eine gute Retentionswirkung haben. Diese Becken oder Teiche können naturnah gestaltet werden. Bepflanzte Teichbiotope passen sich außerdem sehr gut in die Landschaft ein und tragen zur Verbesserung des Mikroklimas bei.
  • Wasserdurchlässige Verkehrsflächen
    Der Einsatz von wasserdurchlässigen Flächenbelägen (Rasengittersteinen) ermöglicht die direkte Versickerung des anfallenden Regenwassers auch in Verkehrsflächen (Parklätze, Plattenwege). Durch den Einsatz einer Sandschicht kann das anfallende Regenwasser besser verteilt werden.
  • Rigolenversickerung
    Wenn der Boden nur gering durchlässig ist oder kein ausreichender Platz auf dem Grundstück zur Verfügung steht, kann das Regenwasser auch unterirdisch versickert werden. Rohrrigole oder Rigolenquader können problemlos unter gepflasterten Wegen und befahrbaren Bereichen (bis LKW) angebracht werden und sind mit anderen Techniken wie z, B. der Muldenversickerung kombinierbar.
  • Sickertunnel
    Wo die Bodenbeschaffenheit eine Versickerung zulässt und der Abstand zum Grundwasser mindestens 0,80 m beträgt, können Sicker-Tunnel-Elemente auf eine vorbereitete Kiesschicht gestellt und mit Textil (Vlies) abgedeckt werden. Die Erdüberdeckung darf max. 2 m betragen.
  • Kombinierte Systeme
    Eine Kombinierung von Regenwasserversickerungssystemen, hier hauptsächlich die Mulden- mit der Rigolenversickerung, kann die Versickerungsleistung erhöhen.
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Hebe- Versickerungsanlage - REWALUX Systeme zur Regenwassernutzung

Bei der Versickerung von Niederschlagswasser in den Untergrund ist das Arbeitsblatt DWA-A 138 - Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser -, herausgegeben im April 2005 von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) zu beachten. Die Vorgaben bzw. Regelungen können von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich sein.
(Beispiel des Amtes für Umweltschutz des Rhein-Kreis-Neuss)
Wasserrechtliche Erlaubnis
Je nach Versickerungsmethode und Lage des zu entwässernden Grundstücks bedarf die Niederschlagswasser-beseitigung einer behördlichen Erlaubnis, welche beim Rhein-Kreis Neuss, Amt für Umweltschutz, Untere Wasserbehörde zu beantragen ist.
Erlaubnisfrei

In Wohngebieten sind folgende Formen der Versickerung von Niederschlagswasser der Dachflächen erlaubnisfrei:
- Flächenversickerungen
- Muldenversickerungen
- Teichanlagen, wenn das Niederschlagswasser ausschließlich über die bewachsene Uferzone versickert wird

Erlaubnispflichtig

In Wohngebieten sind folgende Formen der Versickerung von Niederschlagswasser der Dachflächen erlaubnispflichtig:
- Rigolenversickerungen
-- Rohr-Rigolenversickerungen
- Teichanlagen, wenn das Niederschlagswasser in einem nicht abgedichteten Teich aufgefangen und/ oder über dessen als Rigolen ausgebildete Randbereiche versickert wird
- Einleitungen in oberirdische Gewässer

In Gewerbegebieten ist jede Form der Niederschlagswasserversickerung erlaubnispflichtig!
Was ist bei der Planung einer Versickerungsanlage zu beachten? - Amt für Umweltschutz-Rhein-Kreis-Neuss

Flächenversickerung
Eine Entsiegelung durch den Rückbau von wasserundurchlässigen befestigten Flächen von Außenanlagen und den  Ersatz durch wasserdurchlässige Bodenbeläge, z. B. durch Kies-Splitt-Boden, Porenpflaster oder Rasengittersteine, fördern die Versickerung von Regenwasser in bestehenden Wohn- ind Industiegebieten. Außerdem werden durch die Speicher- und Verdunstungsmöglichkeit das Kleinklima verbessert.
In Neubaugebieten ist die Ausführung von wasserdurchlässige Flächenbefestigungen in begrünbarer und unbegrünbarer Ausführung schon bei der Plaung zu berücksichtigen. Hier können die Flächen mit ausreichender Wasserdurchlässigkeit des Untergrundes eingeplant werden. Das gilt besonders für Spielflächen, Terrassen, Geh- und Radwege, Hofflächen, Park- und Abstellplätze auf privaten und öffentlichen Grundstücken.
Die Art der Oberflächenbeläge hängt von der Flächennutzung und der Geländegefälle ab. Hier eignen sich Rasenflächen zur Befestigung von Spiel- und Wäscheplätzen oder Schotterrasen, Rasengittersteine oder Fugenpflaster für Flächen mit höherer Verkehrsbelastung und bei größerem Gefälle.
Oberflächenaufbauten
Quelle: Hamburg Wasser

Schachtversickerung
Die einfachste Anlagenart ist ein Sickerschacht aus Polyethylen (PE). Er wirkt als Pufferspeicher und sorgt für die gleichmäßige und schnelle Verteilung des Regenwassers in der umgebenden Versickerungsschicht.
Eine Schachtversickerung kann auf Grundstücken mit (sehr) kleinen Freiflächen und kleinen Abflussflächen (Einfamilienhäusern) und bei oberflächennahen, undurchlässigen Schichten, aber sonst gut bis mäßig gut durchlässigem Untergrund eingesetzt werden. Dabei darf eine natürlich anstehende, nahezu undurchlässige Schicht aus Gründen des vorbeugenden Grundwasserschutzes nicht durchstoßen werden.
Um feuchtes Mauerwerk zu vermeiden, muss ein ausreichender Abstand zu Gebäuden eingehalten werden (Mindestabstand beträgt 3 m - 6 m). Der Sickerschacht wird in eine Kiespackung (Kies-Körnung 16/32) eingebaut. Die Kiespackung wird gegen das umgebende Erdreich durch ein Filterflies getrennt.
Außerdem muss ein ausreichender Abstand zum Grundwasserspiegel eingehalten werden. In den meisten Bundesländern ist ein Abstand von 1,5 m zum Grundwasser ausreichend.

Über die regionalen Vorschriften zu Versickerungsanlagen informiert die untere Wasserbehörde, die auch die evtl. erforderliche Genehmigungen erteilt.

Für alle Anwendungen bei denen das Überlaufwasser der Zisterne unterirdisch angehoben werden muss, um abgeleitet oder versickert werden zu können, wird das Zisternen-Überlaufwasser in einen Pufferbehälter geleitet und dort bei einer bestimmten Vorratshöhe automatisch ausgepumpt. Die Skimmerfunktion des Zisternenüberlaufs (3. Reinigungsstufe) bleibt erhalten. Wenn der Behälter leer, schaltet die Pumpe ab.
Die Hebe- und Versickerungsanlage ist winter-sicher, da Restwasser aus der Pumpenleitung in den Pufferbehälter zurück läuft und kann deshalb ganzjährig eingesetzt werden. Es ist mit einer Zusatzversickerung unterhalb des Zulaufrohrs ausgerüstet.

Quelle: REWALUX Systeme zur Regenwassernutzung

Anwendungsbeispiele:
  •  Oberirdische Versickerung in Mulden
  •  Unterirdische Versickerung in höher gelegene Rigolen
  •  Einleitung des Überlaufwassers in einen Teich
  •  Föderung in einen Entwässerungsgraben
  •  Hebeanlage für Zisternenanschluß an Schmutzwasserkanal nach DIN (Hierfür muß die Pumpenleitung über die Rückstauebene geführt werden)
  •  Hebeanlage für Drainagewasser
Muldenversickerung / Rigolenversickerung
Bei der Mulden- und Rigolen-Versickerung wird das Regenwasser in der Regel auf Freiflächen bzw. in Rigolen (Oberflächenmulden bzw. in Sickertunnel bzw. Sicker-Blocs zur vorübergehenden Speicherung) versickert und so direkt der Grundwasserneubildung zugeführt.
Mulden-Rigolen-Versickerung mit Sicker-Tunnel
Quelle: Otto GRAF GmbH Kunststofferzeugnisse
Bei den Mulden handelt es sich um begrünte flache Vertiefungen in der Erde, in denen das zufließende Regenwasser aufgefangen und solange zwischengespeichert wird, bis es versickert. Die bewachsene obere Bodenzone wirkt als Filter. Durch die biologischen Aktivität können so bestimmte Schadstoffe im Regenwasser weitgehend abgebaut werden.
Eine dauerhafte Durchlässigkeit der oberen Schicht wird durch die Vegetation sichergestellt. Um ein ausreichendes Einstauvolumen zu erhalten, genügt bei einer günstigen Bodenbeschaffenheit (Sand oder Kies im Untergrund) eine Vertiefung von 20 bis 30 cm auf nur 10 % der zu entwässernden Dachfläche. Diese Faustregel gilt für die Entwässerung von Satteldächern. Bei einem Flachdach ist aufgrund der größeren Wasserrückhaltung der Abfluss verzögert, so dass hier bereits eine Muldentiefe von 10 bis 15 cm ausreicht.
Wenn eine oberirdische Fläche nicht ausreicht oder keine Fläche vorhanden ist, kann die Versickerung mittels Rohren und Rigolen (Regenwasser-Pufferspeicher) durchgeführt werden. Die im Erdreich verlegten perforierte Rohrstränge, ähnlich der Dränrohre, liegen in überdeckten Rohrgräben und leiten das Regenwasser direkt in den Untergrund. Dieses System ist besonders für den Überlauf aus Regenspeichern einer Regenwassernutzungsanlage geeignet. Aufgrund seiner flächigen Einleitung kann das Reinigungspotenzial der oberen Bodenschichten besser genutzt werden als es bei einer Schachtversickerung der Fall wäre.
Sickertunnel
Quelle: Otto GRAF GmbH Kunststofferzeugnisse

Wenn es nicht möglich ist lange Rohrleitungen zu verlegen, kann das Regenwasser auch in Sickertunnel oder Sicker-Blocs aufgenommen und von dort versickern. Der Sicker-Tunnel ist ein neuentwickeltes System für die Regenwasser-Versickerung und der Regenwasser-Rückhaltung. Die Struktur der Sicker-Tunnel erlaubt eine oberflächennahe und platzsparende Installation auch unter PKW-befahrenen Stellflächen.

Sicker-Blocs
Quelle: Otto GRAF GmbH Kunststofferzeugnisse
Die Zu- und Entlüftungsleitungen werden seitlich an den dafür vorgesehenen Stellen angeschlossen. Dafür müssen die Kunststoffrippen herausgetrennt werden. Die Leitungen müssen ca. 200 mm in die Module hineinragen. Bei einer flächenhaften Verlegung der Module ist eine homogene Verteilung mehrerer Zuleitungen erforderlich, um einen gleichmäßigen Wassereintritt zu gewährleisten.
Die Sicker-Tunnel und Sicker-Blocs werden auf eine waagerecht abgezogene Grundfläche einer Grube gesellt, auf der wasserdurchlässige Vliesbahnen mit einer Überlappung von 500 mm verlegt wurden. Auf den Bahnen werden die Module positioniert (liegend, auf keinen Fall stehend) und untereinander mit den Verbindungselementen verbunden. Zur Verbindung in Längsrichtung und zur Querverbindung werden je 4 Verbindungselemente benötigt. Bei einem System, das aus mehreren Ebenen besteht, müssen die einzelnen Lagen in Längs- und Querrichtung zueinander gestellt werden, um einen stabilen Backsteinverbund zu erzielen. Vor dem Verfüllen müssen alle Module komplett mit Vlies umwickelt sein, dabei müssen sich die Enden der einzelnen Bahnen um mind. 500 mm überlappen. Anschließend wird die Grube lagenweise und gleichmäßig verfüllt und verdichtet. Die Geländeoberfläche und der Geländeunterbau muss entsprechend der zu erwartenden Belastung vorbereitet werden.
Eine exakte Dimensionierung nach ATV-DVWK-A 138 ist unbedingt erforderlich. Um eine Verschlammung der Anlage zu vermeiden muss ein Versickerungs-Filter installiert werden.
Versickerung und Regenwasserrückhaltung - Otto GRAF GmbH Kunststofferzeugnisse

Beckenversickerung - Teichversickerung
Teichversickerung
Quelle: Hamburg Wasser

 

 

In Wohnsiedlungen oder Gewerbegebieten, aber auch an Autobahnabfahrten, bietet sich eine Becken- oder Teichversickerung an, die eine gute Retentionswirkung (Regenwasserrückhaltung) haben. Hier wird das Regenwasser über ein Regenwasser-Leitungssystem einer zentralen Versickerungsanlage zugeführt. Diese Becken oder Teiche können naturnah gestaltet werden. Bepflanzte Teichbiotope passen sich außerdem sehr gut in die Landschaft ein und tragen zur Verbesserung des Mikroklimas bei.
Das Regenwasser wird einem angelegten Teich zugeführt, der in seinem tiefen Bereich gegen den Untergrund abgedichtet ist. Die flachen, aus einer bewachsenen Kies-Sand-Schicht bestehenden Böschungen dienen als Versickerungsfläche.

Retention (Regenwasserzurückhaltung)
Regenwasser kann mit einem Retentionsspeicher und/oder oberirdische Rückhaltebecken (Vorfluter) zurückgehalten werden. Hierbei wird das Regenwasser in einem Retentionsspeicher gesammelt und zeitverzögert in einen Vorfluter (öffentliche Kanalisation oder Oberflächengewässer) abgegeben. Zur Regulierung der Abflussmenge werden Schwimmerdrosseln eingesetzt. Retentionsspeicher sind Schachtbauwerke aus Beton oder Kunststoff.

Durch diese Einrichtungen werden Siele und Gewässer, um Hochwasserspitzen abzubauen, eingerichtet. Dies ist besonders wichtig, wenn eine Versickerung des Regenwassers nicht ausreichend möglich ist. Eine Einleitungen in Fließgewässer muss durch die zuständige Wasserbehörde erlaubt werden. Grundlage für die Planung ist die DIN EN 752 - Entwässerungssysteme außerhalb von Gebäuden -.

 

Regenwasserrückhaltung mit Retentionsspeicher und Vorfluter
Quelle: Hamburg Wasser
Ablaufverhalten mit Retentionszisterne
Quelle: Otto GRAF GmbH Kunststofferzeugnisse
Mit der Retentionszisterne zur Regenwasserrückhaltung und Kanalentlastung kann nach Betreiberangabe die Rückhaltung des Regenwassers ein verzögerter Ablauf in den Kanal mit 0,05 bis 2,0 l/sec montiert werden. Bei starkem Regen steigt der Wasserstand in der Zisterne und wird über eine schwimmende Abflussdrossel verzögert in den Kanal geleitet. Der Kanal und die Klärwerke werden somit entlastet. Der Wasserstand kann bis zum Notüberlauf ansteigen und sinkt nach dem Regen langsam wieder.
Retentionszisterne zur Regenwasser-Rückhaltung und Regenwasser-Nutzung
Quelle: Otto GRAF GmbH Kunststofferzeugnisse
Zusätzlich zur reinen Regenwasser-Rückhaltung kann eine Retentionszisterne auch zur Regenwasser-Nutzung eingesetzt werden. Auch hier kann der Wasserstand bis zum Notüberlauf ansteigen und sinkt nach dem Regen langsam wieder auf den langfristigen maximalen Wasserstand ab. Der langfristige maximale Wasserstand ist jedoch so gewählt, dass ein Teil des Tankvolumens für die Regenwasser-Nutzung reserviert bleibt.
Retentionszisternen - Otto GRAF GmbH
Bei der Retention und Speicherung von Oberflächenabwasser (z. B. von Straßen), das in ein im Trennsystem eingeleitet wird, bestehen diese Anlagen normalerweise aus einem vorgeschalteten Regenklärbecken (Absetzbecken) und dem Bodenfilter. Da diese Filter keine ausreichende Filterleistung haben, kann es notwendig werden, einen Retentions-Bodenfilter einzusetzen.
Das Absetzbecken wird nach dem ATV-A 166 - Bauwerke der zentralen Regenwasserbehandlung und -rückhaltung - Konstruktive Gestaltung und Ausrüstung - ausgeführt und muss bei Straßenabwässern über einen integrierten Leichtflüssigkeitsabscheider verfügen. Dadurch wird das Regenwasser vorgereinigt und von absetzbaren Stoffen (Sand, Schlamm) sowie schwimmfähigen Materialien (Öl) getrennt. Unterschieden werden hierbei Regenklärbecken mit und ohne Dauerstau. Der Bodenfilter selbst ist eine vertikal oder horizontal durchströmte Filteranlage für die mechanisch-biologische Niederschlagswasserbehandlung. Bei vertikal durchströmten Filtern handelt es sich um ein naturnah erstelltes Becken, dessen Sohle als Filter ausgebildet ist und zum Großteil aus einer Kombination von unterschiedlichen, natürlichen Bodenschichten (Lehm, Sand, Kies) besteht.
Die Bepflanzung der Vorflutbecken sollte artgerecht (Schilf oder Röhricht) erfolgen und ist zum Schutz vor Kolmation (Verstopfung der dränenden Poren) vorzusehen. Gegen den Untergrund ist der Filter durch  natürlicher Dichtung (Ton) oder Folien abgedichtet. Das gereinigte Wasser wird unter dem Bodenfilter durch die in einer Kiesschicht liegenden Dränage gefasst, über eine Sammelleitung zum Kontrollschacht geleitet und schließlich dem Siel (in der Regel gedrosselt) zugeführt.

Grauwassernutzung
Als Grauwasser wird das Abwasser aus Duschen, Badewannen und Handwaschbecken bezeichnet. Dieses Wasser wird gesammelt und aufbereitet, um es anschließend für die WC-Spülung und Gartenbewässerung zu verwenden. Das Abwasser aus Spül- und Waschmaschinen ist zur Grauwasseraufbereitung aufgrund des Fettgehalts bzw. der Flusenanteile nicht geeignet.
Grauwasseranlagen sind Anlagen zur Aufbereitung und Wiederverwendung von Grauwasser im Haushalt und im gewerblichen Bereich zur Einsparung von Trinkwasser und Reduzierung von Abwasser. Mit einer Grauwasseranlage können bis zu 50 % Trinkwasser und Abwasser eingespart werden. Dadurch können auch die anteiligen Abwassergebühren eingespart werden, da diese Gebühren nach dem Wasserbezug vom Versorger ermittelt werden und das Grauwasser nach der Aufbereitung im eigenen Haus ein zweites Mal verwendet, bevor es in den Kanal als Schwarzwasser (Abwasser) eingeleitet wird.
Quelle: Rewalux
 
Da das Grauwasser Tenside (Waschmittel), Hautabreibungen, Haare und Hautfette enthält, kann es nicht einfach aufgefangen und wieder verwendet werden. Es ist ohne Aufbereitung nicht lagerfähig und beginntt schnell an, faulig zu riechen. Auch würden sich die Waschmittelreste ohne Aufbereitung als eine harte Schicht im Behälter ablagern.
Das Grauwasser muss im Zulauf zuerst grobgefiltert werden. Dies erfolgt über einen Spaltsiebfilter im Zulauf, der grobe Verunreinigungen in das Kanalnetz abführt. Danach wird das Grauwasser belüftet, damit der natürliche Bakterienflor die Reinigung des Grauwassers durchführen kann. Dadurch wird das Wasser lagerfähig.
Vor der eigentlichen Nutzung erfolgt eine Hygienisierung durch einen Membranfilter. Über eine Tauchdruckpumpe wird dann das aufbereitete Wasser einem Verdichter im Haus zugeführt und kann zur Toilettenspülung oder der Gartenbewässerung genutzt werden.
Wenn die Grauwassermenge nicht ausreicht, so kann über das Trinkwassernetz oder über eine Regenwasseranlage nachgespeist werden.
REWALUX Systeme zur Regenwassernutzung

GEP-Grauwassernutzungsanlage - MicroClear® Filter
GEP-Grauwasseranlage
Quelle: BitSign GmbH / DEHOUST GmbH
Diese BioMembranTechnologie ist eine Kombination von biologischer Aufbereitung und Ultrafiltration. Dadurch langfristig hygienisch einwandfreies Betriebswasser (Grauwasser) garantiert, das die Anforderungen der EU-Badegewässerrichtlinien übertrifft.
So arbeitet z. B. eine GEP-Grauwassernutzungsanlage mit der BioMembranTechnologie mit biologischer Aufbereitung und Membranfiltration mit MicroClear®-Technologie.
Diese Anlage besteht aus 3 Anlagenteilen.
Im Grauwasser-Sammel- und Vorratsbehälter findet die 1. Reinigungsstufe statt. Dass dem Behälter zugeführte Grauwasser wird biologisch geklärt. Der Behälter wird zur Sauerstoffanreicherung belüftet, die spezifischen Reinigungsbakterien sorgen für den Abbau der organischen Inhaltsstoffe, Sedimente setzen sich ab und werden im Rahmen der jährlichen Wartung vom Behälterboden abgelassen.
Eine Tauchpumpe führt das behandelte Grauwasser dem BMT-Behälter zu. Im BMT-Behälter, der mit der erforderlichen Anzahl MicroClear®-Filter (Porengröße 0,00005 mm, d.h. Ultrafiltration) ausgestattet ist, findet die 2. Reinigungsstufe durch BioMembranTechnologie statt; die biologische Reinigungsstufe mit entsprechender Belüftung wird fortgeführt und der MicroClear®-Filter verhindert, dass Bakterien und andere Stoffe in den Klarwasserbehälter gelangen. Quelle: BitSign GmbH
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Quelle: Weise Water Systems GmbH
In speziellen Filtergehäusen (MB) werden MicroClear® Kassetten (MCXL) eingebaut. Durch ein integriertes Belüftungssystem ist in bestimmten Anwendungen nur ein minimaler Chemikalieneinsatz notwendig. Die Permeatabzüge tragen mit ihrem genau auf die Filter abgestimmten und gleichmäßigen Filtrationsdruck zum reibungslosen Betrieb bei.
Das MicroClear® System sollte nur nach einer fachgerechten Beratung eingesetzt werden, damit eine richtige Auslegung der Anlage sichergestellt ist. Dies ist besonders wichtig, wenn es sich um eine Berechnung der Basis-Parameter einer Kläranlage handelt.
MicroClear® System
Quelle: Weise Water Systems GmbH
Funktionsweise in einer Kläranlage
Die MicroClear® Filter funktionieren nach dem "out-in" Prinzip. Die Filter sind vollständig im Belebtschlamm der Kläranlage eingetaucht und das Filtrat wird mit einem Unterdruck von ca. 0,15 bar entnommen. Nach dem Passieren der Membran gelangt das Filtrat durch die Noppenstruktur in der Grundplatte praktisch drucklos bis zu den Filtratauslässen. Entscheidend für den problemlosen Betrieb ist die gleichmäßige Druckverteilung über die Filterplatte - und zwar von Anfang an. Bei ungleichmäßiger Druckverteilung entstehen Areale mit sehr hohem Durchsatz, während Teile der Filterfläche ungenutzt bleiben.
Mit der "MicroClear® Full Surface Distribution" Technologie ist sichergestellt, dass jeder Quadratzentimeter der Membran genutzt wird - und zwar gleichmäßig vom ersten Tag bis zum Tag der Grundreinigung. Mit der einzigartigen Luftblasenreinigung werden Beläge auf der Membran rein physikalisch entfernt - ohne ständige chemische Rückspülung mit chlorhaltigen Chemikalien.
Im Unterschied zu vielen anderen getauchten Filtersystemen ist die MicroClear® Membran eine echte Ultrafiltrationsmembran und bietet daher eine deutlich höhere Rückhalterate als eine Mikrofiltrationsmembran. Bakterien und selbst Viren (bis zu 99,9999%) werden von der physikalischen Barriere sicher zurückgehalten. Eine Nachklärung, wie sie in herkömmlichen Kläranlagen benötigt wird, entfällt bei Einsatz der getauchten MicroClear® Filter.

Das innovative System mit seinem einzigartigen Selbstreinigungsmechanismus der Filter ist europaweit patentiert. Quelle: Weise Water Systems GmbH


Bei dem Grauwasser-Recycling mit Pontos AquaCycle (patentiertes 4-stufiges Reinigungsverfahren) wird Abwasser aus den Duschen und Badewannen für eine zweite Nutzung so aufbereitet, dass es den hygienischen Anforderungen der EU-Richtlinie für Badegewässer entspricht. Da das Dusch- und Badewasser täglich anfällt, ist  eine gleichbleibende Bedarfsabdeckung gewährleistet.
Die biologisch-mechanische Reinigung arbeitet ohne chemische Zusätze.  Dabei werden die im Wasser vorhandenen Mikroorganismen genutzt. Diese bauen die Wasserinhaltsstoffe, so z. B. Seife und Shampoo, ab. Nach der Vorfiltration wird das Wasser 2-fach biologisch aufbereitet und anschließend einer UV-Desinfektion unterzogen. Der Filter wird in regelmäßigen Abständen automatisch rückgespült und die Sedimente aus der Stufe 1 und 2 werden automatisch abgesaugt.
Das Wasser sollte nur für die WC-Spülung, zu Putzzwecken und zur Bewässerung der Freianlagen benutzt werden. Der Einsatzbereich ist für größere Anlagen (Mehrfamilienhaus, Hotel, Schwimmbad, Wohnheim, Gewerbebetrieb, Fitnesscenter/Sporthalle) ausgelegt.
Quelle: Pontos/Hansgrohe AG

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Grauwasser  - Rewalux
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Projektierungshilfe für die Versickerung von Regenwasser in NRW  - Teil 1 - Teil 2  - Teil 3
Berechnung Schmutzwasser nach EN 12056-2 in Verbindung mit DIN 1986-100 — Anlage 1 (Werte für Braunschweig hinterlegt!)
Berechnung Niederschlagswasser nach DIN 1986-100 — Anlage 2  (Werte für Braunschweig hinterlegt!)
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Hinweis! Schutzrechtsverletzung: Falls Sie meinen, dass von meiner Website aus Ihre Schutzrechte verletzt werden, bitte ich Sie, zur Vermeidung eines unnötigen Rechtsstreites, mich umgehend bereits im Vorfeld zu kontaktieren, damit zügig Abhilfe geschaffen werden kann. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis: Das zeitaufwändigere Einschalten eines Anwaltes zur Erstellung einer für den Diensteanbieter kostenpflichtigen Abmahnung entspricht nicht dessen wirklichen oder mutmaßlichen Willen. Die Kostennote einer anwaltlichen Abmahnung ohne vorhergehende Kontaktaufnahme mit mir wird daher im Sinne der Schadensminderungspflicht als unbegründet zurückgewiesen.
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