Hausbauarten

Geschichte der Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Solartechnik
Abkürzungen im SHK-Handwerk
Bosy-online-ABC

Bauwerksabdichtung

Massivhaus

Fachwerkhaus

Blockhaus

Massivhaus

Kubushaus

Leichtbauhaus

Fertighaus

Modulares und serielles Bauen

Fertighaus

Bau-Turbo

Gebäudetyp E

Hamburg-Standard

Recyclinghaus

Häuser in der Zukunft

Plusenergiehaus "Heliotrop"

Bürokratie abbauen

Überregulierung

Wohnhäuser gibt es den unterschiedlichsten Bauweisen. Jede hat Ihre Vor– und Nachteile. Die gängigsten Bauweisen sind

Massivhaus
- gemauertes massives Mauerwerk
- Beton- und Steinelemente (Fertighaus)
- Fachwerkaus
- Blockhaus
Kubushaus
Leichtbauhaus (Holzhaus)
Fertighaus (Holzrahmenhaus / Stahlrahmenhaus)
- Holzelementhaus)
- Containerhaus
Modulares und serielles Bauen
Gebäudetyp E   -   Hamburg-Standard - schneller und kostengünstiger Bauen
Collaborative Living (auch Co-Living)
Cradle-to-Cradle-Prinzip (Recycling im Hausbau)
Zirkuläres Bauen - Ressourcen schützen und Bestehendes wertschätzen

Hausbau: Ein Blick auf die Materialien mit Bezug auf die Gebäudetechnik
HaustechnikDialogNews - BitSign GmbH

Bauwerksabdichtung
Eine der wichtigsten Voraussetzung für den Werterhalt eines Hauses ist eine fachgerechte Bauwerksabdichtung. Diese besteht in der Hauptsache aus der Außenabdichtung, Sockelabdichtung und Innenabdichtung.
Um wirksame Maßnahmen gegen Feuchtigkeit einzuleiten, müssen die Ursachen vollständig aufgeklärt sein. Die Analyse übernimmt ein Fachbetrieb. Die Experten ermitteln zunächst die bestehenden Probleme und ergreifen dann geeignete Maßnahmen.
Die Abdichtung erdberührter Bauteile gehört in jedem Fall in die Hände eines ausgewiesenen Fachbetriebes. Eine fehlerhafte Planung oder Ausführung der erdberührten Bauwerksabdichtung führt im schlimmsten Fall zu gravierenden Bauschäden und enormen Sanierungskosten. Bereits kleinste Schadstellen bei der Abdichtung beeinträchtigen die Wirksamkeit der gesamten Maßnahme.


Durchfeuchtungsursachen
Quelle: Getifix GmbH


Eine steigende Bodenfeuchte ist die Gefahr für den Keller bzw. Fundament und Bodenplatte. Hier dringt über die Stellen mit fehlerhaften Abdichtung über Putz, Mauerwerk oder Beton die Feuchtigkeit ein. Auch hygroskopische Feuchte kann durch eine hygroskopische Wasseraufnahme (kapillar aufsteigende Feuchtigkeit) in das Gebäude gelangen. Dabei nehmen Salze Wasser aus der Außen- und/oder Innnenluft auf und lagern es im Baustoff ab. Aber auch durch Kochen, Waschen, Duschen und Zimmerpflanzen entsteht viel Feuchtigkeit, die sich als Kondensat im Inneren des Hauses niederschlägt. Dadurch können Schäden vom Keller bis zum Dach auftreten. Die Feuchtigkeit verschlechtert die Dämmeigenschaften und fördern die Schimmelpilzbildung und/oder Schwammbildung. Neben muffigem Geruch, Flecken an den Wänden und schlechtem Raumklima zersetzt der Pilz die Bausubstanz und kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen (z. B. Asthma, Allergien) führen.

Seit 1. Juli 2017 gelten für Bauwerksabdichtungen neue Normen. Was sich für die Planung und Ausführung der Abdichtung erdberührter Bauteile geändert hat und worauf Sie zu achten haben, zeigen wir in unserer neuen Nafuflex-Broschüre, die den Titel „Flexible Bauwerksabdichtung für erdberührte Bauteile gemäß DIN 18533“ trägt. Die DIN 18533 gilt für die Abdichtung erdberührter Wand- und Bodenflächen, von Wandquerschnitten und Sockelbereichen von Hochbauwerken sowie von erdüberschütteten unterirdischen Bauwerken in offener Bauweise. Wie die optimale Bauwerksabdichtung auszuführen ist, richtet sich nach den jeweiligen Bodenverhältnissen und der Wasserbelastung, die auf die erdberührten Bauteile einwirkt. Die Ausführung der Bauwerksabdichtung wird jeweils den Boden- und Wasserverhältnissen angepasst. Mit dem Nafuflex-Produktprogramm erreichen Sie eine maximale Sicherheit und nahtlose Abdichtung.
Quelle: MC-Bauchemie Müller GmbH & Co. KG

Nafuflex - Flexible Bauwerksabdichtung für erdberührte Bauteile gemäß DIN 18533
MC-Bauchemie Müller GmbH & Co. KG

Bauwerksabdichtungen
MC-Bauchemie Müller GmbH & Co. KG
Bauwerksabdichtung - Außenabdichtung · Innenabdichtung · Sockelabdichtung · Sonderlösungen
Getifix GmbH
Bauwerksabdichtung - Die Technologien
Sika Deutschland CH AG & Co KG


Massivhaus mit Vorblendung und Wärmedämmung
Massivhaus
Ein Massivhaus kann ein gemauertes bzw. durch Stahlbetonelemente erstelltes Gebäude oder ein Fachwerkhaus (Skelettbau) sein. Sie unterscheiden sich in der Baukonstruktion. Ein Maussivhaus hat keine Trennung zwischen tragender und raumabschließender Funktion. Bei einem Fachwerkhaus wird der vertikale Lastabtrag von einzelnen Stützen und Streben übernommen. Die Zwischenräume (Ausfachung) werden in der Regel mit Mauerwerk gefüllt.
Die massive Bauweise ich immer noch die häufigste Bauweise. Dafür stehen verschiedene Materialien zur Verfügung (Naturstein, Ziegel aus Ton und Lehm, Porenbeton, Kalksandstein oder Leichtbaustein). Bei einigen dieser Steine wird eine zusätzliche Fassadendämmung benötigt, andere besitzen selbst eine ausreichende Wetterfestigkeit und Dämmeigenschaft.

Neben der Stein auf Stein-Bauweise oder aus Stahlbetonelemente (Fertighaus) gibt es auch Massivhäuser mit Holz (Fachwerkaus) und die Stamm auf Stamm-Bauweise (Blockhaus). Aufgrund dieser Optionen und Baumaterialien gibt es einige Vor- und Nachteile, die der Bauherr abwägen muss.
Die meisten Massivhäuser besitzen einen guten Schallschutz, weil die Masse bzw. das Gewicht einer Wand das wichtigste Kriterium für den Schallschutz ist und die Masse die Grundlage für die Stabilität ist. Da in Deutschland aber alle Bauweisen, also auch Leichtbauhäuser, die gleichen Normen erfüllen müssen, sind diese den Massivbauten gleichzusetzen.Aber massive Wände sind überall tragfähig. Deswegen können an diesen Wänden überall schwere Gegenstände (z. B. Wandschränke) aufgehängt werden. Im Fertighausbau (Holzrahmenhaus, Holzelementhaus) ist das nicht der Fall. Massivhäuser besitzen einen höheren Wiederverkaufswert, weil die Mehrheit der Bauherren Häuser in Massivbauweise bevorzugen.
Ein häufig genannter Nachteil bei einem Massivhaus ist, dass es teurer als ein Fertighaus sein soll. Aber ein massives Typenhaus aus Beton- und Steinelemente mit einfacher Ausstattung ist in der Regel günstiger als ein Holzelementhaus der gleichen Größe mit individuellem Grundriss und hochwertiger Ausstattung. Nach der heutigen EnEV haben Massivhäuser eine schlechte Wärmedämmung mit Standardsteine. Hier muss eine zusätzliche Fassadendämmung angebracht werden. Die Hauptnachteile der Massivhäuser sind eine längere Bauzeit der gemauerten Häuser und sie müssen austrocknen.

U-Werte typischer Außenwände und Energiesparmöglichkeiten
- Werner Eicke-Hennig, Energieinstitut Hessen

Wärmedämmung von geneigten Dächern
- Werner Eicke-Hennig, IWU - Institut Wohnen und Umwelt

Energieeinsparung an Fenstern und Außentüren
- W. Eicke-Hennig, R. Born, IWU - Institut Wohnen und Umwelt


Fachwerkhaus mit handwerklichen Schnitzarbeiten

Quelle: Fuhrberger Zimmerei Betriebsgesellschaft mbH

Fachwerkhaus
In Deutschland gibt es in jeder Altstadt historische Fachwerkhäuser. Aber die Fachwerkbauweise (Holzskelettbau) wird auch heute noch eingesetzt. Diese Häuser sind sehr hochwertig und auch nicht preiswert.

Fachwerkhaus - altbewährte Konstruktion - immowelt GmbH
Fachwerk Forum - Fachwerk.de
Die Nachhaltigkeit beim Fachwerkhaus im Fokus behalten
- Town & Country Haus Lizenzgeber GmbH


Alle wichtigen Bauteile eines Fachwerkhauses
Quelle: Samuel Schneider (BAUBEAVER)
7 Fachwerkhaus Lektionen
- Super Artikel von Samuel Schneider (BAUBEAVER)


Blockhaus

Ferienhaus

Blockbohlenprofile
Quelle: Polar Life Haus

Blockhaus
Wegen der sehr guten Werte bezüglich der "Grauen Energie" werden Holzbauten, und hier besonders Blockhäuser, im Vergleich mit anderen Bauweisen (Massivbau) seit Jahrhunderten  in sehr kalten Regionen (z. B. Skandinavien, Alpenländer) gebaut. Sie sind ökologisch, energiesparend, natürlich, schadstofffrei und besonders leicht zu verarbeiten. Neben der guten Ökobilanz haben sie gegenüber der Massivbauweise eine gleich hohe oder sogar höhere Lebensdauer. Bei der Produktion von Blockhäusern werden weit weniger fossile Brennstoffe verbraucht, als für die Herstellung anderer Baumaterialien (Steine, Beton, Dämmstoffe). Die bei der Verarbeitung entstehenden Holzreste können zur Energiegewinnung genutzt werden. Hier benutzt z. B. der Blockhaus-Anbieter Polar Life Haus als Rohmaterial Polarfichten und Polarkiefern aus den mittelfinnischen Regionen.
Mit großformatigen Elementen oder Vollholzbauweise (Blockhaus) sind auch luft- und winddichte Häuser (Blower-Door-Test) im Passivhaus-Standard zu realisieren. Durch moderne Holzverarbeitungstechniken können lamellierte Blockbohlen mit einer Dicke von bis zu 60 cm und spezielle Blockbohlenprofile hergestellt werden. Dadurch sind auch die Anforderungen der EnEV ohne zusätzlich Dämmmaßnahmen zu erreichen.
Das Naturprodukt Holz reguliert auf ganz natürliche Weise die Luftfeuchtigkeit und bietet im Sommer ein angenehm kühles Raumklima und im Winter behagliche Wärme. Die Luftqualität in einem Blockhaus ist spürbar frisch und angenehm, da das Holz das Raumklima ausgleicht, die Luft filtert und reinigt. Aufgrund der atmungsaktiven Wandbeschaffenheit kann sich kein Kondenswasser bilden und Schimmelbildung und Raumluftproblemen wird entgegengewirkt.

POLAR LIFE HAUS


Kubushäuser - West - Ostansicht


Kubushäuser - Ost - Westansicht

Kubushaus
Das Kubushaus (Wohnwürfel) hat die Form eines Würfels. In seiner strengsten Ausprägung besteht es aus vier gleich großen Seiten und einem Flachdach ruht. Der Ursprung vom Kubushaus war der Bauhausstil. Leider lassen nicht alle Bebauungspläne den Bau zu. Die Gebäude können als Fertighaus oder Massivhaus errichtet werden. Manche Baufirmen bieten den Kubus auch als kleines Modulhaus an, welches komplett vormontiert per Tieflader geliefert wird.
Das Haus bietet sich besonders auf kleinen Grundstücken an. Das moderne Flachdach ermöglicht die Nutzung aller Räume im Obergeschoss ohne Dachschrägen und das Dach kann als Terrasse genutzt werden. Natürlch kann dort auch ein begrüntes Dach oder ein Dachgarten angelegt werden, wenn auf dem Grundstück nicht genug Gartenfläche vorhanden ist. Besonders geeignet sind diese Dächer auch für das Installieren einer Solarthermie- und/oder Photovoltaikanlage, weil die Module optimal zur Sonne ausgerichtet werden können.

Die Kubus Bauweise verzichten, im Gegensatz zu anderen Haustypen, vollständig auf jegliche Verschnörkelungen, geschwungene Formen oder dekorative Gestaltungen. Sie bestehen aus absolut geradlinigen Wänden und einem flachen Dach, das vielseitig nutzbar ist.
Vorteile des Kubushauses
• Effiziente Raumnutzung
• Minimalistisches Design
• Energieeffiziente Bauweise
• Leichte Wartung und Pflege
• Gute Lichtverhältnisse
• Flexibilität in der Innenarchitektur
• Zeitlose Ästhetik
• Günstige Konstruktionskosten
• Hohe Stabilität und Langlebigkeit
• Umweltfreundliches Bauen möglich
Nachteile bei Kubushäusern
Wie bei allen Häusertypen gibt es auch beim Kubus Eigenschaften, die sich für manche Nutzungszwecke als nachteilig erweisen können. Einer der Hauptpunkte sind die großen Fenster und Glasfronten, die als typisch für Kubushäuser gelten und ihren besonderen Charme ausmachen.
Viel Glas bedeutet auch eine größere Einsehbarkeit von außen. Wenn ihr euer Haus in einer dicht bewohnten Nachbarschaft geplant habt, müsst ihr damit rechnen, dass vorbeigehende Personen jederzeit ins Haus gucken können. Abhilfe schafft hier jedoch unter anderem ein Gartensichtschutz.
Nicht immer für die Stadt geeignet
Die Kubusbauweise eignet sich vor allem für eine Wohnlage, die sich durch ein schönes Panorama und eine entsprechende Aussicht auszeichnet. Die großzügigen Fenster haben vor allem den Sinn, nach draußen gucken zu können.
Dies ist besonders attraktiv, wenn ringsum Natur oder eine ansprechende Umgebung gegeben sind. Reine Straßenzüge mit hoher Population sind möglicherweise nicht die ideale Lösung.
Eingeschränkte Wahl des Daches
Ein weiterer Nachteil sind die meist höheren Kosten bei einem Flachdach im Vergleich zum Satteldach. Die Ausgaben für eine effiziente Wärmedämmung sind nicht unerheblich und auch der Aufwand für Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten im weiteren Verlauf fällt umfangreicher aus.
Grundsätzlich bestehen bei einem Flachdach größere Belastungen, sei es furch die Nutzung als Terrasse oder auch durch die fehlende Gewichtsverteilung beim Schneefall. Hier sind entsprechende Kosten für eine ausreichend hohe Tragfähigkeit zu berücksichtigen.
Bebauungsplan ist maßgebend
Auch im Hinblick auf das geplante Grundstück solltet ihr vorab klären, ob die Kubusbauweise dort möglich ist. Über die Details gibt der Bebauungsplan eurer Gemeinde Auskunft. Eine großzügige Bauordnung, die unterschiedliche Häusertypen erlaubt, ist dabei von Vorteil.
Es kann aber auch möglich sein, dass ein Kubushaus für bestimmte Grundstücke nicht zugelassen ist. Eine Nachfrage beim zuständigen Bauamt gibt euch hierzu Sicherheit.

Quelle: Hanse Haus GmbH

Das eigene Kubushaus planen:
Modernes Wohnen in zeitloser Architektur

Hanse Haus GmbH

Kubushaus: Effizient, aber nicht immer erlaubt
immowelt GmbH
Kubushaus bauen
Büdenbender Hausbau GmbH

Leichtbauhaus

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Quelle:

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Leichtbauweise: 5 Mythen im Faktencheck
André Borbe, Ralf-Ingo Schmidt, Redaktion Haus.de

Wohnhaus in Stahl-Leichtbauweise
Karmod Vorgefertigte Bautechnologien
Leichtbauwerkstoffe
ConKomm GmbH

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Quelle:

Fertighaus
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Was ist ein Fertighaus? - Die Grundlagen verständlich erklärt
Thomas Müller, pw-Internet Solutions GmbH
Containerhaus: Über 50 Modelle von mehr als 20 Anbietern
Modulheim.de - Leonard Tekstra

Serielles und modulares Bauen


Fertige Raumteile in der Montagehalle


Raumteile müssen vor Ort nur noch zusammengebaut werden
Quelle: McMakler GmbH

Serielles oder modulares Bauen ist das Bauen mit hoch standardisierten, industriell vorgefertigten Modulen verstanden. Hier kommen unterschiedliche Aspekte zusammen. Serielle Planung von Gebäuden, in der Regel mit gleichen Grundrissen. Dabei gibt es Wiederholungen von Materialien und Elementen oder die Typisierung von Konstruktionen. Bei dem industriellen Bauen werden viele Bauelemente in Fertigungshallen hergestellt.und auf der Baustelle zusammengesetzt. Hier ist aber der Begriff “Plattenbau” nicht angebracht, weil es sich dabei um eine Massivbauweise mit Betonplatten handelte.
Nach Angaben der Bauwirtschaft haben die reinen Baukosten ein Niveau erreicht, dass bezahlbare und klimagerechte Wohnungen mit der konventionellen Bauweise kaum noch zu errichten sind. Hier ist ein Umdenken angesagt. Serielles Bauen, Vorfertigung (Prefab, Prefabrication), Elementbauweise, Modulbauweise, Baukastensysteme, Typenprojekte oder Systembau (industrialisiertes Bauen) gewinnen immer mehr an Bedeutung.

Serielles Bauen: Zurück in die Zukunft?
McMakler GmbH

Seriellen Bauen bezieht sich auf die Herstellung von Bauteilen oder Gebäudeteilen in großer Stückzahl und deren Montage vor Ort bezeichnet. Dabei werden die Bauteile nach einem vordefinierten Standard produziert, so dass sie in verschiedenen Bauvorhaben eingesetzt werden können. Vorgefertigte Bauteile (Bauelementelemente) sind z. B. Decken, Wände, Fassadenelemente (mit Fenstern, Türen oder Wärmedämmung), Treppen oder Balkonanlagen. Diese Bauart wird vorrangig bei großflächigen Bauprojekten (Wohnsiedlungen, Gewerbeimmobilien) eingesetzt.
Modulares Bauen (Modulbau) bezieht sich auf die Herstellung vorgefertigter Module, die vor Ort zu einem fertigen Gebäude zusammengesetzt werden. Die Module können in verschiedenen Größen und Konfigurationen hergestellt werden, z. B. als fertige Wohneinheiten mit Vorinstallationen (Küche und Bad) als eigenständige Einheiten oder kombiniert zu größeren Gebäuden. Diese Bauart wird vorrangig für kleinere Projekte (Einfamilienhäuser, individuelle Projekte [Bürogebäude}) eingesetzt. Auch Minihäuser und Tiny-Häuser können in Modulbauweise vorgefertigt und als fertiges Einzelgebäude errichtet werden. Zunehmend sollen auch größere Wohngebäudekomplexe in Modulbauweise errichtet werden.

Vorteile und Nachteile gegenüber konventionellen Bauweisen

Vorteile:
• Da die Bauteile vorgefertigt werden, können die Bauzeiten erheblich verkürzt werden.
• Durch die Serienfertigung und standardisierte Bauteile können Kosten eingespart werden
• Die vorgefertigten Bauteile sind exakt aufeinander abgestimmt und passgenau, was zu ei- ner höheren Präzision im Bau führt. Je nach Witterung ist es nicht immer möglich die gleiche Präzision zu erreichen, wie bei einer Vorfertigung in der Halle.
• Nachhaltigkeit beim Einsatz von nachhaltigen Materialien und Technologien: Je nach Konzept, können einzelne Module zudem rückgebaut und wiederverwendet werden.
• Geringe Staub- und Lärmbelästigung durch die Baustelle vor Ort
• Kürzere Bauzeiten verringern darüber hinaus die Risiken für plötzliche Kostensteigerungen durch singuläre Ereignisse wie Lieferkettenstörungen oder Material- und Personalmangel
Nachteile:
• Durch die Standardisierung der Bauteile können Gestaltungsmöglichkeiten eingeschränkt sein.
• Änderungen an den vorgefertigten Bauteilen können aufwendiger sein als bei klassischen Bauweisen.
• Die vorgefertigten Bauteile müssen transportiert werden, was logistische Herausforderungen bedingen kann.
• Da die Bauteile von spezialisierten Herstellern gefertigt werden, kann eine Abhängigkeit entstehen.

Quelle: Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages

Der markanteste Unterschied des seriellen Bauens gegenüber der konventionellen Errichtung von Gebäuden ist die Vorverlagerung der Produktion von der Baustelle in eine Werkstatt oder Fabrik.

Die Vorteile sind:
Witterungsunabhängige Fertigung, auch im Winter und bei schlechtem Wetter,
• computergestützte und/oder automatisierte Abläufe,
Einsatz moderner Herstellungstechniken, zum Beispiel Roboter oder 3D-Druck,
hohe Herstellungspräzision und gleichbleibende (Industrie-)Qualität der Elemente und Module,
Reduktion von Abfällen und damit Materialeinsparung bzw. Ressourcenschonung,
exakte Terminplanung, Vermeidung von Leerlauf,
verbesserte Qualität durch Wiederholung und Lerneffekt bei den Mitarbeitern,
keine gegenseitige Behinderung von Gewerken auf der Baustelle, 
deutlich verringerte Bauzeiten durch Vorverlagerung der Produktion,
optimierte Bauabläufe durch termingetreue Anlieferung,
reduzierter Platzbedarf und weniger Aufwand für Lagerhaltung durch Beschickung der Baustelle „Just-in-time“,
schnelle und wenig fehleranfällige Montage durch klar definierte Schnittstellen zwischen den Elementen und Modulen,
• hohe Vorfertigungsgrade der Elemente reduzieren den im konventionellen Bauen extrem zeit- und lohnaufwändigen Ausbau (Installationen und Leitungsführungen für die Haustechnik, aber auch Bauteile wie Fenster oder Türen sollten bereits in der Werksfertigung integriert werden), 
• großes Potenzial hinsichtlich der Demontierbarkeit und Wiederverwendbarkeit von Bauteilen im Sinne der Kreislaufwirtschaft.

Quelle: bba bau beratung architektur - Konradin Medien GmbH

Serielles und modulares Bauen im Gebäudesektor
Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages

Wohngebäude - wirtschaftlich flexibel seriell
GOLDBECK GmbH

Modulares und serielles Bauen – Begriffe und Aspekte
bba bau beratung architektur - Konradin Medien GmbH

Modular und seriell: Wie Bauen schneller und günstiger wird
Steffen Guthardt, DHZ - Holzmann Medien GmbH & Co. KG
Bürokratieabbau soll Bauprojekte erleichtern: Das ist geplant
DHZ - Holzmann Medien GmbH & Co. KG
Einfach günstig bauen im elsässischen Illzach
Ursula Baus, Bauwelt - Bauverlag BV GmbH
Perfect Match - Hybridbau in neuen Dimensionen
HaustechnikDialogNews - BitSign GmbH

Bau-Turbo
Jedes Bauprojekt beginnt mit einer Planungs- und Genehmigungsphase. Wenn wir zukünftig schneller mehr Wohnraum zur Verfügung stellen wollen, müssen wir hier ansetzen. Hierfür ist der Bau-Turbo als Teil des "Gesetzentwurfs zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung" das richtige Intrument: Wenn die Gemeinde zustimmt, kann künftig von den bisher geltenden Vorschriften des Planungsrechts abgewichen werden, wie zum Beispiel von der Aufstellung eines Bebauungsplans. Das spart Zeit, Arbeit und Geld. Es gilt dann, wenn die Abweichung mit den Interessen der Allgemeinheit vereinbar ist und einem der folgenden Vorhaben dient:
• der Errichtung eines Wohngebäudes,
• der Erweiterung, Änderung oder Erneuerung eines Gebäudes, wenn dadurch neue Wohnungen geschaffen oder vorhandener Wohnraum wieder nutzbar wird, oder
• der Nutzungsänderung eines Gebäudes zu Wohnzwecken.
Hierdurch benötigte soziale und kulturelle Einrichtungen, wie beispielsweise Kitas, können ebenfalls zugelassen werden. So schafft der Bau-Turbo bezahlbaren Wohnraum für Menschen, die besonders stark vom Wohnungsmangel betroffen sind, wie beispielsweise Familien, Auszubildende, Studierende, ältere Menschen und Menschen mit geringem Einkommen.

Schneller bauen heißt günstiger bauen
Die Erstellung oder Änderung eines Bebauungsplans kann mehrere Jahre dauern. Dieser Planungszeitraum für den Wohnungsbau soll künftig massiv verkürzt werden: Wenn die Gemeinde sich entscheidet, den Bau-Turbo anzuwenden, kann innerhalb von zwei Monaten ein Bebauungsplan ersetzt werden. So kann Bauen nicht nur schneller, sondern auch bezahlbarer werden. Denn weniger Aufwand bedeutet weniger Personal, weniger Zeit und damit auch weniger Kosten. Die Bundesregierung rechnet durch die Einführung des Bau-Turbos mit einer jährlichen finanziellen Entlastung von rund 1,7 Milliarden Euro für die Verwaltung, von rund 505 Millionen Euro für die Bürgerinnen und Bürger und von rund 334 Millionen Euro für die Wirtschaft. Das entspricht einer jährlichen Gesamtentlastung von mehr als 2,5 Milliarden Euro.

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Die wichtigsten Neuerungen des Gesetzentwurfes sind:

Neueinführung § 246e (Bau-Turbo)
Erlaubt befristet ein Abweichen von bauplanungsrechtlichen Vorschriften. Wenn die Gemeinde sich entscheidet, den Bau-Turbo anzuwenden, können zusätzliche Wohnungen bereits nach einer zweimonatigen Prüfung durch die Gemeinde, ohne Aufstellung oder Änderung eines Bebauungsplans zugelassen werden. Dies erlaubt es durch Neubau, Umbau oder Umnutzung zügig neuen Wohnraum zu schaffen. Die Regelung ist bis 31. Dezember 2030 befristet.
Anpassung § 31 Absatz 3 BauGB
§ 31 Absatz 3 BauGB ermöglicht im Geltungsbereich eines Bebauungsplans mehr Wohnbebauung auch über die Vorgaben des Plans hinaus. So kann beispielsweise in ganzen Straßenzügen durch Aufstockung, Anbauten oder Bauen in der zweiten Reihe neuer Wohnraum geschaffen werden.
Anpassung § 34 Absatz 3b BauGB
§ 34 Absatz 3b BauGB ermöglicht im unbeplanten Innenbereich nun über die bisher bestehenden Möglichkeiten hinaus auch die Neuerrichtung von Wohngebäuden dort, wo sie sich nicht in den Bebauungszusammenhang einfügen.
Der Umwandlungsschutz wird gestärkt.
Mietwohnungen sollen auch weiterhin nicht ohne Weiteres zu Eigentumswohnungen umgewandelt werden können. Das ist ein wichtiges Instrument, um Mieterinnen und Mieter vor Verdrängung aus ihrem gewohnten Lebensumfeld zu schützen. Deshalb wird der sogenannte Umwandlungsschutz in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt um fünf Jahre verlängert.
Die Nachverdichtung wird einfacher.
Bislang scheitern Nachverdichtungen oft an zu strengen städtebaulichen Hürden. Zukünftig kann auch in Innenbereichen (also in zusammenhängend bebauten Ortsteilen) ohne Bebauungsplan von geltenden städtebaulichen Regelungen abgewichen werden, zum Beispiel bei der nachträglichen Aufstockung von Gebäuden oder Hinterlandbebauung.
Der Außenbereich wird behutsam geöffnet.
In vielen Städten und Gemeinden wird verfügbares Bauland immer knapper. Deshalb soll künftig auch im sogenannten Außenbereich (also in Gebieten ohne Bebauungsplan und außerhalb eines im Zusammenhang bebauten Ortsteils) einfacher neuer Wohnraum geschaffen werden können. Dabei beachten wir den Umweltschutz und die Flächensparsamkeit. Gebaut werden soll nur im räumlichen Zusammenhang mit bestehenden Siedlungen.
Die Durchmischung von Quartieren wird erleichtert.
Restriktive Immissionsrichtwerte und technische Vorgaben für anlagenbezogenen Lärm machen Bauprojekte durch erhöhten Investitionsbedarf in Lärmschutzvorrichtungen kompliziert und teuer. Änderungen im Baugesetzbuch sollen ermöglichen, dass Gemeinden bei der Aufstellung von Bebauungsplänen davon abweichen dürfen, zum Beispiel bei der Festsetzung von Schallschutzvorkehrungen für das Erreichen bestimmter Innenraumpegel. Mit innovativen Lärmschutzlösungen kann so mehr Wohnbebauung als bisher in der Nähe von Gewerbebetrieben realisiert werden.
Die kommunale Selbstverwaltung der Gemeinden wird gestärkt.
Das letzte Wort darüber, wie der Wohnbau-Turbo konkret eingesetzt wird, haben die Gemeinden vor Ort. Dazu bleibt das Zustimmungserfordernis der Gemeinden bestehen. Wir verlängern auch die Möglichkeit für die Bundesländer Kommunen mit angespanntem Wohnungsmarkt auszuweisen, was den Kommunen eine Reihe von Instrumenten an die Hand gibt, um die Entwicklung vor Ort besser zu steuern, etwa durch die erleichterte Anwendung von Vorkaufsrechten, Befreiungen oder Baugeboten.

Der Gesetzentwurf wurde am 18. Juni 2025 vom Bundeskabinett entschieden und befindet sich nun im parlamentarischen Verfahren. Das Gesetzgebungsverfahren soll im Bundestag bis Herbst 2025 abgeschlossen sein. Das Gesetz ist im Bundesrat nicht zustimmungspflichtig.

"Bau-Turbo-Gesetz" in Kraft – Schaffung von mehr Wohnraum leicht gemacht?
Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB)

"Bau-Turbo" - Schneller bauen - das sieht der neue Gesetzesentwurf vor
Gudrun Mallwitz, KOMMUNAL - Zimper Media GmbH
Durch radikale Senkung der Baukosten zu rentablen Wohnbauprojekten!
Pro Bauherr GmbH
Baupolitik wechselt in den (Bau-)Turbogang : die Maßnahmen im Überblick
HaustechnikDialogNews - BitSign GmbH

Gebäudetyp E
Neben dem seriellen oder modularen Bauen mit hoch standardisierten, industriell vorgefertigten Modulen wird das Bauen mit dem "Gebäudetyp E" kostengünstiger. Beim Bauen sind die sogenannten "Anerkannte Regeln der Technik" (aRdT) vertragsrechtlich relevant. Damit sind alle Regeln gemeint, die unter Branchenfachleuten als technisch geeignet, angemessen und notwendig erachtet werden, um gut und fehlerfrei zu bauen, und die sich in der Praxis bewährt haben. Aber immer neue Anforderungen an Gebäude bei Komfort, Energieeffizienz, Schallschutz, Brandschutz und vielem mehr, die weit über die für die Sicherheit wirklich notwendigen Standards hinaus gehen, machen das Bauen immer teurer und langsamer.
Teilweise widersprechen sich die Inhalte, die in den aRdT festgelegt sind.
Das Hauptproblem sind die Verwerfungen bei den Lieferketten, explodierende Materialpreise und hohe Zinsen, die die Bauaktivitäten nahezu gelähmt haben, weil die Bezahlbarkeit nicht mehr gegeben ist. Die Frage, die alle umtreibt, ist, wie wieder bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden kann. Dabei richtet sich der Blick auf den erstickenden Regelungsdickicht und die Maximalansprüche ans Bauen. Es sind die rund 4.000 Normen im Bauwesen, von denen nur rund 400
gesetzlich als Mindestanforderung vorgeben, an die man sich tatsächlich halten muss. Bei allen anderen Normen ist die Anwendung eigentlich freiwillig.
Auf die Spitze treibt es die Rechtsprechung mit dem sogenannte "Mangel ohne Schaden". Das bedeutet, dass ein Bauherr klagt, weil eine eigentlich freiwillige Norm im Zuge einer Baumaßnahme durch den Bauunternehmer nicht berücksichtig wurde. Wenn das Gericht feststellt, dass es sich bei dieser Norm um eine aRdT handelt, fällt die Entscheidung in den meisten Fällen zugunsten des Klägers. Und das, obwohl am Gebäude kein Schaden entstanden ist. In der Folge kommt es durch diese Rechtsauffassung zu Regressansprüchen. Um die zu vermeiden, werden immer alle Normen, Richtlinien und Herstellerangaben, die eine aRdT sein könnten, eingehalten. Dieser Aufwand wird in der Kalkulation berücksichtigt und ist eine Ursache der Kostenspirale im letzten Jahrzehnt.
Das Vertragsrecht wird auf Bundesebene geregelt, aber das Bauordnungsrecht in den 16 Bundesländern.
Um das zu vereinheitlichen, ist es wichtig, dass die Landesbauministerkonferenz sich auf gemeinsame Standards festlegt. Die Länder Bayern und Niedersachsen gehen bei der Reform ihrer Bauordnung voran und zeigen, was machbar ist.


Gebäudetyp E
Quelle: Bayerische Architektenkammer

Mit dem "Gebäudetyp E" können die Vertragspartner künftig beim Bauen von kostenintensiven Standards rechtssicher abweichen und zugleich die hohen Sicherheitsstandards beim Bauen einhalten. Die Bundesregierung wird noch in dieser Legislaturperiode die erforderlichen Änderungen im BGB und Baugesetzbuch auf den Weg bringen.
Aber das ist ein Mosaikstein der notwendigen Maßnahmen, um das kostengünstigere Bauen und die Senkung der Mieten auf den Weg zu bringen. Weitere Maßnahmen sind massive Investitionen in den sozialen Wohnungsbau, eine Zinsverbilligung für öffentliche und private Bauherren, Abschreibungserleichterungen für Investoren. Diese wurden in der Geschichte der Bundesrepublik schon mehrfach erfolgreich eingesetzt.

Gebäudetyp-e
Bayerische Architektenkammer

Vorteile des Gebäudetyp E
• Mit dem Gebäudetyp E wird das Planen und Bauen einfacher, günstiger und schneller.
• Auf Standards, die nicht unbedingt notwendig sind, kann verzichtet werden, ohne dass dies Qualität und Sicherheit der Gebäude beeinträchtigt.
• Der Gebäudetyp E kann bei Neubauvorhaben und im Bestand genutzt werden.
• Die zielgerichtete und nutzerorientierte Anwendung von Baunormen führt zu einem effizienteren Einsatz von Materialien, geringeren Planungs- und Baukosten.

Außerdem wird sich der Bund in Verbindung mit den Bundesländern (Bauministerkonferenz) das Baugesetzbuch (BauGB) einer umfassenden Novellierung unterziehen. Damit sollen weitere Beschleunigungsmaßnahmen im Bauordnungsrecht und Bauplanungsrecht umgesetzt werden.

• Das gesamte Aufstellungsverfahren bis zur Planerstellung und Festsetzung soll digitalisiert werden.
• Digitale Planungs- und Genehmigungsverfahren sollen in den Fachgesetzen als Regelverfahren im Sinne einer Umkehr des Regel-Ausnahme-Prinzips etabliert wertden.
• Schriftformerfordernisse sollen aus den für die Planungs- und Genehmigungsverfahren relevanten Regelwerken soweit möglich gestrichen oder wo angezeigt durch geeignete digitale Tools ersetzt werden.
• Der digitale Bauantrag soll bis spätestens Mitte 2024 umgesetzt werden.
• Zudem soll eine vereinfachte digitale Verfügbarkeit von Umwelt- und Artenschutzdaten. Und so möchte der der Bund in einem ersten Schritt 2023 ein digitales Portal für Umweltdaten einrichten, das in der Folge durch eine auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierende Wissensplattform mit planungsrelevanten Umweltdaten ergänzt wird. Der Bund entwickelt Konzepte zur Schaffung eines bundesweiten Umweltdatenkatasters und einer bundesweiten Gutachtendatenbank.

"Gebäudetyp E" - Einfach, experimentell und effizient bauen
Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen

"Gebäudetyp E" - Leitlinie und Prozessempfehlung (Entwurf)
Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen
"Gebäudetyp E" soll Bauen einfacher und günstiger machen
Karin Birk, DHZ - Holzmann Medien GmbH & Co. KG
Krise im Wohnungsbau: Gebäudetyp E, Nachverdichtung, Nutzungsänderung, Digitalisierung, serielle/modulare Fertigung u.a.
sollen das Bauen vereinfachen und beschleunigen

Dr. Elmar Bickert, Forum Nachhaltige Immobilien
DIN begrüßt Referentenentwurf zum Gebäudetyp-E-Gesetz
Deutsches Institut für Normung e. V.

Und jetzt kommen die Bedenkenanmelder bzw. Bedenkenträger :>((
(Die Schuld wird den High-End-Standards gegeben, weil es sonst keine Förderung gibt)
Schreiner zweifeln am "Gebäudetyp E"
Steffen Range, DHZ - Holzmann Medien GmbH & Co. KG
Bauherren-Schutzbund: "Bewährte Standards nicht aufweichen"
Steffen Range, DHZ - Holzmann Medien GmbH & Co. KG
Von den Regeln der Technik abweichen
Roswitha Loibl (Peter Burnickl und Dr. Florian Schrems), RM Rudolf Müller Medien GmbH & Co. KG
Gebäudetyp E für schnelleres bauen: Kritik von Experten
haustec.de - Alfons W. Gentner Verlag GmbH & Co. KG
VDMA-Stellungnahme/Position - Gebäudetyp-E-Gesetz
Stellungnahme zum Referentenentwurf des Gebäudetyp-E (BMJ, Stand 21.06.24) & zur Leitlinie und Prozessempfehlungen Gebäudetyp E (BMWSB, Stand 11.07.24)

Michael Wolfram, Forum Gebäudetechnik VDMA e. V.
ZVEI kritisiert Gesetzentwurf zum Gebäudetyp E:
Normen müssen weiter Anwendung finden

ZVEI e. V. - Verband der Elektro- und Digitalindustrie

Es war ja nichts anders zu erwarten > Der Gebäudetyp E ist tot >((
Da haben die Bedenkenträger (Bau-Lobbyverbände und Bau-Sachverständige) eine "gute" Arbeit geleistet. Mehrere BGH-Richter kamen zu der Meinung, dass der Gesetzesplan zum einfachen Bauen "Gebäude E", "Zur Herbeiführung seines Ziels nicht geeignet", und das In seltener Klarheit rügen.
Jetzt kann man nur noch hoffen, dass mit dem Seriellen und modularen Bauen, der 3D-Betondruck-Methode, dem automatisierten Hausbau und Selbstbauhäusern das Bauen schneller und kostengünstiger umsetzen kann.

Der Gebäudetyp E ist tot !?!
Harald Schumacher, Handelsblatt GmbH

Bau-Turbo - Entwurf eines Gesetzes zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung
Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB)
Eckpunkte zum Gebäudetyp E Baustandards:
Baugewerbe nennt Regierungspläne "Meilenstein"

Karin Birk, Deutsche Handwerks Zeitung - Holzmann Medien GmbH & Co. KG

Die Bundesregierung will das Bauen vereinfachen und so für mehr Wohnraum sorgen. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) und Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) haben ein Eckpunktepapier zum Gebäudetyp E vorgelegt, das eigentlich schon vorliegt,
denn der Gebäudetyp E wurde schon von der Vorgänger-Regierung geplant und vorbereitet, deswegen hätte man sich eine schnellere Umsetzung durch die neue Regierung wünschen können. Hoffentlich wird das Gesetz nicht nur angekündigt, sondern auch umgesetzt.
Und inwieweit das Bau-Turbo-Gesetz mit dem Gebäudetyp E vereinbar ist, muss erst einmal erklärt werden.

Hamburg-Standard

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Initiative kostenreduziertes Bauen

Neben den Bundesländern Bayern und Niedersachsen hat jetzt auch die Hansestadt Hamburg das Konzept "Hamburg-Standard" vorgestellt. Mit dem sollen ähnliche Ziele wie der Gebäudetyp E (Karin Birk - DHZ) verfolgt werden. Die Initiative zur Vereinfachung und Kostensenkung im Bauwesen soll die rechtliche Herausforderungen berücksichtigen. Diese wurden vom Bundesministerium der Justiz (BMJ) mit dem Gebäudetyp-E-Gesetz nicht eingehalten, denn von baurechtlichen Standards abzuweichen, ohne dabei die Schutzziele zu gefährden, wurden nicht erreicht. Es gibt Bedenken hinsichtlich der Vereinbarkeit mit geltendem Baurecht und verfassungsrechtlichen Prinzipien. Die Abweichung von bestehenden Normen, die den Kern des Gebäudetyps E ausmacht, schafft rechtliche Unsicherheiten.

Das Konzept "Hamburg-Standard" soll bezahlbaren Wohnraum schaffen. Das Ziel ist klarBauen muss günstiger werden, ohne dabei die Qualität aus den Augen zu verlieren.
Durch bedarfsgerechtere Standards, effizientere Planungs- und Managementprozesse sowie schnellere Genehmigungen können im Wohnungsneubau bis zu 2.000 Euro brutto pro Quadratmeter/Wohnfläche eingespart werden. Das zeigen die jetzt veröffentlichten Ergebnisse der Hamburger "Initiative kostenreduziertes Bauen". Sie sollen eine neue Baukultur ermöglichen, mit der auch in Zukunft bezahlbarer und attraktiver Wohnraum geschaffen werden kann.

Drei Handlungsfelder

Kostenreduzierende Baustandards schaffen die technische Grundlage für bedarfsgerechte Anpassungen etablierter Standards in der Baukonstruktion und der Gebäudetechnik. Durch Vereinfachung und den Wegfall von Anforderungen werden deutliche Erleichterungen geschaffen, denn häufig treiben verzichtbare Anforderungen die Kosten nach oben treiben. Ihre Umsetzung ist nicht selten technisch aufwändig und führen zu hohen Betriebskosten und mehr Flächenbedarf. Beispiele sind der Verzicht auf Trittschalldämmung auf vorgelagerten Balkonen oder eine Normtemperaturanpassung, um überdimensionierte Heizungen zu vermeiden – das senkt Baukosten und langfristige Betriebskosten. Für die konkrete Anwendung wurden Arbeitshilfen entwickelt, die sich an alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette richten. Eine praxisorientierte Handreichung hilft, die identifizierten Vereinfachungen gezielt zu verstehen und effektiv in Neubauprojekten umzusetzen. Einen rechtssicheren Rahmen und Transparenz für Nutzende schaffen Mustervertragsklauseln auf Grundlage geltenden Rechts. Der positive Einfluss auf die Reduzierung der Baukosten wurde durch eine Analyse der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. (ARGE) bestätigt.

Optimierte Prozesse und Planung zeigen Möglichkeiten auf, den Planungs- und Bauprozess auf privater Seite effizienter zu gestalten und macht Optimierungsvorschläge für Bauherren, Planende, ausführende Unternehmen und weitere am Bau Beteiligte. Die Analyse realer Bauvorhaben hat typische Kostenfallen sichtbar gemacht und liefert eine Grundlage, um Optimierungspotenziale zu identifizieren und die zeitlichen, organisatorischen und baulichen Ursachen für Mehrkosten von Beginn an in den Blick zu nehmen. Hieraus wurde ein Konzept entwickelt, das beispielsweise durch frühzeitige Projektpartnerschaften sowie die konsequente Vorbereitung der so genannten Phase 0 in Bauprojekten Bauzeiten effektiv verkürzt, unnötige Planungsschleifen verhindert, die Zahl der Mängel und die Kosten aus Projektverzögerungen deutlich senkt. Gleichzeitig wird die Qualität der Planung von Anfang an erhöht und die Anzahl der Mängel reduziert.

Schnellere Verfahren sollen die Genehmigungs- und Planungsverfahren von Neu- und Umbauvorhaben durch die öffentliche Hand effizienter machen. Der direkte und transparente Informationsfluss von der Projektentwicklung bis zur Baugenehmigung sowie eine übergreifende Koordination aller Beteiligten sparen Zeit und Kosten. Die Verfahrenskoordination ist dabei zentral, um eine ergebnisorientierte Abstimmung zwischen den Akteursgruppen – Immobilienwirtschaft, Planende, Behörden – zu gewährleisten. So sorgen einheitliche Planungsstandards zusammen mit einem digitalen Werkzeug zur Darstellung der Kostenwirkung von planerischen Varianten für eine effiziente und kostenbewusste Abstimmung mit der Verwaltung, die dann verlässlichere Leitplanken für das anschließende Genehmigungsverfahren vorgibt. Die Etablierung einer "Projektuhr" soll dazu dienen, den Zeit- und Kostenstatus eines Projektes sichtbar und bewusst zu machen.

Quelle: hamburg.de GmbH

Durchbruch im Wohnungsbau
Über ein Drittel weniger Kosten durch neuen Hamburg-Standard möglich

Betreibergesellschaft (Betreibt die Webseite hamburg.de) - hamburg.de GmbH
Der neue Hamburg-Standard
Baukosten senken – Potenziale nutzen: ein Drittel Einsparung möglich

Freie und Hansestadt Hamburg - Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen

Neues Modell vorgestellt - Günstiger bauen mit dem "Hamburg-Standard"?
DHZ - Holzmann Medien GmbH & Co. KG

Recyclinghaus
Ein Recyclinghaus (Re-Use-Haus, Urban Mining, zirkuläres Bauen ) ist ein Gebäude, das nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft (Cradle-to-Cradle) gebaut wird. Das Hauptziel ist es, den enormen Ressourcenverbrauch und die CO2-Emissionen der Bauindustrie radikal zu senken. Statt neue, endliche Rohstoffe zu verbrauchen, setzt diese Bauweise auf das Urban Mining – also das Nutzen der Stadt und alter Gebäude als Materiallager.


Ein Recyclinghaus basiert im Wesentlichen auf drei Säulen

Die 3 Kernprinzipien des zirkulären Bauens
Direkte Wiederverwendung (Re-Use): Bauteile aus Abbruchhäusern werden zerstörungsfrei ausgebaut, gereinigt, eventuell aufgearbeitet und direkt wieder einsatzbereit gemacht. Typische Beispiele hierfür sind alte Klinker, gebrauchte Fenster und Türen, Treppengeländer, Stahlträger oder sogar ganze Sanitärobjektee.
Einsatz von Recyclingmaterialien (Recycle): Wenn Bauteile nicht im Ganzen wiederverwendet werden können, werden sie aufbereitet. Typische Beispiele sind Baustoffe wie Recyclingbeton (aus geschreddertem Altbeton), Dämmstoffe aus alten Textilien/Jutesäcken oder Paneele aus gepresstem Recycling-Kunststoff..
Konstruktion für den Rückbau (Design for Disassembly): Ein Recyclinghaus wird so geplant, dass es in Zukunft selbst wieder komplett recycelt werden kann. Bauteile werden geschraubt, gesteckt oder genagelt, statt verklebt oder verschweißt. So lassen sich die Materialien am Ende der Lebensdauer des Hauses ohne Qualitätsverlust sortenrein trennen..

Recyclinghäuser - Vorteile
Enorme CO2-Ersparnis: Da Materialien nicht unter hohem Energieaufwand neu hergestellt werden müssen (wie z. B. Zement oder Stahl), sinkt der "graue CO2-Fußabdruck" des Gebäudes massiv..
Müllvermeidung: Die Bauwirtschaft ist weltweit für rund ein Drittel des gesamten Abfallaufkommens verantwortlich. Recyclinghäuser retten wertvolle Stoffe vor der Deponierung..
Rohstoffsicherung: Sand, Kies und Holz werden knapp. Urban Mining schont diese natürlichen Vorkommen.

Die größten Herausforderungen in der Praxis
Baurecht und Gewährleistung: Für gebrauchte Bauteile gibt es oft keine standardisierten Zertifikate oder Garantien. Architekten und Statiker müssen die Tragfähigkeit und Sicherheit oft aufwendig im Einzelfall prüfen und nachweisen.
Entwurf und Planung: Ein solches Haus kann nicht einfach "aus dem Katalog" bestellt werden. Der Entwurf muss sich flexibel an den Materialien orientieren, die gerade auf dem Markt (z. B. über Materialbörsen) verfügbar sind.
Höherer Arbeitsaufwand: Das sorgfältige Demontieren alter Gebäude und das Aufbereiten der Materialien per Hand ist aktuell oft teurer als der Kauf von billiger Neuware.

Recycling Haus
Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.
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Recyclinghaus - Kronsberg

Das Recyclinghaus ist ein experimentelles Wohnhaus im hannoverschen Stadtteil Kronsberg. Es handelt sich um einen Prototyp, der die Möglichkeiten und Potenziale verschiedenster Arten von Recycling im Reallabor austestet und einen kreislauforientierten und ressourcenschonenden Planungsansatz aufzeigt.
Das Recyclinghaus setzt einerseits auf recyclingfähige Bauprodukte wie beispielsweise dem Rohbau aus leimfrei zusammengesetzten Massivholzelementen. Andererseits werden recycelte Materialien wie die Gründung aus Recyclingbeton oder einer Fassadendämmung aus recycelten Jutesäcken eingesetzt. Es kommen aber auch in großem Umfang gebrauchte Bauteile im Ganzen zum Einsatz, die nach Möglichkeit aus eigenen Gebäudebeständen der Bauherrin Gundlach GmbH & Co. KG stammen, beziehungsweise lokal gewonnen wurden. Besonders entscheidend ist dabei eine recyclinggerechte Bauweise, die eine Nutzung und Demontierbarkeit der Bauteile ohne Qualitätsverlust beziehungsweise ein sortenreines Trennen der Baustoffe nach dem Ende der Lebensdauer ermöglicht.
Quelle: Cityförster

Recyclinghaus, Hannover
Cityförster
Recyclinghaus, Kronsberg
Cityförster
Recyclinghaus – ein preisgekröntes Wohnprojekt
cradle-mag - J.Fink Verlag GmbH & Co. KG

Sonderpreis der Jury

"Das Experimentalhaus von Cityförster in Hannover ist eine kleine Revolution: Der Prototyp beweist, wie sich mit leicht verfügbaren Recyclingmaterialien vorbildlich ressourcenschonend bauen lässt. Beachtliche 90 Prozent der Fassaden bestehen hierbei aus gebrauchten Bauteilen, die noch dazu ausschließlich lokal bei Abbrüchen und Umbauten gewonnen wurden. Der Denkanstoß aus Hannover befeuert die Diskussion über graue Energie und Ressourcenverbrauch und zeigt ganz nebenbei, wie Auswege aus einem aktuell umweltschädlichen Bauen gestalterisch höchst anspruchsvoll gelingen können.“

 

TRIQBRIQ-Holzbausystem


Bauklotz-Häuser aus nachhaltigem Holz
Quelle: TRIQBRIQ AG
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Holzsteine-BRIQs
Quelle: TRIQBRIQ AG
Häufige Fragen zum TRIQBRIQ-Holzbausystem
Funktionsweise & Aufbau

TRIQBRIQ AG
Wir verarbeiten regionales Kalamitätsholz zu massiven BRIQs

Unser Holzbausystem TRIQBRIQ besteht aus mikro-modularen Holzbausteinen – den sogenannten BRIQs. Diese werden mit Robotertechnik hochpräzise aus kostengünstigem Industrie- und Kalamitätsholz hergestellt. Die einzelnen BRIQs werden auf der Baustelle im Verband aufeinander gesteckt und über Buchenholzdübel miteinander verriegelt. Unser patentiertes Rohbausystem kann dabei vollständig auf künstliche Verbindungsmittel verzichten. Auf diese Weise lassen sich tragende Außenwände kosteneffizient, flexibel und in kurzer Zeit errichten. Am Ende der Nutzungsphase eines Gebäudes können unsere BRIQs sortenrein entnommen und vollständig wiederverwendet werden. Auch rückläufiges Bauholz kommt bei der Herstellung unserer BRIQS zum Einsatz. Damit bietet TRIQBRIQ eine ganzheitlich nachhaltige und kreislauffähige Alternative zu konventionellen Baustoffen.

Die kreislauffähige Alternative zum Ziegelstein
TRIQBRIQ AG
Deutschlands erster Supermarkt aus Holzbausteinen
TRIQBRIQ AG
Supermarkt aus Holzbausteine
Sendung mit der Maus - WDR Kinderseite

 

Haus aus Recyclingbeton
In der Gemeinde Heek errichtete die Büscher GmbH & Co. KG in nur vier Monaten ein Mehrfamilienhaus, dessen Innenwände aus altem Abrissmaterial bestehen. Das Haus aus Recyclingbeton zeigt in diesem Pilotprojekt, dass nachhaltiges Bauen mit Beton möglich ist. Denn bisher wird der hohe Anteil an Bau- und Abbruchabfällen in Deutschland für Neubauten kaum genutzt.
Als bislang einziges Unternehmen in Deutschland haben wir im Juni 2021 vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) für Wandelemente aus Recyclingbeton mit 100 % Natursteinersatz bekommen. In den Fertigteilen werden die Rohstoffe Kies und Sand komplett durch gemischtes Abbruchmaterial ersetzt.
Jetzt beweisen die Bauteile aus vollständig rezyklierten Sand- und Gesteinsanteilen auch in unserem Praxisprojekt, welches Potenzial in diesem neuen Baustoff steckt. An der Schniewindstraße in 48619 Heek ist das erste Recyclinghaus seiner Art mit malerfertig angelieferten Fertigteilen entstanden. Das Bauvorhaben ist ein "echtes Referenzobjekt für innovative Bautechnik" und seit Februar 2023 bezugsfertig.


Aufbereitung des Abbruchmaterials im Betonwerk Büscher
Quelle: Betonwerk Büscher GmbH & Co.KG
Recyclinghaus aus Abrissmaterial
Thomas Overbeeke, Büscher Unternehmensgruppe | Anke Templiner, Redaktion BauPortal
BG BAU - Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft

Produktion der Fertigteile aus Recyclingbeton
Der Bauschutt, der von rückgebauten Gebäuden aus einem Umkreis von bis zu 30 km stammt, wird auf dem Betriebshof des Unternehmens nach einer ersten Anlieferungskontrolle vorsortiert.
Nicht verwendbare Materialien wie etwa Metall, Kunststoff, Holz und Gips werden aussortiert. Zudem werden leichte Störstoffe wie etwa Plastikteilchen und Folie entfernt, ein Magnetabscheider trennt weitere Metalle.
Nach dem Sieben erfolgen Sichtkontrollen. Analysiert werden stoffliche Zusammensetzung, Kornaufbau, Rohdichte sowie Kern- und Oberflächenfeuchten der Gesteinskörnungen. Anschließend wird das Betongemisch nach firmeneigener Rezeptur mit 100 % Natursteinersatz inklusive der Sande hergestellt und in anpassbare Holzrahmen gegossen, sodass tragende und nicht tragende Innenwandelemente unterschiedlicher Größe individuell vorgefertigt werden können.

Haus aus Recyclingbeton fertiggestellt
Gebäude-Energieberater - Alfons W. Gentner Verlag GmbH & Co. KG
EcoElement-Block und EcoElement-Wand
Betonwerk Büscher GmbH & Co.KG

Cradle-to-Cradle-Prinzip

Cradle-to-Cradle (C2C – "Von der Wiege zur Wiege") ist ein Prinzip, das den "perfekten" Kreislauf beschreibt. Denn in diesem radikalen Kreislauf entsteht am Ende kein Müll (z.B. Recycling im Hausbau). Entwickelt wurde das Konzept durch den deutschen Chemiker Braungart und den US-amerikanischen Architekten McDonough im Jahr 2002. Das Cradle-to-Cradle-Prinzip – von der Wiege in die Wiege – orientiert sich dabei an der Natur. Denn biologische Kreisläufe lassen keinen Abfall zurück.
Dies steht im vollem Gegensatz zu unserem heutigen Produktionssystem. Unsere Abfallwirtschaft "Cradle-to-Grave" (C2G "Von der Wiege bis zum Grab" [Entsorgung oder Endlagerung]) basiert darauf, dass am Ende der Produktionskette Müll entsteht und zu Beginn immer neue Rohstoffe benötigt werden. Das Problem an der jetzigen Abfallwirtschaft ist, dass Ressourcen und der Lagerplatz des entstandenen Mülls begrenzt sind.
Cradle-to-Cradle funktioniert in dem Sinne ähnlich, wie die ökologische Landwirtschaft. Nicht nur der erste Nutzen darf im Mittelpunkt stehen, sondern auch die Verwendung der Rohstoffe nach der Nutzung. Hier spielt Recycling eine essentielle Rolle. Kostbare verwendete Ressourcen werden nicht weggeworfen, sondern wiederverwendet.
Beim Cradle-to-Cradle-Prinzip wird zwischen zwei Kreisläufen unterschieden, dem biologischen Kreislauf und dem technischen Kreislauf. Jeder Kreislauf muss ein in sich geschlossener Prozess sein. Zum Beispiel landen nach diesem Prinzip organische Bestandteile auf dem Kompost und damit wieder in der Natur. Gebrauchsgüter werden in chemischen oder mechanischen Prozessen wiederverwertet. Damit die Produkte vom Verbraucher wieder zum Hersteller zurückgelangen, bräuchte man, z. B. ein Pfandsystem oder eine Form des Leasings.
Quelle: Der perfekte Kreislauf - BUND-Umweltzentrum Ulm

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Cradle to Cradle - Kreis statt Krise
Neustadt an der Weinstraße

Cradle to Cradle
Michael Braungart, BRAUNGART EPEA
Cradle to Cradle – die Vision von der Kreislaufwirtschaft ohne Abfalll
UTOPIA GmbH
Nicht weniger, sondern mehr Konsum:
Cradle to Cradle im Bauwesen

Iris Jansen, ibau GmbH
Cradle-to-Cradle-Prinzip
Heinze GmbH | NL Berlin | BauNetz
Fragen und Antworten zu Cradle to Cradle
Umweltbundesamt

Zirkuläres Bauen

Das Zeitalter der linearen Bauweise ist vorbei. Die Zukunft liegt im zirkulären Bauen: Gebäude werden als Materiallager verstanden, die nach ihrer Nutzung sortenrein zurückgebaut und in neue Kreisläufe überführt werden können. Damit dies gelingt, braucht es digitale Werkzeuge und neue Planungsansätze – von Materialdatenbanken über Building Information Modeling (BIM) und dem digitalen Zwilling bis zur digitalen Baustelle.
Je nach Ausgangslage eines Bauvorhabens lassen sich zirkuläre Strategien in unterschiedlichem Umfang umsetzen. So bieten sich etwa bei einer Sanierung andere Möglichkeiten als bei einem Neubauprojekt mit einem Rückbau oder Teilrückbau. Daher ist es wichtig, die individuellen Möglichkeiten in jedem Projekt aufs Neue auszuloten und so weit es geht entsprechend umzusetzen.
Als einer der größten Rohstoffverbraucher trägt die Baubranche in diesem Zusammenhang eine besondere Verantwortung: 90 Prozent der mineralischen Rohstoffe beansprucht der Bausektor und erzeugt dabei gleichzeitig über die Hälfte des gesamten Abfallaufkommens in Deutschland. Weitere eindrucksvolle Fakten: Im Jahr 2023 entfielen rund 36 Prozent des gesamten Stahlbedarfs der EU auf diese ressourcenintensive Branche; Sand gilt heute als meistverwendeter Rohstoff der Welt – mit dem Bausektor als Hauptabnehmer.
Zirkuläres Bauen gewinnt vor diesem Hintergrund an wachsender Bedeutung. Ziel ist es, vorhandene Ressourcen zu schonen und Bauprodukte stofflich wiederzuverwenden. Anders als bei der früher üblichen linearen Bauweise sollen Materialien nach dem Ende der Gebäudenutzung nicht entsorgt, sondern möglichst sortenrein rückgebaut, recycelt oder wiederverwendet werden.
Quelle: Messe München GmbH.

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Zirkuläre_Wertschöpfung im Bausektor

Was ist zirkuläres Bauen?
Transferplattform RE-BUILD-OWL, Kreis Lippe

Zirkuläres Bauen ermöglicht, Gebäude länger zu nutzen, kreislaufgerechte und schadstofffreie Gebäude für alle künftigen Generationen zu bauen und Ressourcen zu schonen. Bauteile können weiterverwendet und aus Bauabfällen neue Rohstoffe entstehen, um Primärressourcen und graue Energie zu sparen. Dies passiert im Sinne der Circular Economy (Zirkuläre Wertschöpfung).
"Die Circular Economy ist ein Produktions- und Konsummodell, bei dem vorhandene Materialien und Produkte so lange wie möglich gemeinsam genutzt, geleast, wiederverwendet, repariert, aufgearbeitet und recycelt werden. Auf diese Weise wird der Lebenszyklus von Produkten verlängert."
In den 1990er Jahren wurde das Designprinzip Cradle to Cradle® von Prof. Dr. Michael Braungart, William McDonough und EPEA Hamburg entwickelt. Grundlegend verfolgt es den Gedanken, dass jedes Material "von der Wiege bis zur Wiege" unendlich im Kreislauf gehalten werden kann. Dazu braucht es innovative Produkte und Nutzungskonzepte. Das Konzept unterscheidet zwischen einem biologischen und technischen Kreislauf für Verbrauchs- und Gebrauchsprodukte. Nachwachsende und natürliche Materialien werden verbraucht und dienen anschließend als Kompost für die Produktion neuer Materialien. Gebrauchsgüter werden nach ihrer ersten Nutzungsphase sortenrein zerlegt und als Rohstoffe für neue Produkte genutzt.
Quelle: Transferplattform RE-BUILD-OWL, Kreis Lippe

Einstieg zum zirkulären Bauen
Transferplattform RE-BUILD-OWL, Kreis Lippe
Zirkuläres Bauen: Digitale Wege zur nachhaltigen Kreislaufwirtschaft
Messe München GmbH
Zirkuläres Bauen: Bauen, zurückbauen - neu kombinieren
tagesschau.de - Norddeutscher Rundfunk
Zirkuläres Bauen
Ressourcen schützen und Bestehendes wertschätzen

DGNB GmbH
"IM FOKUS – Zirkuläres Bauen"
DGNB e.V.
Transformation zu einer zirkulären Bauwirtschaft
als Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung

Kommission Nachhaltiges Bauen am Umweltbundesamt (KNBau)

Häuser in der Zukunft

Nicht nur der Klimawandel sondern auch der gesellschaftliche und demographische Wandel und der technologische Fortschritt wird das Bauen im Vergleich zu heute massiv verändern.
So wird Klimawandel die Temperaturen bis 2050 um 2,8 bis 5,4 °C steigen lassen. Das führt zu einer Überhitzung in den Städten und in den Gebäuden führen. Relativ genaue Prognosen rechnen im Verlauf der 2050er Jahren mit ungefähr 7.000 hitzebedingten Todesfällen pro Jahr, was eine Verdreifachung des aktuellen Durchschnitts bedeutet. Deshalb wird in den nächsten 30 Jahren ein CO2-freies Wohnen gesetzlich verordnet werden müssen. >>> Stadtklima

Nachhaltige Architektur: Holz-Wolkenkratzer und grüne Fassaden -
so sieht Wohnen in der Zukunft aus.

Ludwig. | Team Wirklich, Polarstern GmbH
Das Haus der Zukunft (1): Wohnen wir bereits darin?
Vaillant Deutschland GmbH & Co. KG
Das Haus der Zukunft (2): Wie werden wir im Jahr 2040 wohnen?
Vaillant Deutschland GmbH & Co. KG
HAUS DER ZUKUNFT
Sanitär-Union GmbH & Co. KG
Häuser der Zukunft - So wollen wir wohnen
biz Verlag GmbH
Handbuch für Bauherren - Haus der Zukunft
FID Fertigbau Informations-Dienst GmbH
E-Book: Bru¨ckenlösung in die Zukunft des Planens und Bauens
Bluebeam GmbH

Die passive solare Architektur ist nicht neu, sie wird in allen Teilen der Erde schon seit Jahrtausenden angewandt. Ein Beispiel mag das antike Griechenland vor rund 2.500 Jahren geben, das damals ebenfalls in einer Energiekrise steckte. Als Lösung für das Problem des immer knapper und teurer werdende Brennholzes wurde die verglaste Südfläche mit weitüberstehendem Vorbau entwickelt. Sokrates beschrieb dies so: "In Häuser, die nach Süden blicken, dringt die Sonne im Winter durch die Vorhalle bis in die Wohnräume vor und wärmt sie. Im Sommer jedoch hält das Dach der Vorhalle die Sonne ab und spendet kühlenden Schatten."  mehr > hier ein paar Beispiele   Quelle: Buch der Synergie - Achmed A. W. Khammas

Ein Beispiel ist das Plusenergiehaus "Heliotrop"

Heliotrop®
Holzkonstruktion des Heliotrop
Drehkranz
Heliotrop-Solarpanel
Quelle: Rolf Disch

Plusenergiehaus "Heliotrop"

Das Hauskonzept entspricht dem Prinzip der Sonnenblume. Diese Blume dreht ihre Blütenköpfe und Blätter nach dem Sonnenstand von Osten nach Westen. Die Frucht bleibt in der Oststellung stehen.
Dem drehbaren Solarhaus Heliotrop® liegt die Idee zugrunde ein Gebäude zu konstruieren, das höchsten Ansprüchen an Architektur und Umweltschutz genügt und dennoch ohne lästige Einschränkungen seinen Bewohnern exklusiven Wohnkomfort bietet.
Das Heliotrop® ist nicht nur ein architektonisch außergewöhnliches Wohn- und Geschäftshaus, es repräsentiert vielmehr ein Konzept, das in jeder Hinsicht so ressourcenschonend wie möglich vorgeht. Erstmals wurde der zukunftsweisende Plusenergiehausstandard zu einem einzigartigen Wohnerlebnis komponiert.
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Das Grundgerüst des Hauses, das aus Fichten-Brettschichtholz besteht, windet sich in einer Höhe von  6 m zylinderförmig um eine 14 m hohe, tragende Zentralsäule, in der die Elektrostationen untergebracht sind. Die Räume sind über eine Wendeltreppe an der Zentralsäule zu erreichen.

Die Wohn- und Arbeitsräume sind umlaufend, ansteigend in einer 18-eckigen Spiralkonzeption angeordnet und sind so alle miteinander verbunden. Die optimale Ausrichtung nach dem Sonnenstand wird durch einen Drehkranz mit Schwenklager und einem Elektromotor möglich. Eine passive Kühlung kann bei Bedarf durch das Drehen der großen Glasflächen des Hauses aus der Sonne erfolgen.
Auf der zentralen Säule ist über der Dachterrasse ein zweiachsig nachgeführtes Fotovoltaik-Solarkraftwerk angebracht, das fünf bis sechsmal soviel Strom erzeugt, als im Haus selbst verbraucht wird. Dadurch wird es zu einem Plusenergiehaus. Durch die Konstruktion des Hauses wird das Haus durch die Sonne, Vakuumröhren-Kollektoren und einem Erdwärmeaustauscher beheizt und Trinkwasser erwärmt. Hierzu kann auch ein Pufferspeicher eingesetzt werden.
Dass in diesem Haus auch die Abfälle und Fäkalien kompostiert und das Abwasser durch eine Teichklärung wiederverwendet werden, ist wohl auch eine Selbstverständlichkeit.
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Bürokratie abbauen

Neben dem Bürokratieentlastungsgesetz III, das zur Zeit mit dem Bürokratieentlastungsgesetz IV geändert wird, ist auch mit der Novellierung des Baugesetzbuchs der Bürokrieabbau im Baubereich geplant. Damit soll ein schnelleres und kosteneffizienteres Bauen ermöglicht werden.

Auch mit dem "Gebäudetyp E" können die Vertragspartner künftig auch beim Bauen von kostenintensiven Standards rechtssicher abweichen und zugleich die hohen Sicherheitsstandards beim Bauen einhalten.
Die Bauministerin Klara Geywitz hat die Reform des Baugesetzbuchs auf den Weg gebracht Durch den Abbau von Bürokratie will sie für mehr Wohnungsbau sorgen. Dazu müssen kürzere Fristen, weniger Berichte und einfachere Genehmigungen möglich werden.
Die wichtigsten geplanten Neuerungen:
Flexibilität in den Kommunen
Die Gemeinden sollen besser auf lokale Veränderungen reagieren und schneller Baurechte schaffen können. Das könnte laut Bauministerium zum Beispiel die Errichtung von Anlagen für erneuerbare Energien betreffen oder die Umnutzung leerstehender Gewerbeimmobilien in den Innenstädten.
Dächer aufstocken
In Gebieten mit einem angespannten Wohnungsmarkt soll es künftig möglich sein, Gebäude aufzustocken und zu erweitern, ohne dass der Bebauungsplan geändert wird. Bisher war das nur in Einzelfällen und mit besonderer Begründung möglich.
Bauen in zweiter Reihe
Verdichtetes Bauen soll einfacher werden - zum Beispiel, wenn auf dem Grundstück der Eltern noch Platz für ein weiteres Haus ist, in das dann die Kinder mit ihrer Familie einziehen. Hier sollen die Städte und Gemeinden einfacher von Bebauungsplänen abweichen können..
Schutz vor Umwandlung in Eigentumswohnungen
Eine Sonderregelung soll bis Ende 2027 verlängert werden: Sie besagt, dass Länder besondere Genehmigungen für die Umwandlung einer Mietwohnung in eine Eigentumswohnung verlangen können - allerdings nur in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt..
Fristen für Bebauungspläne
Bisher dauert es oft mehrere Jahre bis ein Bebauungsplan aufgestellt wird. Künftig sollen die Pläne im Regelfall 12 Monate nach Ende der Beteiligungsverfahren veröffentlicht werden. Veraltete Bebauungspläne sollen schneller aktualisiert werden..
Anpassung an Klimawandel
Die Gemeinden sollen sich auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten. Dazu kann zum Beispiel gehören, dass sie begrünte Dächer oder Versickerungssysteme auf einem Grundstück anordnen. Bauherren müssen innerhalb einer bestimmten Frist nachweisen, dass sie Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt, also zum Beispiel Bäume gepflanzt haben..

.Quelle. dpa

10 Ziele zum Bürokratieabbau
1. Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfachen und beschleunigen
2. Verwaltungsvollzug vereinfachen, Entscheidungsspielräume erweitern
3. Digitale Kommunikation zum Regelfall machen
4. Ehrenamtliches Engagement vereinfachen
5. Sozialleistungssysteme und deren Verwaltung neu organisieren
6. kleine und mittlere Unternehmen gezielt bürokratisch entlasten
7. Goldplating bei Vorgaben der EU abbauen
8. Förderbedingungen vereinfachen
9. Fachkräfteeinwanderung beschleunigen, Berufsanerkennung vereinfachen
10. Vergaberecht und öffentliches Beschaffungswesen vereinfachen

Quelle: Nationaler Normenkontrollrat (NKR)

Bürokratieabbau soll Bauprojekte erleichtern: Das ist geplant
DHZ - Holzmann Medien GmbH & Co. KG
10 Ziele – 60 konkrete Beispiele des NKR zum Bürokratieabbau
Nationaler Normenkontrollrat - Bundesministerium der Justiz

Überregulierung

Der Verhaltensbeeinflussung (Regulierung) von Unternehmen und Konsumenten wird durch gesetzgeberische, meist marktspezifische Maßnahmen mit dem Ziel der Korrektur bzw. Vermeidung von vermutetem Marktversagen, z. B. zur Verhinderung monopolistischen Machtmissbrauchs und ruinöser Konkurrenz vorgenommen. Regulierung bezieht sich im Wesentlichen auf Marktzugang, Preise, Qualität und Konditionen sowie auf den Kontrahierungszwang.
Typische Regulierungsmaßnahmen
sind Produktionsauflagen, Qualitätsstandards bei Produkten und Dienstleistungen, Ausnahmen vom Wettbewerbsgesetz, Berufsordnungen sowie Vorschriften der Preis- und Tarifgestaltung.

Selten besteht so viel Einigkeit wie beim Thema Regulierung und Bürokratie. Ökonomen*innen, Unternehmensvertreter*innen und Bürger*innen stimmen überein, dass der Umfang und die Komplexität der Bürokratie zu den größten Problemen Deutschlands gehören (Potrafke et al. 2024; Licht et al. 2024; INSM 2024). Die Einschätzungen erklären sich damit, dass die Anzahl von Gesetzen, Paragrafen, Absätzen und Normseiten kontinuierlich gestiegen ist (vgl. Abb. 1). Umfangreiche Vorgaben, beispielsweise zu Datenschutz oder -sicherheit, komplexe Antragsverfahren bei der Inanspruchnahme staatlicher Leistungen oder Nachweis- und Dokumentationspflichten stellen eine Belastung für alle am Wirtschaftsprozess beteiligten Akteure dar. Das Problem besteht allerdings nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen demokratischen Staaten (Adam et al. 2019).
Mit dem Anstieg von Regulierung und Bürokratie sind erhebliche wirtschaftliche Kosten verbunden. Der Erfüllungsaufwand, der Unternehmen, Bürger*innen oder Verwaltungen bei der Umsetzung von bundesrechtlichen Normen entsteht, ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Im Jahr 2024 beläuft sich der Aufwand auf 27,1 Mrd. Euro (NKR 2024). Falck et al. (2024) schätzen basierend auf internationalen Reformen, dass Deutschland aufgrund des hohen Bürokratieaufwands jährlich Wirtschaftskraft von 146 Mrd. Euro verliert.

Quelle: Sarah Necker, ifo Institut

Eine der Hauptfallen einer Organisation ist das, was man Überregulierung nennen kann. Überregulierung setzt einseitig, dauerhaft, für ausgesprochen viele Belange und Personen auf den Gebrauch und die Befolgung von Regeln. Das kann unterschiedliche, aber durchaus miteinander kombinierbare Formen annehmen:
• Auf der sozialen Ebene äußert sich Überregulierung darin, dass Ideen, Handlungspotentiale und Entscheidungskompetenzen der Mitglieder der Organisation kaum eine Rolle spielen. Im Gegenteil – sie werden durch die Überregulierung ausgeschaltet und unterdrückt. Das wirkt sich in "Wissens"-Kontexten noch dramatischer aus, als wenn es um reine "Arbeits"-Abläufe geht. Je mehr Kompetenzen Mitarbeiter haben, desto größer ist die Demotivation bei Überregulierung. Gleichzeitig werden zu viele Entscheidungen zentralisiert, was solche Organisationen entsprechend langsam ("Da muss ich erst nachfragen!") und schwerfällig macht. Die Organisation wird entpersonalisiert!
• Auf der sachlichen Ebene drohen überregulierte Organisationen der bestehenden Komplexität nicht gerecht zu werden. Die Lösungen sind dann zu simpel und werden dem Facettenreichtum der Situationen nicht gerecht ("Der Fall ist in unserem Formular nicht vorgesehen!"). Die Organisation wird einfältig!
• Auf der zeitlichen Ebene ist die Organisation zu vergangenheitsorientiert bzw. verhindert die Wahrnehmung anderer, neuer Zukünfte. Die Umwelt wird so gesehen, wie die standardisierten Regelwerke es vorsehen ("Das kann gar nicht sein, dass der Kunde damit ein Problem hat!"). Routinen merzen für sie nicht handhabbare Situationen aus. Die Organisation wird starr!

Quelle: Klaus Eidenschink, Hephaistos GbR

Überregulierung
Klaus Eidenschink, Hephaistos GbR
Abkehr von Überregulierung und Bürokratie dringend geboten
Sarah Necker, ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung
an der Universität München e.V.
Überregulierung am Bau
Video - Saarländischer Rundfunk - ARD
Überreguliert
bpz - Die Praxis der Bauunternehmer
Was ist "Regulierung?
Springer Gabler | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH.

Dach- und Kellerdämmung
Wohnen -  Kaufen oder Mieten?
Bauplanung - Rund ums Haus
Vertragspartner - Hausbau

Hinweis! Schutzrechtsverletzung: Falls Sie meinen, dass von meiner Website aus Ihre Schutzrechte verletzt werden, bitte ich Sie, zur Vermeidung eines unnötigen Rechtsstreites, mich umgehend bereits im Vorfeld zu kontaktieren, damit zügig Abhilfe geschaffen werden kann. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis: Das zeitauf-wändigere Einschalten eines Anwaltes zur Erstellung einer für den Diensteanbieter kostenpflichtigen Abmah-nung entspricht nicht dessen wirklichen oder mutmaßlichen Willen. Die Kostennote einer anwaltlichen Abmahnung ohne vorhergehende Kontaktaufnahme mit mir wird daher im Sinne der Schadensminderungspflicht als unbegründet zurückgewiesen.
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