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Dichte Gebäude
- Voraussetzung für kontrollierte Lüftung |
Es ist nur schwer
vorstellbar, welche großen Luftmengen bei geringen
Druckunterschieden durch schmale Spalte strömen können.
So entweichen bei einem Druckunterschied von 50 Pascal (entspricht
einem Winddruck bei Windstärke 4 bis 5) durch die Fugen
einer Dampfbremsfolie im Dachbereich, deren Stöße
nur überlappt und nicht verklebt sind, runde 80 m³
je m² Dachfläche und Stunde. Solche unkontrollierten
Luftströmungen führen zu Problemen, wie z. B.
Schimmel, Bauschäden, bei starkem Wind unbehagliche
Zugerscheinungen und „Kaltluftseen“, die das
Gefühl von Fußkälte verursachen. |
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Nach einem einheitlichen
Verfahren wird die Luftdichtheit des gesamten Gebäudes
über einen Drucktest (Blower-Door-
Messverfahren) mit 50 Pascal Druckunterschied
bestimmt. Ein in die Öffnung der Haustür oder
eines Fensters eingeklemmtes Gebläse baut diesen Druck
auf und bestimmt gleichzeitig die je Stunde geförderte
Luftmenge. Das Verhältnis zwischen diesem Volumen und
dem Rauminhalt des Gebäudes ist das Maß für
die Dichtheit. Dieser n50- Wert hat die Dimension „pro
Stunde“ [h-1]. Die DIN 4701 Teil 7 schreibt für
Neubauten zwingend die Einhaltung von n50 =3 h-1 für
Gebäude mit Fensterlüftung und n50 =1,5 h-1 für
solche mit Lüftungsanlage vor. Diese Werte sollten
heutzutage aber besser sein. |
Bei der Wärmerückgewinnung
streichen Zu- und Abluft im Lüftungsgerät, nur
von hauchdünnen Blechen oder Kunststofffolien getrennt,
im Wärmetauscher aneinander vorbei. Bei etwa quadratischen
Plattenstapeln (Kreuzstromwärme- tauscher) lassen sich
dabei etwa 60 % und bei langgezogen (Kreuzgegenstromwärmetauscher)
über 80 % der in der Abluft enthaltenen Wärme
auf die Zuluft übertragen. Wichtig ist, dass die kalten
Teile des Kanalsystems zwischen dem Lüftungsgerät
und der Außenwand möglichst kurz und gut gedämmt
sind. Sonst entstehen Schwitzwasser und unnötige Wärmeverluste. |
Diese Anlagen sind
die einfachste Art einer raumlufttechnischen Anlage. |
Noch einen Schritt
weiter geht das so genannte "Kompaktaggregat",
das für die Wärmeversorgung von Passivhäusern
eingesetzt werden kann. Die Abluft, die den Wärmetauscher
verlässt, wird durch eine Kleinstwärmepumpe noch
weiter heruntergekühlt. Die dabei gewonnene Wärme
wird zur Beheizung des Gebäudes und zur Erwärmung
des Brauchwassers eingesetzt. |
Der
Einsatz dieser Technik zur Raumheizung ergibt jedoch nur
Sinn, wenn drei Bedinungen erfüllt sind: |
• Der Wärmebedarf des Gebäudes
muss durch optimale Dämmung, Einsatz von Dreischeibenglas
und die Ausnutzung solarer Gewinneminimiert sein (Passivhaus
bzw. KfW-40-Haus).
• Die Temperatur der von der Anlage angesaugten
Luft sollte durch einen Erdreichwärmetauscher angehoben
werden. Anderfalls könnte die Wärmepumpe bei
Frost vereisen.
• Um die von der Wärmepumpe aufzubringenden
Energiemenge möglichst klein zu halten, sollte zumindest
für die Warmwasserbereitung eine Solaranlage installiert
sein. Besser noch ist eine Solaranlage mit größerer
Kollektorfläche, die auch die Heizung mit unterstützt.
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Vorteile
von Lüftungsanlagen |
Die Bewohner können
die Lüftungsanlage jederzeit durch Fensterlüftung
unterstützen, sind jedoch nicht allein auf Fensterlüftung
angewiesen. Statt des Fenstergriffes wird jetzt ein Schalter
bedient, mit dem in den Anlagenbetrieb eingegriffen werden
kann. Üblich ist Ein- Ausschaltung sowie eine Auswahl
zwischen den Leistungsstufen: Partystellung (Volllast),
Normal (bei Anwesenheit) und Grundlüftung (bei Abwesenheit
der Bewohner). |
Einige Anlagen enthalten
auch Sensoren die für eine automatische Anpassung der
Luftmenge an die jeweiligen Anforderungen sorgen. Erhältlich
sind Feuchtefühler sowie Sensoren, die auf Kohlendioxyd
oder Kohlenwasserstoffe (VOC) reagieren. |
Im Sommer kann der
Nutzer entscheiden, ob er dem Komfort zuliebe oder um Umgebungsgeräusche
bzw. Blütenpollen draußen zu halten, die Anlage
weiter betreibt. In diesem Fall wird der Wärmetauscher
mit einem Bypass überbrückt und die Anlage beschränkt
sich auf die Luftförderung. |
Viele Nutzer schalten
jedoch die Anlage außerhalb der Heizperiode ganz ab
und lüften stromsparend über die Fenster. |
Bei den Anlagen
zur kontrollierten Wohnungslüftung handelt es sich
nicht um Klimaanlagen. Den Wohnräumen wird ausschließlich
frische Außenluft zugeführt, eine Vermischung
mit verbrauchter Luft oder eine Luftbehandlung (Befeuchtung,
Kühlung) findet nicht statt. Sollte die Luft während
der Heizperiode zu trocken sein, dann kann zusätzlicher
Wasserdampf maßvoll über Zimmerpflanzen, feuchte
Wäsche oder einen Luftbefeuchter zugeführt werden.
Darin unterscheiden sich mechanisch belüftete Wohnungen
in keiner Weise von Häusern, die über Fenster
belüftet werden. |
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| Blower-Door-Messverfahren |
Quelle:
Luftdicht.de |
Plattenwärmetauscher
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Quelle:
Hoval |
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Rotationswärmetauscher |
Quelle:
Hoval |
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Plattenwärmetauscher-Prinzip |
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Quelle:
Fa. Heinemann GmbH |
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| Mischgassensor |
Kanal-Luftqualitätsfühler |
| Quelle:
Sauter |
Quelle:
GFR - Gesellschaft für Regelungstechnik und Energieeinsparung
mbH
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| Mischgassensor |
Um die Luftqualität
oder das Vorhandensein schädlicher Gase
festzustellen, kann ein Mischgassensor eingesetzt werden.
Dieser Sensor misst die Gesamtkonzentration einer Vielzahl
von Gasen (Wasserstoff, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Zigarettenrauch,
Möbelausdünstungen, Kohlenwasserstoffe, Alkohole,
Benzole, Ester). Deswegen wird er auch Luftqualität-
oder VOC-Sensor (Volatile organic compounds - flüchtige
organische Substanzen) genannt. |
Um das Einsaugen von schädlichen
Gasen in eine "Kontrollierte
Wohnungslüftung"
von Außen zu unterbinden, kann dieser Sensor eingesetzt
werden. Auch in RLT-Anlagen mit Umluftbetrieb kann der Sensor
nützlich sein. |
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Temperaturregler
mit Mischgassensor |
Quelle:
Joventa |
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| Wärmebildkamera |
In der
Bauwerksdiagnostik und bei der vorbeugenden Instandhaltung
ist die Thermografie ein wichtiges Verfahren,
Bauwerke z. B. hinsichtlich ihrer Wärmedämmung
individuell untersucht zu können. Auch Wärmebrücken,
Mängel in der Hüllenkonstruktion, Feuchtenester,
aber auch Leckagen an Wasser-, Heizungs- und Lüftungsrohrsystemen
können zuverlässig aufgespürt werden. |
Mit der Wärmebildkamera
wird thermische Energie an Objekten gemessen
und bildlich dargestelt. Diese thermische oder infrarote
Energie wird durch Lichtwellen übertragen. Dieses elektromagnetische
Spektrums nimmt man als Wärme wahr. |
Jedes Objekt, dessen Temperatur über
dem absoluten Nullpunkt liegt, strahlt thermische Energie
(messbare Wärme) ab. Aus diesem Grunde können
auch sehr kalte Objekte, so z. B. Eiszapfen, thermografisch
erfasst werden, wenn die Kamera innerhalb dieses Temperaturbereiches
thermische Energie erfasst. |
Wärmebildkameras erfassen die
infrarote Strahlung präzise und berührungslos
und erzeugen aus den erfassten Daten bildliche Darstellungen
als Wärmebilder (Thermogramme). Mit dieser Technik
können Baukonstruktionen zuverlässig auf ihre
Dämmeigenschaften und Dichtigkeit
untersucht werden. |
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Der gemeinsame
Betrieb von Feuerstätten und Lüftungsanlagen
wird in der DIN 1946 Teil 6 – 2006
– beschrieben. |
Heizanlagen und andere
Feuerungsstätten, die sich innerhalb
der luftdichten Hülle befinden, sind
zu- und abluftseitig vollständig unabhängig von
der Raumluft zu gestalten. |
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Planung lüftungstechnischer
Maßnahmen nach neuer DIN 1946-6 - Teil
1 — Teil
2 |
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| Videos
aus der SHK-Branche |
SHK-Lexikon |
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