Passivhaus

Geschichte der Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Solartechnik
Abkürzungen im SHK-Handwerk
Bosy-online-ABC

Nullenergie-
haus

Energiegewinn-
haus

Gebäude-
orientierung

Heliotrop-
Haus

Haus-im-Haus

Solaraktiv-
haus

Energie
Autarkes
Haus

KfW-Effizienz-
häuser

Heizlast im
Passivhaus

Diesel-
Standheizung

Als Passivhaus gelten nur Häuser, die einen Heizwärmebedarf unter 15 kWh/m2a haben. Der Gesamt-Primärenergiebedarf für alle Anwendungen im Haushalt (Heizung, Warmwasser, Lüftung, Kochen, Wäschetrockner) darf 120 kWh/m2a nicht überschreiten..

Quelle: AG Passivhaus GmbH

1. Gebäudehülle
2. Fenster, Glas und Haustüre
3. Kontrollierte Wohnungslüftung
4. Erdwärmetauscher oder Luftbrunnen
5. Heiztechnik
6. Solartechnik
7. innere Gewinne, z. B. Hausgeräte, Beleuchtung

Der Passivhausstandard wird durch folgende Maßnahmen erreicht:

möglichstSüdausrichtung des Hauses
zusätzliche Wärmebrückenminimierung
gute raumluftunabhänige Holzöfen oder Pelletöfen zur Nachheizung und WW- Bereitung
zusätzlich erhöhte Wärmedämmung
3fach Glas Fenster
Wärmerückgewinnung durch kontrollierte Wohnungslüftung
gutes AV-Verhältnis des Hauses (Verzicht auf Erker, Gauben, Dachflächenfenster)
einen aktiv geladenen Erdwärmtauscher
möglichst große Solarkollektorflächen min. 16 m2
Kollektorausrichtung nach Süden ohne Abschattung
 energieoptimierte Fensterverteilung

Folgende Grundsätze sind beim Bau von Passivhäusern zu beachten:

Südorientierung
Damit ein optimaler passiver Solarenergiegewinn erreicht wird, sind eine südliche Ausrichtung, aktive Verschattung und ein reduzierter Fensterrahmenanteil Voraussetzungen. Dabei kann besonders bei freistehenden Einfamilienhäusern ein erhöhter Dämmaufwand vermieden werden. Im Geschosswohnungsbau und bei anderen kompakten Gebäudeformen kann der Passivhaus-Standard auch ohne Südorientierung erreicht werden.

Sehr guter Wärmeschutz und Kompaktheit
Die Außenhülle muss rundum sehr gut wärmegedämmt werden. Kanten, Ecken, Anschlüsse und Durchdringungen müssen besonders sorgfältig geplant und ausgeführt werden, um Wärmebrücken zu vermeiden. Alle nicht lichtdurchlässigen Bauteile der Außenhülle des Hauses sind so gut gedämmt, dass sie einen Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) kleiner als 0,15 W/(m²K) haben, das sagt aus, je Grad Temperaturunterschied und Quadratmeter Außenfläche gehen höchstens 0,15 Watt verloren. Je kompakter eine Gebäudehülle bebaut ist, desto leichter und kostengünstiger lässt sich der Passivhaus-Standard verwirklichen. Viele halten diese Bauform für "gewöhnungsbedürftig".

Verglasung und Fensterrahmen (Passivhausfenster)
Die Fenster (Verglasung und Fensterrahmen) sollen einen U-Wert von 0,80 W/(m²K) nicht überschreiten. Hierfür sind besondere Fensterrahmen mit Wärmedämmung erforderlich. Die Verglasungen haben einen g-Wert um 50 % (g-Wert [Gesamtenergiedurchlassgrad für Solarenergie]). Die Fenster müssen wärmebrückenfrei in die Dämmebene der Wandkonstruktionen eingebaut werden.

Luftdichtheit
Die Undichtigkeiten durch unkontrollierte Fugen in der Gebäudehülle darf beim Blower-Door-Verfahren mit Unter- und Überdruck von 50 Pascal nicht größer als 0,6 Raumluftvolumen pro Stunde sein. Durch eine weitere Verbesserung der Luftdichtheit kann auch die Heizlast durch weniger Lüftungswärmebedarf gesenkt werden. Viele Passivhäuser erreichen Drucktestergebnisse von 0,3 bis 0,4 Raumluftvolumen pro Stunde.

Vorerwärmung der Außenluft
Die Außenluft kann über einen Erdwärmetauscher (in der Erde verlegte Lüftungskanäle), Solar-Luftkollektoren oder durch einen Luftbrunnen in das Haus geführt werden; selbst an kalten Wintertagen wird die Luft so bis auf eine Temperatur von über 5 °C vorerwärmt. Im Sommer ist auch eine Kühlung möglich.

Wärmerückgewinnung
Aus der Fortluft wird über einen Wärmetauscher in der kontrollierten Wohnungslüftung (KWL) Wärme zurückgewonnen. Dabei sollten mindestens 80 % der Wärme der Außenluft wieder zugeführt werden. Für die Lüftung darf allerdings nur ein geringer Stromverbrauch eingesetzt werden. Eine KWL ist notwendig, um in solchen luftdichten Häusern eine gute Luftqualität und behagliche Räume zu gewährleisten.

Erwärmung des Trinkwassers
Die Trinkwassererwärmung sollte über alternative Energien, so z. B. durch eine thermische Solaranlage, einen Holzkessel oder eine Wärmepumpe, erfolgen. Dabei ist der Einsatz eines Pufferspeichers sinnvoll.

Energiespargeräte im Haushalt
Die Reduzierung des Strombedarfs vermeidet eine unnötige Erwärmung der Räume im Sommer. Kühlschrank, Herd, Tiefkühltruhe, Lampen und Waschmaschine als hocheffiziente Stromspargeräte sind ein Muss für ein Passivhaus. Zum Trocknen der Wäsche sollte kein Abluft- oder Kondensations-Wäschetrockner verwendet werden, sondern die herkömmliche Wäscheleine oder ein Trockenschrank sollten wiederentdeckt werden.

Wärmebedarf und Energieverbrauch eines Passivhauses

Kriterium

Höchstwert

Heizwärmebedarf

≤ 15 kWh/m² pro Jahr

Heizlast

≤ 10 W/m²

U-Wert Außenbauteile

≤ 0,15 W/m²

U-Wert Fenster/Verglasungen

≤ 0,8 W/m²

Luftdichtheit

≤ 0,6/h bei 50 pa

Primärenergiebedarf

≤ 60 kWh/m²

Quelle: Passivhaus Institut GmbH

Gesamtkonzept optimieren
Damit der Passivhausstandard erreicht wird, müssen alle vorgenannten Komponenten gut aufeinander abgestimmt werden. Deshalb sollte bei der Planung und Ausführung grundsätzlich ein erfahrener Architekt hinzugezogen werden.

Bei der Planung der Beheizung eines Passivhauses (im Volksmund "Thermoskanne") sollte man das "Brett vor dem Kopf" ein wenig weiter wegnehmen oder ein Loch reinbohren. Eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ist hier nicht anwendbar, weil die Ergebnisse der Heizlast viel zu hoch sind. Lohnt es sich wirklich, ein wassergeführtes Heizsystem einzubauen? Wäre nicht ein luftgeführtes System sinnvoller? Eine Kontrollierte Wohnungslüftung (KWL) ist sowieso erforderlich. Mit einem Solar-Luftkollektor ist auch eine Beheizung des Hauses möglich. Bei einer guten Planung wären damit sogar verschiedene Raumtemperaturen und eine Kühlung möglich. Die Berechnung der Heizlast in Passivhäuser hat einige Besonderheiten.

Heizlast im Passivhaus

Nutzerhandbuch für Passivhäuser
Passivhaus-Projektierungspaket (PHPP)
Konstruktionshandbuch für Passivhäuser
- Passivhaus Institut Dr. Wolfgang Feist
Passivhaus-Haustechnik - Heizung und Lüftung
- Prof. Dr. rer. nat. Harald Krause

Passivhaus: So funktioniert das Heizen und Belüften - Bosch Thermotechnik GmbH
Passivhausfenster

 
 

Nullenergiehaus
Eine technische Weiterentwicklung eines Passivhause ist das Nullenergiehaus. Im Jahresmittel ergibt sich eine ausgeglichene Bilanz zwischen zugeführter Energie für Heizung, Warmwasser, Antriebs- und Haushaltsstrom und der am Gebäude z. B. über Solarkollektoren selber erzeugten Energie auf. Diese Häuser haben eine besonders hohe Behaglichkeit bei sehr niedrigem Energiebedarf. Das wird vor allem durch passive Komponenten (spezielle Fenster, luftdichte Gebäudehülle, verbesserte gute Wärmedämmung, kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung und konsequenter Nutzung regenerativer Energien, so z.B. mittels Erdkollektor, Luftbrunnen oder thermischer Solaranlage) erreicht.
Ein Nullenergiehaus ist nicht komplett autark. Es wird an das öffentliche Stromnetz gekoppelt und speist gegebenenfalls die überschüssige Energie in das öffentliche Netz ein, benutzt allerdings vor allem im Winter ebenfalls Energie vom Stromversorger. Diese Häuser l iegen voll im Trend, da sie z. B. Photovoltaik-Energie erzeugen und selber verbrauchen, aber ab und zu auch Energie aus dem öffentlichen Netz gebrauchen.

Nullenergiehaus - Holzbauwelt.de
Was ist ein Nullenergiehaus - Thomas Roßkopf MSc
Nullenergiehaus - Rechnerisch den eigenen Energiebedarf abdecken
- Bio-Solar-Haus® GmbH

Energieautarkes Haus
Ein besonderes Nullernergiehaus ist das sog. energieautarken Haus, das die Energie, die beim Hausbau verbraucht wurde, wieder aufbringt. Dieses Haus hat natürlich auch eine im Jahresmittel ausgeglichene Energiebilanz.
Technisch und mathematisch sind energieautarke Häuser realisierbar, aber in der Praxis sind diese Häuser noch nicht im Trend. Da die Sonne im Sommer zur Energiegewinnung genutzt werden kann, fällt diese Möglichkeit während der kälteren Monate fast gänzlich weg. Somit müsste die Energie in entsprechenden Batterien gespeichert werden – was nicht nur eine Überdimensionierung bei der Energiegewinnung bedeuten würde, sondern darüber hinaus zumindest im ökonomischen Sinne unwirtschaftlich wäre. Auch ökologisch betrachtet würde dies einige Nachteile mit sich bringen, da sämtliche zusätzliche Systeme eine hohe energetische Investition mit sich bringen würden. Vor allem kleine Ein- und Zweifamilienhäuser sind für dieses System nicht geschaffen, größere Mehrfamilienhäuser könnten allerdings davon profitieren.

 
 

Energiegewinnhaus
Die Häuser, die keine keine Heizung benötigen, werden "Energie-Gewinn-Häuser" genannt. Sie haben eine Photovoltaikanlage auf dem Dach oder an der Fassade, die jährlich 18 000 kWh Strom produzieren soll. Die jährliche Heizlast soll von 250 kwh/m2 Wohnfläche um 94 % auf 15 kWh verringert werden. Dafür werden neue Techniken weiterentwickelt und kombiniert. Z. B. durch eine 30 cm dicke Polystyroldämmung für die Außenwände und dreifach verglaste Fenster. Die in den Räumen entstehende Wärme wird beim Luftaustausch mit Wärmetauschern entzogen und der Außenluft wieder zugeführt.


Schon seit Jahrtausenden wird die passive solare Architektur angewandt. Ein Beispiel mag das antike Griechenland vor rund 2.500 Jahren geben, das damals ebenfalls in einer Energiekrise steckte. Als Lösung für das Problem des immer knapper und teurer werdende Brennholzes wurde die verglaste Südfläche mit weitüberstehendem Vorbau entwickelt. Sokrates beschrieb dies so: "In Häuser, die nach Süden blicken, dringt die Sonne im Winter durch die Vorhalle bis in die Wohnräume vor und wärmt sie. Im Sommer jedoch hält das Dach der Vorhalle die Sonne ab und spendet kühlenden Schatten."  mehr > hier ein paar Beispiele   Quelle: Buch der Synergie - Achmed A. W. Khammas

NEUBAU NACH ENEV 2014 UND PASSIVHAUS IM VERGLEICH - Gernot Vallentin Dipl. Ing. Architekt


 
 

Gebäudeorientierung zur Sonne

Sonnenbahn im Verlauf der Jahreszeiten

Quelle: Sonnenhaus-Institut e.V.

Damit die Sonne bestmöglichst genutzt werden kann, muss die Architektur und die Gebäudeorientierung (Ausrichtung) so geplant werden, dass zu allen Jahreszeiten der Sonnenstand dem Haus und der Solaranlage zugute kommt. Im Winter müssen die Südfassade und Kollektorfläche weitgehend verschattungsfrei sein.

Sonneneinstrahlung

Quelle: Sonnenhaus-Institut e.V.

Im Winter gilt es die Sonneneinstrahlung aktiv und passiv optimal zu nutzen.
Im Sommer wird durch konstruktive Maßnahmen eine Überhitzung des Gebäudes und der Solaranlage vermieden.

Der Azimutwinkel darf bei einem Sonnenhaus nicht mehr als 30° nach Westen und 25° nach Osten abweichen; die Neigung muß mind. 35° betragen. Abweichungen innerhalb dieser Grenzen können durch entsprechend größere Kollektorflächen ausgeglichen werden. Quelle: Sonnenhaus-Institut e.V.

> mehr und ausführlicher

Orientierung

Quelle: Sonnenhaus-Institut e.V.

Nutzbarer Solarertrag für ein Sonnenhaus in % vom Maximum
in Abhängigkeit von der Orientierung der Kollektorfläche

Quelle: Sonnenhaus-Institut e.V.

Sonnenhäuser - Sonnenhaus-Institut e.V.

 
 

Heliotrop®

Schema-Heliotrop

Drehkranz

Heliotrop-Solarpanel

Quelle: Rolf Disch

 

Heliotrop-Haus

Das Hauskonzept entspricht dem Prinzip der Sonnenblume. Diese Blume dreht ihre Blütenköpfe und Blätter nach dem Sonnenstand von Osten nach Westen. Die Frucht bleibt in der Oststellung stehen.

Dem drehbaren Solarhaus Heliotrop® liegt die Idee zugrunde ein Gebäude zu konstruieren, das höchsten Ansprüchen an Architektur und Umweltschutz genügt und dennoch ohne lästige Einschränkungen seinen Bewohnern exklusiven Wohnkomfort bietet.

Das Heliotrop® ist nicht nur ein architektonisch außergewöhnliches Wohn- und Geschäftshaus, es repräsentiert vielmehr ein Konzept, das in jeder Hinsicht so ressourcenschonend wie möglich vorgeht. Erstmals wurde der zukunftsweisende Plusenergiehausstandard zu einem einzigartigen Wohnerlebnis komponiert.

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Das Grundgerüst des Hauses, das aus Fichten-Brettschichtholz besteht, windet sich in einer Höhe von  6 m zylinderförmig um eine 14 m hohe, tragende Zentralsäule, in der die Elektrostationen untergebracht sind. Die Räume sind über eine Wendeltreppe an der Zentralsäule zu erreichen.

Die Wohn- und Arbeitsräume sind umlaufend, ansteigend in einer 18-eckigen Spiralkonzeption angeordnet und sind so alle miteinander verbunden. Die optimale Ausrichtung nach dem Sonnenstand wird durch einen Drehkranz mit Schwenklager und einem Elektromotor möglich. Eine passive Kühlung kann bei Bedarf durch das Drehen der großen Glasflächen des Hauses aus der Sonne erfolgen.

Auf der zentralen Säule ist über der Dachterrasse ein zweiachsig nachgeführtes Fotovoltaik-Solarkraftwerk angebracht, das fünf bis sechsmal soviel Strom erzeugt, als im Haus selbst verbraucht wird. Dadurch wird es zu einem Plusenergiehaus. Durch die Konstruktion des Hauses wird das Haus durch die Sonne, Vakuumröhren-Kollektoren und einem Erdwärmeaustauscher beheizt und Trinkwasser erwärmt. Hierzu kann auch ein Pufferspeicher eingesetzt werden.

Dass in diesem Haus auch die Abfälle und Fäkalien kompostiert und das Abwasser durch eine Teichklärung wiederverwendet werden, ist wohl auch eine Selbstverständlichkeit.

Das Heliotrop von Rolf Disch

Das drehbare Solarhaus Heliotrop® - Steckbrief

 
 

Haus-im-Haus - Naturbauprinzip

Eine gut wärmegedämmte Haushülle des inneren Holzhauses wird von außen durch ein teilweise verglastes Wetterschutzhaus wie ein Treibhaus mit dem Tageslicht erwärmt. Der im Innenhaus von den Bewohnern produzierte Wasserdampf mit den an ihn gebundenen Gerüchen entweicht, ohne zu schädlichem Tauwasser kondensieren zu können durch die wasserdampf-durchlässige Innenhaushülle in die Luftschicht zwischen Innenhaus und Wetterschutzhaus. Von dort gelangt er durch natürlichen Auftrieb selbsttätig durch Lüftungsöffnungen ins Freie. Dadurch wird eine Lüftungsanlage zur Entfeuchtung der Wohnräume überflüssig

Naturbauprinzip Haus-im-Haus

Haus-im-Haus-System


Bio-Solar-Haus

Quelle: Bio-Solar-Haus GmbH

 

Haus-im-Haus

Quelle: Bio-Solar-Haus GmbH

Der Primärenergiebedarf berücksichtigt neben dem Energiebedarf für Heizung und Warmwasser auch die Verluste, die bei der Gewinnung des Energieträgers, dessen Aufbereitung und Transport auch die Energieverluste der Heizungsanlage. Bio-Solar-Häuser brauchen als Heizenergie weder Öl, Gas oder Strom. Sie nutzen fast ausschließlich regenerative Energieträger wie Sonne und Holz für Heizung und Warmwasserbereitung.

Da die Sonnenenergie nicht aufwändig gewonnen wird, Holz ein örtlich vorhandener und nachwachsender Brennstoff ist und die Heizungsanlage fast keine Energieverluste hat, haben Bio-Solar-Häuser einen extrem niedrigen Primärenergiebedarf. Beim energetischen Vergleich von Häusern kommt es deshalb nicht auf deren niedrigen Heizenergiebedarf, sondern auf deren niedrigen Primärenergiebedarf an.

Naturgesetze statt Technik

Erfahrungsberichte unserer Bauherren
mit ihrem Bio-Solar-Haus

 

 

Solaraktivhaus

Die Haustechnik im Solaraktivhaus besteht aus den Komponenten Solarthermie, Photovoltaik, Wärmepumpe, Erdwärmetauscher, kontrollierte Wohnraumlüftung und Fußbodenheizung. Zur Gartenbewässerung und für die WC-Spülung wird Regenwasser aus einer Zisterne benutzt. Eine kompakte EIB-gesteuerte Haustechnik regelt die passive Nutzung der Sonnenenergie im Winter von Süden und Westen sowie die automatische Beschattung der Südglasflächen im Sommer. Um eine Übertechnisierung des Hauses zu vermeiden und den Bewohnern auf Wunsch ein herkömmliches Wohnen zu ermöglichen, lässt sich diese automatische Regelung abschalten. Die mechanische Querdurchlüftung vom Untergeschoss bis zum Dach sorgt für optimalen Luftaustausch und Wohlbefinden.

Solaraktivhaus

Quelle: Sonnenkraft Österreich Vertriebs GmbH

Auf dem Dach werden Photovoltaik-Module zur Stromerzeugung sowie Solarthermie-Kollektoren zur Wärmeerzeugung montiert und im SOLAR COMPLEET™ Komplettheizungssystem zusammengeführt. Die solarthermieunterstütze Luft/Wasser-Wärmepumpe im Keller wird das energetische Herzstück des Hauses, ein kleines autarkes Wärmekraftwerk. Flüsterleise versorgen die 2,20 m hohe Pumpe und der zentrale 1000-Liter-Speicher das gesamte Haus mit Warmwasser, Heizungswärme und Kühlung. Der große Speicher sorgt für eine maximale Ausnutzung der Sonnenenergie. Die solare Überenergie wird über den Verdampfer der Außeneinheit abgeleitet – die Bewohner können sorglos in Urlaub fahren, denn die Anlage reguliert sich selbst. Die Außeneinheit steht hinter der Garage, sie transportiert Energie aus der Außenluft zur Wärmepumpe ins Haus – auch im Winter bei Minusgraden.

 

 
 

EnergieAutarkesHaus

Der Trend zu einer unabhängigen Versorgung (Energie-Autarkie), nicht nur bei der Stromversorgung, sondern auch bei der Heiztechnik und Wasserversorgung, nimmt immer mehr zu.

Das EnergieAutarkeHaus produziert und speichert Solarstrom für den gesamten Energiebedarf eines bewohnten Hauses und kann zusätzlich noch den Strom für Elektromobilität oder elektrische Gartengeräte bereitstellen. Dadurch ist keine Verbindung zum öffentlichen Stromnetz notwendig.

EnergieAutarkeHaus

Quelle: HELMA Eigenheimbau AG

Bei diesem Konzept wird auf jede Art von Strom(zusatz)heizungen (Wärmepumpen) verzichtet. Dadurch wird weniger als 2.000 kWh pro Jahr für den Haushaltsstrom benötigt und kann durch die Photovoltaikanlage (58 m²) versorgt werden. Auch bei fehlender Sonneneinstrahlung wird durch eine intelligente Anlagensteuerung (Mess-, Steuer und Regelsystem) ein mehrzelliger Elektroenergiespeicher (Akku) be- und entladen.

In dem Haus kommt eine Heizanlagentechnik für die solare Wärmeversorgung zum Einsatz. Eine Kollektorfläche von 46 m² beschickt einen 9.300 Liter Solarspeicher, der auch alternativ durch einen Holzvergaserofen mit Wärmetauscher (25 kW wasserseitiger Leistung) versorgt werden kann.

Kein Stromanschluss, nie wieder Kosten für Öl und Gas - News-HaustechnikDialog


KfW-Effizienzhäuser

Im Wohngebäudebereich gibt es viele verschiedene Begriffe, die den Energiestandard wiedergeben sollen. Zu dem Niedrigenergiehaus, Passivhaus und Nullenergiehaus ist nun das "Effizienzhaus" dazugekommen. Dieser Begriff bezieht sich eigentlich nur auf den Standard, der zu einer Förderung durch die KfW-Bank erforderlich ist.
In den Förderrichtlinien sind die Grenzen für den Heizwärmebedarf oder den Primärenergiebedarf genau vorgegeben. Für die finanzielle Unterstützung durch die KfW-Förderbank oder das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (bafa) ist die Einhaltung der in der Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgegebenen Werte entscheidend.

Das zum 1. Januar 2009 in Kraft getretene Konjunkturpaket 1 der Bundesregierung erweitert die KfW- Förderprogramme für energieeffizientes Bauen und Sanieren. Die Vorgaben der KfW-Bank beziehen sich immer auf die zum Zeitpunkt der Planung gültigen EnEV.

Es wird zwischen 4 Energiestandards unterschieden.

      •  KfW-Effizienzhaus 40
      •  KfW-Effizienzhaus 55
      •  KfW-Effizienzhaus 70
      •  KfW-Effizienzhaus 100

Das KfW-Effizienzhaus 40 darf dürfen den Jahres-Primärenergiebedarf (Qp) von 40 % und den Transmissionswärmeverlust (H’T) von 55 % der errechneten Werte für das Referenzgebäude nach Tabelle 1 der Anlage 1 der EnEV2009 nicht überschreiten.
Gleichzeitig darf der Transmissionswärmeverlust nicht höher sein als nach Tabelle 2 der Anlage 1 der EnEV 2009 zulässig.

Das KfW-Effizienzhaus 55 hat einen maximalen Energiebedarf des Gebäudes von maximal 55 % des Wärmeenergieverbrauches eines Neubaus nach aktuellem Standard. In diesen Häusern werden gegenüber einem "normalen" Neubau 45 % der Wärmeenergie eingespart. sie sind sehr gut wärmegedämmt und müssen luftdicht sein. Dies wird durch folgende Maßnahmen erreicht:

Die bauliche Hülle des Gebäudes wird sehr hoch wärmegedämmt. Fenster und Türen sind dabei dreifach verglast und nach der Sonne ausgerichtet, damit über das Dach und die Fenster Wärme gewonnen wird. Außerdem werden eine primärenergieeffiziente Heizungsanlage, eine thermische Solaranlage zur Heizungsunterstützung und Warmwasserversorgung, und der Einbau einer kontrollierte Wohnungsentlüftung (KWL), die 80 % der Energie der Abluft zurückgewinn, eingebaut.

Das KfW-Effizienzhaus 70 kann ein Neubau oder ein Altbau, der durch Sanierungsmaßnahmen auf das Energieniveau gehoben wird, sein. Hier werden die vollen Kosten der wärmedämmenden Maßnahmen durch Kredite gefördert.

Das KfW-Effizienzhaus 100 ist ein Altbau, der durch eine energetische Sanierung auf ein Neubauniveau gebracht wird. Hierbei darf Jahres-Primärenergieverbrauch sowie einen spezifischen Transmissionswärmeverlust eines analogen Neubaus nicht überschritten werden. Dadurch entspricht dieses Gebäude den gesetzlichen Mindestanforderungen eines entsprechenden Neubaus.

In der EnEV 2009 wurde das KfW-Effizienzhaus 85 eingeführt und bei dem Erreichen des Energieniveaus Effizienzhaus 70 gibt es ebenso höhere Investitionszuschüsse und Vorteile bei der Finanzierung.

KfW-Förderung für die Gebäudesanierung

Es werden wärmedämmende Maßnahmen, die an der Außenwand, der oberen Geschossdecke und dem Dach durchgeführt werden, gefördert. Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, den entsprechenden Standard zu erreichen, dann können die Erneuerung der Fenster, um den Wärmedurchgangskoeffizienten zu senken und der Austausch der Heizung. Eine weitere Maßnahme kann die Installation von Photovoltaik-Module (PV-Module) sein.

Die Förderanträge werden über die jeweilige Hausbank eingereicht.

 
 

Heizlast im Passivhaus
Die Praxis zeigt, dass die Ermittlung der Raumheizlast nach der normierten Heizlastberechnung DIN EN 12831 bei hocheffizienten Gebäuden (z. B. Passivhaus) zu extrem überdimensionierten Auslegungen führt. Mit der extrem hohen Energieeffizienz, die beim Passivhaus erreicht wird, wird der Heizwärmebedarf mit um 10 bis 20 kWh/(m²a) eigentlich völlig unbedeutend in Bezug auf die davon ausgehende Ressourcen- und Umweltbelastung. In einem funktionierenden Passivhaus ist der Verbrauch für Heizung automatisch vernachlässigbar gering (ca. ein Zehntel des sonst üblichen Verbrauches).
Feldmessungen haben gezeigt, dass nicht nur in der Berechnung, sondern auch in der praktischen Baunutzung diese 90%ige Einsparung tatsächlich erreicht wird. Dies ist bei Einhaltung der baulichen und technischen Qualitäten des Passivhausstandards statistisch gesichert. Entscheidend ist dabei ausschließlich, dass ein funktionierendes Passivhaus erreicht wird. Unter diesen Umständen ist es nicht mehr wichtig, wie hoch die Jahresbedarfswerte im Einzelnen sind, weil der Passivhausstandard schon von sich aus einen extrem niedrigen Verbrauch garantiert, der eine dauerhaft ökonomisch und ökologisch vertretbare Versorgung "behagliche Räume" sicherstellt.

> hier ausführlicher

Passivhaus-Projektierungspaket (PHPP)

 
 
Diesel-Standheizung (Diesel-Heizgerät) für kleine Heizleistungen
Für Häuser (z. B. Passivhaus) oder kleine Wohnungen mit geringen Heizlasten sind die meisten Öl-Kessel zu groß. Hier bieten sich Diesel-Standheizungen an, wie sie in Wohnwagen oder Wohnmobilen eingebaut werden. Ein wenig modifiziert können diese Geräte eine Alternative zu den gängigen Wärmeerzeugern in ein Wasserheizungs- oder Lüftungssystem integriert werden.
Eine Dosierpumpe leitet beim Einschalten der Heizung den Kraftstoff aus dem Heizöltank in das Heizgerät. Dort wird das Heizöl mit einem Glühstift automatisch entzündet. In der Brennkammer entzündet sich eine Flamme, die den Wärmetauscher erhitzt. Das Gerät saugt dabei Luft von außen für die Verbrennung an und leitet das verbrannte Abgas wieder nach außen ab. Während des Heizbetriebes saugt das integrierte Heizluftgebläse die zu erwärmende Luft durch die Eintrittsöffnung an und drückt sie durch das Gerät. Beim Überstreichen des heißen Wärmeübertragers heizt sich die Luft auf und wird durch die Austrittsöffnung aus dem Gerät hinausgeblasen.
Die angeschlossenen Luftschläuche verteilen die Luft gleichmäßig in die Innenräume. Durch die geräteinterne Trennung des Verbrennungskreislaufes vom Heizkreislauf kommt es dabei zu keinerlei Beeinträchtigung der Heizluftqualität. Ein Temperaturfühler misst laufend die Innenraumtemperatur und passt die Heizleistung und damit die geförderte Luftmenge automatisch dem Wärmebedarf an. Auf diese Weise wird die eingestellte Solltemperatur schnell erreicht und dann konstant gehalten. Nach dem Ausschalten wird die Verbrennung kontrolliert beendet. Dabei geht das Gerät noch in einen kurzen Nachlauf, um sich abzukühlen. Danach ist es sofort wieder für einen Neustart einsatzbereit. Quelle: Webasto
Ein wenig modifiziert kann dieses Gerät eine Alternative zu den gängigen Wärmeerzeuger in die kontrollierte Wohnungslüftung (KWL) integriert werden.
Diesel-Heizgeräte
Quelle: Webasto AG

Das Heizgerät für das „Wasserheizungssystem“ arbeitet mit Kühlmittel und erwärmt einen Kühlmittelkreislauf (z. B. den Kühlmittelkreislauf eines Motors). Diese Heizgeräte erhitzen also nicht direkt das Wasser.

Mit dem Start des Heizgerätes leitet die Dosierpumpe Kraftstoff aus dem Fahrzeugtank in das Heizgerät. Dort wird der Kraftstoff mit einem Glühstift automatisch entzündet. Kommt es nicht gleich zu einer Verbrennung, wiederholt das Gerät automatisch den Startvorgang. In der Brennkammer entzündet sich eine Flamme, die den Wärmeübertrager von innen erhitzt. Das Gerät saugt dabei Luft von außen für die Verbrennung an und leitet das verbrannte Abgas wieder nach außen ab. Während des Heizbetriebes befördert die geräteeigene Umwälzpumpe das zu erhitzende Wasser-Glykol-Gemisch durch das Gerät. Es überströmt den heißen Wärmeübertrager und heizt sich dabei auf. Im angeschlossenen Wasserkreislauf geben Wärmetauscher dann die Energie an den Innenraum bzw. den Motor ab. Ist der Innenraum bzw. der Motor erwärmt, sinkt der Wärmebedarf, und die Wassertemperatur steigt weiter an. Bei einer voreingestellten Temperaturschwelle reduziert das Heizgerät in diesem Moment die Leistung bzw. geht in den Standby-Betrieb. Der Heizvorgang setzt dann automatisch wieder ein, wenn die Wassertemperatur unter einen bestimmten Wert sinkt. Das Gerät passt somit seine Heizleistung automatisch dem Wärmebedarf an. Nach dem Ausschalten wird die Verbrennung kontrolliert beendet. Dabei geht das Gerät noch in einen kurzen Nachlauf, um sich abzukühlen. Danach ist es sofort wieder für einen Neustart einsatzbereit. Quelle: Webasto
Ein wenig modifiziert kann dieses Gerät eine Alternative zu den gängigen Wärmeerzeuger in ein Wasserheizungssystem integriert werden.

Leider musste ich den Text und die Bilder der Firma Eberspächer entfernen, da ihre Produkte nicht für Hausheizungen zugelassen sind und somit nicht mit der Haustechnik in Verbindung gebracht werden möchten.

 
 
  Sammelthread - wegweisende ProjekteExpertensuche - HaustechnikDialog

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