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Luftbrunnen-Video - Dipl. Ing. Frank Lischka

eine gute Ergänzung für jede raumlufttechnische Anlage - KWL

Der Luftbrunnen ist eine besondere Art von Erdwärmetauscher. Grundlage für diesen Luftbrunnen ist eine seit Jahrhunderten bekannte Art der Luftabkühlung durch den  "richtigen" Luftbrunnen. Wobei der Begriff "Brunnen" darauf beruht, dass in dieser Einrichtung aufgrund der Kondensation warmer Luft Wasser gewonnen werden kann.

Der hier angesprochene Luftbrunnen ist vom Prinzip her eine Außenluftansaugung durch ein Kiesbett, der einer kontrollierten Wohnungslüftung (KWL) vorgeschaltet wird. Bei der Anordnung des Erdluftbrunnens ist darauf zu achten, dass möglichst keine Verunreinigungen (z. B. Autoabgase) in das Kiesbett bzw. in die Erdkanäle gelangen können. Deswegen sollte das Ansaugbett nicht an einer Hauptverkehrsstraße oder wenigstens von der Hauptwindrichtung abgewendeten Seite angeordnet werden.

Im Winter wird die sehr kalte Außenluft nicht direkt in das Gebäude geführt, sondern durch den Luftbrunnen, wo z. B. –12 °C kalte Außenluft auf über 0 °C, vorerwärmt wird. Mit Solarluftkollektoren wäre das nur bedingt möglich, da diese lediglich dann funktionieren, wenn im Winter die Sonne scheint.

Im Sommer wirkt der Luftbrunnen entgegengesetzt und sorgt für eine ökologische Kühlung des Gebäudes, denn die warme Außenluft (z. B. 30 °C Außentemperatur) kommt mit ca. 16 °C Einströmtemperatur in die Anlage.

Durch die natürlichen Filtermaterialien (Kies, Sand und Erde) befreit der Luftbrunnen die Außenluft kontinuierlich von Verunreinigungen wie Blütenpollen, Ozon und Bakterien. Die trockene Außenluft wird im Winter kontinuierlich befeuchtet und im Sommer entzieht der Naturfilter der teils sehr feuchten Außenluft einen Teil der Feuchtigkeit (Entfeuchtung).

1964 wurde von der Firma Rudolf Otto Meyer der Erdluftbrunnen patentiert.


Luftbrunnen-Video
Quelle: Dipl. Ing. Frank Lischka

Aufbau und Funktion eines Luftbrunnens
Für das Kiesbett wird möglichst nahe am Gebäude ein ca. 3 m tiefer und 1 bis max. 2 m breiter Graben ausgehoben. Die Länge des Kiesbettes wird nach dem zu fördernden Luftvolumen ausgelegt. Überschlägig rechnet man je 100 m³ zu beförderndes Luftvolumen mit 3 bis 5 m Länge (je nach Breite). Bei kleineren Luftvolumen sollte die Breite bei 1 m liegen.
Achtung: Bei den Ausschachtungsarbeiten sind die "Sicherheitshinweise für Baugruben und Gräben" bzw. "Böschungen, Verbau, Arbeitsraumbreiten nach DIN 4124" zu beachten.
Wichtig ist die die Größe der Kontaktfläche zum bestehenden Erdreich. Die Wände des Grabens werden mit einem Teichvlies (oder auch Straßenbauvlies) ausgekleidet, damit nur wenige Bodenpartikel eingespült und keine Wurzeln reinwachsen können. Die Drainagerohre werden auf der Sohle, die aus einer ca. 30 – 50 cm starke Kiesschüttung besteht, verlegt. Die Rohre werden in einen Schacht (Luftsammler) (alte Ausführung Betonringe; neue Ausführung ein spezieller Kunststoffschacht) geführt, über den die Lüftungsanlage die gefilterte und temperierte Außenluft ansaugt.  Der Graben wird bis 10 bis 15 cm unter Geländeoberkante mit Kies und Ziegelbruch (verschiedene Steinarten mit verschiedenen Körnungen - 8/16 + 16/32) aufgefüllt. Das Kiesbett wir mit einem Straßenbauvlies abgedeckt und mit einem Gemisch aus Muttererde und Blähtonkügelchen, die aus der Hydrokultur bekannt sind, aufgefüllt. Hier wird jetzt eine Rasenfläche angelegt.

Multiboden HKL
vereint Heizen, Kühlen, Lüften und Verkabeln in einem System
Quelle: ClimaLevel Energiesysteme GmbH

Bei dem Durchströmen durch das Kiesbett werden aus der Außenluft Aerosole (Stäube, Pollen, Gase, Feuchtigkeit) ausgefiltert. Auch Geruchsstoffe können eliminiert werden, was den Einsatz eines Geruchsfilters (Aktivkohlefilter) überflüssig macht.
Die durch das Erdreich gefilterte, befeuchtete (Winterbetrieb) bzw. entfeuchtete (Sommerbetrieb) Außenluft wird von dem Ventilator eines Lüftungsgrätes aus dem Sammelschacht angesaugt, noch einmal gefiltert (EU5) und durch einen Plattenwärmetauscher (Wärmerückgewinnung) geführt und über Luftleitungen oder Hohlraumböden mit aufgelegten Fußbodenheizungen durch passende Luftauslässe in die Räume geleitet. Bei den Hohlraumböden bieten sich Bodenauslässe an, die die Luft besonders gut dem Raum zuführen. Die Güte einer kontrollierten (/Wohnungs)lüftung hängt von der Planung vor Beginn der Arbeiten ab.

Beispiel für den Aufbau eines Luftbrunnens
Quelle: Dipl. Ing. Franz Lischka
Ein Luftbrunnen ist nicht überall oder nur mit besonderen evtl. aufwendigen Maßnahmen durchführbar.
  • So muss ein niedriger Oberflächenwasserspiegel mit ca. 3,5 m unter Geländeoberkante (GOK) und ein sickerfähiger Boden vorhanden sein. Bei starken Oberflächenwasserschwankungen kann durch eine zweite Drainage unterhalb der Luftdrainage das Oberflächenwasser abgeleitet werden und mit einer Sumpfpumpe aus dem Schacht entfernt werden. Diese Pumpe kann auch für Reinigungszwecke (Regenieren des Kiesbettes) sinnvoll sein.
  • In bindigen Böden (Lehm, Ton), bei denen das Regenwasser nicht oder nur sehr langsam versickert, ist der Einbau eines Luftbrunnens nicht möglich oder nur mit einer Sumpfpumpe möglich.
  • Bei einer hohen Radonbelastung des Erdreiches ist die Umsetzung eines Luftbrunnens nicht möglich bzw. schwierig (aber nicht unmöglich).

An Stelle von Betonringen kann ein Luftsammler eingesetzt werden.Er besteht aus einem senkrechten Zylinder (unten offen) mit dem nach oben abgehenden Anschluss für das Rohr ins Haus und den unteren Anschlussstutzen, auf denen 100er-Y -Verteiler für die Drainagerohre in knapp drei Meter Tiefe aufgesetzt werden. An jeden Stutzen kommen zwei gelbe Drainagerohre - 6 in die eine Richtung und 6 in die Gegenrichtung, am Ende gedeckelt.

Mit einem neuen Luftsammler können die Luftleitungen einfacher verlegt werden.
Der Sammler wird aus 15 mm dicken PVC-Platten hergestellt, ist 70 cm breit, hat oben einen 200 mm – Abgang für die Luft ins Haus und an beiden Längsseiten jeweils 3 100er Ansaugstutzen. Der Luftsammler ist unten offen. Er wiegt ca. 20 kg.
Auf die Stutzen kommen wie zuvor bei dem Rundmodell wieder Y-Verteiler.

Der Luftbrunnen - Kurzinformation von Frank Lischka
Materialliste für Luftbrunnen
weitere Informationen > Dipl. Ing. Frank Lischka


Quelle: Dipl. Ing. Franz Lischka
Da in Gegenden (Nordseeküste, Flussauen) mit hohem Oberflächenwasserstand keine Luftbrunnen eingesetzt werden können, laufen Versuche, den Luftbrunnen in einen Erdhügel (Warft) bzw. Erdwall zu integrieren.
Leider habe ich (in Garding auf der Halbinsel Eiderstedt an der Westküste Schleswig-Holsteins) auf meinem Grundstück einen sehr hohen Oberflächenwasserstand (bei fehlender Entwässerung der Landschaft bis 30 cm unter der Grasnabe) und auch keinen Platz für einen ausreichenden Erdhügel. Deshalb habe ich keine persönlichen Erfahrungen mit einem Luftbrunnen und kann mich nur auf die Erfahrungen von Betreibern, die mich per E-Mail oder Telefonanrufe informieren, berufen.
Schema eines Luftbrunnens + Was ist ein Luftbrunnen? - Ingenieurbüro Meyer, Olbersleben
Auschnitt aus dem Film "Abenteuer Energieeinsparen 2"  — 
                                                                                                          


Quelle: Clemens Simon

Ein Nachteil des Luftbrunnens ist, dass er Radon ansaugen kann. Radon ist ein radioaktives Gas, das im Boden entsteht. Nach der jeweiligen Wohngegend (Radonkarte) ist Radon mehr oder weniger stark vorhanden. Da Radon Lungenkrebs auslösen kann, darf es nicht direkt ins Haus gefördert werden. 
In solchen Fällen wird der Luftbrunnen mit Teichfolie ausgekleidet und ein Siphon verhindert, dass Radon aus dem Boden angesaugt wird. Dadurch ist der Betrieb eines Luftbrunnens auch in einem Radongebiet möglich. Bei hoher Radonbelastung sollte auf jeden Fall ein Fachmann zu Rate gezogen werden.
Luftbrunnen mit adiabater Befeuchtung
Quelle: Dr. Schütz
Bei einem Luftbrunnen mit adiabater Befeuchtung sind die Rohre im Erdreich mit 1 % Gefälle zum Schacht in Strömungsrichtung der Luft zu verlegt. Am tiefsten Punkt ist eine Entwässerung (Kondensatpumpe oder Drainage) vorzusehen.
Im zweiten Schacht des Luftbrunnens wird Grundwasser in solcher Menge eingedüst (adiabater Befeuchtung), dass die Luft am Austritt dieses Schachtes die Grundwassertemperatur annimmt. Dies bedeutet im Sommer und im Winter 12-15 °C. Die Regelung erfolgt so, dass die Eintrittstemperatur in den Luftwäscherschacht gemessen und mit der Austrittstemperatur nach dem Luftwäscher verglichen und entsprechend geregelt wird. Wenn zur Konditionierung im Luftbrunnen noch eine weitere Kühlung oder Vorwärmung nötig ist, so wird die Grundwassereindüsung und die Sumpfpumpe im Schacht entsprechend zugeschaltet.

ELKA-Luftbrunnen, aber Vorsicht, der Luftbrunnen war von der Firma patentrechtlich geschützt und darf von Firmen nur in Lizenz gebaut werden. (Da die Firma ELKA Innotec AG nicht mehr exestiert, kann ich die Rechtslage nicht beurteilen). Eine Eigenkonstruktion auf eigenem Grundstück unterliegt eigentlich nicht dem Patentrecht. Das heißt, dass solche Brunnen nicht von Firmen als Gesamtleistung angeboten werden dürfen. Aber hier sollte sich jeder Interessierte vor dem Bau selber informieren.

Das Patent ist inzwischen ausgelaufen.

Radon (Rn)
Vor dem Bau eines Luftbrunnens sollte überprüft werden, wie es mit dem Radon im Erdreich aussieht. Wenn eine Radonbelastung vorhanden ist, dann muss der Luftbrunnen entsprechend abgedichtet werden.
Radon (Rn) ist ein radioaktives Zerfallsprodukt wird durch den natürlichen Zerfall von Uran und Thorium aus seinem Mutternuklid Radium ständig neu gebildet. Da man   es nicht sieht, nicht riecht und nicht schmecken kann, steigt es durch Zwischenräume und Risse der Hausbodenplatte und des Mauerwerks unbemerkt in die Kellerräume bzw. in die Wohnungen. Das radioaktive Radon hat eine sehr hoher Dichte und kann sich in Gebäuden, besonders in Kellerräume und den unteren Stockwerken, in physiologisch bedeutenden Mengen ansammeln.
Wissenschaftlich wurde nachgewiesen, dass dieses natürlich vorkommende Edelgas an der 2. Stelle (nach dem Rauchen) der Ursachen für tödlichen Lungenkrebs steht. >>> hier weiterlesen
Solar Air heater
Quelle: Richard Lewis
Eine andere Art von Luftkollektor ist ein "Luft-Heizer", der auch mit einen Luftbrunnen kombiniert werden könnte.
Dies ist ein solarer Lufterhitzer, der die Wärme der Sonne benutzt, um Luft vorgewärmt in ein Haus zu fördern. Dabei wird auch Wärme in einem Steinbett gespeichert. Auch nachdem die Sonne untergeht, wird die Wärme aus den Steinen nach dem Thermosiphoneffekt weiter arbeiten.
> mehr vom Erfinder

 

 

Erfahrungsberichte (gehen leider sehr zögerlich ein) > E-Mail
« Abenteuer Energiesparen 2» von Dipl. Ing. Frank Lischka - Beispiele von Energiesparmöglichkeiten

ein neuer Trailer zum Film von Dipl. Ing. Frank Lischka - Beispiele von Energiesparmöglichkeiten

 - oft werden auch Erd-Luftwärmetauscher Luftbrunnen genannt, aber es sind nur Kombinationen beider Varianten

ein selbstgebauter Luftbrunnen mit Radonabdichtung
VDI Richtlinie 6022notwendigen Arbeiten zur Wartung und Inspektion von Lüftungs- und Klimanalagen
Planung lüftungstechnischer Maßnahmen nach neuer DIN 1946-6 - Teil 1Teil 2
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Kühlbrunnen
Um die Raumluft zu kühlen und zu entfeuchten, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Neben den luftumwälzenden Klimageräten, die in vielen Fällen eine zu hohe Geräuschentwicklung haben und  Zugerscheinungen verursachen, werden auch großflächige Kühlelemente (Kühldecken) eingesetzt. Diese kühlen die durch Konvektion an den Flächen vorbeistreichende Luft und bilden gleichzeitig eine Senke für die langwellige Strahlung von Personen und Gegenständen im Raum. Die Luftbewegung bewirkt keine störende Zugluft. > mehr
Der richtige Luftbrunnen
Quelle: Communauté de communes du Pays de Cunlhat
"Air Well" - Luft-Quelle
Quelle: Creative Alternatives
Der richtige Luftbrunnen ist keine neue Erfindung. Schon in der Antike wurden solche Systeme hauptsächlich zur Kühlung von Gebäuden in den heißen Gegenden  eingesetzt. Außerdem kann über diese Technologie aus der Feuchtigkeit der Luft Trinkwasser gewonnen werden.
Die "Luft-Quelle" (U.S. Patent Nr. 1,816,592) ist eine Erfindung, die 1931 von M. Achille Knapen gemacht wurde. Hierbei handelt es sich um einen Luftbrunnen, in dem aus warmer Luft Wasser herausgezogen und kondensiert wird. Mit dem Wasser wurden Felder und Weingebiete in Südfrankreich bewässert.
Dieser Luftbrunnen sah wie ein 12,20 m großer Bienenstock aus Beton aus. Mit ihm war es möglich, täglich ca.22.700 Liter Wasser über 929 m2 Kondensierfläche zu gewinnen. Ein derartiger Luftbrunnen kann in jeder Größe gebaut werden. Als Baumaterial für die Wände eignen sich Betonblöcke, Ziegelsteine oder hohle Muscheln bzw. Schalen, die mit Sand oder Erde gefüllt werden.
Für eine tägliche Wasserversorgung kann ein kleiner Luftbrunnen von ca. 3,65 m Höhe, 3,65 m Breite und einer Wanddicke von 0,61 m ausreichen. Er wird oben und unten mit Luftrohren und einer größeren Anzahl Kondensplatten im Innenbereich ausgestattet. Die warme Luft zirkuliert in diesem System, die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit kondensiert innen an den Kondensplatten und läuft nach unten in ein Auffangbecken. Diese aus einfachen Materialien gebauten Luftbrunnen können helfen, die Wasserknappheit in Dürre-Gebieten zu lösen. Quelle: Creative Alternatives
Luftbrunnen, ein kühles Gewölbe unter der Erde, in welchem die von außen hinein geleitete warme Luft ihre Wasserteile in Dünste verwandelt und als Tropfen an den Wänden  .......  hier weiterlesen  Quelle: Oekonomische Encyklopädie von J. G. Krünitz
Max-Water
Quelle: Water UN Limited
Funktion - Max-Water
Quelle: Water UN Limited

Air Well

Das Prinzip der "Air Wells" - (Luft-Quellen/Luftbrunnen) wurde inzwischen weiterentwickelt. So kann durch eine Windkraftanlage, die in der Atmosphäre vorhandene Feuchtigkeit durch Kondensation abgeschieden werden.
So hat z. B. die bahnbrechende Technologie Max-Air von Dr. Max Whisson (Vorbehalt Patentanmeldungen) hat das Potenzial, Wasser aus der Luft mit Hilfe einer Turbine mit Kältemittel zu produzieren. Diese Technologie ist in der Lage, ausreichende Mengen von Wasser für eine Vielzahl von Verwendungen zu liefern. Hierbei liefert die Windenergie den Strom für den Betrieb dieser Anlage.
Das System kann auch erhebliche Mengen von Wasser in Gebieten mit niedriger Luftfeuchtigkeit "ernten". Der Erfinder sagt, dass ein 4-Quadrat-Meter-Gerät durchschnittlich 7.500 Liter Wasser pro Tag extrahieren kann.
Bei dem Gerät kommt feuchte Luft in das System und wird durch einen Druckabfall hinter den Rotorblättern der Windenergieanlage gekühlt. Die Luft strömt in eine Kammer mit gekühlten Metallplatten aus nicht-benetzbaren Flächen und die kondensierten Wassertröpfchen laufen in eine Sammelstelle.
Für die Kondensation wird eine große Menge an Energie benötigt. Aber der Erfinder ist zuversichtlich, dass seine Windturbine effizient genug ist. Quelle: Anna Salleh
Ähnliche Anlagen sind in der Erprobung, damit auch in Trockengebieten Wasser "geerntet" werden kann.
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Max-Air  -  Max Water  - Video

Erdkeller
Der Erdkeller (Naturkeller, Freilandkeller, Eiskeller, Weinkeller) ist, seitdem es Kühlschränke bzw. Kühlhäuser gibt, ein fast ausgestorbenes Bauwerk (außer Weinkeller). Ein Erdkeller wird auch natürlicher Kühlschrank genannt.


Erdkeller
 Quelle: Regionales Umweltbildungszentrum
Hollen e.V.


Erdkeller zur Obstlagerung

Der Keller hat eine gleichmäßige Temperatur und Luftfeuchtigkeit und ist deswegen besonders zur Lagerung von Kartoffeln, Obst und Gemüse geeignet. Eine Temperatur knapp über dem Gefrierpunkt (2 – 4 °C, Kartoffeln >4 °C) wird als besonders geeignet angesehen, weil sich dann der Abbauprozess des Lagerguts verlangsamt. Eine hohe Luftfeuchtigkeit (90 – 95 %) verhindert das Austrocknen der Produkte und erhöht die mögliche Lagerzeit. Je nach nach dem Lagergut sind auch 85 - 99 % Luftfeuchtigkeit und Temperaturen zwischen 8 - 14 °C möglich. Dies muss bei der Planung berücksichtigt werden. Der Erdkeller eignet sich auch für die Überwinterung von nicht winterharten Knollen, Stauden und Rosen und ist ein ausgezeichneter Lagerplatz für Wein, Marmelade, Saft und Konserven.
Am besten kann ein Erdkeller in einem hügeligen oder geneigten Gelände angelegt werden. Dabei funktioniert er am besten in einem Nordhang. Aber auch auf einem ebenen Grundstück ist ein Erdkeller machbar. Hier muss eine Drainage, ein tiefergelegter Fußboden (0,5 - 1,0 m unter der Geländeoberfläche) und eine ausreichende Erdabdeckung vorgesehen werden.
Der richtigen Standort eines Erdkellers muss unbedingt vor der Planung festgelegt werden. Der Eingang sollte immer im Norden bzw. mit Einschränkungen im Osten sein, damit der Keller im Sommer vor zu großer Wärme geschützt ist. Besonders günstig ist ein Grundstück mit Hanglage.
Wenn das Grundwasserniveau sehr niedrig ist, kann ein Erdkeller auch vollständig unterirdisch gebaut werden.


Bau eines Gewölbe-Erdkellers
Quelle: Die Goldhofer


Bauskizzen eines Erdkellers
 Quelle: Pagewizz / Hans Braxmeier

Bau eines Erdkellers
Zunächst ist es wichtig, sich Gedanken über den richtigen Standort und die Nutzung (Naturkeller, Freilandkeller, Eiskeller, Weinkeller)) des geplanten Erdkellers zu machen, denn davon ist die Bauart abhängig. Der Eingang sollte immer im Norden oder Osten sein. Dies schützt den Keller im Sommer vor zu großer Wärme. Ein schattiger Bereich auf dem Grundstücks ist ideal. Falls das Grundstück eine Hanglage hat, sollte der Erdkeller unbedingt dort gebaut werden.
Zuerst wird eine Baugrube ausgehoben bzw. die Erde im Hang abgetragen und eine Kiesschicht mit unterschiedlicher Körnung eingebracht. In den meisten Fällen ist eine umlaufende Drainage und je nach Standort kann ein Regenwasserablauf vor der Eingangstür notwendig sein. Auch die Zuluft und ein Leerrohr für ein Stromkabel kann unterirdisch zugeführt werden.
Wenn der Erdkeller einen Vorraum hat, um Blumenzwiebeln und Eingemachtes zu lagern und/oder zum Überwintern von Kübelpflanzen genutzt werden soll, dann sollte der Raum trocken und groß genug sein. Dazu wird der Fußboden betoniert.
Damit der Hauptkeller richtig funktioniert, muss Erdfeuchtigkeit aufsteigen können. Deswegen darf der Fußboden nicht vollständig versiegelt werden.
Sinnvoll ist es, wenn man entlang der Wände einen Betonstreifen anbringt, um dort Regale stabil aufstellen zu können. Der restliche Fußboden sollte diffusionsoffen (z. B. mit Sand gefugt verlegte Beton- oder Ziegelsteine) sein.
Die Außenwände und Decke können aus Beton gegossen oder mit Betonsteine aufgemauert werden. Hier sollte man beachten, dass sie später mehrere Tonnen Gewicht aushalten müssen. Außerdem müssen sie vor Feuchtigkeit geschützt werden. Hier reicht ein Anstrich mit Bitumen. Das Dach sollte zusätzlich mit verschweißten Bahnen (Teerpappe, Dachfolie) geschützt werden. Die Erdabdeckung (mindestens 60 bis 70 Zentimeter) sollte dick genug sein, damit der Keller ausreichend gedämmt ist. Bei einer zu geringen Erdschichtdicke kann der Einsatz von Dämmstoffen notwendig werden.

Die Abdeckung eines Erdhügels sollte mit möglichst pflegeleichten und flachwurzelnde Pflanzen begrünt werden. Hier bieten sich fertige Saatgutmischung zur Dachbegrünung mit vielen Gräsern, Kräutern und Magerwiesenpflanzen an.
Ein Erdkeller funktioniert nur dann richtig, wenn keine Nässe eindringen kann. Die Außentür sollte gedämmt sein. Wichtig ist eine geringe Luftzirkulation. Deswegen ist in der Außenluft eine regelbare Lüftungsklappe vorzusehen. Die Außen- bzw. Zuluft sollte im Bodenbereich am Eingang zum Hauptraum einströmen. Der Auslass für die Ab- bzw. Fortluft sollte möglichst in der Decke gegenüber der Eingangstür angeordnet werden. Um das Eindringen von Kleintieren und Insekten zu verhindern, ist ein feinmaschiges Drahtgeflecht (Fliegengitter) an der Außenseite der Lüftungsöffnungen anzubringen.

Andere Bauvarianten des Erdkellers bestehen aus Natursteine und (teil-)fertige Bauelement aus Glasfaser- oder Polyester-Kunststoff. Ob diese Baurten eine genügende Tragkraft für die erforderliche Erdabdeckung haben, muss vorher geklärt werden. Auch benötigen diese Fertigelemente eine dickere Erdschicht, um eine gute Dämmung zu erreichen.
Hinweis! Schutzrechtsverletzung: Falls Sie meinen, dass von meiner Website aus Ihre Schutzrechte verletzt werden, bitte ich Sie, zur Vermeidung eines unnötigen Rechtsstreites, mich umgehend bereits im Vorfeld zu kontaktieren, damit zügig Abhilfe geschaffen werden kann. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis: Das zeitaufwändigere Einschalten eines Anwaltes zur Erstellung einer für den Diensteanbieter kostenpflichtigen Abmahnung entspricht nicht dessen wirklichen oder mutmaßlichen Willen. Die Kostennote einer anwaltlichen Abmahnung ohne vorhergehende Kontaktaufnahme mit mir wird daher im Sinne der Schadensminderungspflicht als unbegründet zurückgewiesen.
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