Hier von mir (Bernhard Fitz, Estrichlegermeister) eine Kurzfassung, die auch fast nur die Überschußfeuchte aus dem Estrich behandelt, aber auch gleichermaßen für andere Bauteile mit Überschusswasser gilt. Als Vorlage diente ein Fachartikel aus der Estrichfachzeitschrift >Estrichtechnik<
Durch immer kürzere Bauzeiten und neuen Bauweisen (Wärmeverbundsysteme, Luftdichtigkeit) kann die normal durch die Baustoffe eingebrachte Baufeuchte nicht mehr vollständig austrocknen. Schäden durch zu hohe Restfeuchtegehalte sind vorprogrammiert. Ebenso Unbehaglichkeit, welche sich nicht nur durch die hohen Heizkosten der ersten 2 - 3 Jahre durch noch zu feuchte Bauteile einstellt. Damit auch nachvollzogen werden kann, über welche Mengen Überschusswasser wir hier reden:
Bei einem 40 mm starken Anhydritfließestrich müssen je Quadratmeter 8 Liter Wasser an die Raumluft abgegeben werden, um die Verlegereife zu erreichen. Bei einem Einfamilienhaus mit 150m² Wohnfläche sind das 1.200 Liter. Und dies nur vom Estrich.
 
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, der Bausubstanz die überschüssige Feuchtigkeit zu entziehen.
Anhydritestriche lassen sich sofort nach Freigabe zum Begehen, Zementestriche nach 10 Tagen Abbindezeit zwangstrocknen. Bei Zementestrichen kann zu frühe Zwangstrocknung zu Festigkeitsverlusten führen.
 
1. Lüften

Beim Lüften sollte die Außentemperaturen über 12° C sein, da darunter die Luft nur wenig Feuchtigkeit aufnehmen kann. Je höher die Raumtemperatur, desto höher ist das Abdampfvermögen von feuchten Bauteilen. Und es braucht trockene Außenluft mit geringer relativer Luftfeuchte.
Es wird bei dieser Methode also trockene Außenluft in den Bau geholt, bis sich diese mit Feuchtigkeit angereichert hat und wieder abgeführt wird. Und dieser Hergang muss dann mehrere hundert Mal wiederholt werden.

Diese Methode wird durch das Klima in unseren Breitengraden aber stark eingegrenzt. Entgegen der weit verbreiteten Meinung ist das Trocknungsverhalten im Sommer ähnlich schlecht wie im Winter. Auf Grund der hohen Luftfeuchtigkeit (besonders bei sinkenden Nachttemperaturen) kann die Luft keine Feuchtigkeit mehr aus dem Estrich aufnehmen. Durch Lüften zum falschen Zeitpunkt kann es sogar zu Kondenswasserbildung auf den kalten Innenbauteilen kommen.
Wir haben etwa sechs Monate (März - August) im Jahr, wo die rel. Luftfeuchte tagsüber weniger als 70% beträgt. Nachts ist sie das ganze Jahr durch Temperaturabfall über 80%.
Deshalb ist es bei dieser Methode Lüften bei unseren klimatischen Bedingungen nicht möglich, einen Bau zügig und planbar zu trocknen. Es findet oftmals eine er-neute Befeuchtung der Materialien - meistens während der Nachtstunden - statt. Feuchte Luft, die in den Bau gelangt, kühlt ab, der Taupunkt wird unterschritten und das überschüssige Wasser kondensiert an den kältesten Stellen, in der Regel dem Estrich. Dieser absorbiert die Feuchte, um seine eigene Gleichgewichtsfeuchte zu er-höhen. Hinzu kommt, daß Zementestriche ab 70% rel. Luftfeuchte und bestimmten Temperaturen schon wieder soviel Feuchtigkeit aufnehmen, daß der Grenzwert für dampfdichte Beläge über-schritten wird. Bei Anhydritestrichen liegt dieser Wert bei 80%.
Durch gezieltes Lüften ist eine Bautrocknung nur in den Monaten April - Juli möglich, wo durchschnittliche rel. Luftfeuchten von 54% tagsüber gegeben sind.
 
2. Heizen und Lüften

Wie schon beim Lüften erwähnt, erhöht sich das Abdampfverhalten bei steigenden Temperaturen. Bei einer Erhöhung der Raumtemperatur von 10° C auf 20° C um fast 100%.
Relativ trockene, kalte Luft wird erwärmt, damit diese Feuchtigkeit aus den Bauteilen aufnehmen kann. Durch Stoßlüften wird diese dann wieder mit kalter, trockener Luft ausgetauscht. Bei dieser Methode besteht allerdings hauptsächlich bei Zementestrichen die Gefahr der Rissbildung und des Aufschüsselns. Anhydritestriche können ebenfalls Risse bekommen, ist aber seltener. Ein weiterer Nachteil ist hoher Energieverbrauch. Hierzu sollte die Gebäudeheizungsanlage schon in Betrieb sein. Keinesfalls Öl- oder Gasheizkanonen einsetzen. Diese erzeugen bei der Verbrennung erneut enorme Mengen Wasser.

 
3. Adsorptionstrockner

Adsorptionstrockner haben einen hohen Energieverbrauch im Vergleich mit Kondenstrocknern und es besteht die Gefahr eines zu schnellen, einseitigen Feuchtig-keitsentzuges mit der Folge von Rissbildung und Schüsselung. Die abgegebene Luft hat nur eine rel. Feuchte von etwa 10%, wodurch sie wieder effizienter bei extrem niedrigen Temperaturen sind. Dem sollte aber nicht zuviel Bedeutung beigemessen werden, da bei Temperaturen unter 10° C sowieso kaum Feuchte in der Luft vor-handen ist.
In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, daß bei Temperaturen unter 10° C ein Trocknen mit Bautrocknern wenig bringt.

 
4. Kondenstrockner

Kondenstrockner sind am wirtschaftlichsten einzusetzen. Der Energieverbrauch ist sehr viel niedriger, weil die Prozeßwärme nicht verloren geht.
Feuchte Luft wird mittels eines Ventilators über einen Kälteblock geleitet, wo die Luft abgekühlt wird. Bei erreichen des Taupunktes kondensiert die überschüssige Feuchtigkeit am Kühlgitter. Die entfeuchtete Luft wird zur optimalen Energieausnutzung über einen Wärmetauscher geleitet und mittels der Abwärme aus dem Kondensationsprozeß wieder auf die Ausgangstemperatur erwärmt. Der Kreislauf ist geschlossen, und die Wärmeenergie bleibt als Reaktionsenergie im Gebäude. Diese Methode ist schonender und vergleichbar mit dem Klima beim Lüften.

Der Wirkungszusammenhang von Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf das Bautrocknungsverhalten.
 
Bei allen eingesetzten Verfahren zur Bautrocknung ist die Temperatur ein entscheidener Parameter.

Temperatur

30°C

25°C

20°C

15°C

12°C

10°C

8°C

5°C

3°C

0°C

Relative Feuchte

80%

80%

80%

80%

80%

80%

80%

80%

80%

80%

Wassergehalt g/m³

22

16

12

8,6

7

6,2

5,4

4,4

3,8

3

 
Die obigen Beispiele sollen unterstreichen, je geringer die Temperatur, desto weniger Wassergehalt. Bei sinkender Raumtemperatur und konstanter rel. Luftfeuchtigkeit nimmt der absolute Wassergehalt in der Luft ab. Sinkt die Raumtemperatur unter 10°C, macht eine Bautrocknung nach Wirtschaftlichkeit kaum noch Sinn, da nur noch sehr wenig Wasser in der Luft enthalten ist.
Wichtig in diesem Zusammenhang ist, daß hohe Temperaturen allein einen Estrich nicht austrocknen können. Die rel. Luftfeuchte muß auch deutlich unter 70% gebracht werden, um ihn auch trocknungsmäßig für dampfdichte Beläge vorzubereiten. Aus diesem Grund müssen Estriche selbst im Sommer, wenn eine hohe rel. Luftfeuchte gegeben ist, mit technischer Unterstützung getrocknet werden. Und es kann passieren, das selbst schon verlegereife alte Estriche bei zu hohen rel. Luftfeuchten wieder Feuchtigkeit aufnehmen. Deshalb funktionieren auch die vielen Estrichtrocknungsbeschleuniger nicht in einem Neubau. Aber das ist ein anderes Thema.
Bernhard Fitz, Estrichlegermeister
Feuchtigkeitsmesser
Quelle: Wetekom
Um die Feuchtigkeit in Flächen zu überprüfen, wird in der Praxis häufig die Leitfähigkeitsmessung (Elektrische Widerstandmessung) eingesetzt.

Dabei werden zwei Elektroden in den Baustoff eingelassen. Der vom Gerät erzeugte Messstrom fließt durch die Elektrode in den Baustoff und über die zweite Elektrode wieder zurück zum Gerät.

Je leitfähiger der Baustoff (Feuchtigkeit, Salze usw.) umso mehr Strom fließt zurück. Es wird ein Wert in Digis ausgegeben.
Feuchtigkeitsmessgerät mit Sucher- und Nadelmodus für die Messung von Feuchte in Holz und Baustoffen.

Baustoffe und Holz mit glatter Oberfläche werden im  Suchermodus (kapazitive Messung). Holz mit rauer Oberfläche im Nadelmodus (Leitfähigkeitsmessung) evtl. auch mit Einschlag-Elektroden für Tiefenmessungen in Hölzern.

Das Messgerät ist auch für geeignet, um Feuchtigkeitsdifferenzen im Estrich zu erkennen. Dabei erfolgt die Messung zerstörungsfrei und schnell. Bei zu hohen Feuchtewerten erübrigt sich eine zerstörende Messung im Trockenschrankverfahren
oder mit der CM-Methode. Innerhalb eines Raumes können große Feuchtedifferenzen vorhanden sein, deshalb ist eine zerstörungsfreie Messung vorteilhaft um die kritischen Stellen für eine genauere Untersuchung zu ermitteln. Die Zahl der notwendigen, aber zeitaufwendigen, Messungen wird reduziert.

 

CM-Messgerät
Mit diesem Messgerät kann schnell und zuverlässig die Feuchtigkeit in Baustoffen bestimmut werden.

Während und nach dem Funktionsheizen von Fußbodenheizungen kann die Restfeuchtigkeit von Unterlagsböden nach der Carbid-Methode (CM) festgestellt werden. Die Feuchtigkeit kann auf dem Manometer ohne Umrechnungstabelle direkt abgelesen werden. Das Manometer hat eine Drosselschraube, wodurch die Lebensdauer wesentlich verlängert wird. Die robuste mechanische Federwaage ist mit einer Ablesehilfe aller gängigen Einwaagen versehen.

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CM-Messgerät
Quelle: DS Messwerkzeuge
Quelle: Trotec GmbH & Co. KG
Bei dem Mikrowellen-Messverfahren wird der Unterschied der Dielektrizitätskonstante (DK) von Wasser und des Baustoffes ermittelt. Wegen des großen Unterschiedes zwischen diesen beiden Werten lassen sich bereits kleine Wassermengen sehr gut detektieren.
Das Anwendungsspektrum reicht dabei von Präzisionsmessungen an Materialien mit geringen Feuchtegehalten bis in die Bauwerksdiagnostik im mittleren Feuchtebereich bis in den Hochfeuchtebereich, z. B. für Messungen in organischen Materialien. Die materialspezifische Kalibrierung macht eine reproduzierbare Feuchtemessung in Masse-% möglich.
 

Entfeuchtungs- bzw. Trocknungsgeräte gibt es für die verschiedensten Einsatzfälle.

Quelle: Einhell
Quelle: Trotec GmbH & Co. KG
Quelle: Trotec GmbH & Co. KG
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Messtechnik und Gebäudetrocknung - Ewald Lümmen GmbH
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