Richtig Lüften

Geschichte der Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Solartechnik
Abkürzungen im SHK-Handwerk
Bosy-online-ABC
Messgeräte - Lüftungstechnik

 
Immer mehr Wohngebäude werden aufwendig gedämmt und luftdicht gebaut bzw. renoviert. Ein natürlicher Luftwechsel durch undichte Fenster und Fassaden (InfiltrationExfiltration) ist nicht mehr vorhanden. Auch die natürlichen Kondensationsflächen (kalte Fensterflächen) werden durch neue Isolierglasfenster beseitigt.
 
So wird natürlich Energie gespart, aber die Folge ist, dass es immer mehr unbelüftete Räume gibt und die Räume feucht werden, was zu Schimmelpilzbefall oder Spakflecken führen kann. Dadurch können erhebliche Schäden an der Bausubstanz entstehen.  Eine immer wieder auftretende zu hohe Luftfeuchtigkeit, die sich evtl. auch an Isolierfenstern niederschlägt, kann auch auf einen Wasserschaden an Trink- oder Heizungswasserleitungen bzw. auf Undichtigkeiten in der Haushülle hinweisen.
 
In einem 4-Personen-Hausalt können an einem Tag ca. 10 bis 14 Liter Wasser in Form von Wasserdampf an die Raumluft abgegeben werden. Einige Studien gehen sogar von bis zu 15 Liter aus.
 
 
Liter (kg)/Stunde
Person (je nach Tätigkeit)
0,030 bis 0,200
Kochen
0,400 bis 0,800
Geschirrspüler
0,200 bis 0,400
Duschen
1,500 bis 3,000
Wannenbad
0,600 bis 1,200
Pflanzen
0,007 bis 0,020*

 

2 Personen

3 Personen

4 Personen

mehr als 
4 Personen

tägliche Feuchtebelastung in Liter/Tag

8

12

14

15

Quelle: Klaus-Hermann Ries
 
* Nach neuen Untersuchungen wird der Feuchtigkeitseintrag durch Zimmerpflanzen stark überbewertet. Die Feuchtigkeitsabgabe (Transpiration) ist von vielen Faktoren (z. B. Pflanzenart, Pflanzengröße, Lichtstärke, Luftgeschwindigkeit bzw. Luftführung, Raumluftfeuchte) abhängig. Hier geht man inzwischen von einem durchschnittlichen Wert von 0,002 kg/h aus.
 
Da vor allen Dingen in Altbauten keine Kontrollierte Wohnungs - Lüftung eingesetzt wird und z. B. durch das erneuern der Fenster der natürliche Luftwechsel nicht mehr gewährleistet ist, ist das richtige Lüften besonders wichtig.
 

Dichtheit des
Gebäudes

Mehrfamilienhaus
Luftwechsel bei 50 Pa in h-1

Einfamilienhaus
Luftwechsel bei 50 Pa in h-1

sehr dicht

0,5 - 2,0

1,0 - 3,0

mittel dicht

2,0 - 4,0

3,0 - 8,0

weniger dicht

4,0 - 10,0

8,0 - 20,0

 
Quelle: Klaus-Hermann Ries
 
Eine hohe CO2-Konzentration ist ein Indikator für die vom Menschen verursachte Geruchsbelastung (Olf) , wobei ein niedriger CO2-Gehalt jedoch keine Aussagekraft über die tatsächliche Qualität der Raumluft hat. Je nach dem Aktivitätsgrad werde von einem Menschen zwischen 12 (in einer Ruhephase) und 150 (beim Sport) Liter CO2/Stunde produziert. Ein Anteil von 350 ppm in der Raumluft ist normal. Bei einem Anteil von < 5000 ppm (MAK-Wert) sind keine durch CO2 hervorgerufenen Gesundheitsbeeinträchtigungen zu erwarten. Oft sind es Schadstoffe aus Bau- und Einrichtungsmaterialien, die zu Gesundheitsschäden führen können, so z. B. durch Formaldehyt. In Gebieten mit hoher Radonemission sind grundsätzlich Zangslüftungen vorzusehen.
 

Grenzwerte - Raumluft
Grenzwerte für Schadstoffemissionen in der Luft für CO2 und CO:

  CO2:
 
  •  MAK - Wert (Maximale Arbeitsplatz-Konzentration) max. 5000 ppm
  •  Pettenkoffer (Untersuchungen der Raumluftqualität) max. 1000 ppm
  •  unter 25 % PD (Prozentzahl Unzufriedener) max. 1000 ppm
  •  Auftreten von Müdigkeit (Umweltbundesamt) > 2000 ppm
  •  Richtlinie für Schulräume (Umweltbundesamt) max. 1500 ppm
  •  Gesundheitliche Schäden > 15000 ppm
 

CO:

 
  •  MAK - Wert (Maximale Arbeitplatz-Konzentration) max. 30 ppm
 
 

MAK-Wert
Die maximale Arbeitsplatz-Konzentration (MAK-Wert) gibt die maximal zulässige Konzentration eines Stoffes (Gas, Dampf oder Schwebstoff) in der Atemluft am Arbeitsplatz an, bei der kein Gesundheitsschaden zu erwarten ist, auch wenn man der Konzentration in der Regel 8 Stunden täglich, maximal 40 (42) Stunden in der Woche ausgesetzt ist.
Die MAK-Werte sind bei der Auslegung von raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlagen) in Gewerbebetrieben zu beachten.
Seit 1. Januar 2005 besteht mit dem Inkrafttreten der neuen Gefahrstoffverordnung ein neues Grenzwert-Konzept. Die neue GefStoffV kennt nur noch gesundheitsbasierte Grenzwerte, ArbeitsplatzgrenzwertAGW und biologischer GrenzwertBGW. Die alten Bezeichnungen MAK-Werte und BAT-Werte können und sollen jedoch bis zur vollständigen Umsetzung der Verordnung als Richt- und Orientierungsgrößen weiter verwendet werden.
Der MAK-Wert wird in ppm (pars per million, 1 cm3 Gas auf 1 m3 Luft) und in mg/m3 festgelegt. Die MAK-Liste enthält außerdem Angaben über die Gefahr der Hautresorption und über sensibilisierende (die Hautempfindlichkeit verstärkende) Eigenschaften sowie über den Dampfdruck.
MAK-Werte gelten nicht für Gemische, die die gesundheitsschädliche Wirkung erheblich verstärken, manchmal auch vermindern können. Für Gemische sind speziell toxikologische Untersuchungen erforderlich.

 
 
  Arbeitsplatzgrenzwert - AGW
 

Die Grundlage für die Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 900 - Januar 2006 [geändert 2014], in der die Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) festgelegt sind, ist die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV). Die TRGS geben den Stand der Technik, Arbeitsmedizin, Arbeitshygiene und sonstige gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, einschließlich deren Einstufung und Kennzeichnung, wieder. Sie werden vom Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) aufgestellt und von ihm der Entwicklung entsprechend angepasst.

Das Einhalten der Arbeitsplatzgrenzwerte dient dem Schutz der Gesundheit von Beschäftigten vor einer Gefährdung durch das Einatmen von Stoffen.

Der Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) ist der Grenzwert für die zeitlich gewichtete durchschnittliche Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz in Bezug auf einen gegebenen Referenzzeitraum an. Hierbei geht es darum, bei welcher Konzentration eines Stoffes akute oder chronische  schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit im Allgemeinen nicht zu erwarten sind. In der Regel sind es Schichtmittelwerte, die sich auf eine täglich achtstündige Exposition an 5 Tagen pro Woche während der Lebensarbeitszeit. Expositionsspitzen während einer Schicht werden besonders beurteilt.
Die Stoffe können Gase, Dämpfe und
Schwebstoffe (Staub, Rauch und Nebel] sein.

 
  Biologischer GrenzwertBGW
 

Die Grundlage für die Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 903 - Januar 2006 [geändert 2013], in der die Biologischen Grenzwerte festgelegt sind, ist die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV). Die TRGS geben den Stand der Technik, Arbeitsmedizin, Arbeitshygiene und sonstige gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, einschließlich deren Einstufung und Kennzeichnung, wieder. Sie werden vom Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) aufgestellt und von ihm der Entwicklung entsprechend angepasst.
Der biologische Grenzwert (BGW) ist der Grenzwert für die toxikologisch­arbeitsmedizinisch abgeleitete Konzentration eines Stoffes, seines Metaboliten oder eines Beanspruchungsindikators im entsprechenden biologischen Material, bei dem im Allgemeinen die Gesundheit eines Beschäftigten nicht beeinträchtigt wird. Hierbei geht es um die Höchstwerte, die für gesunde Einzelpersonen konzipiert sind. Sie werden unter Berücksichtigung der Wirkungscharakteristika der Stoffe in der Regel für Blut und/oder Urin aufgestellt. Maßgebend sind dabei arbeitsmedizinisch-toxikologisch fundierte Kriterien des Gesundheitsschutzes. Biologische Grenzwerte gelten in der Regel für eine Belastung mit Einzelstoffen. Sie können als Konzentrationen, Bildungs- oder Ausscheidungsraten (Menge/Zeiteinheit) definiert sein. Wie bei den Arbeitsplatzgrenzwerten (AGW) wird in der Regel eine Stoffbelastung von maximal 8 Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich zugrunde gelegt.

 
 
MIK-Wert
Die maximalen Immissionskonzentration bestimmter Schadstoffe (z. B. Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid, Ozon, Schwebstaub) werden durch die maximalen Immissionskonzentrations-Werte (MIK-Werte) angegeben. Sie geben den aktuellen Kenntnisstand an, bei dem keine nachteiligen Wirkungen für Menschen, Tiere und Pflanzen auftreten. Sie gelten auch für Risikogruppen wie Schwangere, Kleinkinder, alte und kranke Personen. Es werden jeweils Konzentrationen für Dauerbelastung (MIKD) und Kurzzeitbelastung (MIKK) festgelegt. Die Zeitbasis reicht von 0,5 Stunden bis zu maximal einem Jahr.  Sie geben das Verhältnis von einer Schadstoffmasse zu einem Luftvolumen (z.B. mg/m3, µg/m3) an. Die MIK-Werte sind Vergleichswerte für kurzfristig auftretende Immissionsspitzen.
Die MIK-Werte werden von der VDI-Kommission "Reinhaltung der Luft" erarbeitet und werden fortlaufend überarbeitet, da ständig neue toxikologische Kenntnisse gewonnen werden. Im Gegensatz zu den Immissionsgenzwerten der TA Luft und den Verordnungen zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (BimSchV) haben die MIK-Werte keine Rechtsverbindlichkeit.
 
 
 
 
MEK-Wert
Die maximale Emissions-Konzentration wird direkt im Abgasstrom einer technischen Anlage gemessen. In Feuerungsanlagen (Motoren, Kraftwerke, Ölheizung, Kohle-Holzofen) werden Brennstoffe verheizt. Aus den Schwefelverbindungen in diesen Brennstoffen entsteht bei der Verbrennung SO2 (Schwefeldioxidgas) und mit dem Luftstickstoff NOx (Stickoxide) und CO2. Die heißen Abgase steigen auf und nach dem Abkühlen gelangen die Stoffe wieder auf die Erdoberfläche zurück. Hier sind sie Bestandteil der Umgebungsluft und wirken auf die Lebewesen ein.
Emissionsgenzwerte werden in der TA Luft und den Verordnungen zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (BimSchV) festgesetzt.
 
 
Luftqualitätsmonitor

Um die Qualität der Luft in Innenräumen zu messen und darzustellen können Monitore eingesetzt werden. Für die Gesundheit und Arbeitseffizienz sind die Temperatur, die CO2-Konzentration und die relative Luftfeuchte wichtige Faktoren. Besonders in Räumen, in denen sich viele Menschen (Schul-, Seminar-, Büroräume) aufhalten, ist der Einsatz von Messgeräten sinnvoll. Wenn diese Geräte die Luftqualität deutlich anzeigen, kann das nur von Vorteil sein. Außerdem kann über diese Anzeige auch die Verstellung einer Lüftung oder das Öffnen der Fenster veranlasst werden.

Aber auch in privaten Wohnräumen sind diese Messgeräte vorteilhaft, damit das Lüften nicht vergessen wird.
Lüftungsampel - IBO Innenraumanalytik OG

 

 

 

 

 
 

Der Luftwechsel (LW) n  (auch > Luftwechselrate oder Luftwechselzahl) gibt an, wie oft ein Raumvolumen in einer Stunde mit Außenluft ausgetauscht wird. Die Einheit wird mit  h-1 angegeben.

 
Ein ausreichender Luftwechsel ist notwendig, um Kohlendioxid, Schadstoffe und Feuchte aus bauphysikalischen und hygienischen Erfordernissen zu entfernen und Sauerstoff zu zuführen. Hier ergibt sich der Luftwechsel bzw. die Luftwechselrate auf schadstoffbezogenen Grenzwerten (z. B. MAK-Werte).
 
Auch über personenbezogene Luftraten (Außenluftrate) kann der Luftwechsel berechnet werden.
 
In nichtrenovierten Altbauten liegt der natürliche Luftwechsel bei n 1 h-1 und in renovierten Gebäuden zwischen n 0,5 bis 1 h-1. Hier spricht man auch von einem unkontrolliertem Lüften, weil der LW je nach der Druckdifferenz zwischen Innen und Außen und dem Windanfall verschieden ist und oftmals nicht ausreichen ist.
 
Je nach dem Lüftungsverhalten bzw. der Lüftungsart können mit einer Fensterlüftung folgende Luftwechsel erreicht werden: 
 
  • Fenster zu, Türen zu > 0 bis 0,3 h-1
  • Fenster gekippt (Spaltlüftung)  > 0,3 bis 1,5 h-1
  • Fenster kurzzeitig ganz geöffnet (Stoßlüftung) > 0,3 bis 4 h-1
  • Fenster ständig ganz geöffnet  > 9 bis 15 h-1
  • Gegenüberliegende Fenster und Türen ständig geöffnet (Querlüftung) > bis 40 h-1
 
Ein Mindestluftwechsel sollte durch ein richtiges Lüften grundsätzlich gewährleistet werden. Ist es nicht möglich diesen LW zu erreichen, ist der Einsatz einer kontrollierten Wohnungslüftung (KWL) mit Wärmerückgewinnung (WRG) sinnvoll bis notwendig. Hier liegt der Luftwechsel je nach Schadstoffanfall und Außentemperatur zwischen n 0,25 h-1 und n 1,0 h-1.
 
In luftdichten Häusern kann der Luftwechsel bei n 0,2 h-1 liegen, was dann eine kontrollierte Wohnungslüftung (KWL) notwendig macht.
 
Oft wird die Luftwechselzahl mit der Luftumwälzzahl (LU) verwechselt, die nur für Umluftanlagen  (Luftheizungs- und Luftkühlanlagen) ohne Außenluftanteil verwendet wird.
 
Aus der sich ergebenden Luftmenge kann dann der Luftwechsel errechnet werden. In Wohnungen wird meistens nur mit dem Luftwechsel (LW)   n (auch > Luftwechselrate oder Luftwechselzahl) gerechnet, der in der Regel zwischen n 0,25 h-1 und n 1,0 h-1 liegt.
 
Die Luftmenge, die für die Be- bzw. Entlüftung eines Raumes benötigt wird, ist von verschiedenen Faktoren abhängig.. Zur Bestimmung der Luftmengen muss die Bezeichnung bzw. die Nutzung des Raumes bekannt sein. Die Außenluftmenge wird über das Raumvolumen und der Luftwechselrate ermittelt.
 
Luftwechselraten in gewerblichen und privaten Räumen
Art des Raumes
LWR/h
Büroräume (DIN 1946/2)
4 - 8
Besprechnungsräume
5 - 8
Sitzungsräume
6 - 8

Hörsäle (DIN 1946/2)

6 - 8
Bibliotheken
4 - 5
Unterrichtsräume
5 - 8
Wartezimmer
4 - 6
Garderoben (VDI 2082)
4 - 6
Umkleiden (ASR)
6 - 8
gewerbliche Küchen (VDI 2052)
15 - 30
Duschen (ASR)
15 - 25
öffentliche Toiletten
5 - 15
Verkaufsräume (VDI 2082)
4 - 8
Fotokopierräume
10 - 15
Schwimmhallen (VDI 2089)
3 - 4
Turnhallen (DIN 1946/2)
4 - 6
Sportstudios, Gymnastikräume
4 - 8
Kinos, Theater
5 - 8
Gaststätten (ohne Raucherlaubnis) (DIN 1946/2/VDI 2082)
6 - 8
Raucherräume (EN 13779)
bis 20
Werkstätten mit geringer Luftverschlechterung (VDI 2082)
4 - 6
Werkstätten mit starker Luftverschlechterung (VDI 2082)
10 - 20 
Montagehallen
4 - 8
Laborräume (VDI 2051)
8 - 15
Färbereien
5 - 15
Farbspritz-/Lackierräume
25 - 50
Beizereien
5 - 15
Batterieräume
5 - 10
Wohnräume
3 - 6
private Badezimmer
5 - 7
private Küchen
15 - 25
private Toiletten (DIN 18017)
5 - 8
 

Der Luftwechsel (Außenluftrate) kann nach DIN 1946 Teil 2 auch in bestimmten Fällen über die Personenzahl festgelegt werden.
Als einfache Faustregel kann pro Person ein Außenluftvolumenstrom von 30 m³/h bei einem Luftwechsel von 0,5 h-1 angesetzt werden. Damit wird eine gleichbleibende Raumluftqualität inbezug auf Feuchtigkeit, Schadstoffen und Gerüchen in den Nutzeinheiten der Wohnung bzw. des Hauses gewährleistet.

 

Die notwendigen Außenluftvolumenströme (incl. Infiltration) für Nutzungseinheiten können auch nach DIN 1946 Teil 6 festgelegt werden. Hier wird die Nutzfläche, also die beheizte Fläche innerhalb der Gebäudehülle angesetzt, die im Rahmen eines erstellten Lüftungskonzepts zu berücksichtigen ist. Wenn die Größe einer Nutzeinheit < 30 m² ist, wird mit der Wert für 30 m² genommen. Für Nutzflächen > 210 m² muss der Außenluftvolumenstrom an die geplante Nutzung angepasst werden.

 
Außenluftvolumenströme in Abhängigkeit von der Nutzungsfläche nach DIN 1946 Teil 6
Fläche der Nutzeinheit [m²]
30
50
70
90
110
130
150
170
190
210
Lüftung zum Feuchteschutz, bei hohem Wärmeschutz1 [m³/h]
15
25
30
35
40
45
50
55
60
65
Lüftung zum Feuchteschutz, bei geringem Wärmeschutz2 [m³/h]
20
30
40
45
55
60
70
75
80
85
Reduzierte Lüftung [m³/h]
40
55
65
80
95
105
120
130
140
150
Nennlüftung [m³/h]
55
75
95
115
135
155
170
185
200
215
Intensivlüftung [m³/h]
70
100
125
150
175
200
220
245
265
285
1 hoher Wärmeschutz – Gebäude nach 1995 errichtet (mindestens nach WSchV 95)
2 geringer Wärmeschutz – niedriger Wärmedämmstandard, Gebäude vor 1995 errichtet
 
 
Der Mindest-Luftwechsel kann auch über eine personenbezogene Außenluftrate (LR) ermittelt werden. Hier wird die Luftmenge (Außenluft), die einer Person in einer Stunde in verschieden genutzen Räumen zur Verfügung gestellt wird, angesetzt.
 

In der DIN 1946-2 sind folgende Richtwerte angegeben:

 
Theater, Konzertsäle, Kinos, Lesesäle, Messehallen, Verkaufsräume,
Museen, Turn- und Sporthallen
20 m3/hPerson
Ruheräume, Kantinen, Gaststätten, Konferenzräume, Klassenräume,
Hörsäle, Pausenräume
30 m3/hPerson
Einzelbüros
40 m3/hPerson
Großraumbüros
60 m3/hPerson
 
Bei Außentemperaturen unter 0 °C und über 26 °C kann die Luftrate nach DIN 1946-2 auf 50 % verringert werden. In Räumen mit Raucherlaubnis oder belästigenden Geruchsquellen (OLF) sollen die Werte um 20 m3/h pro Person erhöht werden.
 
Aus der sich ergebenden Luftmenge kann dann der Luftwechsel errechnet werden. In Wohnungen wird meistens nur mit dem Luftwechsel (LW)   n (auch > Luftwechselrate oder Luftwechselzahl) gerechnet, der in der Regel zwischen n 0,25 h-1 und n 1,0 h-1 liegt.
 
 
Die Luftumwälzzahl (LU) darf nicht mit dem Luftwechsel verwechselt. Der Wert gibt an, wie oft die Luftmenge der Räume einer Anlage in einer Stunde ausgetauscht wird. Die Luftumwälzzahl (LU) wird bei der Berechnung von Umluftanlagen  (Luftheizungs- und Luftkühlanlagen) ohne Außenluftanteil verwendet. Die berechnete Luftmenge eines Raumes ist die Grundlage für die Auswahl der Luftauslässe und der Maßstab für die richtige Durchspülung des Raumes. Die Summe aller Raum-LU's ergeben den Luftvolumenstrom, den ein Ventilator fördern muss.
 
Bei Luftheizungen wird der Transmissionswärmebedarf (Raumheizlast) über die Luftmenge (Zuluftvolumenstrom) in den Raum gebracht.
 


VpunktZU > Zuluftvolumenstrom in m3/h
PhiH > Normheizlast in Watt

c > Spezifische Wärmekapazität in Wh/(m3· K) [0,35 Wh/(m3· K)]
ThetaZU > Zulufttemperatur in °C
Thetai > Raumlufttemperatur in °C

 
Um eine gute Durchströmung der Räume zu gewährleisten, sollte je nach Anzahl von Zuluftöffnungen eine Luftumwälzzahl zwischen 3 bis bis 8 gewählt werden. Je höher die Luftumwälzzahl ist, desto schneller kann der Raumluftzustand durch einen veränderten Zuluftzustand beeinflusst werden.
 
Bei der Planung von zentralen Lüftungsgeräten, dezentralen Luftheizgeräten und direktbeheizten Warmluftgeräten ist zwischen der Heizleistung, dem Volumenstrom, der Zulufttemperatur und der Luftumwälzzahl eine gute Abstimmung erforderlich. Eine wesentliche Rolle spielt die Art der Luftführung, vor allem die Wahl und Anordnung der Zuluftdurchlässe bzw. Geräteanzahl sowie deren Induktion der Raumluft.
 
 


Haar-Synthetik-Thermo-/Hygrometer
Quelle: TFA Dostmann GmbH & Co. KG

Thermo-Hygrometer-Datenlogger
Quelle: TFA Dostmann GmbH & Co. KG


Durchschnittliche Lüftungszeiten
Quelle: Energieagentur NRW, WuppertalLuftaustausch - Querlüftung und Stoßlüftung
Behagliches Raumklima und Energiesparen
Quelle: W. Frank

Freie Lüftung - Natürliche Lüftung
Grundlage des richtigen Lüftens ist der Austausch der Raumluft. Die richtige Vorgehensweise und die Dauer der natürlichen Lüftung (freie Lüftung) ist von der Temperaturdifferenz von Innen- und Außenluft und vom Windanfall abhängig. Außerdem muss nur gelüftet werden, wenn die relative Luftfeuchtigkeit zu hoch ist oder eine Schadstoffbelastung durch Einrichtungsgegenstände oder der Nutzung der Räume vorhanden ist.
Auch die "Berliner Lüftung" funktioniert trotzt Nachrüstung eines Ventilators nicht mehr, weil auf Grund der dichten Fenster bzw. Außenhülle nicht genügend Außenluft nachströmen kann.  Die "Kölner und Dortmunder Lüftung" ist in modernen Häusern ein Energiefresser, weil sie keine WRG haben und schlecht regelbar sind.
Eine Abluftanlage ist eine verbesserte Vatiante der Schachtlüfungen.

Fensterlüftung

Die Fensterlüftung (Bedarfslüftung) ist in vielen Häusern auch heutzutage noch die einzige Möglichkeit, die Räume zu lüften. Dabei ist sie auch relativ energiesparend. Sie muss nur richtig durchgeführt werden. Hierbei kann man noch unterscheiden, ob der Hintergrund des Lüftens der Abtransport von Schadstoffen und Feuchtigkeit oder das Nachtkühlen der Wohnung ist.
Welche Lüftungsart (Stoßlüftung oder Querlüftung) eingesetzt werden kann hängt von verschiedenen Faktoren ab.

  • Temperatur- bzw. Dichteunterschied zwischen Außen- und Innenluft
  • Windanfall
  • Art der Fenster
  • Lage der Räume
In den kalten Jahreszeiten ist es sinnvoll, ein Hygrometer oder Hygrotemperaturmessgerät einzusetzen, um die jeweilige relative Luftfeuchtigkeit feststellen zu können und entsprechend zu reagieren. Für gewerbliche Zwecke und private "Bastler" ist der Einsatz eines Thermo-Hygrometer-Datenlogger zu empfehlen.
Bei den Lüftungsvorgängen sollten die Einrichtungsgegenstände und Wände nicht abkühlen, denn diese sorgen erstens zu einem schnellen Wiederaufheizen der Raumluft und zweitens müssen die Teile nicht wieder erwärmt werden.
Nicht- oder eingeschränktbeheizte Räume sollten vor dem Lüften erst einmal aufgeheizt werden, damit die Luft Feuchtigkeit aufnehmen und nach außen transportieren kann.

Hybridlüftung
Messgeräte - Sensoren


Die Querlüftung (Durchzugslüftung) ist die wirkungsvollste Lüftungsart. Hiebei werden die Fenster an den entgegengesetzten Gebäudeseiten und die Raumtüren der entsprechenden Räume vollständig geöffnet. Je nach Windanfall und der Temperaturdifferenz zwischen Außen- und Raumluft ist schon in kürzester Zeit die Raumluft vollständig ausgetauscht.


Die Stoßlüftung kann in kurzer Zeit den größten Teil der Raumluft austauschen. Hier werden ein oder mehrere Fenster eines Raumes, die an der gleichen Hausseite liegen, vollständig in Drehrichtung geöffnet. Aufgrund der Tempemperaturdifferenz der Außen- und Raumluft (Dichteunterschied) wird die Raumluft abgeführt. Nur die Luftmenge über der Oberkannte der Fenster kann kann aufgrund der geringeren Dichte nicht ausgetauscht werden. Je nach Höhe der Luftfeuchtigkeit der Raumluft beschlagen die kalten Außenfläche der Fenster bei dem rausströmen der Raumluft. So kann man während der kalten Jahreszeit erkennen, wann die warme feuchte Raumluft ausgetauscht ist.

Ein auf kippstehender Fensterflügel ist eine energiefressende Art des Lüftens, denn dadurch wird kein ausreichender Luftwechsel erreicht. Dabei kühlen die Fensterlaibungen aus, sind somit die kälteste Stelle im Raum, es kondensiert die ausströmende Luft und bieten dem Schimmelpilz  einen idealen Nährboden. Außerdem findet die Lüftung unkontrolliert statt und widerspricht dem Einbruchschutz des Gebäudes. Auch die Fensterfalzlüfter (ohne KWL) können als unkontrollierte Lüftung bezeichnet werden, weil hier der Windanfall und die Temperaturdifferenz eine ausschlaggebende Rolle spielt.

Bei der Nachtkühlung werden die Fenster erst geöffnet, wenn die Außentemperaturen erheblich niedriger gegenüber der Raumtemperatur sind. Dies wird in der Regel in den Morgen- und Vormittagsstunden der Fall sein. Hier können evtl auch gekippte Fenster ausreichend lüften.
Passivhäuser, Sonnenhäuser und Wintergärten haben große Fensterflächen , die Sonneneinstrahlung zur Wärmegewinnung zu nutzen. In vielen Fällen ist es nicht oder nur schwer möglich, Fenster von Hand zu betätigen, zu Öffnen und zu Kippen. Hier bietet sich eine Fensterantriebstechnik an. > mehr

Wer eine Lüftungszeit nennt, kennt nicht die fachlichen Hintergründe und handelt unseriös, denn wie es das Wort  - Bedarfslüftung - schon sagt, soll nach Bedarf gelüftet werden. Und der Bedarf ist in verschiedenen Wohnungen nie gleich. Außerdem beziehen sich alle empfohlenden Lüftungszeiten der Fensterlüfung auf "Windstille", also auf Wetterverhältnisse ohne "Windanfall", die nur sehr selten vorkommen.
Auch das immer wieder geforderte Abstellen der Heizkörperventile während des (kurzen) Lüftens ist m. M. nach nicht notwendig, da das Ventil nach dem Lüften sowieso aufmacht, um die kalte Luft wieder aufzuheizen. Außerdem gibt der Heizkörper, auch wenn er abgestellt ist, weiterhin Wärme ab. Und wer stellt schon den Heizkörper ab und wartet bis er abgekühlt ist :>))
So ist es z. B. auch nicht notwendig, zu lüften, wenn niemand im Hause ist oder keine übermäßige Feuchtigkeit oder kein Schadstoffanfall vorhanden ist. Ausnahmen sind Neubauten, in denen Einrichtungsgegenstände, Bodenbeläge und Baustoffe verwendet wurden, die jahrelang ständig Schadstoffe ausdünsten. Hier muss eine automatisch Be- und Entlüftung vorgesehen werden.
Auf der anderen Seite sollte beim Kochen ein Phrasenabzug eingesetzt werden. Nach jedem Duschen oder Baden ist grundsätzlich zu lüften und die Fliesen und die Dusch- oder Badewanne sollte trockengewischt werden, weil eine Fensterlüftung die Feuchtigkeit nicht zuverlässig abtrocknet.

Die in vielen Energiespartipps angegebenen Lüftungszeiten halte ich für sinnlos, ja sogar für fahrlässig, weil sich die Zeit einer Bedarsflüftung nach der jeweiligen Art der Lüftung und den Gegebenheiten ergibt.

Bei jedem Lüftungsvorgang soll nur die Raumluft ausgetauscht werden. Eine zu lange Lüftungszeit kühlt die Wände, Decke, Fußboden und Gegenstände im Raum ab und erfordert einen unnötig hohen Energieaufwand, um diese wieder zu erwärmen.

Für jeden Neubau und für jede Renovierung von Altbauten ist die Erstellung eines Lüftungskonzeptes notwendig, wenn im Ein- und Mehrfamilienhaus mehr als 1/3 der vorhandenen Fenster ausgetauscht bzw. im Einfamilienhaus mehr als 1/3 der Dachfläche neu abgedichtet wird.
Die neue DIN 1946-6 (Mai 2009) zeigt Lösungsmöglichkeiten, wie ein ausreichender Luftwechsel in Wohnungen zu erreichen ist.
Lüftungsart
Luftwechselrate
Fenster zu, Türen zu
0 bis 0,3
Fenster gekippt* (Spaltlüftung)
0,3 bis 1,5
Fenster kurzzeitig ganz geöffnet (Stoßlüftung)
0,3 bis 4
Fenster ständig ganz geöffnet
9 bis 15
Gegenüberliegende Fenster und Türen  ständig geöffnet (Querlüftung)
bis 40
*Gekippte Fenster sollten nicht angewendet werden, da sie oft vergessen werden und dadurch u.a. eine unkontrollierte Lüftung stattfindet.


Differenzfeuchteregler
Ein manuelles Lüften (Fensterlüftung [Stoß- oder Querlüften zum richtigen Zeitpunkt]) reicht in der Regel nicht aus, um richtig lüften zu können, denn oft fehlt das Wissen oder es wird zu wenig bzw. falsch gelüftet. Hier sind die passenden Regler und Messgeräte notwendig. Neben dem Geruchsbelastung (Olf), CO2,, CO und andere Schadstoffe muss auch die relative Luftfeuchte auf den gewünschten Wert gebracht werden. Hierzu sollte ein Regler eingesetzt werden der die innere und die äussere absolute Luftfeuchte aufnimmt und abhängig von einem einstellbaren Schwellwert z. B. einen Ventilator oder Fensterstellantrieb ansteuert.
Grundsätzlich sollte gelüftet werden, wenn die Aussenluft weniger Feuchtigkeit als die Innenluft enthält. Dieser Zustand ist in der Regel in den Nacht- und Morgenstunden, da kühle Luft weniger Feuchte als warme Luft enthält. Z. B. enthält gesättigte Luft mit 23 °C 20,0 g und mit 0 °C nur 4,4 g Wasser/m³. Diese absolute Feuchte dient als Messgröße für das richtige Lüften.

 
Differenzfeuchteregler Hydrothyr 5
Quelle: Ramser Elektrotechnik


Ein Differenzfeuchteregler (z. B. der Hydrothyr 5) arbeitet abhängig von der absoluten Innen- und Aussenfeuchte und schaltet z. B. einen Ventilator nach einstellbaren Intervallen ein und aus.
Dieser Regler hat noch weitere Einstellmöglichkeiten:

•  Mindesttemperaturabschaltung für Innen- und Aussenluft getrennt einstellbar
•  Mindestfeuchte einstellbar
•  Der Arbeitspunkt (Feuchtedifferenz zwischen Innen- und Aussenluft) kann frei eingestellt werden
•  Getrennt einstellbare Lauf/Pausenzeiten für Sommer/Winter um Wärmeverluste zu minimieren
•  Jederzeit zeitlich einstellbares Stoßlüftung über einen externen Taster möglich (Partyfunktion)
•  Zusätzlicher freier Schaltuhrbetrieb
•  Erfüllt die DIN 1946-6 und ist somit für kontrollierte Wohnraumlüftungen optimiert
•  Integrierte Ansteuerung eines optionalen Entfeuchters
•  Binäre Kopplung für SmartHome/Homeautomation integriert
•  Integrierte Regelung für Luftvorwärmung/Raumtemperatur
•  Regelung für Luftbefeuchtung (z. B. konstante Raumfeuchte bei Weinkeller)
•  Über ein optionales Logingmodul kann der Regler optimiert und überwacht werden indem er regelmäßig die Soll und Istwerte auf eine MicroSD-Speicherkarte speichert
•  Tastensperre einstellbar
•  Einstellbarer, zusätzlicher Schaltuhrbetrieb

Infiltration Exfiltration Der Luftvolumenstrom, der durch Undichtheiten an Fenstern und der Gebäudehülle entsteht, wird über die Begriffe Infiltration (Eindringen kalter Außenluft) und  Exfiltration (Entweichen warmer Innenraumluft) definiert. Auch in anderen Fachbereichen werden die Begriffe "Infiltration" und "Exfiltration" verwendet, so z. B. in der Wassertechnik bei dem Einsickern von Oberflächen- bzw. Flusswasser in das Grundwasser und in der Abwassertechnik bei dem Einsickern von Oberflächenwasser in das Kanalsytem oder Entweichen von Abwasser in das Oberflächenwasser. Aber auch Leckluftvolumenströme durch Undichtigkeiten aus Luftleitungen einer lüftungstechnischen Anlage können einer Infiltration in die Räume führen. > mehr
Quelle: ELV Elektronik AG

 

 

Besonders in Ferienhäusern bzw. -wohnungen aber auch in Mietshäusern wird nicht besonders darauf geachtet, dass die Fenster währender Heizperiode nur kurzzeitig zum Lüften geöffnet werden sollten. Wie oft kann man beobachten, dass viele Fenster auf der "Kipp-Stellung" geöffnet sind. Diese Tatsache führt nicht nur zu unnötig hohen Energieverlusten, sondern auch zu Bauschäden (Schimmelpilz) an den Fensterlaibungen.
Hier ist der Einsatz von Fenstersensoren sinnvoll, die die Heizkörperthermostatventile schließen, wenn die Fenster geöffnet werden. Diese Regelung gibt es als Einzelbauteile-Sets oder sie werden in die Heizungsregelung integriert.
So regelt z. B. ein Stellantrieb beim Lüften die Temperatur, um Heizkosten zu sparen.  Mit einem Fenstersensor wird die Temperatur  nur während der Fensteröffnung heruntergeregelt. Aber auch ohne Fenstersensor erkennt der Stellantrieb eine stark absinkende Temperatur durch das Lüften automatisch und regelt die Wärmezuführ runter.
Fensterantriebstechnik
Fernbedienung + Fensterschalter
Quelle: SIEGENIA-AUBI KG
Passivhäuser, Sonnenhäuser und Wintergärten haben große Fensterflächen, die Sonneneinstrahlung zur Wärmegewinnung zu nutzen. In vielen Fällen ist es nicht oder nur schwer möglich, Fenster von Hand zu betätigen, zu öffnen und zu kippen. Neben der Steigerung des Bedienkomforts werden motorische Fensterantriebe zur automatischen Öffnung von Lüftungsfenstern und Oberlichtern für die natürliche Gebäudelüftung (z. B. Nachtlüftung. Wintergarten, Werkhallen) eingesetzt. Sie übernehmen die Betätigung der Fenster und das Bewegen der Fensterflügel, und das auch über eine handliche Fernbedienung oder einen Schalter. Diese motorischen Antriebe sind aus den Rauch-Wärme-Abzug-Anlagen bekannt.
Motorischen Antriebe gibt es in verschiedenen Varianten.

 

Zahnstangenantriebe mit VdS-Zulassung
Quelle: SIEGENIA-AUBI KG
Zahnstangenantriebe sind im Gegensatz zu Kettenmotoren sehr druck- und knickstabil. Diese Antriebe werden für das Bewegen von Dachfenstern und Lichtkuppeln eingesetzt, diese Fensterarten zeichnen sich zumeist durch ein hohes Eigengewicht aus.
 
Kettenantrieb
Quelle: SIEGENIA-AUBI KG
Der Kettenantrieb kann für die Fensterarten Drehkipp-, Drehfenster, Oberlichter, Kippflügel, Dachfenster und Lichtkuppeln eingesetzt werden. Die schlanke Optik und die geringen Abmessungen bedeuten eine geringe optische Beeinträchtigung des Fenster

 

Motorhebel
Quelle: SIEGENIA-AUBI KG

 

 

 

 

Der motorische Fensterhebel in Kombination mit einem intelligenten Fensterbeschlag bildet eine andere Fensterantriebsmöglichkeit. Bei der letzt genannten Lösung wird auch die Betätigung des Fensterhebels übernommen. Das Antriebssystem kann sowohl für Dreh-Kipp-Fenster als auch für Parallel-Abstell-Fenster (PAF) eingesetzt werden. Beim PAF betritt man eine vierte Öffnungsdimension, das Parallelabstellen. Bei dieser Öffnungsart wird der bewegliche Fensterflügel um 7 mm in den Raum abgehoben und dann verriegelt. Diese Öffnungsart ermöglicht eine Lüftungsfunktion ohne das Fenster zu kippen oder zu drehöffnen. Der Vorteil liegt in der Verriegelung, durch das ein PAF-Fenster von einer Versicherung als geschlossen angesehen wird.
Motorische Antriebe
Quelle: SIEGENIA-AUBI KG

 

 

 

Der motorische Antrieb kann sowohl bei Fenstern als auch bei Hebe-Schiebe-Elementen eingesetzt werden. Es können Fensterelemente bis 400 kg bewegt werden. Der Antrieb zeichnet sich durch ein schlankes Gehäuse aus und kann mit wenig Aufwand auch bei bestehenden Hebe-Schiebe-Anlagen nachgerüstet werden. Der Antrieb kann entweder über einen Schalter oder eine Fernbedienung betätigt werden.

 

 

 

 

Die Motoren können mit einer Fernbedienung oder einem Schalter gesteuert werden. Aber auch eine automatische Steuerung kann die Fenster öffnen und schließen. So kann ein behagliches Raumklima gehalten werden, was sich auf Wunsch durch eine 10-Minuten-Lüftungsautomatik ergänzen lässt.
Luftqualitätssteuerung - Fensterlüftung
Mit der MSR Luftqualitätssteuerung öffnen sich VELUX Elektro- und Solarfenster bedarfsgerecht automatisch.
Quelle: VELUX Deutschland GmbH
Auch ohne eine mechanische Lüftungsanlage ist ein regelmäßiger automatischer Luftaustausch in Wohn-, Geschäfts- und Gewerbebereichen durch die Sensorkombination von Luftfeuchte- und VOC-Sensor in Verbindung mit VELUX Elektro- und Solarfenstern (Automatikfenster) möglich. Die MSR Luftqualitätssteuerung (Luftqualitätsregler) steuert die Fensteröffnung bedarfsgerecht.
Ein Sensor misst die Luftfeuchtigkeit und ein zweiter Sensor misst die Schadstoffkonzentration, die sogenannten VOCs (Volatile Organic Compounds), die flüchtigen organischen Verbindungen in der Luft, in Wohnräumen. Wenn die Grenzwerte überschritten sind, werden die Fenster kabellos per Funk geöffnet. So können Schadstoffe oder feuchte Luft gegen trockene, frische Luft ausgetauscht werden. Dabei ist die Lüftungsempfindlichkeit individuell einstellbar. Ein Regensensor am Fenster verhindert, dass sich diese bei Niederschlag öffnen und ein zusätzlich integrierter Temperatursensor schließt die Fenster, wenn die Raumtemperatur unter 16 °C fällt.

Herstellerempfehlung: Beschlagene Fenster sind ein typisches Phänomen der Herbst- und Wintermonate. Wenn feucht-warme Raumluft auf die kalte Scheibe trifft, kühlt sie sich am Fenster ab und ein Teil der darin enthaltenen Feuchtigkeit kondensiert auf der Scheibe. Betroffen sind vor allem Dachfenster, die der aufsteigenden Luft eine größere Angriffsfläche bieten als senkrechte Fassadenfenster. Abhilfe verspricht vor allem ein regelmäßiger Luftaustausch. Handwerker, die von ihren Kunden mit diesem Thema konfrontiert werden, sollten diesen daher empfehlen, die Fenster in der kalten Jahreszeit drei- bis fünf Mal am Tag für etwa fünf bis 15 Minuten zu öffnen und im Optimalfall für Durchzug zu sorgen. Dadurch wird die beispielsweise beim Kochen, Duschen oder auch durchs Atmen an die Raumluft abgegebene Feuchtigkeit direkt nach draußen befördert und durch frische Außenluft ersetzt.
Dabei helfen können automatische Dachfenster von Velux. Für Kunden mit manuellen Dachfenster bietet sich die Möglichkeit, diese mit dem Solar-Nachrüst-Set von Velux nachträglich zu elektrifizieren – und das sogar ohne dass Kabel verlegt werden müssen. Mit der zugehörigen Funksteuerung lassen sich dann regelmäßige, kurze Lüftungsintervalle ganz einfach einstellen, sodass sich die elektrisch betriebenen Fenster automatisch nach Zeitplan öffnen und schließen, ohne dass sich jemand darum kümmern muss. Und auch vor plötzlich einsetzendem Regen müssen sich die Dachgeschoss-Bewohner nicht fürchten: Ein Regensensor sorgt dafür, dass sich die automatischen Dachfenster im Fall der Fälle von selbst schließen.
Eine weitere Möglichkeit, für einen bequemen Luftaustausch zu sorgen, bietet „Balanced Ventilation“. Die nachrüstbare Zubehör-Technologie von Velux optimiert mittels einer mechanisch gelagerten, selbstregulierenden Membran die seit über vier Jahrzehnten bewährte Technik der Lüftungsklappe. So strömt bei wenig Wind mehr Luft durch das Fenster als bei der Standard-Lüftungsklappe, wogegen die Technik den Luftvolumenstrom bei starkem Wind drosselt. Damit ermöglicht „Balanced Ventilation“ permanentes Lüften ohne unnötige Wärmeverluste und Zugerscheinungen.

Für Bauherren, die den Luftwechsel besonders energieeffizient sicherstellen wollen, hat Velux zudem mit „Smart Ventilation“ den ersten Fensterlüfter für Dachfenster mit Wärmerückgewinnung entwickelt: Das nachrüstbare Zubehör wird anstelle des Markisenkastens oben am Dachfenster montiert und sorgt dafür, dass die Wärme nicht mit der abziehenden Raumluft verloren geht, sondern zu 76 Prozent zurückgewonnen wird. Damit gewährleistet „Smart Ventilation“ konstant frische Luft und ein gesundes Innenraumklima bei ähnlich hoher Energieeffizienz, wie ein zentrales Lüftungssystemen.
Bei Neubauten oder umfangreichen Modernisierungen bietet es sich zudem an, Heizkörper unter den Fenstern zu platzieren. So wird ein zu starkes Absinken der Scheibentemperatur verhindert und damit das Risiko der Kondenswasserbildung gesenkt. Quelle: VELUX Deutschland GmbH

Korrelation CO2 - VOC (Aufzeichnung während einer Besprechung)
Quelle: MSR-Electronic-GmbH
VOC-Sensor
Beim dem Metalloxid Halbleiter Sensor wird die elektrische Leitfähigkeit des nanokristallinen Metalloxids gemessen, welches auf einen beheizbaren Substrat aufgebracht ist. Die typische Betriebstemperatur liegt bei 300 - 400 °C. Die Dotierung des Metalloxids mit Edelmetallen bewirkt eine positive Empfindlichkeit gegenüber brennbaren Gasen wie VOCs, Kohlenmonoxid und Erdgas. Die Dotierung erlaubt die Anpassung an die Bedürfnisse der Messaufgabe. VOCs werden an der Sensoroberfläche teilweise oder vollständig durch den Sauerstoff des Metalloxids verbrannt. Die bei diesem Prozess im Halbleiter freigesetzten Elektronen führen zu einer Erhöhung der elektrischen Leitfähigkeit. Nach dem Ende des Verbrennungsprozesses kehrt das Metalloxid durch den Einbau von Luftsauerstoff in seinen Ausgangszustand zurück, wobei die Leitfähigkeit wieder den Ausgangswert annimmt. Die Änderung der der Leitfähigkeit wird über den integrierten Microcontroller ausgewertet und als Standard Signal ausgegeben.
Typische Raumluftverschmutzer (VOCs und andere)
Quelle: MSR-Electronic-GmbH
Natürlich ist der Einsatz einer "Kontrollierten Wohnungslüftung" (KWL) die beste Möglichkeit, eine Wohnung nach dem tatsächlichen Bedarf zu lüften. Natürlich gehe ich hier von einer fachgerecht geplanten und gebauten raumlufttechnischen Anlage aus und nicht von irgendwelchen Bastlerlösungen.
Eine mechanische Lüftung (KWL) kann nur dann funktionieren, wenn während des Betriebes die Fenster und Außentüren geschlossen sind. Wer das Lüften mit einer KWL nicht gewohnt ist, sollte auf jedem Fall die Fenster und Türen mit Kontaktschalter versehen, die offene Fenster bzw. Türen melden und die Lüftung und evtl. auch die Heizkreise abschalten.
Natürliche und mechanische Nachtlüftung
Das Klima in Mittel- und Nordeuropa (einige Regionen ausgenommen) bietet gute Voraussetzungen für die passive Kühlung mit natürlicher und mechanischer Lüftung, weil auch während der heißesten Sommertage die Nächte unter 20°C abkühlen. Auch der Einsatz eines Erdwärmetauschers oder ein Luftbrunnen kann die Außentemperatur absenken. Mit diesen Temperaturen können bei richtigen Rahmenbedingungen die Wärmelasten des Tages abgeführt werden.
Die wichtigsten Rahmenbedingungen sind:
  •  Begrenzung der Wärmelasten - Kühllasten (Summe aus internen und externen Lasten)
  •  Speichermasse im Gebäudeinneren
  •  Ein auf die Nachtlüftung abgestimmtes Lüftungskonzept
Qua'a Empfangshalle
Quelle: lrz-muenchen.de
Da bei diesem Lüftungskonzept die Wärme überwiegend nur nachts abgeführt werden kann, muss vor allem die Überwärmung der Räume tagsüber vermieden werden. Dazu ist die Reduktion der Wärmelasten auf ein möglichst geringen Wert eine wichtige Voraussetzung (passive Gebäudekühlung). Ergibt die Summe aus internen und externen Lasten max. 150 Wh/m²d, so kann man davon ausgehen, dass diese Lasten durch eine Nachtlüftung abgeführt werden können.
Bei der natürlichen Lüftung werden Lüftungsöffnungen und Druckdifferenzen zwischen innen und außen benötigt. Eine Thermik über mehrere Geschosse (z. B. Treppenhaus, Wohngalerie) kann hilfreich sein. Der thermische Auftrieb wird nur dann wirksam, wenn die Raumluft wärmer ist als die Außenluft bzw. eine Druckdifferenz durch den Windanfall erzeugt wird. Es können Luftwechselraten von über 10 h-1 erreicht werden. Der große Vorteil bei der natürlichen Lüftung liegt im ausreichender Luftaustausch bei geringen Betriebskosten. Natürlich müssen die Lüftungsöffnungen am Tage geschlossen sein.
Klimagriff®
Klimagriff® - Luftfeuchte ermitteln und lüften

Ein mit einer Messtechnik ausgestatteter Fenstergriff erfasst, nachdem die Länge, Breite und Höhe des Raumes eingegeben wurden, die Temperatur und Feuchtigkeit eines Raumes und zeigt sie in einem Display an. Über ein Ton- oder Lichtsignal wird angezeigt, wann und wie lange das Fenster geöffnet werden muss. Das Gerät speichert die Werte der Griff- und Fensterflügelposition und das Lüftungsverhalten über mehrere Monate. So wird ein Lüftungsprotokoll erstellt, welches das Lüftungsverhalten des Nutzers dokumentiert und bei Streitigkeiten, z. B. bei Schimmelpilzbefall, ein richtiges Lüften nachweisen kann und Baumängel als Grund für den Befall aufzeigt.

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Feuchtigkeitsmesser
Quelle: Wetekom
Um die Feuchtigkeit in Flächen zu überprüfen, wird in der Praxis häufig die Leitfähigkeitsmessung (Elektrische Widerstandmessung) eingesetzt.

Dabei werden zwei Elektroden in den Baustoff eingelassen. Der vom Gerät erzeugte Messstrom fließt durch die Elektrode in den Baustoff und über die zweite Elektrode wieder zurück zum Gerät.

Je leitfähiger der Baustoff (Feuchtigkeit, Salze usw.) umso mehr Strom fließt zurück. Es wird ein digitaler Wert ausgegeben.
Wenn eine natürliche Lüftung (freie Lüftung) nicht richtig funktioniert, kann man diese durch einen windangetriebenen Ventilator unterstützen.
windgetriebener Ventilator
Quelle: Madac GmbH
Diese Ventilatoren werden direkt vom Wind angetrieben. Durch die Rotation wird in dem System, auf dem der Ventilator montiert ist, ein Unterdruck erzeugt und die Luft bzw. das Abgas aktiv abgesaugt. Durch die spezielle Form wird das Eindringen von Regenwasser und Fremdkörpern (wie z.B. Laub, Vögel, Wespen etc.) verhindert. Sie arbeiten schon bei geringen Windgeschwindigkeiten und unabhängig von der Windrichtung.
Sie verhindern zuverlässig Abgasrückstau auf Schornsteinsystemen und halten den Schornsteinzug konstant. Durch die ständige Ventilation wird der Schornstein trocken gehalten und so der Versottung vorgebeugt. Diese Ventilatoren unterstützen vorhandene Lüftungssysteme und ermöglichen darüber hinaus eine stetige Entlüftung von Dachböden, Kellern, Ferienhäusern und -wohnungen, Garagen, Stallungen, Scheunen, Produktions- und Lagerhallen.
Windgetriebene Ventilatoren ohne "Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis" dürfen nicht auf Abgasanlagen montiert werden!
Es dürfen ausschließlich windgetriebene Ventilatoren mit Prüfzeugnis für den Schornstein eingesetzt werden. Aber auch hier sollte vorher der Schornsteifeger gefragt werden.
Fragen und Antworten zur Raumluftfeuchte - Fachinstitut Gebäude-Klima e.V.
Luftwechsel durch die Fenster  - Passivhaus Institut
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SHK-Lexikon
Hinweis! Schutzrechtsverletzung: Falls Sie meinen, dass von meiner Website aus Ihre Schutzrechte verletzt werden, bitte ich Sie, zur Vermeidung eines unnötigen Rechtsstreites, mich umgehend bereits im Vorfeld zu kontaktieren, damit zügig Abhilfe geschaffen werden kann. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis: Das zeitauf-wändigere Einschalten eines Anwaltes zur Erstellung einer für den Diensteanbieter kostenpflichtigen Abmah-nung entspricht nicht dessen wirklichen oder mutmaßlichen Willen. Die Kostennote einer anwaltlichen Abmahnung ohne vorhergehende Kontaktaufnahme mit mir wird daher im Sinne der Schadensminderungspflicht als unbegründet zurückgewiesen.

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