| Luft
(Gase)
in der Anlage |
...
ist der häufigste Grund für Fehlfunktionen in Heizungs-, Kühl-
und Solarsystemen |
| Grundsätzlich
sollte der Grund für "Luft in der Anlage" gefunden werden,
damit die Ursachen beseitigt werden können. Luftabscheider, Schlammfänger
oder andere Maßnahmen beseitigen nur die Folgen einer nichtfachgerecht
gebauten bzw. falsch betriebenen Anlage. |
Auch sollte man
bedenken, dass es keine "dichten" Anlagen
gibt. Auch wenn die Industrie es uns immer wieder einreden will. Alle
O-Ringe (in alten Anlagen > Stopfbuchsen)
lassen Luft in die Anlage diffundieren bzw. einsaugen, weil "Viel"
immer zu "Wenig" geht. Besonders dann, wenn das Wasser nicht
behandelt wurde, weil die O-Ringe hart werden und bei ungünstigen
Druckverhältnissen Luft durchlassen. Dass Stopfbuchsen von Zeit
zu Zeit neu gestopft werden müssen, ist heutzutage auch nicht mehr
jedem bekannt. |
Außerdem können
durch biologische, chemische und elektrochemische Vorgänge Gase
entstehen, die dann als Luft wahrgenommen werden. |
Einige
Beispiele sind über die unten aufgeführten Links zu sehen.
Nur eine richtig
aufbereitete Anlage kann auf Dauer einen sicheren und
effezienten Betrieb einer Anlage gewährleisten. |
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Zündung |
Teillast |
Volllast |
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Das Verhältnis
von Temperatur und Druck
bestimmt die Luftmenge, die aufgelöst
im Wasser vorhanden sein kann. Das Henry’sche
Gesetz bestimmt diese Zusammenhänge. Anhand
der Kurven in dem Diagramm können die physikalischen
Eigenschaften des Luftgehaltes im Wasser und dessen
Freisetzung nachvollzogen werden.
Beispiel:
Bei einem konstanten absoluten Druck von 2 bar,
wenn das Wasser von 20°C auf 80°C erwärmt
wird, ist die abgeschiedene Menge Luft bei dieser
Lösung 18 l pro m3
Wasser. Nach diesem Gesetz steigt die Menge der
freigesetzten Luft bei steigender Temperatur und
verringertem Druck. Die entstehenden Mikroblasen
haben einem Durchmesser von 1/10 Millimeter.
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Quelle:
Caleffi |
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| Mikroblasenbildung |
In Wassersystemen,
vor allen Dingen in Heizungs- und Solaranlagen, können sich
Mikroblasen bilden. Wenn diese nicht ausgeschieden
werden, dann sammeln sie sich in Anlagenteilen mit geringen Fließgeschwindigkeiten,
so z. B. in Heizkörpern oder Rohren, die nicht oder nur langsam
durchströmt werden, zu größeren Luftpolstern.
Aber auch in Kühlsystemen können sich Mikroblasen bilden.
Die Mikroblasen und die Luftpolster führen zu Funktionsstörungen
in den Systemen, bis zum Totalausfall der Anlage. Außerdem
wirken die Mikrobläschen wie Schmirgelpapier
an den Ventiltellern der Heizkörperventile. |
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Mikroblasenbildung im Wärmeerzeuger
An der Oberfläche, die das Kesselwasser
von der Brennkammer trennt, bilden sich durch die hohe Temperatur
(160 bis 270 °C) an der Kesselwandung ständig
eine Schicht mit Mikroblasen. Ein Teil dieser Luft (Dampf),
die nicht wieder von dem kälteren Kesselwasser absorbiert
wird, kommt in den Heizungskreislauf und muss im Kesselvorlauf
entfernt werden, damit das lufthaltige Wasser nicht in die Anlage
transportiert wird.
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Mikroblasenbildung durch Kavitation
Durch eine sehr hohe Fließgeschwindigkeit
mit gleichzeitiger Druckminderung, so z. B. in Rohrverengungen
(nicht entgratetes Rohr, schlecht hergestellte Rohrabzweigungen)
oder in Armaturen, können Mikroblasen entstehen. Eine Kavitation
kann auch am Pumpenlaufrad durch einen zu niedrigen Zulaufdruck
und zu hoher Temperatur entstehen. Aber auch in den neuartigen
Fittings von Steck- und Presssystemen findet man extreme Querschnittsverengungen.
Diese Mikroblasen aus Luft und Dampf, deren
Bildung sich in nicht entlüftetem Wasser steigert, können
aufgrund des Phänomens der Hohlraumbildung implodieren.
Diese Kavitation führt zum Abtrag des Materials an den
Entstehungsstellen und zu störenden Geräuschen.
Kavitation
in Pumpen
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| Wasserstoff- und Methangasbildung |
Wasserstoff (H)
kann in Anlagen mit Stahlwerkstoffen nach der “Schikorr”-Reaktion
gebildet werden und sich bis zur Übersättigung anreichern.
Bei einer Dosierung von Natriumsulfit Na2SO3
kann sich dadurch Schwefelwasserstoff (H2S) bilden.
Auch über sulfatreduzierende Bakterien kann Schwefelwasserstoff
entstehen. Der gebildete H2S kann in Anlagen mit Kupferwerkstoffen
(z. B. Rohrbündel von Wärmeübertragern, kupfergelötete
Platten-wärmetauschern) durch Reaktion mit Kupferoxid Cu2O
zu Kupfersulfid Cu2S umgebildet werden. Im Gegensatz
zum Cu2O bildet das Cu2S keine schützende
Deckschicht. Korrosionserscheinungen und Korrosionsschäden
nach oft erst mehreren Betriebsjahren sind die Folge. |
Vermutet wird auch die
Wasserstoffbildung durch biologische Prozesse
beim Abbau von Fetten. Diese werden bei der Herstellung von bestimmten
Rohrsystemen verwendet. |
Die Methangasbildung
ist ein natürlicher Prozess bei dem organisches Material
(Öle, Fette, Hanf, Schmutzteile) unter Luftabschluss durch
natürlich vorkommende Mikroorganismen (Methanbakterien) im
nichtbehandeltem Füllwasser zersetzt werden. Bei der bakteriellen
Zersetzung entsteht Faulgas
oder Sumpfgas (ca. 60 % Methan, 35 % Kohlendioxid sowie Stickstoff,
Wasserstoff und Schwefelwasserstoff). Diese Gase sind am Geruch
und durch ihre Brennbarkeit
feststellbar. |
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| Gasbildung durch Elektrolyse |
Die Elektrolyse
ist eine chemische Reaktion, die unter Aufwand von elektrischer Energie
abläuft. In jedem Wassersystem sind verschiedene Metalle vorhanden,
die in dem Elektrolyt (Heizungswasser, besonders dann,
wenn im System eine Biofilmbildung vorhanden ist),
kann es auf Grund der Unterschiede in der Spannungreihe zu eine Stromfluss
kommen. Auch durch die Erdung von Metallleitungen ist ein Stromfluss
möglich. |
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Spannungsreihe
verschiedener Metalle |
Quelle:
Rudlf Ölmann |
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Bei der Wasserelektrolyse
handelt es sich um den Vorgang, welcher Wasser (H2O)
in Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2)
spaltet. Es entsteht ein Knallgas, das eine explosionsfähige
Mischung ist. Bei dem Kontakt mit offenem Feuer (Flamme,
Glut oder Funken) erfolgt die so genannte Knallgasreaktion. |
Da dieses Gas
nicht aus der Anlage entweichen kann, bilden sich in beruhigten
Anlagenteilen (z. B. Heizkörper) Gaspolster,
die als Luftansammlungen wahrgenommen werden. |
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Elektrolyse |
Quelle:
Planet GbR |
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| CO2-Diffusion |
Erdwärmesonden
werden meistens aus PE-Rohren hergestellt. Seit
Jahren hat sich dieser Kunststoff aufgrund seiner guten Verarbeitbarkeit
und seiner dauerhaften Haltbarkeit zum Bau von Erdwärmesonden
durchgesetzt. Diese Rohrarten sind aufgrund ihres molekularen
Gefüges für Gase durchlässig. PE-Rohre können
besonders gut von Kohlendioxid (CO2) durchdrungen
werden. Die Diffusion von Kohlendioxid ist etwa doppelt so hoch
wie die von Sauerstoff. So kann sich in der Wärmeträgerflüssigkeit
bei hohen Drücken eine große Menge Gas in der Sonde
ansammeln. |
Ein Luftabscheider
an der Wärmepumpe kann die bei geringerem Druck ausgasende
Kohlendioxidmenge nicht immer vollständig
abscheiden. Der entstehende Schaum wandert zum
Verdampfer der Wärmepumpe und reduziert erheblich dort die
Entzugsleistung, was nach kurzer Zeit zu einer Störabschaltung
der Wärmepumpe führt. |
Die Ausgasung kann gering
gehalten werden, wenn der Druck an der höchsten
Stelle der Anlage möglichst hoch gehalten wird. Dies ist
bei der Auslegung des MAG's zu beachten.
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| Quelle: Prof. Dr.-Ing. W. Ameling |
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AIR-SEP®
Verfahrenstechnik für zirkulierende Systeme in Heiz- und Kühlanlagen |
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Geschrieben 1985
für den Unterricht in der praxisbezogenen Technologie
für Zentralheizungs- und Lüftungbauer in der Landesberufsschule
Garding und der BS Husum (Bruno Bosy, Fachlehrer)
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Ringentlüfter

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