Nachtlüftung

Geschichte der Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Solartechnik

Abkürzungen im SHK-Handwerk

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  Natürliche und mechanische Nachtlüftung 
Das Klima in Mittel- und Nordeuropa (einige Regionen ausgenommen) bietet gute Voraussetzungen für die passive Kühlung mit natürlicher und mechanischer Lüftung, weil auch während der heißesten Sommertage die Nächte unter 20°C abkühlen. Auch der Einsatz eines Erdwärmetauschers oder ein Luftbrunnen kann die Außentemperatur absenken. Mit diesen Temperaturen können bei richtigen Rahmenbedingungen die Wärmelasten des Tages abgeführt werden.
Die wichtigsten Rahmenbedingungen sind:
  •  Begrenzung der Wärmelasten - Kühllasten (Summe aus internen und externen Lasten)
  •  Speichermasse im Gebäudeinneren
  •  Ein auf die Nachtlüftung abgestimmtes Lüftungskonzept
Da bei diesem Lüftungskonzept die Wärme überwiegend nur nachts abgeführt werden kann, muss vor allem die Überwärmung der Räume tagsüber vermieden werden. Dazu ist die Reduktion der Wärmelasten auf ein möglichst geringen Wert eine wichtige Voraussetzung (passive Gebäudekühlung). Ergibt die Summe aus internen und externen Lasten max. 150 Wh/m²d, so kann man davon ausgehen, dass diese Lasten durch eine Nachtlüftung abgeführt werden können.
Bei der natürlichen Lüftung werden Lüftungsöffnungen und Druckdifferenzen zwischen innen und außen benötigt. Eine Thermik über mehrere Geschosse (z. B. Treppenhaus, Wohngalerie) kann hilfreich sein. Der thermische Auftrieb wird nur dann wirksam, wenn die Raumluft wärmer ist als die Außenluft bzw. eine Druckdifferenz durch den Windanfall erzeugt wird. Es können Luftwechselraten von über 10 h-1 erreicht werden. Der große Vorteil bei der natürlichen Lüftung liegt im ausreichender Luftaustausch bei geringen Betriebskosten. Natürlich müssen die Lüftungsöffnungen am Tage geschlossen sein.

... aber
Hohe Temperaturdifferenzen zwischen innen und außen sollten vermieden werden. Wichtig ist nicht die absolute Temperatur im Raum, sondern der Temperaturunterschied zum Aufenthalt im Freien. Die Differenz zwischen der Außen- und Innentemperatur sollte also nicht zu groß gewählt werden, da sonst Erkältungsgefahr besteht. Hier lautet die Empfehlung: maximaler Temperaturunterschied von 6 K (°C). So sollte z. B. bei einer Außentemperatur von 32 °C die Raumtemperatur nicht tiefer als 26 °C eingestellt werden. Wird diese Regel angewendet, kann sich der menschliche Organismus regeneriert und erholt sich nach einem heißen Sommertag schneller.
Erkältung im Sommer und die "Sommergrippe" sind keine Seltenheit. Die Auskühlung der Schleimhäute durch Klimaanlagen, Zugluft und eisgekühlte Getränke schwächen das Immunsystem. 20 Prozent aller Grippeinfektionen treten nicht im Herbst oder Winter, sondern zur warmen Jahreszeit auf.

Qua'a Empfangshalle
Quelle: lrz-muenchen.de
Auch in Südeuropa und im Orient sind diese Techniken schon seit Jahrhunderten bekannt.
Der „Qua’a“ ist ein zentraler Raum im Obergeschoss, der dem Gästeempfang dient. Traditionell setzt er sich aus drei ineinander übergehenden Räumen zusammen: Einem geschlossenen, höher gelegenen Nischen, den Iwanen. Dieses Raumsystem bildet einen geschlossenen Kreislauf für die zirkulierende Luft, die im Innenhof durch den Springbrunnen weiter abgekühlt wird. Die heißer werdende Luft steigt in einem hohen Turm, dem „Shuksheika“, auf und kann dort über Lüftungsklappen, den „Mashrabiya“, austreten. Im Winter können die Öffnungen geschlossen werden, um die warme Luft im Innenbereich zu halten. Quelle: ARCHITEKT HASSAN FATHY - lrz-muenchen.de
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