Grundstücksentwässerungsanlage

Geschichte der Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Solartechnik
Abkürzungen im SHK-Handwerk
Bosy-online-ABC
KWL
Bauteile KWL
Bauteile KWL
Bauteile KWL
Bauteile KWL
Aktivkohlefilter
Aktivkohlefilter
Sauerstoffaktivierung
Luftbehandlung
Luftbehandlung
Die Grundstücksentwässerungsanlage (GEA) besteht aus den Grundleitungen, Revisionsschächte und dem Kanalanschlusskanäle. Durch diese Kanäle wird das Abwasser und Regenwasser den öffentlichen Kanälen zugeführt. Arbeiten an diesen Leitungen dürfen nur durch Fachbetriebe ausgeführt und überprüft werden.
Alle Abwasserabflussleitungen müssen so verlegt werden, dass sie durch das Gefälle leer laufen können. So werden Fließgeräusche und Ablagerungen vermieden. Außerdem müssen alle Leitungen frostsicher verlegt sein (Mindesttiefe in Deutschland > 0,8 m).
Grundstücksentwässerungsanlage - Trennsystem
Eine GEA besteht aus folgenden Anlagenteilen:
  • Fallleitung-Schmutzwasser
  • Grundleitungen-Schmutzwasser
  • Revisionsschacht (Kontrollschacht)-Schmutzwasser
  • Anschlusskanal-Schmutzwasser
  • Anschluss am Ortskanal-Schmutzwasser
  • Fallleitung-Regenwasser
  • Grundleitungen-Regenwasser
  • Revisionsschacht (Kontrollschacht)-Regenwasser
  • Anschlusskanal-Regenwasser
  • Anschluss am Ortskanal-Regenwasser


Abwassernormen - Anwendungsbereiche
DWA (Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser, und Abfall e.V.)
ATV (abwassertechnische Vereinigung e.V.)
DVWK (Deutscher Verband für Wasserwirtschaft und Kulturbau e.V.)

Abwasser
ist jedes durch Gebrauch verunreinigte oder jedes sonstige in die Kanalisation gelangende Wasser.
Kanalnetz
bezeichnet die Gesamtheit der Kanäle, Abwasserdruckleitungen und zugehörige Bauwerke in einem Entwässerungsgebiet (DIN 4045).
Lüftungsleitung
ist zur Be- und Entlüftung von Abwasserleitungen übers Dach zu ziehen (Zweit- und Drittleitungen dürfen auch mit Belüftungsventilen versehen werden), um Druckschwankungen  im System abzubauen. Lüftungsleitungen führen kein Abwasser.
Fallleitung
ist eine lotrechte Leitung zur Aufnahme des Schmutzwassers aus Einzel- und Sammelanschlussleitungen. Sie leitet Schmutz- und Regenwasser in eine Sammel- oder Grundleitung.
Einzelanschlussleitung
ist die Abwasserleitung zwischen dem Geruchsverschluss bzw. Abflussstutzen eines Entwässerungsgegenstandes bis zur weiterführenden Leitung (Sammelanschluss-, Fall-, Sammel- oder Grundleitung) oder bis zu einer Abwasserhebeanlage.
Sammelanschlussleitung
ist eine Abwasserleitung, die das Abwassers mehrerer Einzelanschlussleitungen in eine Fall-, Sammel- oder Grundleitung oder zu einer Abwasserhebeanlage ableitet.
Sammelleitung
ist eine frei zugängliche horizontale Abwasserleitung die das Abwassers aus Fall- und Anschlussleitungen aufnimmt.
Grundleitung
ist eine unzugänglich verlegte Abwasserleitung im Erdreich oder in der Grundplatte, die das Abwasser oder Regenwasser in den Revisionsschacht leitet.

Revisionsschacht
(Kontrollschacht)

ist für die notwendigen Reinigungs- und Überwachungsarbeiten und Druck- bzw. Dichtheitsprüfung zu setzen.
Anschlusskanal
ist die Abwasserleitung zwischen der ersten Reinigungsöffnung auf dem Grundstück (Revisions-   bzw. Kontrolschacht) oder der Grundstücksgrenze und dem öffentlichen Abwasserkanal.
Ortskanal
ist ein öffentlicher Abwasserkanal an den der Anschlusskanal angeschlossen wird.
Kanalisation
ist eine Anlage die zur Sammlung und Weiterleitung von Abwässern und Fremdwässern dient.
Trennsystem
Schmutz- und Niederschlagswasser werden getrennt abgeleitet, wobei das Regenwasser direkt in ein Gewässer eingeleitet wird.
Mischsystem
Kanalnetz, das im Mischverfahren betrieben wird (z.B. Ab- und Regenwasser im selben Kanal).
Rohwasser
ist das einer Kläranlage zufließende Abwasser (Mischung aus Schmutz- und Regenwasser. Mischabwasser kann auch Fremdwasser und Kühlwasser enthalten)
Schmutzwasser

ist häusliches Abwasser aus Toiletten (Fäkal- oder Schwarzwasser), Sanitäreinrichtungen, Küchen und Waschmaschinen (Wasch- oder Grauwasser) und Abwasser aus Gewerbe und Betrieben die in die öffentliche Kanalisation ableiten.

Regenwasser
ist Wasser aus atmosphärischem Niederschlag.
Industrieabwasser
weist meist besondere starke Verschmutzungen auf. Es wird meistens in industrieeigenen Anlagen behandelt, bevor es in die öffentliche Kanalisation oder ein Gewässer abgeleitet wird. Es kann auch aufgeheiztes Wasser aus Kühlanlagen sein.
Fremdwasser
ist unverschmutzte Wasser, das zusammen mit dem Schmutzwasser bei Trockenwetter abfließt, aber eigentlich nicht in die Kanalisation gelangen soll (Grundwasser, Dränwasser).

Nach § 60 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) dürfen Abwasseranlagen nur nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik errichtet, betrieben und unterhalten werden.
U. a. sind folgende Normen und Technische Regeln zu beachten:
DIN EN 752 "Entwässerungssysteme außerhalb von Gebäuden" - Ausgabe: 2008-04
In der Norm sind Zielsetzungen für Entwässerungssysteme außerhalb von Gebäuden festgelegt. Sie enthält des Weiteren Leistungsanforderungen zum Erreichen dieser Zielsetzungen und Grundsätze zur Planung, Bemessung, Einbau, Betrieb, Wartung und Renovierung.
DIN EN 1610 "Verlegung und Prüfung von Abwasserleitungen und -kanälen" - Ausgabe: 1997-10
Die Norm enthält Hinweise und Vorschriften zur Planung, Bau und Prüfung von Abwasserleitungen und -kanälen außerhalb von Gebäuden.
DIN EN 12056-5
"Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden" - Ausgabe: 2001-0
Installation und Prüfung, Anleitung für Betrieb, Wartung und Gebrauch
DIN 1986-100
"Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke" - Ausgabe: 2008-05
Bestimmungen in Verbindung mit DIN EN 752 und DIN EN 12056
Die Norm gilt für Planung, Bau, Betrieb und Instandhaltung von Entwässerungsanlagen zur Ableitung von Abwasser in allen Gebäuden und auf Grundstücken, die überwiegend mit Freispiegelleitungen entwässert werden. Zudem sind die Regelungen zum Schutz gegen Rückstau aufgeführt
DIN 1986-4 "Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke" - Ausgabe: 2010-10
Verwendungsbereiche von Abwasserrohren und -formstücken verschiedener Werkstoffe
DIN EN 12056-1 bis DIN EN 12056-5 gemeinsam mit DIN 1986-100 und DIN EN 752.
Dieses Dokument gilt auch für Bauprodukte und Verfahren zur Sanierung von Grundleitungen.
DIN 1986-30 "Zustandserfassung von Grundstücksentwässerungsanlagen"
Sie legt fest, dass der Zustand von Grundstücksentwässerungsleitungen, Schächten, Abwassersammelgruben und Kleinkläranlagen in festgelegten Zeitabständen erfasst und bewertet werden müssen, dass die festgestellten Mängel durch Instandhaltungsmaßnahmen behoben werden müssen.

Leitfaden zur Abwassernorm - Geberit GmbH & Co. KG
Planung und Ausführung von Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke - IZEG

Fallleitungen sind alle senkrechte Schmutz- und Regenwasserleitungen. Die Schmutzwasserfallleitungen (auch mit Verziehung) werden im Haus mit mindestens einer Be- und Entlüftungsleitung über das Dach (weitere Fallleitungen können mit Belüftungsventile versehen werden) und die Regenwasserfallleitungen können innen oder außen verlegt werden. Beide Leitungen müssen vor der Einmündung in die Sammel- bzw. Grundleitungen Reinigungsöffnungen haben. Bis zum öffentlichen Kanal (Ortskanal) werden die Leitungen getrennt verlegt (Trennsystem). Bei einen Mischwassersystem werden die Leitungen im Revisionsschacht zusammengeführt.
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Um die sichere Funktion der Abwasseranlage zu gewährleisten, müssen die physikalischen Vorgänge in der Fallleitung verstanden werden. Nach ca. 15 m Fallhöhe erreicht das fallende Wasser durch die Reibung und Widerstände an der Rohrwandung eine Strömungsgeschwindigkeit von ca. 12 m/s und benötigt eine Belüftung, damit sich das Wasser nicht "aufhängt" bzw. der Unterdruck nicht zu hoch wird. Durch Über- und Unterdruck können bei Anschlüssen und Verziehungen Störungen auftreten. Welche Maßnahmen bei Anschlüssen im Bereich von Verziehungen vorzunehmen sind, um Störungen zu vermeiden, hängt von der Höhe des obersten Anschlusses an die Fallleitung über der Richtungsänderung oder der Länge der Fallleitungsverziehung ab. Mehrfach verzogene Fallleitungen sind mit direkter oder indirekter Nebenlüftung auszurüsten.
Das abfallende Wasser reißt ca. die 10- bis 35-fache Luftmenge des Wasservolumens mit nach unten.  Von den Seiten zufließendes Wasser kann den Leitungsquerschnitt für die mitströmende Luft verengen oder sogar verschließen, wodurch unterhalb der Einlaufstelle ein Unterdruck entsteht, der zu einem Leersaugen der Geruchverschlüsse und zu Geräusche führen  kann. Das gleiche kann bei Umlenkungen der Fallleitungen passieren. Vor der Richtungsänderung führt das Verschließen des Leitungsquerschnittes durch das Wasser zu einem Stau und damit zu Überdruck, der ein Rückfließen von Schmutzwasser in die Sanitägegenstände bewirkt und im folgenden, senkrechten Leitungsteil entsteht ein Unterdruck. Das gleiche gilt auch bei Umlenkungen am Fußpunkt der Fallleitung.
Deshalb  müssen die Rohre mit gleichbleibendem Querschnitt und nach Möglichkeit  gerade mit wenig Umlenkungen verlegt werden. Die Anschlüsse müssen so eingeleitet werden, dass das Wasser an der Wandung der Fallleitung fließt und der Querschnitt für die nachströmmende Luft frei bleibt. Aus diesem Grund sollten der Anschlüsse wenig Gefälle (Abzweige 87° bis 88,5°) und strömungsgünstige Fallleitungsabzweige mit Einlaufwinkel (Innenradius) haben. Kurze Verziehungen erhalten möglichst viel Gefälle (Bögen 45°). Bei größeren Verziehungen darf im Bereich der Richtungsänderungen wegen der Über- und Unterdrücke kein Anschluss vorhanden sein.  Bei höheren Fallleitung sollten  anschlussfreie Bereiche oder Umgehungen vorzusehen.
Außenliegende Regenfallrohre sind nach DIN EN 612 genormt. Meistens werden kreisförmigen Rohre eingesetzt, aber auch Rohre mit quadratischem Querschnitt sind möglich.
Die Nennweiten werden nach DIN EN 12056 und nach DIN 1986-100 ermittelt. Bei der Montage ist folgendes zu beachten:
  •   Rohrschellenabstand bis DN 100 = 3,00 m, über DN 100 = 2,00 m
  •   lichter Abstand der Regenfallrohre = 20 mm vom fertigen Wandbelag
  •   sichern der Regenfallrohre gegen Durchrutschen durch Wulste oder Halbwulste
  •   Stecktiefe = 50 mm bei ungelöteten Rohren
  •   Einbau eines Schiebestückes vor Einmündung in die Grundleitung als Reinigungsöffnung
  •   Standrohr aus PE-HD, Grauguss oder Stahl, als Schutz und als Anschluss an die Grundleitung
  •   Anbringen einer Standrohrkappe am Übergang vom Regenfallrohr zum Standrohr
  •   Laub- und Sandfänge vorsehen
  •   Regenfallrohre, die im Mischsystem entwässert werden und deren Abstand zu Fenstern oder Türen von Aufenthaltsräumen weniger als 2,00 m beträgt, sind mit einem frostfrei eingebauten Geruchverschluss zu versehen
Alle Arbeiten sind von Fachfirmen auszuführen.

Grundleitungen (DIN 1986-100, DIN EN 12056, DIN EN 752: Entwässerungssysteme außerhalb von Gebäuden.) sind private auf dem Grundstück im Erdreich außerhalb des Gebäudes und innerhalb der Umfassungsmauern des Gebäudes unterhalb der Bauwerkssohle oder in der Grundplatte verlegte Abwasserleitungen. Die Entwässerungsleitungsdimensionierung sind von einem Planer hydraulisch zu berechnen. Damit die Selbstreinigung der Rohre gewährleistet ist, sind Überdimensionierungen (Füllungsgrad beachten) zu vermeiden.  Dabei sind die Leitungen zwischen den einzelnen Schächten möglichst geradlinig zu verlegen.
Grundleitungen außerhalb von Gebäuden können mit einem Füllungsgrad von 0,7 (h/di) betrieben werden. Dabei muss die Fließgeschwindigkeit des Abwassers mindestens 0,7 m/s und maximal 2,5 m/s betragen. Als Mindestgefälle wird hier 1:DN festgelegt. Nach DIN EN 12056-2 und DIN 1986-100 dürfen diese Schmutzwasserleitungen im System I bei richtiger Auslegung auch schon mit DN 70 verlegt werden.

Bei allen Grundleitungen dürfen nur Bögen kleiner oder gleich 45° (in einigen Entwässerungssatzungen der Kommunen kleiner oder gleich 30°) und ein Durchmesser größer oder gleich DN 100 verwendet werden. Alle vom Ablauf eines Revisionsschachtes weiterführenden Grundleitungen müssen mindestens einen Durchmesser größer oder gleich DN 150 aufweisen. Eine Reduktion der Nennweite des Rohres in Fließrichtung gesehen ist nicht gestattet. Rohrdurchmesser, die kleiner als DN 100 sind, können nur in besonders begründeten Fällen zugelassen werden und wenn die hydraulische Leistungsfähigkeit der Abwasseranlage durch einen privaten, unabhängigen Sachverständigen oder ein geeignetes Ingenieurbüro nachgewiesen wird.
Grundleitungen und Anschlussleitungen sollten wegen den vorgeschriebenen regelmäßigen Untersuchungen und einer evtl. Sanierung möglichst nicht unterhalb von Kellerböden, Garagen und sonstiger Objekte nicht verlegt werden. Deswegen ist eine Anordnung als Sammelleitungen an den Kellerwänden oder unterhalb der Kellerdecken sinnvoll. Bei Gebäuden ohne Keller sind die Grundleitungen auf kürzestem Wege, geradlinig unter dem Gebäude herauszuführen. Jede Grundleitung muss innerhalb des Gebäudes über Schächte oder zumindest über rechteckige Revisionsöffnungen, die zur Aufnahme von Hochdruckreinigungsgeräten und Kanalkameras geeignet sind, zugänglich und wartbar sein.
Mindestgefälle von Abwasserleitungen
Für die Grundleitungen und die sonstigen zuführenden, im Erdreich oder in/unter der Bodenplatte des Hauses zu verlegenden Leitungen dürfen nur genormte bzw. bauaufsichtlich zugelassene Rohrmaterialien nach der DIN EN 1986-4 - Tabelle 1 - verwendet werden.
Für Druckleitungen dürfen, unter Berücksichtigung des zu erwartenden Drucks, folgende Materialien verwendet werden:
• Guss-Druckrohr
• PP-Druckrohr mit Schweißverbindung (DIN 8077; DIN 8078; DVGW W 544)
• PE-Druckrohr
• PVC-Druckrohr
• Nichtrostendes Stahldruckrohr
Für chemisch belastetes Abwasser führende Leitungen von der Anfallstelle bis zur Aufbereitungsanlage, dürfen Rohrmaterialien gemäß den Beständigkeitslisten verwendet werden.
Außerhalb von Gebäuden sind die Leitungen und Geruchsverschlüsse in einer frostfreien Tiefe von mindestens 0,8 m (Rohrscheitel bis Oberkante fertiges Gelände [Überdeckung]) zu verlegen. In exponierten Lagen kann die Frostgrenze auch bis 1,6 m betragen. Geringere Tiefen können unter der Voraussetzung genehmigt werden, dass die anderen frostgefährdeten Teile einen Frostschutz erhalten (Wärmedämmung, Rohrbegleitheizung). Außerdem sind auftretende Verkehrslasten bei der Überdeckung bzw. der Verlegeart zu berücksichtigen.

Freispiegelleitung
Abwasserleitungen (Grundleitungen und Kanäle) können als Freispiegelleitung oder Druckrohrleitung geplant und ausgeführt werden. Die Leitungsart wird von der zuständigen Kommune vorgegeben.
Bei der Freispiegelleitung (Gravitationsleitung) fließt das Wasser aufgrund der Schwerkraft von einem höher gelegenen Anfangspunkt (Gebäudeentwässerung) zu einem tiefer gelegenen Endpunkt (Klärwerk). Der Querschnitt des Rohres ist in den meisten Fällen nicht voll durchflossen. Da eine freie Flüssigkeitsoberfläche vorhanden ist, spricht man von einer Freispiegelleitung. Weil das Wasser (Abwasser, Brunnenwasser, Trinkwasser) durch freies Gefälles gefördert wird, ist keine zusätzliche Energie erforderlich. Eine Druckanhebung im Einlaufbereich (Pumpenförderung) oder Druckabsenkung im Auslaufbereich (Vakuumentwässerung) ist bei ausreichendem Gefälle nicht notwendig.
Freispiegelleitungen werden auch bei der Brunnenwasserversorgung (Hochbehälter), Wasserkraftwerken, Qanate (unterirdische Wasserleitungen) und Aquädukte (oberirdische Wasserleitungen) eingesetzt.
Die Stollen eines Qanats (Khanat, Chattara, Kanat, Karez, Kenayat, Felladj, Foggara - horizontraler Brunnen) sind Reispiegelleitungen bzw. Freispiegelkanäla. > mehr

Druckrohrleitung
Abwasserleitungen (Grundleitungen und Kanäle) können als Druckrohrleitung oder Freispiegelleitung geplant und ausgeführt werden. Die Leitungsart wird von der zuständigen Kommune vorgegeben.
Bei den Druckrohrleitungen ist der Druck höher als der atmosphärische Druck. Sie sind nicht auf ein natürliches Gefälle angewiesen und transportieren die Flüssigkeit (Abwasser, Wasser, Erdöl, Fernwärme [Warmwasser, Heißwasser, Dampf]) oder Gas (Erdgas) durch Pumpen aufgebauten Überdruck durch die Leitungen. Auch Wassertürme können bei Trinkwasserleitungen den notwendigen Druck im Versorgungsnetz aufbauen.
Aufgrund des Druckes können die Nennweiten der Rohre kleiner als Freispiegelleitungen verbaut werden, da der gesamte Querschnitt genutzt wird. Im Gegensatz zu Freispiegelleitung, die mit 45°-Bögen verlegt werden müssen, können Druckrohrleitungen auch mit 90°-Bögen ohne Verstopfungsgefahr verwendet werden.
Vor der Inbetriebnahme muss eine Druckprobe erfolgen, um die Dichtheit zu prüfen (DIN 4044).

Düker
Ein Düker (Kreuzungsbauwerk) ist eine Rohrleitung oder ein Bauwerk, die zur Unterquerung von Hindernissen (z. B. Straßen, Gräben, Bäche, Flüsse, Deiche, Kanäle, Tunnel) für Freispiegelleitungen oder freie Wasserläufe eingesetzt wird. Im Düker wird aus einer Freispiegelleitung oder einem freien Wasserlauf nach dem „Abtauchen“ eine Druckrohrleitung.
Düker funktionieren nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren. Das heißt, dass der Flüssigkeitsspiegel in miteinander verbundene offene Gefäße immer gleich hoch steht. So kann das Wasser auf der anderen Seite auf dem gleichen Höhenniveau (mit leichtem Gefälle) wie auf Seite, von der es in den Düker fließt, seinen Weg fortsetzen.
Kurze Unterquerungsleitungen für Wasser (Abwasserkanal, Bach) mit wenig Sedimenten können bei ausreichender Fließgeschwindigkeit (> 1,0 m/s) relativ einfach erstellt werden. Dabei geht man von einem Selbstreinigungseffekt aus.
Wenn größere Wassermengen (Flüsse) über längere Strecken ein Hindernis unterqueren sollen, dann sind umfangreiche Baumaßnahmen notwendig.

Berechnung und Gestaltung von Dükern in Abwasserkanälen - Universität Weimar
Rheindüker Düsseldorf – Neubau - Ingenieurbüro Wendt
Düker - Binnenschiffe-Rheinruhr

Rohrleitungsbau

Offene Bauweise
Die Erdverlegung von Ver- und Entsorgungsleitungen kann in der offenen Bauweise ausgeführt werden. Dabei wird ein Graben ausgehoben oder das Pflugverfahren eingesetzt, um die Rohrleitungen zu verlegen.
Der Graben kann mit Hilfe eines Grabenverbaus oder im Schutz einer Böschung hergestellt werden. Die Tiefe und Breite des Grabens richtet sich danach, wie viel Platz für das Bauvorhaben vorhanden ist bzw. vorhanden sein muss und welcher Baugrund vorhanden ist. Nicht geböschte und nicht verbaute Gräben dürfen in Deutschland nur bis in eine Tiefe von 1,25 m verbaut werden. Bei tieferen Gräben die Vorschriften der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft eingehalten werden, weil die Grabenwände einbrechen können und Sach- und Personenschäden auftreten können.
Die ausgehobenen Gräben werden nach dem Verlegen der Leitungen wieder verfüllt und der Boden verdichtet. > mehr

Grabenlose Bauweise
Zunehmend werden im Rohrleitungsbau (Ver- und Entsorgungsleitung, Schutz- und Mantelrohre, Leitungskanäle und begehbare Leitungstunnel) Verfahren einer geschlossener Bauweise eingesetzt. Die grabenlosen Verfahren zur Rohrverlegung unterscheiden sich in der Art und Weise des Bodenabbaus (Verdrängung oder Entnahme), Steuerbarkeit, der möglichen Verlegelängen und Rohrdurchmesser, des Einsatzes von Bohrspülung (Luft- oder Flüssigkeitsspülung), der Anzahl der Arbeitsschritte (Pilotbohrung, Aufweiten, Einziehen).  > mehr

Abwasserrohre
In Abwasseranlagen (Schmutzwasseranlagen) werden Kunststoffrohre (KG-Rohr, KG 2000-Rohr, HT-Rohr, AS-Rohr und PE-Rohr) und Gusseisenrohre (SML-Rohr > Super-Metallit-Rohr und TML-Rohr) eingesetzt. Diese Rohre sind neben den Formstücken bzw. Formteile (Bögen und Abzweige gibt es in verschiedenen Winkeln, von 15° bis 87°, Schiebemuffen, Reinigungs-T-Stücke, Stopfen) ein Teil der Systeme. Außerem gibt es spezielle Anschlüsse für Guss- bzw. Metalrohre.
KG-Rohr PVC-U
KG-Rohr PVC-U - HT-Rohr

Das KG-Rohr (Kanalgrundrohr) besteht  aus PVC-U (Polyvinylchlorid hart). Dieses orangebraunfarbene Rohr wird im Erdreich von der Hausinstallation bis zum öffentlichen Kanalisationanschluss eingesetzt. Hier ist das grün eingefärbte KG 2000-Rohr, das schwarze PE-Rohr oder das TML-Rohr (Super-Metallit-Rohr) eine Alternative.
KG-Rohre (PVC-U) sind hart, zäh, thermoplastisch. Wenn es der UV-Strahlung des Tageslichts ausgesetzt wird, härtet es aus und wird stoßempfindlich und zerbricht leicht. Die Rohre sind in allen gängigen Nennweiten ([DN 70], DN 100 bis DN 500 mit Längen von 500 bis 5000 mm) lieferbar. Sie sind beständig gegen Säuren und Laugen, aber nicht gegen organische Lösungsmittel. PVC-U wird bei 70 - 80 °C biegbar und plastisch und kann in diesem Zustand leicht verformt werden, was den Einsatz in der Hausinstallation ausschliesst. Das Material lässt sich gut schweißen und kleben.
Im rauen Baustellenbetrieb bietet sich die Muffentechnik an. Dabei werden die Rohre durch ineinander schieben verbunden. Die Abdichtung erfolgt über einen Gummiring. Um diese Rohre leichter zusammenfügen zu können, wird Gleitmittel oder übliches Haushaltsspülmitteln verwendet. Abgesägte Rohre müssen vorher mit einer Feile oder etwas Schmirgelpapier entgratet werden, damit sie sich leichter ineinander schieben lassen. Beim Verbinden sollten die Rohre bis zum Anschlag ineinander geschoben und dann wieder ca. 1 cm auseinander gezogen werden, um die thermische Längenänderungen aufnehmen zu können.


KG-Rohre dürfen nicht für Hausleitungen eingesetzt werden, weil sie nicht temperaturbeständig sind. Die Leitungen verformen sich und gasen bei einer zu hohen Abwassertemperatur (ab 65 °C) aus. Außerdem entstehen bei einem Brand im Haus toxische Gase.

Quelle: Wavin GmbH

Die hochwertigen grün eingefärbten KG 2000 - Rohre (glatte Rohrwandung) aus Polypropylen (PP-MD) werden seltener eingesetzt. Das Rohr ist umweltfreundlich, weil sie nicht giftig ist. Dieses Material kann problemlos wieder dem Rohstoffkreislauf zugeführt werden. Es ist beständig gegen Schwefelsäure und kann Temperaturen zwischen -20°C und +90 °C aushalten (Lebensdauer [Haltbarkeit] 100 Jahre). KG 2000 kann nur über Steckverbindungen (mit werkseitig vormontiertem patentierten Dichtring) miteinander verbunden werden und sind bis DN 400 (Längen von 500 bis 6000 mm) lieferbar.

HT-Rohre und Bauteile

Das HT-Rohr (Hochtemperaturrohr) besteht aus PP (Polypropylen). Dieses graue Rohr wird im Gebäude bis zur Bodenplatte bzw. Außenwand eingesetzt. Hier ist das weiße AS-Rohr, schwarze PE-Rohr oder das rotbraune SML-Rohr (Super-Metallit-Rohr) eine Alternative.
Die HT-Rohre werden für die Abwasserleitungen in den Gebäuden eingesetzt. Sie sind in Nennweiten von DN 32 bis DN 160 und in Längen zwischen 150 und 5000 mm lieferbar. Dieser Kunststoff ist resistent gegen Säuren, Laugen und Salze, kann aber nicht geklebt werden, mit speziellen Geräten ist er schweißbar. Die Bezeichnung "HT" steht für hochtemperaturbeständig (bis 95 °C).
Im rauen Baustellenbetrieb bietet sich die Muffentechnik an. Dabei werden die Rohre durch ineinander schieben verbunden. Die Abdichtung erfolgt über einen Gummiring. Um diese Rohre leichter zusammenfügen zu können, wird Gleitmittel oder übliches Haushaltsspülmitteln verwendet. Abgesägte Rohre müssen vorher mit einer Feile oder etwas Schmirgelpapier entgratet werden, damit sie sich leichter ineinander schieben lassen. Beim Verbinden sollten die Rohre bis zum Anschlag ineinander geschoben und dann wieder, je nach der Temperatur des Abwassers, ca. 1 bis 1,5 cm auseinander gezogen werden, um die thermische Längenänderungen aufnehmen zu können.

HT-System (PPs) - Schallschutz - Gebr. Ostendorf Kunststoffe GmbH & Co. KG

AS-Rohre und AS-Formteile
Dehnungskompensator
SiTech®-Rohr
Quelle: Wavin GmbH

Das AS-Rohr besteht aus Astolan® (mineralverstärktes Polypropylen). . Dieses weiße Rohr wird im Gebäude bis zur Bodenplatte bzw. Außenwand, aber auch als Grundleitung, eingesetzt. Hier ist das graue HT-Rohr, das schwarze PE-Rohr oder das rotbraune SML-Rohr (Super-Metallit-Rohr) eine Alternative.
Das AS-Rohr ist ein schalldämmendes, heißwasserbeständiges Rohrsystem, das für alle drucklose Abwasserleitungen geeignet wid. Die Rohre und Formteile bestehen aus Astolan® (mineralverstärktes Polypropylen), dadurch ist ein durchgängiger Schallschutz von den Entnahmestellen bis zur Grundleitung gesichert. Das AS-Rohr ist auch als Grundleitung bis zum Übergabeschacht zugelassen. Das AS-Rohr ist in den Abmessungen DN 56 bis DN 200 lieferbar.
Das Astolan® ist langlebig, heißwasserbeständig (90 °C - Kurzzeitbelastung 95 °C), korrosionsbeständig und resistent gegen aggressive Abwässer. Aufgrund der glatten Innenoberfläche gibt es keine Inkrustationen.

Herstellen der Steckverbindung zwischen Rohren und Formteilen
Die Aufsteckmuffe ist das Regelverbindungselement zwischen AS-Rohren und -Formteilen. Sie ist mit einem Dehnungskompensator ausgestattet, sodass Maßnahmen zur Berücksichtigung von Längenänderungen entfallen.Bei der Herstellung der Verbindung mittels Aufsteckmuffe ist folgendes zu beachten:
- Einsteckende des nicht angefasten Rohres reinigen.
- Lage und Unversehrtheit des Lippendichtringes in der Muffensicke bzw. Unversehrtheit der Manschette überprüfen. Falls erforderlich, Formteil und Dichtelement reinigen.
- Dichtmanschette auf Rohreinsteckende aufschieben
Anm.: Die Manschette der Aufsteckmuffe darf immer nur auf Rohrenden aufgesteckt werden, niemals auf Spitzenden von Formteilen.
- Gleitmittel* sparsam auf der Innenseite der Manschettenkammer der Aufsteckmuffe auftragen.
- Gleitmittel* dünn und gleichmäßig auf den Manschettenkragen aufbringen.
- Aufsteckmuffe bis zum Anschlag des Dichtelements aufschieben und ordnungsgemäßen Sitz der Dichtmanschette überprüfen.
- Gleitmittel* auf nachfolgendes Rohr- oder Formteil-Spitzende auftragen und vollständig in die Muffe einschieben.
* keine Öle und Fette verwenden!

Quelle: Wavin GmbH

Das SiTech®-Rohr aus Polypropylen ist mit einer Drei-Schicht-Technologie hergestellt. Die Außenschicht ist besonders schlagfest und schützt vor Beschädigungen. Die Mittelschicht dämmt den Schall zuverlässig. Die glatte Innenschicht schützt vor Korrosion durch aggressive Haushaltschemikalien und Inkrustationen . Da in Bögen und Abzweigen die Aufprall- und Umlenkgeräusche des Abwassers am größten sind, werden SiTech®-Formteile vollständig aus schalldämmendem Material gefertigt.
3-Schicht-Technologie
- Außenschicht aus blauem Polypropylen Polymer. Resistent gegen Umwelteinflüsse.
- Mittelschicht aus Polypropylen Copolymer. Mit mineralischen Füllstoffen für gute Schalldämmeigenschaften.
- Innenschicht aus weißem Polypropylen Copolymer. Besonders widerstandsfähig gegen aggressive Abwässer. Glatte innere Rohroberfläche für guten Abwasserabfluss.
Chemisch resistent. Inspektionsfreundlich durch weiße Rohrinnenoberfläche.

PE-Rohre
PE-Fittings
PE-Langmuffe
Quelle: Wavin GmbH

Das PE-Rohr besteht aus Polyethylen (HD). Dieses schwarze Rohr wird als Grundleitung und im Gebäude bis zur Bodenplatte bzw. Außenwand eingesetzt. Hier ist das graue HT-Rohr, das weiße AS-Rohr oder das rotbraune SML-Rohr (Super-Metallit-Rohr) eine Alternative.
Das PE-Rohr und PE-Formteile (Abmessungen von 40 bis 315 mm > DN 32 bis DN 300) sind als System für die Verlegung innerhalb von Gebäuden und für erdverlegte Leitungen zugelassen.
Die Verbindungen können durch Steckmuffen und durch längskraftschlüssige Schweißverbindungen (Elektromuffenschweißung, Stumpfschweißung [Heizelementschweißen, Spiegelschweißen]) hergestellt werden. Das PE Abflussrohrsystem ist heißwasserbeständig (90 °C - Kurzzeitbelastung 95 °C) und UV-beständig.

 

 

 

Das PE-Rohr hat einen mittleren linearen Ausdehnungskoeffizient von 0,2 mm/m · K. Aufgrund der Ausdehnung muss die Längenänderung bei der Montage berücksichtigt werden. Hier sind Langmuffen zur Dehnungsaufnahme vorzusehen, wenn die Leitungsführung keine Biegeschenkel zulässt. Die Montage der Langmuffe erfolgt starr zum Baukörper. Die Befestigung (Fixschelle) muss die Montagekraft (Kraft, die beim Einschieben des angeschrägten Spitzendes aufgewendet werden muss) sowie den Schiebewiderstand (Kraft, mit der die Langmuffe gehalten werden muss, sodass sie die thermisch bedingten Längenänderungen der Rohrleitung aufnimmt) aufnehmen.

Quelle: Düker GmbH & Co. KGaA
Das SML-Rohr besteht aus Gusseisen  (Grauguss GG). Dieses rotbraune Rohr wird im Gebäude bis zur Bodenplatte bzw. Außenwand eingesetzt. Hier ist das graue HT-Rohr oder das AS-Rohr (Astolan) eine Alternative.
Gusseisenrohre sind ein Bestandteil der gusseisernen Abflussrohrsysteme (SML > Super-Metallit-Rohr) für die Gebäude- und Grundstücksentwässerung nach DIN EN 877 (Rohre, Formstücke und Zubehörteile. - Freispiegelleitungen).. Der Werkstoff für Düker Abflussrohrsysteme ist Grauguss GG nach DIN EN 1561 (früher GG 15 nach DIN 1691). Das Material ist  eine Eisen-Kohlenstoff-Legierung mit einem hohen Anteil an Graphit, der in der Grundmasse lamellenartig und fein verteilt eingelagert ist. Dadurch wird eine hohe Festigkeit, Verschleißfestigkeit, Temperaturbeständigkeit, hervorragende Korrosionsbeständigkeit und ein sehr hohes Dämpfungsvermögen erreicht.
Die SML-Abflussrohre sind außen mit einem rotbraunen Grundanstrich behandelt und innen mit einer dauerhaften, vollvernetzten Epoxidbeschichtung versehen, Dadurch besteht eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen chemische und mechanische Einflüsse.
Ein wichtiger Gesichtspunkt für die Verwendung dieser Rohre ist, dass dieser Werkstoff der Baustoffklasse A1 "nicht brennbar" nach DIN 4102 entspricht. Bei der Verwendung von Verbindern, deren Gummidichtungen komplett von Edelstahlmanschetten abgedeckt werden bleibt das Rohrleitungssystem im Brandfall geschlossen. Der Rauch, der durch Hitzeeinwirkung auf die Innenbeschichtung entstehen kann, verbleibt im Rohrsystem und wird über die Entlüftung über das Dach abgeführt.
TML-Rohr
Quelle: Düker GmbH & Co. KGaA

 

 

 

 

 

 

 

 

Das TML-Rohr besteht aus Gusseisen  (Grauguss GG). Das rotbraune Rohr wird im Erdreich von der Hausinstallation bis zum öffentlichen Kanalisationanschluss eingesetzt. Hier ist das orangebraunfarbene KG-Rohr eine Alternative.
Die TML-Rohre und Formstücke tragen außen eine Spritzverzinkung mit einer Flächendichte von mind. 130 g/m², darüber eine braune Zwei-Komponenten-Deckbeschichtung. Innen werden die TML-Rohre mit derselben hochgradig vollvernetzten Epoxid-Beschichtung versehen wie SML-Rohre. TML-Rohre und Formstücke sind geeignet bis Bodenklasse II, Bewertungszahl -5 bis -10. Auszuschließen sind damit nur stark aggressive Böden.
Durch die hohe Stabilität sind die gusseisernen Rohre bestens für die Erdverlegung geeignet. Als Richtwert kann eine Überdeckung von 0,8 bis 6 m bei gleichzeitiger Belastung durch Verkehrslast SLW 60 angenommen werden.
Zu beachten ist der Einsatz geeigneter Verbindungen für die Erdverlegung. Zu empfehlen sind die Verbinder Rapid-Inox. Die früher verwendeten CE-Verbinder dürfen nur mit zusätzlichem Korrosionsschutz, z. B. Teerbinde, im Erdreich eingesetzt werden.
Quelle: Düker GmbH & Co. KGaA
MLK-protec
Quelle: Düker GmbH & Co. KGaA
Die MLK Abflussrohre und Formstücke (KML) sind außen und innen so geschützt, dass sie bei fetthaltigen Abwässern eingesetzt werden.
Die fetthaltigen Abwässer von Großküchen und ähnlichen Betrieben sind problematisch. Hier können die chemischen Reaktionen, die bei hoher Fettbelastung auftreten können, dem Rohr und den Formstücken keinen Schaden zufügen. Erkaltete Fette können Leitungen verstopfen. Diese Fettablagerungen verschlechtern die Belüftung des Leitungssystems.
Die Zuleitung zum Fettabscheider, der alle hinter ihm liegenden Leitungen und das öffentliche Kanalnetz schützt, sind die am stärksten belasteten Abflussleitungen in einem Gebäude. SML ist hier nicht geeignet. Hier kann das MLK-Rohrsystem mit protec-Beschichtung eingesetzt werden.
Diese MLK-protec Rohre sind innen mit einem komplett überarbeiteten, ockerfarbenen Epoxid versehen. Zwei Schichten zu je 120 µm werden nacheinander separat aufgebracht und eingebrannt. Eine aufwändige Vorbehandlung des Gusseisens erreicht eine optimale Haftung der Beschichtung. Die Rohrkante wird angefast und ebenfalls mit Epoxid beschichtet, so dass auch sie perfekt geschützt ist.
Außen haben die MLK-protec Rohre eine Spritzverzinkung mit einer Flächendichte von mind. 130 g/m² und darüber eine Epoxid-Deckbeschichtung von mind. 60 µm. Diese Außenbeschichtung ist für die Erdverlegung bis Bodenklasse II geeignet.
Die MLK-protec Formstücke sind innen und außen mit einer hochwertigem Pulverepoxid beschichtet.
MLB-Rohr
Quelle: Düker GmbH & Co. KGaA

Die MLB Abflussrohre und Formstücke (BML Brückenrohr) werden bei Brücken-, Tunnel- und Straßenbauten eingesetzt. Da in diesem Bereich Streusalze und saure Abgase auf die Rohre einwirken, sind sie und die Formstücke außen mit einer Spritzverzinkung von mind. 40 µm Stärke und einer Deckschicht (Zweikomponenten-Epoxidbeschichtung silber-grau) von mind. 80 µm versehen. Innen sind die Rohre und Formstücke mit einer vollvernetzten Epoxidschicht versehen.
Das System wird mit Nennweiten von DN 100 bis DN 500 bzw. 600 angeboten. Es ist auch für die Erdverlegung geeignet. Hier sind geeignete Inox-Verbindungen einzusetzen, die auch für die Verlegung bei Brückenbauten verwendet werden müssen.

VML-Rohr
Quelle: Düker GmbH & Co. KGaA

Das VML-Rohre und Formstücke werden als Verbundrohrsystem eingesetzt. Es ist eine Alternative zum aufwändigen Isolieren von schwitzwasser- oder frostgefährdeten Leitungsteilen.

Es besteht aus einem SML-Rohr, einer HD-Duromer-Hartschaum-Dämmung und einem Mantel aus verzinktem Stahlblech. Das verzinkte, glatte Stahlblech (auch als Edelstahlausführung erhältlich) schützt zuverlässig vor mechanischen Einwirkungen. Die Steckverbindung ist vormontiert mit integrierten Bördelringen, die mit Profilschellen aus verzinktem Stahl längskraftschlüssig verbunden werden.
Als Sonderausführung ist eine Begleitheizung erhältlich.

 

Gusseiserne Abflussrohre, Formstücke und Verbindungen für alle Anwendungen +
Planung und Verlegung von Abflussrohren - Düker GmbH & Co. KGaA

Muffenlose Abflusssysteme - Vom Dach bis zum Kanal - SAINT-GOBAIN HES GmbH

Revisionsschächte - Kontrollschächte
Auf jedem Grundstück oder in jedem Haus muss die Grundstücksentwässerungsanlage und -anschlüsse (Grundleitungen, Kanalanschlüsse) über außerhalb des Gebäudes liegende Revisionsschächte (Kontrollschächte) für Schmutz- und Regenwasser zugänglich sein, damit die notwendigen Reinigungs- und Überwachungsarbeiten durch eine  Kamerabefahrung und eine Druck- bzw. Dichtheitsprüfung durchzuführen ist. Für die Planung und Ausführung dieser Arbeiten sind die DIN 1986-100, DIN EN 476, DIN 4034-1, DIN 19549 und DIN EN 1917 anzuwenden. Alle Arbeiten sind von Fachfirmen auszuführen.
In den außerhalb der Gebäude angeordneten Schächten werden die Grundleitungen zusammengeführt. Für jede angeschlossene Grundleitung ist ein eigener Revisionsschacht mit durchlaufendem Gerinne vorzusehen. In einem Abstand von maximal 40 m bei Leitungen bis DN 150 und von maximal 60 m bei Leitungen von DN 200 sind weitere Schächte anzulegen.
Kunststoff-Fertigschacht
Quelle: Kessel AG
Diese Revisionsschächte sollten als Fertigteilschächte mit für das jeweils verwendete Rohrmaterial integrierten, gelenkigen Anschlussteilen und -dichtungen (Schachtfutter) ausgeführt werden. Damit die Schächte problemlos begangen werden können sollten sie eine lichte Weite von mindestens DN 1000 haben. Die Schächte müssen mit seitlich angebrachten "Steigeisen" oder Steigleitern und bei offenen Abdeckungen mit Schmutzfängern versehen sein. Das erste Steigeisen darf nicht tiefer als 50 cm unterhalb der Oberkante der Schachtabdeckung angeordnet sein.
Im unteren Bereich der Schächte müssen offene, halbkreisförmige Gerinne, die seitlich im Bereich der Berme (seitliche Hochziehung, Böschung) geradlinig bis zur Höhe des Rohrscheitels hochgezogen sind, vorhanden sein. Bei Richtungsänderungen sollten Schachtunterteile mit entsprechenden gekrümmten Gerinnen eingesetzt werden. Schächte mit innen oder außen liegenden Abstürzen sollten nicht verwendet werden. Alle Leitungen müssen direkt in das Schachtgerinne einzuführen. Der Anschluss an das Futterstück des Revisionsschachts muss mit Rohren mit einer Nennweite von mindestens DN 150 erfolgen. Wenn mehrere Seitenzuläufe im Schacht vorhanden sind, dann ist für jeden Zulauf ein eigenes Gerinne im Schachtunterteil vorzusehen. Dabei ist zu beachten, dass die seitlichen Zuläufe immer bei Einhaltung einer Überhöhung zum Schachtgerinne (bei verschiedenen Rohrprofilen Scheitelgleichheit) an die Schächte anzubinden sind. Hier ist das Hauptgerinne für das Rohr mit dem höchsten und beständigsten Abfluss auszubilden.
BeGu- und Kunststoff-Schachtabdeckung
Quelle: Kessel AG

Zur Schachtabdeckung sind nur Begu-(Beton-Guss), Gusseisen- oder Kunststoffabdeckungen zu verwenden. Die Revisionsschächte dürfen nicht mit Erdreich überdeckt oder überpflastert werden und sollen im Normalfall möglichst Lüftungsöffnungen haben. Hiervon darf abgewichen werden, Wenn die  Entfernung von Fenstern, Türen oder Terrassen weniger als 5 m beträgt, dürfen die Abdeckungen auch geschlossen sein.  In Gebieten mit Überschwemmungsgefahr oder bei möglichem Staudruck vom Inneren der Kanalisation her sind tagwasserdichte bzw. rückstausichere Abdeckungen einzubauen.

 

 

Wenn die Schächte aufgrund von Platzmangel auf dem Grundstück innerhalb des Gebäudes gesetzt werden müssen, so haben sie ein geschlossenes Gerinne mit Reinigungsöffnung. Die Grundleitungen sollten möglichst innerhalb dieser Schächte erfolgen. Wenn die Gerinne offenen sind, so müssen die Abdeckungen der Schächte gas-, geruchsdicht und rückstausicher verschlossen sein.
Der Anschlusskanal (Grundstücksanschluss) ist geradlinig zwischen dem ersten privaten Kontrollschacht und der öffentlichen Entwässerungsanlage zu verlegen. Zwischen der öffentlichen Entwässerungsanlage und dem ersten Kontrollschacht auf dem Grundstück dürfen an den Anschlusskanal (Grundstücksanschluss) keine Leitungen angeschlossen werden. Wenn ein Gefällewechsel  zwischen dem vom Schacht in Höhe der Rohrsohle abgehenden Rohr und der öffentlichen Abwasseranlage notwendig ist, dann ist dieser mit Rohrleitung von mindestens DN 150 und mit Formteilen von maximal 30°-Bögen auszuführen. Es ist folgendes Rohrmaterialien zu verwenden:

Steinzeug mit Verbindungssystem F oder C gem. DIN EN 295-1 (alte Bezeichnung L- bzw. K-Muffen)
Gusseisernes Rohr mit Zementmörtelauskleidung oder Epoxidharzbeschichtung DIN EN 877

Trennsystem
Mischsystem
Es können auch andere Rohrmaterialien (bei schwierigen Einbaubedingungen) verwendet werden, wenn ein Standsicherheits-nachweis durch einen Statiker nachgewiesen wird. Der Grundstücksanschluss wird vom Abwasserzweckverband (Stadtwerke, Abwasserwerk) entsprechend dem Entwässerungs-system (Trennsystem, Mischsystem) bereitgestellt.
Wenn ein Anschluss nachträglich an einen vorhandenen öffentlichen Kanal (Ortskanal) angebracht werden muss, dann ist dieser an das Kanalrohr (nicht an einen Ortskanalschacht) anzuschließen. Der Anschluss sollte an einen bestehenden Abzweig zu erfolgen. Wenn kein Formstück vorhanden ist, dann sollte
• bei Nennweiten bis einschließlich DN 250 ein neues Abzweigstück mit Manschetten einzubauen und dazu sind die jeweiligen dazugehörigen Formteile zu verwenden.
• bei Nennweiten von DN 250 für eine Anbohrung mit einem speziellen Bohrgerät und den fachgerechten Einbau eines Abzweigstutzen vor der Ausführung der bauaufsichtliche Prüfbescheid für die verwendeten Rohrmaterialien und Bauteile dem Wasserverband bzw. Stadtwerke vorgelegt werden.
• bei Nennweiten größer DN 250 nach vorausgehender Anbohrung mit einem speziellen Bohrgerät ein neuer  Abzweigstutzen fachgerecht eingebaut werden. Dabei muss das eingesetzte Material aufeinander abgestimmt werden.
Alle Arbeiten sind von Fachfirmen auszuführen.
Einige Abwasserzweckverband (Stadtwerke, Abwasserwerk) schreiben vor, dass bei Anbohrungen (Hot Tapping) der öffentlichen Entwässerungsanlage der Bohrkern zur Abnahme des Anschlusses aufzubewahren ist.
Die Landesbauordnungen geben die Auflagen vor:
„Abwasseranlagen so anzuordnen, herzustellen und in Stand zu halten, dass sie betriebssicher sind und Gefahren oder unzumutbare Belästigungen nicht entstehen können.“
Die Dichtheit der Abwasseranlage ist vom Eigentümer zu gewährleisten und nachzuweisen. Weiterhin sind Abwasseranlagen gemäß den allgemein anerkannten Regeln der Technik (DIN-Normen, insbesondere die DIN 1986 – Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke) herzustellen. Sie müssen gewartet und in Stand gehalten werden, sodass von ihnen keine Gefährdung für Boden und Grundwasser ausgehen kann.
Dichtheitsprüfung
Grund- und Anschlussleitungen sind vor der eigentlichen Dichtheitsprüfung zu reinigen und optische zu inspizieren (Kamerabefahrung). Diese Vorarbeiten erfolgen in der Regel ohne Aufgrabungen und ohne Eingriff in die Bausubstanz.
Eine Dichtheitsprüfung für Abwasserleitungen kann mit Wasser oder Luft durchgeführt werden. Bei Grundleitungssystemen erfolgt die Dichtheitsprüfung oftmals mit Wasser. Nach dem Absperren der Leitung wird das Grundleitungssystem bis zur Oberkante des tiefsten Entwässerungsgegenstandes mit Wasser befüllt und über einen bestimmten Zeitraum gehalten (ca 15 min). Während dieser Zeit wird der Wasserverlust gemessen. Die Leitung gilt als dicht, wenn ein bestimmter, vom Rohrmaterial und von der benetzten Rohrinnenfläche abhängiger, Wasserverlust nicht überschritten wird. > mehr
Wenn die Abwasserkanäle undicht sind, so müssen sie saniert werden. Welches Sanierungsverfahren angewandt wird, ist abhängig von den festgestellten Schäden und wie die Kanäle zugänglich sind. In vielen Fällen ist eine Sanierung ohne Aufgrabung der Leitung möglich, dadurch ist die Unterbrechung des Abwasserabflusses und die Bauzeit gering.
Bei grabenlosen Sanierungsverfahren erfolgt die Sanierung durch die beidseitige Zugänglichkeit der Hausanschlussleitung. Grundsätzlich sollte ein Revisionsschacht an der Grundstücksgrenze vorghanden sein.
Man unterscheidet folgende Arten der Sanierung:
  •  Reparatur von Einzelschäden (Muffen, Risse, Löcher)
  •  Renovierung einer kompletten Leitung von innen
  •  Erneuerung einer kompletten Leitung oder von Teilstücken
.> mehr
Dichtheitsprüfungen der Abwasserinstallation (bei der Gemeinde erfragen)
Hinweispapier - Dichtheitsprüfung GEA - Kommunale Umwelt-AktioN U.A.N.
Überprüfen von Abwasserkanälen  - Antonius Fingerhut
Hinweis! Schutzrechtsverletzung: Falls Sie meinen, dass von meiner Website aus Ihre Schutzrechte verletzt werden, bitte ich Sie, zur Vermeidung eines unnötigen Rechtsstreites, mich umgehend bereits im Vorfeld zu kontaktieren, damit zügig Abhilfe geschaffen werden kann. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis: Das zeitaufwändigere Einschalten eines Anwaltes zur Erstellung einer für den Diensteanbieter kostenpflichtigen Abmahnung entspricht nicht dessen wirklichen oder mutmaßlichen Willen. Die Kostennote einer anwaltlichen Abmahnung ohne vorhergehende Kontaktaufnahme mit mir wird daher im Sinne der Schadensminderungspflicht als unbegründet zurückgewiesen.
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