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| Hygienisch
problematisch in der Trinkwasserinstallation sind selten genutzte
Entnahmestellen, so z. B. Gäste-WC, Gästezimmer,
gelegentlich genutzte Räume (Partyraum) oder besonders Außenzapfstellen.
Aber auch in Wohnungen (Ferienwohnungen, leerstehende Wohnungen) kann
Stagnationswasser ein großes Problem darstellen. |
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frostsichere
Außenarmatur |
Quelle:
Honeywell |
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Besonders die Leitungen zu
Außenzapfstellen
sind stagnationsgefährdet. Um dem Kunden das Absperren
und Entleeren der Leitung zu ersparen, werden oft frostfrei
absperrende Ventile eingebaut. Damit ist das Risiko des
Einfrierens beseitigt. Nicht beseitigt ist die Stagnationsgefahr.
Denn wenn es draußen kalt ist, wird die Außenzapfstelle
nicht benutzt und das Wasser steht in der Zuleitung. Solche
Entnahmestellen sind an der Zuleitung zu einer häufig
benutzten Armatur anzuschließen. Das kann durchaus
bedeuten, dass das Wasser auf dem Weg in die Küche
zunächst zum Anschluss der frostfrei absperrenden
Außenarmatur geführt wird – Ring- oder
Reihensystem. |
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Der Anschluss der Zuleitung
der Außenzapfstelle muss grundsätzlch direkt,
also mit einem T-Stück, an die Trinkwasserleitung
angeschlossen werden, damit eine Stagnationsleitungen entstehen.
Besser ist aber ein durchgeschleifter Anschluss
in einem Leitungsteil zu einer oft genutzen Auslaufarmatur
(Waschbecken oder WC-Spülkasten).
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Eingeschleifte
Außen-Entnahmestelle. |
Viega
GmbH & Co. KG |
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Leitungen mit stehendem
Wasser, die mit dem Trinkwassersystem in Verbindung stehen,
bieten Bakterien ideale Lebensbedingungen.
Durch so genannte Rückverkeimungen
greifen die Bakterien dann auch auf die in Betrieb befindlichen
Wasserleitungen über. Das gilt besonders für die
Warmwasserleitungen oder schlechtgedämmte oder überhaupt
nicht gedämmten Kaltwasserleitungen in beheizten Räumen
oder Schächten. |
Lange Leitungen
zu Sicherheits- oder Sicherungsarmaturen und lange Zuleitungen
zu Sicherheitsventilen und die früher auch normativ
geforderte Beruhigungsstrecke zu Rohrbelüftern müssen
vermieden werden. Diese anschlussfreie Zuleitung musste
mindestens 50 cm betragen und sind immer noch in tausenden
von Mietshäusern vorhanden. Ein Rückbau und der
Einsatz von Einzelsicherungen wären hier immer sinnvoll. |
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| Auch das „Abstopfen“
nicht mehr benötigter Entnahmestellen bzw. Stichleitungen sind
Problemstellen. Hier sollten die Leitungen, die nicht mehr benötig
werden, direkt an der Abzweigung der Verteileitung entfernt werden.
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Trinkwasserinstallationen
mit selten genutzten Entnahmestellen und langen Zuleitungen sollten
grundsätzlich mit dem Ring-
oder Reihenleitungssystem geplant und ausgeführt werden.
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Doppelwandscheibe
(oben), Wandscheiben-T-Stück (links
unten), Doppelwandscheibe (rechts unten) |
| Quelle:
Viega GmbH & Co. KG |
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Aus hygienischen Gesichtspunkten
sind die Trinkwasserleitungen als Reihen-
oder Ringleitungssystem herzustelllen,
dazu sind spezielle Wandscheiben notwendig.
Diese haben geringen Einzelwiderstände
und ermöglichen niedrige Druckverluste in den Etagenverteilungen. |
Auch wenn einzelne Armaturen nicht
regelmäßig benutzt werden, wird der Wasserinhalt
der gesamten Reihen- oder Ringleitung regelmäßig
ausgetauscht, weil die am häufigsten benutzte Armatur
(WC) eine Stagnation ausschließt. |
Auch wenn einzelne Wohnungen
(Ferienwohnungen) oder Zimmer (Hotel) nicht
belegt sind, kann durch eine elektronisch
gesteuerte Betätigungsplatte das System gepült
werden. |
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Quelle:
Viega GmbH & Co. KG |
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Elektronisch
gesteuerte Betätigungsplatte - Spülstation |
In öffentlichen
und gewerblichen Gebäuden mit Nutzungsunterbrechungen
(Krankenhäuser, Hotels, Schulen, Kindergärten, Kitas) sind
die hygienische Anforderungen an die Trinkwasserinstallation
besonders zu beachten. Hier kann die Stagnation in
den Trinkwasserleitungen (Kalt und
Warmwasser) von Hand durch den Haustechniker bzw. Hausmeister
(Facility Manager) unterbrochen werden. Da hier der Aufwand ziemlich
groß ist, weil besonders bei verzweigter Leitungsführung
(Einzelzuleitungen
oder T-Stück-Installation) jede Auslaufarmatur
betätigt werden muss |
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Betätigungsplatte
- Programmierung durch Magnet-Schlüssel |
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Quelle:
Viega GmbH & Co. KG |
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Der Einsatz einer elektronisch
gesteuerten Betätigungsplatten mit einer
Spülstation in Verbindung mit der
Reihen-
oder Ringleitungs-Installation ist die
ideale Lösung, um die Trinkwassergüte an jeder
Entnahmestelle sicherzustellen.
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Die Betätigungsplatte,
die am Ende einer Reihen- oder Ringleitung montiert wird,
gewährleistet den bestimmungsgemäßen Betrieb
durch eine dezentrale, individuelle Auslöseautomatik,
die den Wasseraustausch sowohl zeit-
als auch volumenbezogen über eine
spezielle Programmierung steuert. Alle Entnahmestellen werden
dazu durch eine „eingeschleifte“ Trinkwasserrohrverlegung,
z. B. mit Doppelwandscheiben von Armaturanschluss
zu Armaturanschluss, installiert. |
Die in die Betätigungsplatte
integrierte Steuerung registriert die ausbleibende
Trinkwasserentnahme und stellt nach einem individuell programmierbaren
Zeitraum den bestimmungsgemäßen Betrieb selbsttätig
her. Verkeimungen durch Stagnation werden
vermieden. Außerdem erfolgt der Wasseraustausch
mengenorientiert, d. h. sie entspricht ausschließlich
dem erforderlichen Volumen des zu spülenden Installationsabschnitts. |
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| Vorteile |
- kein unnötig erhöhter Wasserverbrauch
- keine unnötig erhöhten Abwassergebühren
- uneingeschränkte Stockwerks- und Nasszellenmöglichkeiten
durch freie Wahl der Stockwerksleitungsführung (z. B. als Reihen-
oder Ringleitungen)
- hygienische Nutzung durch berührungslose,
elektronische Betätigungsplatte „sensitive“ (die
Programmierung erfolgt ohne Werkzeug über die Sensorfläche)
- einstellbare Zeitintervalle: 1-mal, 2-mal, 3-mal
wöchentlich, 2- oder 4-wöchentlich
- einstellbare Spülvolumina [Liter]: 3 / 4
/ 5 / 6 / 7 / 9
- kombinierbar mit UP-Spülkästen mit
2-Mengen-Technik nachrüstbar, sofern 230V-Anschluss, Reihen-/
Ringleitungsinstallation und Leerrohr für Steuerleitung vorhanden
sind
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Ein Schild, das an vielen Zapfstellen
angebracht sein müsste
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Bei dem Begriff
„Kein Trinkwasser“ handelt
es sich nicht um Nichttrinkwasser, sondern
um kaltes und erwärmtes Trinkwasser,
das aufgrund von Stagnation und/oder alter
bzw. falscher Rohrmaterialien nicht mehr
für den Genuss durch Menschen geeignet ist. |
Die Regelwerke
(TrinkwV, AVBWasserV, DIN 1988, DIN EN 1717, DIN EN 806)
schreiben in vielen Punkten vor, welche Pflichten
der Betreiber einer Trinkwasserinstallation
hat. Auch im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) werden die
Verkehrssicherungspflichten und mietvertragliche Haftungen
festgelegt. |
Der Betreiber muss
darauf achten, dass ein regelmäßiger und vollständiger
Austausch des Trinkwassers an allen Entnahmestellen bis
zu einem bestimmungsgemäßen Betrieb stattfindet.
Besonders ist er verantwortlich für regelmäßige
Inspektionen und Wartungen der Anlagen durch einen eingetragenen
Installationsbetrieb oder beauftragten Personen. |
In vielen Trinkwasserinstallationen
befindet sich aufgrund von Stagnationswasser in nicht oder
unzureichend gedämmten Rohrleitungen kein Wasser, das
für den für den menschlichen Genuss nicht
geeignet ist. |
Vor allen Dingen
in Altbauten mit Blei- und verzinkten Rohrleitungen
und stillgegelegten Sichleitungen befindet
sich oftmals aufgekeimtes und/oder mit Metallbestandteilen
belastetes Wasser. Begriffe in diesem Zusammenhang sind
die "Legionellen",
das "Biofouling"
und "Viren
im Trinkwasser". |
Auch in Großanlagen,
vor allen Dingen im öffentlichen und gewerblichen Bereich,
gibt es viele Stagnationsleitungen, vor allen Dingen in
belüfteten abgehängten Decken oder in Rohrkanälen
oder -schächten mit wärmegehenden Rohren. Aber
auch in Anlagen, die wochenlang nicht benutzt
werden (z. B. Schulen, Lagerräumen, alte Stichleitungen
zu Außenzapfstellen), befindet sich Stagnationswasser.
Die Legionellenproblematik ist in diesen
Anlagen besonders zu beachten, wird aber erst dann aktuell,
wenn das Wasser zum Duschen gebraucht wird (Turnhallen,
Sportheime, Duschanlagen). |
Dieses Wasser kann
durch Rückspülungen (Rückkeimung)
bei Druckschwankungen in die normaldurchströmten Leitungen
gelangen. |
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Eine wichtige
Informationspflicht der Betreiber einer Trinkwasseranlage ist,
die Bewohner und Nutzer auf die Risiken von Stagnation in Teilabschnitten
einer Wohnanlage hinzuweisen. Diese sind besonders auf die regelmäßigen
Nutzung von Entnahmestellen im Gebäude über Aushänge
und durch Anschreiben hinzuweisen. |
Ein In vielen Trinkwasserinstallationen
gibt es einen weiteren Schwachpunkt und sind zu
niedrige Temperaturen des erwärmten Tarmwassers am Austritt
des Trinkwassererwärmers und an den Entnahmestellen im Gebäude.
Hier führen falsch verstandene Energieeinsparungen zu einem Wachstum
von Bakterien. Hier sind die technischen Maßnahmen aus dem DVGW-Arbeitsblatt
W 551-5 einzuhalten. |
Auch die lange
Abwesenheit einzelner Mieter (z. B. Überwintern in südlichen
Ländern) und die dadurch auftretende Stagnation in den Verteilleitungen
führen zu hygienischen Problemen in der gesamten Trinkwasserinstallation.
Solche Anlagen müssen evtl. desinfiziert werden. |
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Immer
wieder kommt es in Trinkwasseranlagen mit Kupferrohrinstallationen,
die jahrzehntelang problemlos funktionierten, zu erheblichen Korrosionsschäden
an den Rohrleitungen und dadurch zu Wasserschäden.
Der Grund liegt in der Änderung der Wasserqualität, die in
einem Wassereinzugsgebiet geliefert wird. Nach der DIN
50930
Teil 6 dürfen keine Kupferrohre installiert
werden, wenn der pH – Wert unter 7,0 und bei
einem pH-Wert zwischen 7,0 und 7,4 darf der TOC-Wert
1,5 mg/l nicht überschreiten. In Bestandsanlagen wird
in solchen Fällen eine Totalsanierung empfohlen,
wenn die Wasserqualität durch Mischung mit anderen Wässern
nicht verbessert werden kann. |
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Probenahmen |
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Quelle:
Wilo SE |
Die Vorgaben für
die fachgerechte Probennahme im deutschen Einheitsverfahren
zur Untersuchung auf Einhaltung der Grenzwerte der Trinkwasserverordnung
(TrinkwV) sind in der DIN 38411 Teil 1 und der DIN 38402-ff
beschrieben.
Vor der Probennahme sind alle mit dem Trinkwasser
in Berührung kommenden Teile durch Abflammen des Entnahmeröhrchens
zu desinfizieren, damit keine Verfälschung der Entnahmeprobe
stattfindet. |

Quelle:
Wilo SE
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Probennahmeventil |
Quelle:
Viega GmbH & Co. KG |
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In öffentlichen
Gebäuden sind Kontrollen
der Wasserbeschaffenheit nach DVGW-Arbeitsblatt
W 551 (chemisch und mikrobiologisch) regelmäßig
vorgeschrieben. Damit diese Probenahmen fachgerecht durchgeführt
werden können, sind geeignete Probenahmestellen mit
speziellen Entnahmearmaturen (Entnahmeventil) zu installieren.
In weitverzweigten Installationen ist es sinnvoll, im Bereich
der Kellerverteil- und Steigleitungen Probenahmestellen
vorzusehen. Da mikrobiologische Probleme oftmals ausschließlich
die Entnahmearmaturen vorhanden sind, sollten auch Entnahmestellen
an den Stockwerksverteilungen angeordnet werden. |
Bei der Probenahme
treten die meisten Verfälschungen der Wasserproben
auf. Deshalb sollten grundsätzlich spezielle
Probenahmeventile eingeplant bzw. verwendet
werden. Bei diesen Ventilen ist die Betätigungseinheit
beflammbar und somit für die Sterilisation
im Autoklaven geeignet. Damit diese Beprobung unter
labornahen Bedingungen stattfinden kann, ohne eine Verfälschung
der Parameter durch äußere Einflüsse, sollten
nur dies Ventile verwendet werden. Sie sind fest installiert
und totraumfrei und haben eine aufsteckbare, sterilisierbare
Betätigungseinheit, die nur für den einmaligen
Entnahmevorgang verwendet wird. Alle wasserberührten
Teile der Betätigungseinheit sind aus Rotguss und können
deshalb zur Desinfektion
im Autoklaven temperaturbehandelt oder
vor Ort beflammt werden. |
In dem DVGW-Arbeitsblatt
W 551 wird die sinnvolle Verteilung von Probenahmestellen
aufgezeigt, damit im Bedarfsfall evtl. Kontaminationen genauer
lokalisiert werden können. |
| Probenahmen erfolgen an vorbereiteten Stellen der Installation,
ohne Verwendung von Werkzeugen. |
| Arbeitsschritte |
- Schutzkappe des Entnahmeventils entfernen und durch
Beflammen für die Probenahme vorbereiten
- Betätigungseinheit auf das Entnahmeventil stecken
und in der Endposition mit Federbügel sichern
- Probe durch Öffnen des Handrades der Betätigungseinheit
entnehmen
- Nach der Probenahme Handrad schließen, Federbügel
entsichern und die Betätigungseinheit abziehen
- Betätigungseinheit möglichst sofort sterilisieren
und bis zur erneuten Verwendung unter Laborbedingungen
steril aufbewahren
- Entnahmeventil bis zur nächsten Probenahme mit
Kunststoffkappe verschließen
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Anordnung
der Entnahmeventile für orientierende und weitergehende
Untersuchungen
Sammel- und Entleerungsleitungen sind, soweit noch vorhanden,
ebenfalls zu beproben |
Quelle:
Viega GmbH & Co. KG |
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| Videos
aus der SHK-Branche |
SHK-Lexikon |
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Die
Errichtung einer Trinkwasserinstallation und wesentliche
Veränderungen an diesen dürfen nur von Installationsbetrieben
durchgeführt werden, die in das Installateurverzeichnis
eines WVU eingetragen sind. |
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