Immer wieder führen Bakterien (Pseudomonas aeruginosa, Legionella pneumophila) und Viren aus dem Trinkwasser zu Infektionen. Da sich die verschiedenen Bakterien im Trinkwasser bei bestimmten Temperaturen vermehren, sollte die Temperatur im Kaltwasser 25 °C nicht über- und im Warmwasser 55 °C nicht unterschreiten.
Die meisten Fehler entstehen schon bei der Wahl des richtigen Rohrleitungssystems und dessen Auslegung (Rohrweiten, Wärmedämmung). Auch in einem Einfamilienhaus sollte die Auslegung nicht "über den Daumen" gemacht werden. Weitere Mängel sind immer wieder bei der hygienischen Installation (Verschmutzung der Bauteile und Rohre auf der Baustelle) bzw. Inbetriebnahme (fehlende Spülung und Reinigung vor der Endmontage) festzustellen. Und dann kommen noch die Fehler bei dem Betrieb der Anlage (zu hohe bzw. zu niedrige Temperaturen, Stagnation) dazu.
Trinkwasser ist ein Lebensmittel - warum wird es nicht so behandelt?
Bei der Planung und Installation von Trinkwasserinstallationen (und hier unterscheidet man nicht zwischen Kalt- und Warmwasser) sollten folgende Punkte beachtet werden:
  • Auswahl geeigneter Werkstoffe für die Rohrleitungen und Armaturen
  • Auswahl des geeignneten Leitungssystemes
  • Bedarfsgerechte Dimmensionierung der Rohrleitungen und Bauteile
  • Bedarfsgerechte Anordnung der Verbrauchsstellen
  • Richtige Dämmung der Kaltwasserrohre und Bauteile gegen Erwärmung
  • Richtige Dämmung der Warmwasserrohre und Bauteile gegen Abkühlung
  • Vermeidung von Stagnationsleitungen
  • Hygienischer Umgang mit den Rohren und Bauteilen auf der Baustelle
Doppelwandscheibe (oben), Wandscheiben-T-Stück (links unten), Doppelwandscheibe (rechts unten)
.
Leitungsanordnung im Installationsschacht
1 Heizungsvorlauf 2 Heizungsrücklauf 3 Trinkwasser (warm) 4 Trinkwasser-Inliner-Zirkulation 5 Schmutzwasser 6 Trinkwasser (kalt)
Quelle: Viega GmbH
Eine hygienische Trinkwasserinstallation beginnt bei der Planung und der Auswahl der geeigneten Werkstoffe. Aus hygienischen Gesichtspunkten sind die Trinkwasserleitungen als Reihen- oder Ringleitungssystem herzustelllen, dazu sind spezielle Wandscheiben notwendig. Diese haben geringen Einzelwiderstände und ermöglichen niedrige Druckverluste in den Etagenverteilungen. Bei dem Reihensystem ist die am häufigsten genutzte Verbraucher am Ende der Reihe angeordnet, was eine Durchspülung aller Anschlüsse gewährleitet. In Anlagen, die keinen Hauptverbraucher haben, sollte grundsätzlich ein Ringsystem eingeplant werden.

Eine optimale Planung sieht klein dimensionierte Rohrleitungssysteme vor, die mit strömungsgünstigen Bauteilen und mit geringen Wassermengen in den Rohrleitungen ausgeführt werden soll. Dabei ist eine Überdimensionierung zu vermeiden, was durch eine exakte Bedarfsermittlung der tatsächlichen Wasserentnahmen und Gleichzeitigkeiten des jeweiligen Objektes erreicht wird. Auch die Planung der noch zulässigen Fließgeschwindigkeiten in Verbindung mit druckverlustarmer Absperrarmaturen (z. B. Kugelhähne) kann die Dimensionen in Rohrnetzen deutlich verringern.

Bei der Auswahl der Materialien ist darauf zu achten, dass diese keine unerwünschten Nährstoffe in das Trinkwasser abgeben. Nach der Trinkwasser-Verordnung (TrinkwV 2001, ab Oktober 2011 - TrinkwV 2011) darf von Werkstoffen keine unzulässige Veränderung der Trinkwasser-Qualität ausgehen. Außerdem sind die ergänzenden Regelwerke DIN 50 930-6, die Anforderungen der Kommission Trinkwasser (KTW) und das DVGW-Arbeitsblatt W 270 - Einfluss werkstoffseitiger Parameter auf die Trinkwasser-Beschaffenheit, zu beachten.

Die Rohrleitungen müssen so verlegt werden, dass jedes Rohr mit der vorgeschriebenen Dämmschichtdicke (Warmwasserleitungen nach EnEV 2009, Anlage 5 und Kaltwasser nach DIN 1988-2) fachgerecht gedämmt werden kann. Je nach der Dämmstoffart können diese Abstände verschieden groß sein. Diese Abstände bestimmen dann die Maße der Schächte, Kanäle und Wand- und Deckendurchführungen. Kaltwasserleitungen sollten nicht unter Fußbodenheizungen verlegt werden, weil hier auch mit ausreichender Dämmung das Wasser über 25 °C erwärmt werden kann.

Schon bei der Herstellung, dem Transport, der Lagerung und Montage werden die Weichen für eine hygienische Trinkwasserinstrallation gestellt. So muss es selbstverständlich sein, dass alle mit dem Trinkwasser in Berührung kommenden Teile vor Verunreinigungen geschützt werden. Das erreicht man dadurch, dass man alle Schutzvorrichtungen (Schutzkappen auf den Rohrenden, Folienverpackungen der Fittings und Bauteile) erst unmittelbar vor der Montage entfernt werden. Letztendlich weiß später keiner, welche Verunreinigungen (Insekten, Sand, Erde, Steine, Laub) während des Tranportes und der Lagerung auf der Baustelle in die Rohre gekommen sind.

 

Was hat der Stein in der Zirkulationspumpe zu suchen?
> so viel zur Hygiene bei der Installation

Eine Trinkwasserinstallation sollte eigentlich nur noch mit eiiner trockenen Dichtheitsprüfung auf Dichtheit geprüft werden. Vor allen Dingen dann, wenn zwischen der Dichtheitsprüfung und der Inbetriebnahme ein längerer Zeitraum oder die Prüfung während einer Frostperiode durchgeführt werden muss und nicht gefüllt bleiben kann. .Die nasse Dichtheitsprüfung mit Trinkwasser wird nur noch bei Anlagen empfohlen, die kurzfristig nach der Prüfung in Betrieb gehen, was in den meisten Einfamilienhäusern der Fall ist. Dem Betreiber der Anlage ist ein Protokoll der Dichtheitsprüfung und ein Inbetriebnahme- und Einweisungsprotokoll zu übergeben.

Bei dem Betrieb einer Trinkwasserinstallation muss der Betreiber seinen Pflichten nachkommen. So ist er gemäß der Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001/2011) für die ordnungsgemäße Erweiterung, Änderung und Unterhaltung der Trinkwasserinstallation ab dem Hausanschluss (mit Ausnahme des Wasserzählers) inkl. einer regelmäßigen Wasserentnahme verantwortlich. Die Nichteinhaltung wesentlicher Parameter stellt einen Straftatbestand dar. Bei der Übergabe eines Objektes ist der Betreiber deshalb besonders darauf hinzuweisen, dass er ab diesem Zeitpunkt für einen regelmäßigen und vollständigen Austausch des Trinkwassers und den bestimmungsgemäßen Betrieb Sorge zu tragen hat, und zwar an allen Entnahmestellen.

Anlagen, die einer erhöhten Hygienemaßnahmen erfordern (z. B. Lebensmittelbetriebe, Krankenhäuser, Seniorenpflegeheime), muss ein Hygieneplan mit dem Betreiber, einem Hygieniker, der zuständigen Gesundheitsbehörde und dem Wasserversorgungsunternehmen abgestimmt werden. Dieser Hygieneplan der Trinkwasserinstallation ist dabei nutzungs- und anlagenspezifisch zu erstellen und muss Angaben über den bestimmungsgemäßen Betrieb der Trinkwasserinstallation bzw. bestimmungsgemäßen Verwendung der Bauteile enthalten. Grundsätzlich wird ein Inspektions- und Wartungsvertrag mit einem Fachbetrieb empfohlen. In Großanlagen können die Inspektions- und Wartungsarbeiten auch durch speziell ausgebildetes, eigenes Fachpersonal (Haustechniker) durchgeführt werden.


So wie es keine gleichen Gebäude gibt sind auch die Nutzungsbedingungen unterschiedlich. Da aber Nutzungsunterbrechungen (Stagnation) möglichst kurz sein sollten, bleibt es nicht aus, dass ungenutzte Bereiche entweder abzusperren oder regelmäßig zu spülen sind. Nur so sind negative Einflüsse (z. B. Rückkeimung) auf andere Leitungsbereiche der Installation auszuschließen. Auf Grund der Art und Intensität der Nutzung kann man Anlagen in verschiedene Typen einteilen.
  • Typ 0: Nutzung kaum unterbrochen, z.B. voll genutztes Wohnhaus
  • Typ 1: Zimmer-/ Wohnungsweise Nutzungsunterbrechung, z.B. Hotels, Krankhäuser, Ferienwohnungen
  • Typ 2: Etagenweise Nutzungsunterbrechung, z.B. Geschäftshaus mit gemischter Nutzung, leerstehende Wohnungen
  • Typ 3: Gebäudeweise Nutzungsunterbrechung z.B. Schule, Saisonhotel, Ferienwohngen
In Gebäuden mit dem Nutzungstyp 0 sollte es eigentlich keine hygienischen Probleme geben, wenn das richtige Leitungssystem ausgewählt wurde.
In Gebäuden mit den Nutzungstypen 1 bis 3 sind bedarfs- und volumengesteuerte Maßnahmen des Wasseraustauschs sinnvoll. Hier kann bei Typ 1 die Ausstattung jedes Zimmers mit einer Betätigungsplatte, z. B. mit der Viega Hygiene+ Funktion, zu hygienischen Wasserverhältnissen sorgen. Diese Spülstation spült automatisch nach einem individuell einstellbaren Zeitintervall (z. B. 3 mal wöchentlich, ein Wasservolumen von 3 l). Bei Typ 2 werden die Stockwerksleitungen mit einer Betätigungsplatte, z. B. mit der Viega Hygiene+ Funktion, automatisch gespült (z. B. 3 mal wöchentlich ein Wasservolumen von 4 l). Bei Typ 3 werden die Stockwerksleitungen mit Betätigungsplatte mit Viega Hygiene+ Funktion und/oder Visign-Urinal-Spülsystem mit 24-h-Intervall-Spülung ausgestattet.
Elektronisch gesteuerte Betätigungsplatte - Spülstation
In öffentlichen und gewerblichen Gebäuden mit Nutzungsunterbrechungen (Krankenhäuser, Hotels, Schulen, Kindergärten, Kitas) sind die hygienische Anforderungen an die Trinkwasserinstallation besonders zu beachten. Hier kann die Stagnation in den Trinkwasserleitungen (Kalt und Warmwasser) von Hand durch den Haustechniker bzw. Hausmeister (Facility Manager) unterbrochen werden. Da hier der Aufwand ziemlich groß ist, weil besonders bei verzweigter Leitungsführung (Einzelzuleitungen oder T-Stück-Installation) jede Auslaufarmatur betätigt werden muss
Betätigungsplatte - Programmierung durch Magnet-Schlüssel
Spülstation im Reihen- und Ringleitungssystem
Quelle: Viega GmbH & Co. KG

Der Einsatz einer elektronisch gesteuerten Betätigungsplatten mit einer Spülstation in Verbindung mit der Reihen- oder Ringleitungs-Installation ist die ideale Lösung, um die Trinkwassergüte an jeder Entnahmestelle sicherzustellen.

Die Betätigungsplatte, die am Ende einer Reihen- oder Ringleitung montiert wird, gewährleistet den bestimmungsgemäßen Betrieb durch eine dezentrale, individuelle Auslöseautomatik, die den Wasseraustausch sowohl zeit- als auch volumenbezogen über eine spezielle Programmierung steuert. Alle Entnahmestellen werden dazu durch eine „eingeschleifte“ Trinkwasserrohrverlegung, z. B. mit Doppelwandscheiben von Armaturanschluss zu Armaturanschluss, installiert.
Die in die Betätigungsplatte integrierte Steuerung registriert die ausbleibende Trinkwasserentnahme und stellt nach einem individuell programmierbaren Zeitraum den bestimmungsgemäßen Betrieb selbsttätig her. Verkeimungen durch Stagnation werden vermieden. Außerdem erfolgt der Wasseraustausch mengenorientiert, d. h. sie entspricht ausschließlich dem erforderlichen Volumen des zu spülenden Installationsabschnitts.
Vorteile
  • kein unnötig erhöhter Wasserverbrauch
  • keine unnötig erhöhten Abwassergebühren
  • uneingeschränkte Stockwerks- und Nasszellenmöglichkeiten durch freie Wahl der Stockwerksleitungsführung (z. B. als Reihen- oder Ringleitungen)
  • hygienische Nutzung durch berührungslose, elektronische Betätigungsplatte „sensitive“ (die Programmierung erfolgt ohne Werkzeug über die Sensorfläche)
  • einstellbare Zeitintervalle: 1-mal, 2-mal, 3-mal wöchentlich, 2- oder 4-wöchentlich
  • einstellbare Spülvolumina [Liter]: 3 / 4 / 5 / 6 / 7 / 9
  • kombinierbar mit UP-Spülkästen mit 2-Mengen-Technik nachrüstbar, sofern 230V-Anschluss, Reihen-/ Ringleitungsinstallation und Leerrohr für Steuerleitung vorhanden sind
Hygienespülung - Geberit Vertriebs GmbH

Hygienisch problematisch in der Trinkwasserinstallation sind selten genutzte Entnahmestellen, so z. B. Gäste-WC, Gästezimmer, gelegentlich genutzte Räume (Partyraum) oder besonders Außenzapfstellen. Aber auch in Wohnungen (Ferienwohnungen, leerstehende Wohnungen) kann Stagnationswasser ein großes Problem darstellen.
frostsichere Außenarmatur
Quelle: Honeywell
Besonders die Leitungen zu Außenzapfstellen sind stagnationsgefährdet. Um dem Kunden das Absperren und Entleeren der Leitung zu ersparen, werden oft frostfrei absperrende Ventile eingebaut. Damit ist das Risiko des Einfrierens beseitigt. Nicht beseitigt ist die Stagnationsgefahr. Denn wenn es draußen kalt ist, wird die Außenzapfstelle nicht benutzt und das Wasser steht in der Zuleitung. Solche Entnahmestellen sind an der Zuleitung zu einer häufig benutzten Armatur anzuschließen. Das kann durchaus bedeuten, dass das Wasser auf dem Weg in die Küche zunächst zum Anschluss der frostfrei absperrenden Außenarmatur geführt wird – Ring- oder Reihensystem.
Leitungen mit stehendem Wasser, die mit dem Trinkwassersystem in Verbindung stehen, bieten Bakterien ideale Lebensbedingungen. Durch so genannte Rückverkeimungen greifen die Bakterien dann auch auf die in Betrieb befindlichen Wasserleitungen über. Das gilt besonders für die Warmwasserleitungen oder schlechtgedämmte oder überhaupt nicht gedämmten Kaltwasserleitungen in beheizten Räumen oder Schächten.
Lange Leitungen zu Sicherheits- oder Sicherungsarmaturen und lange Zuleitungen zu Sicherheitsventilen und die früher auch normativ geforderte Beruhigungsstrecke zu Rohrbelüftern müssen vermieden werden. Diese anschlussfreie Zuleitung musste mindestens 50 cm betragen und sind immer noch in tausenden von Mietshäusern vorhanden. Ein Rückbau und der Einsatz von Einzelsicherungen wären hier immer sinnvoll.
Auch das „Abstopfen“ nicht mehr benötigter Entnahmestellen bzw. Stichleitungen sind Problemstellen. Hier sollten die Leitungen, die nicht mehr benötig werden, direkt an der Abzweigung der Verteileitung entfernt werden.
Trinkwasserinstallationen mit selten genutzten Entnahmestellen und langen Zuleitungen sollten grundsätzlich mit dem Ring- oder Reihenleitungssystem geplant und ausgeführt werden.

Doppelwandscheibe (oben), Wandscheiben-T-Stück (links unten), Doppelwandscheibe (rechts unten)
Quelle: Viega GmbH & Co. KG
Aus hygienischen Gesichtspunkten sind die Trinkwasserleitungen als Reihen- oder Ringleitungssystem herzustelllen, dazu sind spezielle Wandscheiben notwendig. Diese haben geringen Einzelwiderstände und ermöglichen niedrige Druckverluste in den Etagenverteilungen.
Auch wenn einzelne Armaturen nicht regelmäßig benutzt werden, wird der Wasserinhalt der gesamten Reihen- oder Ringleitung regelmäßig ausgetauscht, weil die am häufigsten benutzte Armatur (WC) eine Stagnation ausschließt.
Auch wenn einzelne Wohnungen (Ferienwohnungen) oder Zimmer (Hotel) nicht belegt sind, kann durch eine elektronisch gesteuerte Betätigungsplatte und Spülstation das System gepült werden.
Quelle: Viega GmbH & Co. KG

Ein Schild, das an vielen Zapfstellen angebracht sein müsste

Bei dem Begriff „Kein Trinkwasser“ handelt es sich nicht um Nichttrinkwasser, sondern um kaltes und erwärmtes Trinkwasser, das aufgrund von Stagnation und/oder alter bzw. falscher Rohrmaterialien nicht mehr für den Genuss durch Menschen geeignet ist.
Die Regelwerke (TrinkwV, AVBWasserV, DIN 1988, DIN EN 1717, DIN EN 806) schreiben in vielen Punkten vor, welche Pflichten der Betreiber einer Trinkwasserinstallation hat. Auch im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) werden die Verkehrssicherungspflichten und mietvertragliche Haftungen festgelegt.
Der Betreiber muss darauf achten, dass ein regelmäßiger und vollständiger Austausch des Trinkwassers an allen Entnahmestellen bis zu einem bestimmungsgemäßen Betrieb stattfindet. Besonders ist er verantwortlich für regelmäßige Inspektionen und Wartungen der Anlagen durch einen eingetragenen Installationsbetrieb oder beauftragten Personen.
In vielen Trinkwasserinstallationen befindet sich aufgrund von Stagnationswasser in nicht oder unzureichend gedämmten Rohrleitungen kein Wasser, das für den für den menschlichen Genuss nicht geeignet ist.
Vor allen Dingen in Altbauten mit Blei- und verzinkten Rohrleitungen und stillgegelegten Sichleitungen befindet sich oftmals aufgekeimtes und/oder mit Metallbestandteilen belastetes Wasser. Begriffe in diesem Zusammenhang sind die "Legionellen", das "Biofouling" und "Viren im Trinkwasser".
Auch in Großanlagen, vor allen Dingen im öffentlichen und gewerblichen Bereich, gibt es viele Stagnationsleitungen, vor allen Dingen in belüfteten abgehängten Decken oder in Rohrkanälen oder -schächten mit wärmegehenden Rohren. Aber auch in Anlagen, die wochenlang nicht benutzt werden (z. B. Schulen, Lagerräumen, alte Stichleitungen zu Außenzapfstellen), befindet sich Stagnationswasser. Die Legionellenproblematik ist in diesen Anlagen besonders zu beachten, wird aber erst dann aktuell, wenn das Wasser zum Duschen gebraucht wird (Turnhallen, Sportheime, Duschanlagen).
Dieses Wasser kann durch Rückspülungen (Rückkeimung) bei Druckschwankungen in die normaldurchströmten Leitungen gelangen.

Eine wichtige Informationspflicht der Betreiber einer Trinkwasseranlage ist, die Bewohner und Nutzer auf die Risiken von Stagnation in Teilabschnitten einer Wohnanlage hinzuweisen. Diese sind besonders auf die regelmäßigen Nutzung von Entnahmestellen im Gebäude über Aushänge und durch Anschreiben hinzuweisen.
Ein In vielen Trinkwasserinstallationen gibt es einen weiteren Schwachpunkt und sind zu niedrige Temperaturen des erwärmten Tarmwassers am Austritt des Trinkwassererwärmers und an den Entnahmestellen im Gebäude. Hier führen falsch verstandene Energieeinsparungen zu einem Wachstum von Bakterien. Hier sind die technischen Maßnahmen aus dem DVGW-Arbeitsblatt W 551-5 einzuhalten.
Auch die lange Abwesenheit einzelner Mieter (z. B. Überwintern in südlichen Ländern) und die dadurch auftretende Stagnation in den Verteilleitungen führen zu hygienischen Problemen in der gesamten Trinkwasserinstallation.  Solche Anlagen müssen evtl. desinfiziert werden.

Immer wieder kommt es in Trinkwasseranlagen mit Kupferrohrinstallationen, die jahrzehntelang problemlos funktionierten, zu erheblichen Korrosionsschäden an den Rohrleitungen und dadurch zu Wasserschäden. Der Grund liegt in der Änderung der Wasserqualität, die in einem Wassereinzugsgebiet geliefert wird. Nach der DIN 50930 Teil 6 dürfen keine Kupferrohre installiert werden, wenn der pH – Wert unter 7,0 und bei einem pH-Wert zwischen 7,0 und 7,4 darf der TOC-Wert 1,5 mg/l nicht überschreiten. In Bestandsanlagen wird in solchen Fällen eine Totalsanierung empfohlen, wenn die Wasserqualität durch Mischung mit anderen Wässern nicht verbessert werden kann.

 
Probennahmen
 
Quelle: Wilo SE
Die Vorgaben für die fachgerechte Probennahme im deutschen Einheitsverfahren zur Untersuchung auf Einhaltung der Grenzwerte der Trinkwasserverordnung  (TrinkwV 2011) sind in der DIN 38411 Teil 1 und der DIN 38402-ff beschrieben.
Vor der Probennahme sind alle mit dem Trinkwasser in Berührung kommenden Teile durch Abflammen des Entnahmeröhrchens zu desinfizieren, damit keine Verfälschung der Entnahmeprobe stattfindet.
.
Quelle: Wilo SE

 

Probennahmeventil
Quelle: Viega GmbH & Co. KG
In öffentlichen Gebäuden sind Kontrollen der Wasserbeschaffenheit nach DVGW-Arbeitsblatt W 551 (chemisch und mikrobiologisch) regelmäßig vorgeschrieben. Damit diese Probenahmen fachgerecht durchgeführt werden können, sind geeignete Probenahmestellen mit speziellen Entnahmearmaturen (Entnahmeventil) zu installieren. In weitverzweigten Installationen ist es sinnvoll, im Bereich der Kellerverteil- und Steigleitungen Probennahmestellen vorzusehen.  Da mikrobiologische Probleme oftmals ausschließlich die Entnahmearmaturen vorhanden sind, sollten auch Entnahmestellen an den Stockwerksverteilungen angeordnet werden.
Bei der Probennahme treten die meisten Verfälschungen der Wasserproben auf. Deshalb sollten grundsätzlich spezielle Probennahmeventile eingeplant bzw. verwendet werden. Bei diesen Ventilen ist die Betätigungseinheit beflammbar und somit für die Sterilisation im Autoklaven geeignet. Damit diese Beprobung unter labornahen Bedingungen stattfinden kann, ohne eine Verfälschung der Parameter durch äußere Einflüsse, sollten nur dies Ventile verwendet werden. Sie sind fest installiert und totraumfrei und haben eine aufsteckbare, sterilisierbare Betätigungseinheit, die nur für den einmaligen Entnahmevorgang verwendet wird. Alle wasserberührten Teile der Betätigungseinheit sind aus Rotguss und können deshalb zur Desinfektion im Autoklaven temperaturbehandelt oder vor Ort beflammt werden.
In dem DVGW-Arbeitsblatt W 551 wird die sinnvolle Verteilung von Probenahmestellen aufgezeigt, damit im Bedarfsfall evtl. Kontaminationen genauer lokalisiert werden können.
Probennahmen erfolgen an vorbereiteten Stellen der Installation, ohne Verwendung von Werkzeugen.
Arbeitsschritte
  • Schutzkappe des Entnahmeventils entfernen und durch Beflammen für die Probennahme vorbereiten
  • Betätigungseinheit auf das Entnahmeventil stecken und in der Endposition mit Federbügel sichern
  • Probe durch Öffnen des Handrades der Betätigungseinheit entnehmen
  • Nach der Probennahme Handrad schließen, Federbügel entsichern und die Betätigungseinheit abziehen
  • Betätigungseinheit möglichst sofort sterilisieren und bis zur erneuten Verwendung unter Laborbedingungen steril aufbewahren
  • Entnahmeventil bis zur nächsten Probenahme mit Kunststoffkappe verschließen
Probenahme-Eckventil
Quelle: SCHELL GmbH & Co. KG
Das Probenahme-Eckventil wird für systemische Untersuchungen an Auslaufarmaturen eingesetzt. Da das Eckventil häufig durchströmt wird, kann hier eine Aussage über die Wasserqualität innerhalb der Trinkwasserinstallation getroffen werden. Die Montage erfolgt unauffällig unter den Waschbecken auf der Warm- und/oder Kaltwasserseite.
Da es für Probenahmen direkt an Duschköpfen keine Probenahmen-ventile gibt und dadurch ein Abflämmen des Duschkopfes wegen der integrierten Kunststoffeinsätze nicht möglich ist, können spezielle Adapter eingesetzt werden.
.
Probenahme-Adapter für Duschköpfe
Quelle: SCHELL GmbH & Co. KG
   

 

Anordnung der Entnahmeventile für orientierende und weitergehende Untersuchungen
Sammel- und Entleerungsleitungen sind, soweit noch vorhanden, ebenfalls zu beproben
Quelle: Viega GmbH & Co. KG
Empfohlene Probennahmeorte
Kaltwasser
  • Übergabestelle in jedem einzelnen Gebäude
  • Außenzapfstellen
  • Stellen unzureichender Durchströmung
Warmwasser
Orientierende Untersuchung:
  • Austritt bei Trinkwassererwärmern (TWE)
  • Eintritt des Zirkulationsrücklaufes bei TWE
  • Jeder Steigestrang, möglichst weit entfernt vom zentralen TWE
Weitergehende Untersuchung:
  • Austritt bei TWE
  • Eintritt des Zirkulationsrücklaufes bei TWE
  • Jeder Zirkulationsstrang
  • Jeder Steigestrang
  • Einzelne Stockwerksleitungen
  • Leitungsteile, die stagnierendes Wasser führen (Be- und Entlüftungsleitungen bei Sammelsicherungen, Membranausdehnungsgefäße, selten benutzte Entnahmestellen)
.

.
 
.
das neue Videoportal von HaustechnikDialog mit vielen interessanten Informationen und Anleitungen aus der Haustechnik
Videos aus der SHK-Branche
SHK-Lexikon
.
Die Errichtung einer Trinkwasserinstallation und wesentliche Veränderungen an diesen dürfen nur von Installationsbetrieben durchgeführt werden, die in das Installateurverzeichnis eines WVU eingetragen sind.
 
Hinweis! Schutzrechtsverletzung: Falls Sie meinen, dass von meiner Website aus Ihre Schutzrechte verletzt werden, bitte ich Sie, zur Vermeidung eines unnötigen Rechtsstreites, mich umgehend bereits im Vorfeld zu kontaktieren, damit zügig Abhilfe geschaffen werden kann. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis: Das zeitaufwändigere Einschalten eines Anwaltes zur Erstellung einer für den Diensteanbieter kostenpflichtigen Abmahnung entspricht nicht dessen wirklichen oder mutmaßlichen Willen. Die Kostennote einer anwaltlichen Abmahnung ohne vorhergehende Kontaktaufnahme mit mir wird daher im Sinne der Schadensminderungspflicht als unbegründet zurückgewiesen.

Brennstoffzellen - Photovoltaik -Solar - Topliste 

Tell-A-Friend

Besucherzähler

gelistet bei Energieliga Top 100